Lehramt und Verbeamtung

Hallo,

ich möchte gern Lehramt für Mathematik und Chemie studieren und hab gehört, dass besonders viele Lehrer in Westdeutschland verbeamtet sind.

Deshalb meine Frage:

Mussten sie dafür noch etwas studieren oder wird man ähnlich wie beim Titel Professor dazu berufen (und muss überdurchschnittliche Leistungen erbracht haben)??

Oder wird es das in der Zukunft nicht mehr geben, weil Beamten immermehr in Deutschland abgeschafft werden, da sie dem Staat zu teuer werden und als „Staatsdiener“ keine Steuern zahlen.

Ich freue mich auf Ihre Antworten und bin jeder Antwort dankbar.

P.S.: Wenn ich mich bei einer Universität bewerbe, muss ich da meine Bewerbungsunterlagen in einem bestimmten Briefumschlag hineinlegen.
Eigentlich eine dämliche Frage, aber ich will da nichts falsch machen…

Hallo!

Hallo,

ich möchte gern Lehramt für Mathematik und Chemie studieren
und hab gehört, dass besonders viele Lehrer in Westdeutschland
verbeamtet sind.

Derzeit stimmt, es, wie es in 4-6 Jahren ist, kann man nur vermutet. Prinzipiell sollte sich daran aber nichts ändern.

Mussten sie dafür noch etwas studieren oder wird man ähnlich
wie beim Titel Professor dazu berufen (und muss
überdurchschnittliche Leistungen erbracht haben)??

Es gibt angestellte und verbeamtete Lehrer. Vereinfacht gesagt, je gefragter die Fächerkombinationen und je besser die Noten sind, desto schneller erfolgt die Verbeamtung.

Oder wird es das in der Zukunft nicht mehr geben, weil Beamten
immermehr in Deutschland abgeschafft werden, da sie dem Staat
zu teuer werden und als „Staatsdiener“ keine Steuern zahlen.

Beamte zahlen genau so Steuer wie Angestellte auch!

P.S.: Wenn ich mich bei einer Universität bewerbe, muss ich da
meine Bewerbungsunterlagen in einem bestimmten Briefumschlag
hineinlegen.

Ja, in einen frankierten Umschlag :wink:

Eigentlich eine dämliche Frage, aber ich will da nichts falsch
machen…

Dann frag doch direkt bei der Uni an. Welchen Umschlag Du nimmst, ist denen aber absolut egal.

Gruß
CM

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Wie würden Sie meine Chancen sehen, verbeamtet zu werden bei der Fächerkombination Mathe und Chemie?

Ich meinte eigentlich die Größe des Briefumschlags.
Weil wenn ich meine Bewerbungsunterlagen falte, macht dies bestimmt einen schlechten Eindruck.

Hoffe wieder auf eine nette und hilfreiche Antwort :smiley:

Ich glaube, das ist echt völlig egal. Vielleicht nicht gerade in einen ganz kleinen Umschlag reinstopfen.
Immer, wenn es Anmeldezeit an der Uni war lagen in dem Einschreibebüro unendlich viele Bewerbungsmappen, Hefter, Klarsichthüllen usw. rum, weil Leute ihr Zeug darin geschickt haben. Das wurde dann alles entsorgt, wichtig war nur der Inhalt. Deswegen würde ich mir da gar keine Gedanken über Knicke machen. Falte halt keine Schiffchen draus und male keine Herzchen aufs Abizeugnis, dann wird das schon passen!

Hallo,

ich möchte gern Lehramt für Mathematik und Chemie studieren
und hab gehört, dass besonders viele Lehrer in Westdeutschland
verbeamtet sind.

Mussten sie dafür noch etwas studieren oder wird man ähnlich
wie beim Titel Professor dazu berufen (und muss
überdurchschnittliche Leistungen erbracht haben)??

ein Zusatzstudium ist nicht erforderlich, aber man muss diverse Voraussetzungen - z. B. Notendurchschnitt, Gesundheit, Alter … - erfüllen, die allerdings je nach Bundesland und Schulart unterschiedlich sein können. Auch die Fächerwahl kann eine Rolle spielen - in sog. „Mangelfächern“ bestehen u. U. bessere Chancen.

Ob Du verbeamtet wirst, stellt sich erst nach Abschluss des Referendariats heraus.

Oder wird es das in der Zukunft nicht mehr geben, weil Beamten
immermehr in Deutschland abgeschafft werden, da sie dem Staat
zu teuer werden und als „Staatsdiener“ keine Steuern zahlen.

Auch das ist möglich.

Solltest Du den Lehrerberuf in erster Linie wegen des Beamtenstatus anstreben, würde ich - nicht nur wegen dieser Imponderabilien - davon abraten.

Gruß
Kreszenz

Ich meinte eigentlich die Größe des Briefumschlags.
Weil wenn ich meine Bewerbungsunterlagen falte, macht dies
bestimmt einen schlechten Eindruck.

Es geht da nicht um eine Bewerbung wie um eine Lehrstelle. Für die Uni zählen nur die Fakten (Fristen, Noten usw.). Mach Dir mal nicht ins Hemd, das ist nix dramatisches mit der Uni :wink:

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Wie würden Sie meine Chancen sehen, verbeamtet zu werden bei
der Fächerkombination Mathe und Chemie?

Das kann ich Dir in 4-6 Jahren sagen, was gefragt ist. Vom Prinzip her, sollten die Fächer okay sein.

Wie aber schon geschrieben wurde, weder ist das Beamtentum die Allmächtigkeit, noch solltest Du nur wegen des Beamtentums Lehrer werden, das geht schief!

Hi,
ob man verbeamtet wird oder nicht, hängt vom Bundesland ab. Manche Bundesländer haben prinzipiell nur angestellte Lehrer. Die Länder, die verbeamten, machen die Verbeamtung aber von der Gesundheit (amtsärztliches gutachten beim Antritt des REferats und beim Antritt einer unbefristeten Stelle), dem Alter des Kandidaten (maximal 45 bei Dienstantritt) und der Stundenzahl (mind überhälftige Stelle) abhängig. Weiterhin schliße ich mich meinem Vorredner an: Nur wegen der Verbeamtung Lehrer zu werden, ist aus gesundheitlicher Sicht nicht zu empfehlen. Leute, die deswegen Lehrer werden, schaffen nur wenige Berufsjahre (so unter 5 oder so…). Und dafür den ganzen Aufwand betreiben? In Bayern muss man für das Lehramt ein Universitätsstudium absolvieren und das erste staatsexamen ablegen, das dauert in der Regel so 10 - 12 Semester. Dann folgt ein verbindliches Referendariat von zwei Jahren, dsa man mit dem zweiten Staatsexamen abschließt. Abhängig vom Notenschnitt (1. +2. Staatsexamen geteilt durch zwei) und Bedarf in der studierten Fächerkombination am studierten Schultyp (Mathe und Chemie in allen Schultypen im Moment exzellent, in 5-7 Jahren wohl eher eine Schwemme zu erwarten) gestalten sich dann die Chancen etwas zu bekommen. Frühjahr 2004 in Bayern, Mathe und Physik: einfach irgendwie besthen, dann Stelle AUSSUCHEN. Deutsch und Französisch: arbeitslos mit 1,x

Die Franzi

Und für die kühlen Rechner noch zwei Nachträge:

Die Länder, die verbeamten, machen die Verbeamtung aber von
… dem Alter des Kandidaten (maximal 45 bei Dienstantritt) abhängig

… manche Bundesländer haben auch die Obergrenze 35 (und nicht 45) - da ist schnelles Studieren angesagt…

Nur wegen der
Verbeamtung Lehrer zu werden, ist aus gesundheitlicher Sicht
nicht zu empfehlen. Leute, die deswegen Lehrer werden,
schaffen nur wenige Berufsjahre (so unter 5 oder so…).

… und entgegen häufig gehörter Meinung bekommt ein Beamter nicht sofort seine volle Pension, wenn er aus gesundheitlichen Gründen aus dem Berufsleben ausscheidet. (Nach nur fünf Jahren geht so eine Pension gegen „0“.)

Die volle Pension gibt es (glaube ich) erst nach 40 Dienstjahren (Abi mit 19, Studium bis 25, Referendariat bis 27, sofort Stelle mit Verbeamtung, dann 40 Jahre -> volle Pension mit 67… und das ist ein echt knapper Zeitrahmen, das schafft wohl kaum einer… bedeutet, dass wohl kaum ein verbeamteter Lehrer eine volle (und voll versteuerte…) Pension erhalten kann).

Wenn’s schneller gehen soll (auch wegen der Erreichbarkeit der Pension): Vielleicht doch eine Ausbildung bei einem öffentlichen Arbeitgeber / Studium an Verwaltungsakademie oder so, ist wesentlich kürzer, stressfreier, man hat geregelte Arbeitszeiten (so von 8-17 Uhr, danach keine Anrufe von „Kunden“ auf dem Privatanschluss, man arbeitet nur Montag - Freitag) etc.

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OT Beamtenpension und mehr
Hallo!

… und entgegen häufig gehörter Meinung bekommt ein Beamter
nicht sofort seine volle Pension, wenn er aus gesundheitlichen
Gründen aus dem Berufsleben ausscheidet. (Nach nur fünf
Jahren geht so eine Pension gegen „0“.)

Jup, vereinfacht gesagt, zwischen dem 5. und dem 19. Jahr gibt es 35% der Bezüge mind. ca. 1300€ als Pension, auch nicht prall! Ab dann wird es sukzessive mehr.

Die volle Pension gibt es (glaube ich) erst nach 40
Dienstjahren (Abi mit 19, Studium bis 25, Referendariat bis
27, sofort Stelle mit Verbeamtung, dann 40 Jahre -> volle
Pension mit 67… und das ist ein echt knapper Zeitrahmen, das
schafft wohl kaum einer… bedeutet, dass wohl kaum ein
verbeamteter Lehrer eine volle (und voll versteuerte…)
Pension erhalten kann).

Studium + Ref. + ggf. Angestelltenzeiten im öff. Dienst zählen für die 40 Jahre mit, von daher sind die nicht so weit weg für Lehrer.

Wenn’s schneller gehen soll (auch wegen der Erreichbarkeit der
Pension): Vielleicht doch eine Ausbildung bei einem
öffentlichen Arbeitgeber / Studium an Verwaltungsakademie oder
so, ist wesentlich kürzer, stressfreier, man hat geregelte
Arbeitszeiten (so von 8-17 Uhr, danach keine Anrufe von
„Kunden“ auf dem Privatanschluss, man arbeitet nur Montag -
Freitag) etc.

Da wird es aber schwer/unmöglich Besoldungsstufen von A12 und höher zu bekommen!

Gruß
CM

Hallo,

Oder wird es das in der Zukunft nicht mehr geben, weil Beamten
immermehr in Deutschland abgeschafft werden, da sie dem Staat
zu teuer werden und als „Staatsdiener“ keine Steuern zahlen.

Ich frage mich woher diese Märchen immer kommen. Keine Steuern - schön wäre es. Beamte zahlen sogar mehr Steuern als andere. (Tabelle B)

Hi,

Ich frage mich woher diese Märchen immer kommen. Keine Steuern

  • schön wäre es. Beamte zahlen sogar mehr Steuern als andere.
    (Tabelle B)

Örm hä … davon hätte ich gehört. Ich bitte um Erklärung. Bei mir ist es so, dass mir netto ca 500 Euro entgehen, weil ich nciht verbeamtet bin. und da sind die Abzüge für die priv. KV des Beamten schon berechnet.

Viele GRüße,

Die Franzi

Hallo!

Hi,

Ich frage mich woher diese Märchen immer kommen. Keine Steuern

  • schön wäre es. Beamte zahlen sogar mehr Steuern als andere.
    (Tabelle B)

Örm hä … davon hätte ich gehört. Ich bitte um Erklärung. Bei
mir ist es so, dass mir netto ca 500 Euro entgehen, weil ich
nciht verbeamtet bin. und da sind die Abzüge für die priv. KV
des Beamten schon berechnet.

Das sind die gesetzliche Rentenversicherung (9,95% des Bruttos) und die Arbeitslosenversicherung (1,65% des Bruttos), die die Differenz ausmachen. Mit der Steuer hat das sowas von nix zu tun.

Allerdings stimmt auch das Argument, Beamte zahlen mehr Steuern, nicht wirklich (die Pension mal ausgenommen).

Gruß
CM

P.S.: Schon heftig, wie vielen Leuten scheinbar egal ist, was vom Netto alles abgeführt wird!

Hi,

hm … ich hab grad nachgeschaut. Hab ca 750 Euro Abzüge für Sozialversicherungen. war auch grad beim Personalrat um mich zu informieren wegen eventueller Verbeamtungskonsequenzen. Bisher habe ich in dem Glauben gelebt, die Nettolücke wäre 500 Euro (das wäre in meinem Fall eine PKV für 250 Euro im Monat, recht billig für ne Frau, glaub ich also nicht ganz). Die PErsonalrätin sagte, bei ihr (ist grad verbeamtet worden, war lang angestellt) betrüge der Unterschied 800 Euro. Sie ist 2-3 Jahre älter als ich, nicht mehr, hat also brutto ca. 150 Euro mehr.
Langer Rede, kurzer Sinn: Die Lohnsteuer kann nicht höher sein, max bleibt sie eben gleich, weil ja das Bruttogehalt gleich bleibt. Zumindest in Bayern, und vorausgesetzt ich kann rechnen.
(ok, ist ein bisschen ein Streit um des Kaisers Bart, ich weiß ja, wieviel ich bekäme, wenn ichverbeamtet würde, insofern …)

die irritierte Franzi

Hallo,

die Lohnsteuer (eigentlich Einkommenssteuer) orientiert sich einzig am Brutto. Ist dies gleich, ist auch die Steuer gleich. Der Unterschied beruht einzig auf den Sozialversicherungen!

Gruß
CM

Hi,

ja dann reden wir die ganze zeit aneinander vorbei … hier steht am anfang, dass Beamte mehr steuern zahlen, und dem ist nicht so, hab ich daraufhin geschrieben. Lohnsteuer ist gleich, soli auch (glaub ich), sozialabgaben keine, kv ist privat …

die Franzi

Argh :wink:

Das hab ich doch bei Post 3 schon geschrieben. Du fragtest, warum Du Netto 500 weniger hast und ich hab’s geschrieben :wink:

Gruß
CM

… aber wer liest denn schon, das wird heutzutage total überschätzt.

-.-

die Franzi

lol owt!
.