Jay Leno, amerikanischer Talkmaster, begab sich in Florida auf die Straße undbefragte junge Amerikaner’mitAbitur. Zum Beispiel danach, wer russischer Präsident sei. Großes Fragezeichen auf den Gesichtern. Eine junge Dame sagte kühn " Wodka. Präsident Wodka". Und eine traf es fast: „Ichglaube, er heißt-Jellowitsch.“
Wer Tony Blair ist, wußte keiner der Befragten. Bei Napoleon tippte jemand auf Kekse, undför eine andere war klar, daß Napoleon nur der Präsident von Napoli sein konnte.
Überfordert waren die Abitur-Amerikanerauchmit derFrage, wer vor Ronald Reagan amerikanischer Präsident gewesen sei. Nicht einmal der Hinweis 'Erdnußfarmer’und 'Jimmy…'half ihnen auf die Sprünge. Einejunge Lady fragte: „Meinen sie wirkliche Präsidenten oder fiktive?“ Da Lew wirkliche wollte, konnte sie nur eine Grimasse ziehen. Wahrscheinlich wäre es ihr nicht schwergefallen, einige fiktive aufzuzählen: John Travolta, Kevin Kirne, Bill Pullman oder Harrison Ford stellten den Präsidenten in Hol-lywoodßimen schon besser dar, als dieser es jemals selber wird können. Denn wie klagte ein junger Clinton-Berater doch mit Blick auf die Medien: " Wir wissen, wie man ein Land regieren muß. Wir wissen nur nicht, wie man den Eindruck vermittelt, als würden wir ein Land regieren."
Amerika zur Jahrtausendwende ist eine gigantische, oft weltweit ausgestrahlte Seifenoper mit publicitywirksamen Kriegen, amoklaufenden Kindern, mit tragischen Helden (John F. Kennedy jr.) und einigermaßen peinlichen (Bill Clinton). Prominenz ist das Maß aller Dinge, und Unterhaltung die neue Religion.
ich will ja nicht lästern, aber wenn man deutsche AbiturienInnen nach dem Kanzler vor Kohl fragen würde, oder wer Papa Heus war, oder eben Mr. Blair, da wäre sicher auch einiges an peinlich berührtem bis blöde grinsendem Kopfschütteln zu sehen.
Napoleon wäre wahrscheinlich ein Cognac etc.
Aber das ist nicht auf die gegenwärtigen Abiturienten beschränkt, das wäre wohl in meiner Generation nicht allzu anders gewesen.
soebend gefunden:
Jay Leno, amerikanischer Talkmaster, begab sich in Florida auf
kommt das nicht andauernd in seinen sendungen vor?
natürlich wird (wie bei all diesen sendungen) nie dazu gesagt, wieviele leute insgesammt befragt wurden, damit man sich den prozentsatz der falsch-antworter ausrechnen kann.
also selbst wenn 20 lustige antworten zu sehen waren - sind das vielleicht nur 1% bei jedem thema … mehr oder weniger.
allgemeinbildung heißt doch das sich ein gewisses grundwissen auf eine große anzahl menschen verteilt … und nicht das jeder mensch das exakte abi-wissen sein ganzes leben lang behält (+ alle sinnlosen nachrichten, die über politiker etc. im laufe der jahre durch die nachrichten laufen)
ansonsten müßte man sich das gesamte fernseh-wissen über jahre hinweg merken, damit jeder mensch immer beantworten kann welcher politker in welchem land vor und nach wem „regiert“ hat … wozu soll das gut sein?
stefan raab macht mit alten leuten gerne ähnliche spässe für die fernsehzuschauer, die auf sowas niveauloses stehen.
ich in so einer situation würde sofort entgegnen: keine zeit …
wenn jemand in einer stadt wildfremde leute nach irgendwas befragt dann kommt es doch ganz offensichtlich nicht drauf an WAS man antwortet sondern WIE der jeweils befragte reagiert … also kann man das sofort ignorieren.
bis auf leute die einen nach dem weg fragen - aber die haben wohl kaum eine kamera dabei.
Sollen die Achselhöhlen unter Naturschutz gestellt
werden?
Oder der Skandal mit dem verwässerten Kaffee: In praktisch allen Kaffeehäusern wurde H2O im Kaffee gefunden. Was sagen Sie dazu?
…
Aus solchen Befragungen läßt sich höchstens herauslesen, daß es Menschen gibt, die weder zuhöhren noch nachdenken bevor sie den Mund aufmachen. Bzw. wollen sie nicht blöd dastehen indem sie nachfragen.
Aber um das herauszufinden braucht man wohl kaum eine Umfrage.