Hallo Gemeinde,
Da ich nun fast mein Physikdiplom in der Hand halte stelle ich mir immer öfter die Frage nach möglichen Berufsziehlen. Firmen und Banken rennen einem die Tür ein; ich spiele jedoch mit dem Gedanken, am Gymnasium Mathe und Physik zu unterrichten. Da ich schon 3 Jahre an der Uni unterrichtet habe und daran viel Spass habe, denke ich der Job wäre etwas für mich. Einziges Problem: Das liebe Geld. Ein Gymlehrer bekommt bei Berufsantritt 2200€, Netto plus Verbeamtung und damit verbundenem Kündigungsschutz, was mich auch nicht grade ankotzt
Wäre ok wenn der Lohnzuwachs vergleichbar der Vergagenheit wäre. Da das aber im ermessen des Staates liegt befürchte ich, daß dies kaum der Fall sein wird und man in 15 Jahren mit einem grade mal inflationsangepassten Einkommen leben muss.
Ich weiss das ist schwer abzusschätzen, aber was meint ihr?
Freue mich auf eure Antworten!
Gruß und schönes Wochenende,
Michael
Ich weiss das ist schwer abzusschätzen, aber was meint ihr?
Ganz Deiner Meinung. Mit großen Gehaltszuwächsen kannst Du als Lehrer nicht mehr rechnen und Beförderung ist auch nicht mehr so einfach. Ist aber in der freien wirtschaft nicht viel anders. Da gibt es nenneswerte Gehaltszuwächse auch nur noch, wenn Du in der Hierarchie aufsteigst.
Hallo Michael,
du kannst die Frage auch anders stellen:
Entscheide dich für einen wirklich gut bezahlten 60 Stunden Job (bei dementsprechender Verantwortung) in der freien Wirtschaft (inkl. eingebautem Schleudersitz), oder einem Lehrerjob am Gymnasium mit 13 Wochen planbarem Urlaub, 25 Wochenstunden Unterricht und einem gar nicht so schlechten Gehalt als lebenslanger Beamter.
Möchtest du Anerkennung ist die freie Wirtschaft besser, möchtest du mehr Sicherheit in der heutigen Zeit bist du auf der Schule besser aufehoben.
Gruß
nala
Hallo,
es wohl auch eine Frage, wie bequem man sich das Leben einrichten will. Dass alles geregelt ist als beamtetet Lehrer ist klar. Aber die Beförderungschancen kann man vergessen. In 30 oder 40 Berufsjahren Leher, Oberlehrer, Studienrat, und das war’s dann ?
Ich möchte noch auf einen Umstand hinweisen, der oft vergessen wird. Die private Krankenversicherung. Erst fängt das in jungen Beamtenjahren ganz günstig an, aber dafür wird es im Alter superteuer. Bei einer Pension von vielleicht knapp 2000 Euro kommen schnell 500 Euro für die KV zusammen.
Wobei mich mal intressiert, wie die Lehrer in den Privatschulen bezahlt werden. Hat jemand Ahnung davon ? Ist vielleicht eine interessante Alternative.
Gruss
Andreas
Hallo Michael,
Da
ich schon 3 Jahre an der Uni unterrichtet habe und daran viel
Spass habe, denke ich der Job wäre etwas für mich.
das ist kein Maß!
Unterricht sprich Vorlesung und/oder Praktika an der Uni haben wenig bis gar nichts mit dem Unterricht an einem Gymnasium gemein.
Einziges
Problem: Das liebe Geld. Ein Gymlehrer bekommt bei
Berufsantritt 2200€, Netto plus Verbeamtung und damit
verbundenem Kündigungsschutz,
Ersten:
Krieg erst mal einen Job mit 2200,- netto in der Wirtschaft (als Anfangsgehlt)
Zweitens:
Längst nicht mehr alle Lehrer werden verbeamtet.
Wäre ok wenn der Lohnzuwachs vergleichbar der
Vergagenheit wäre. Da das aber im ermessen des Staates liegt
befürchte ich, daß dies kaum der Fall sein wird und man in 15
Jahren mit einem grade mal inflationsangepassten Einkommen
leben muss.
Das kann Dir in der Wirtschaft aber auch passieren.
Wenn Du nicht vom Sachbearbeiter zum Laborleiter --> Gruppenleiter --> Abteilungsleiter … aufsteigst, halten sich die Gehaltzuwächse mittlerweile auch in der Industrie seeehr in Grenzen.
Es gibt Kolegen, die haben seit über zehn Jahren nur noch die tarifliche Erhöhung gekriegt, bei ATlern (außertariflichen Angestellten) gibt essogar welche, die haben noch nicht mal das gekriegt.
Ich weiss das ist schwer abzusschätzen, aber was meint ihr?
Ein sicheres Brot gibt es wohl nirgends mehr.
Irgendwann wird vielleicht die Unkündbarkeit fallen.
Mein Rat:
Hör nicht (nur) auf die Geldbörse, hör auch auf Dein Herz
Gandalf
jungen Beamtenjahren ganz günstig an, aber dafür wird es im
Alter superteuer. Bei einer Pension von vielleicht knapp 2000
Euro kommen schnell 500 Euro für die KV zusammen.
Da irrst Du Dich aber ganz kräftig. Auch Pensionäre haben einen Beihilfeanspruch, müssen sich also nicht komplett versichern. Monatsprämien von 60 jährigen liegen um die 200 € bis 250 €. Überleg Dir mal, was Du als GKV-versicherter Rentner bei 2000 € Rente für die GKV zahlst.
Hallo Michael,
ich möchte Gandalfs Ansatz aufgreifen: das Vortragen vor leidlich interessierten Studenten hat mit dem Alltag als Lehrer nicht viel zu tun. Ersteres hat mir bspw. immer Spaß gemacht, letzteres hat auch ganz erheblich mit Frustrationstoleranz und Geduld zu tun, beides bei mir nicht besonders ausgeprägt.
Kannst Du auch mit kaugummikauenden Pubertierenden leben, die sich für die Naturwissenschaften einen Dreck interessieren und Dir das (in drastischeren Worten) auch sagen?
Just my 2ct.
Gruß
Ramona
leben muss.
Ich weiss das ist schwer abzusschätzen, aber was meint ihr?
Freue mich auf eure Antworten!
Gruß und schönes Wochenende,
Michael
Hallo Michael,
ich möchte Gandalfs Ansatz aufgreifen: das Vortragen vor
leidlich interessierten Studenten hat mit dem Alltag als
Lehrer nicht viel zu tun. Ersteres hat mir bspw. immer Spaß
gemacht, letzteres hat auch ganz erheblich mit
Frustrationstoleranz und Geduld zu tun, beides bei mir nicht
besonders ausgeprägt.
Hallo Ramona,
es ist schon noch ein Unterschied zwischen Schule und Uni. Allerdings habe ich die letzten zwei Jahre auch keine Physiker unterrichtet, sondern Mediziner und Biologen, die ihr Physikum an unserem Institut machen. Deren Abneigung gegenüber Physik kann von einem Gymnasialschüler, welche sich zumindest in der Oberstufe dieses Fach selbst wählen, kaum getoppt werden. Die Belastung ist ebenfalls größer. Ja, du hast richtig gehört. Denn diese drei Stunden, ohne Pause, in denen du ein echt straffes Arbeitsprogramm hast, sind ziemlich anstrengend. Vor allem weil die Leutz meistens nicht gut vorbereitet sind, sie einen Ultraschallversuch durchführen müssen aber leider noch keine Bruchrechnung beherschen. Ich habe es in meiner ganzen Schulzeit jedenfalls noch nie erlebt, daß ein Lehrer die ganze Zeit (!) wie ein aufgescheuchtes Huhn in der Gegend rumrennt und händeringend versucht, jedem einzelnen individuell zu unterstützen. Im übrigen hat man ja auch als Schüler einen gewissen Einblick in den Beruf des Lehrers - läßt sich ja kaum vermeiden
Wahrscheinlich kann man behaupten das der Beruf des Lehrers der einzige ist, von dem man in 13 Jahren Schule etwas mitbekommen hat.
Unter anderem hat schon mein Opa drei Lehrerinnen in die Welt gesetzt. Da schnappt man auch einiges auf!
Gruß,
Michael
Hallo Michael,
Hi Gandalf,
Da
ich schon 3 Jahre an der Uni unterrichtet habe und daran viel
Spass habe, denke ich der Job wäre etwas für mich.das ist kein Maß!
Unterricht sprich Vorlesung und/oder Praktika an der Uni haben
wenig bis gar nichts mit dem Unterricht an einem Gymnasium
gemein.
Lies bitte was ich Ramona dazu geschrieben habe.
Einziges
Problem: Das liebe Geld. Ein Gymlehrer bekommt bei
Berufsantritt 2200€, Netto plus Verbeamtung und damit
verbundenem Kündigungsschutz,Ersten:
Krieg erst mal einen Job mit 2200,- netto in der Wirtschaft
(als Anfangsgehlt)
Zweitens:
Längst nicht mehr alle Lehrer werden verbeamtet.
Ich habe andere Angebote, unter anderem von Banken welche einen Stundensatz von 50-60 Euro anbieten. Dieser Job entspricht jedoch nicht im geringsten meinen Vorstellungen. Vor allem weil ich Banker nicht mag 
Physik und Mathelehrer am Gymnasium werden überigens sofort verbeamtet, das hat mir schon ein Referendar erzählt, der muss es wissen. Ist wohl billiger für das Land.
Wäre ok wenn der Lohnzuwachs vergleichbar der
Vergagenheit wäre. Da das aber im ermessen des Staates liegt
befürchte ich, daß dies kaum der Fall sein wird und man in 15
Jahren mit einem grade mal inflationsangepassten Einkommen
leben muss.Das kann Dir in der Wirtschaft aber auch passieren.
Wenn Du nicht vom Sachbearbeiter zum Laborleiter -->
Gruppenleiter --> Abteilungsleiter … aufsteigst, halten
sich die Gehaltzuwächse mittlerweile auch in der Industrie
seeehr in Grenzen.
Es gibt Kolegen, die haben seit über zehn Jahren nur noch die
tarifliche Erhöhung gekriegt, bei ATlern (außertariflichen
Angestellten) gibt essogar welche, die haben noch nicht mal
das gekriegt.
Das ist bestimmt richtig, allerdings würde man da ja auch mit einem höheren Gehalt starten - siehe oben…
Ich weiss das ist schwer abzusschätzen, aber was meint ihr?
Ein sicheres Brot gibt es wohl nirgends mehr.
Irgendwann wird vielleicht die Unkündbarkeit fallen.Mein Rat:
Hör nicht (nur) auf die Geldbörse, hör auch auf Dein Herz
Dann wäre die Frage größtenteils geklärt
Ich halte den Beruf des Lehrers, entgegen der allgemeinen Haltung, als den wichtigsten in unserem Land, direkt hinter Hebamme und Polizeidienst - und Steuerberater natürlich 
Was wird wenn sich keiner um die Kids kümmert? Und wenn jetzt schon Biologen zu Physiklehrern ausgebildet werden, ist es Zeit…
Gruß,
Micha
Hallo,
Hi
es wohl auch eine Frage, wie bequem man sich das Leben
einrichten will. Dass alles geregelt ist als beamtetet Lehrer
ist klar. Aber die Beförderungschancen kann man vergessen. In
30 oder 40 Berufsjahren Leher, Oberlehrer, Studienrat, und das
war’s dann ?
Karriere zu machen liegt mir auch gar nicht am Herzen. Lehrer würde ich nicht werden um irgendwann zum Landrat aufzusteigen 
Gruß
Hi Nala,
das sehe ich genauso! Wobei man als Mathe-Physiklehrer am Gym in der Bevölkerung dann doch noch nicht als ganz so großer Abschaum zählt 
Gruß,
Micha
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ich unterrichte selber seit 2 jahren an einem gymnasium. und kann zu den arbeitsbereichen folgendes sagen:
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dröge verwaltung: man muss nicht nur unterrichten. ein ganz großer teil besteht aus verwaltung, viele stunden in der woche gehen dafür drauf. dazu konferenzen, dienstbesprechungen, fachsitzungen, elternabende, elternsprechtage, einzelbesprechungen etc. davon auch viel am abend oder auch mal am wochenende, mit oft fragwürdigen ergebnissen.
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erziehung: man hat einen erziehungsauftrag. das ist alles, was nicht mit deinen fächern zusammenhängt. dass man sich nicht beschimpft, nicht den lehrer in der klasse filmt und das dann ins web stellt, nicht schummelt, keine drogen nimmt… Aber auch: dass man dem nachgeht, wenn man merkt, dass bestimmte kinder keine regelmäßigen mahlzeiten kriegen und nie schulbrot dabei haben, dass schülerin xy nur noch 37 kilo wiegt oder schüler z nie im unterricht spricht.
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der arbeitsplatz: man hat kein arbeitszimmer, es sei denn, dass man sich zuhause eins einrichtet (was unerlässlich ist) dies kann man aber dann nicht von dersteuer absetzen. von morgens bis nachmittags hat man einen mehr oder minder löchrigen stundenplan in wechselnden räumen zu erfüllen. in den räumen findet sich nicht immer das arbeitsgerät, dass da sein sollte oder das da gestern noch war. in der regel schleppt man also alles selber an was man braucht. dann wechselt man nach hause, hat irgendwie das gefühl von feierabend, den man zwar braucht, aber noch nicht hat. es ist manchmal schwer sich an den schreibtisch zu motivieren. vieles muss auch am wochenende gemacht werden (klausuren). partner und freunde haben nicht immer verständnis. man ist doch zuhause und kommt „von der arbeit“.
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kollegen etc.: als lehrer hat man mit ganz unterschiedlichen menschengruppen zu tun, man tanzt ständig auf mehreren hochzeiten, kann also nicht überall 100% sein und auch nicht in allen bereichen die volle ahnung haben. Schüler (in ganz verschiedenem alter, mit ganz verschiedenen bedürfnissen), eltern, kollegen, schulleitung, behörde.
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freizeit: als lehrer steht man, seltsamer weise, im interesse der „öffentlichkeit“. sogar gesetzlich wird man dazu angehalten sich „auch im privatleben gemäßigt zu verhalten“. viele lehrer wohnen darum lieber nicht am arbeitsort und nehmen einen langen schulweg in kauf um sich in der stadt „freier bewegen“ zu können. für erwachsene unverständlich, ist es für schüler ein großes thema, wenn lehrer xy hier oder da gesehen wurde und im grunde unverständlich, dass lehrer überhaupt ein privatleben haben. oft stößt man auch auf eltern.es wird von einem erwartet, dass man ständig als vorbild funktioniert.
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verbeamtung: sollte schon abgeschafft werden, ist jetzt erstmal in frage gestellt. bei übergewicht, asthma u.a. ist verbeamtung nicht möglich. das einkommen sinkt dann empfindlich.
abschließend:
als lehrer muss man ein dickes, dickes fell haben und gleichzeitig sehr sensibel und diplomatisch sein. man muss in der woche bis zu 400 schülernamen richtig benutzen und alle „individuell fördern“. dass man das nie schafft muss man allein ertragen. rückhalt im kollegium lässt sich an manchen schulen aufbauen. in der regel ist man einzelkämpfer. hinter geschlossener schulzimmertür kann man (unter beachtung der vielen erlasse und curricula) machen „was man will“. ob das wirklich gut war, muss man sich selber beantworten. es sehen einen nur die schüler bei der arbeit. man muss es abkönnen, dass unter umständen auch mal die eigene unterwäsche gesprächsthema ist, weil einen eine schülerin in der abteilung des kaufhauses beobachtet hat.
wer sich gut organisieren kann und selbstbewusst ist, kann die freie einteilung der arbeitszeit und den kontakt mit den vielen unterschiedlichen menschen genießen. die vorbildfunktion ist auch für viele reizvoll. ist man erstmal drin hat man einen krisensicheren job, bei dem man nicht ständig „auf dem arsch“ sitzen muss, sondern große beweguns- und materialfreihat hat und auch keine uniform tragen muss. im unterricht passiert neben den vielen ärgerlichen dingen auch oft lustiges und spontanes, es bleibt abwechslungsreich und in einem gewissen rahmen kann man seine arbeitsumgebung und arbeitsinhalte mitbestimmen.
zu bedenken ist jedoch, dass nur ein zehntel der lehrer bis zur pensionierung arbeitsfähig bleibt. burnout ist das größte berufsrisiko neben stimmschäden etc.
besonders gefeut habe ich mich mal über das zitat:
„man könnte von menschen die ihr berufslebem tag für tag mit pubertierenden verbringen nicht erwarten, dass die geistig keinen schaden mehmen.“ 
dem täglichen wahnsinn muss man mit humor und konsequenz begegnen können.
Hallo Namenloser 
vielen Dank für deinen guten und ausführlichen Beitrag.
Mehr oder weniger waren mir viele deiner Ausführungen schon bekannt, es hat mir aber dennoch sehr weitergeholfen!
Darf ich mal raten, daß du in einer Stadt unterrichtest?
Es ist mir auch schon aufgefallen das die Schüler dort sehr viel verpflegelter sind.
Welche Fächer unterrichtest du?
Gruß,
Michael
Hallo Michael,
sondern Mediziner und Biologen,
Biologen gehen doch!
Aber bei den Medis gebe ich Dir vollkommen recht.
Ich habe Unterricht bei Chemikern, Physikern und Medis gemacht (Vorlesungen und Praktika).
Die Medis sind die mit Abstand dämlichsten, stutzerhaftesten und dabei arrogantesten Typen, die mir untergekommen sind.
Aber trotzdem ist ein Unijob während der Diplomarbeit oder Promotion nicht mit einer Lehrerstelle zu vergleichen.
Trotzdem wiederhole ichs:
Hör auf Dein Herz 
Hallo,
als Lehrer, der seit neun Jahren an einem Gymnasium in einer Kleinstadt unterrichtet, kann ich mixkassette in allen Punkten nur zustimmen.
Du solltest diesen erzieherischen und organisatorischen Aspekt wirklich sehr genau überdenken! Am Anfang sagt man noch, dass das nicht so wild wird und macht es eben, aber mir fällt das in den letzten Jahren immer schwerer, und es geht mir ehrlich gesagt auf die Nerven. Ich dachte eben vorrangig ans Unterrichten, was mir bis heute viel Spaß macht. Gerade an einem kleineren Gymnasium, an dem man irgendwann die meisten Schüler kennt, ist das eigentlich sehr nett. Da hat man noch nicht solche Disziplinprobleme, wie sie an manchen Großstadtschulen zu finden sind.
Dass mich im Ort viele Leute kennen, ist eigentlich kein so großes Problem (ich feiere allerdings keine Orgien und ziehe am Wochenende auch nicht grölend durch die Straßen). Schüler trifft man natürlich gelegentlich. Ob das angenehm oder unangenehm ist, das hängt doch vor allem davon ab, wie das Verhältnis zu den Schülern ist. Ich muss aber zugeben, dass ich hin und wieder zum einkaufen woanders hinfahre (liegt aber auch an den Einkaufsmöglichkeiten).
Als Mathe-/und Physiklehrer stehst du natürlich an der höchsten Stelle der Lehrerhierarchie und hast die besten Beförderungschancen. Die Eltern respektieren dich, weil du so tolle Rechenleistungen vollbringen kannst, die ansonsten kaum ein Mensch versteht. Außerdem ist jeder davon überzeugt, dass Mathe ein sehr wichtiges Fach ist.
Bei der Entscheidung würde ich aber die Bezahlung und Aufstiegschancen rauslassen. Wenn du dir vorstellen kannst, jedes Jahr vor den Zeugnissen Bemerkungen über 30 Schüler zu verfassen, im Laufe eines Schuljahres vielleicht 1000 schriftliche Einzelarbeiten zu korrigieren, immer wieder mal ein Schulfest mitzuorganisieren und regelmäßig Klassenfahrten und Wandertage zu veranstalten, die ganz schöne Arbeit machen können, wenn sie auch den Schülern gefallen sollen, ohne dass dir dafür gedankt wird (schließich bist du Lehrer, da kannst du sowas natürlich locker organisieren), dann bist du in der Schule sicher richtig.
Sollten aber nur die sichere Verbeamtung (derzeit als Mathe-/Physiklehrer kein Problem, die werden gesucht!), der Verdienst und die vielen Ferien die Hauptargumente sein, dann würde ich dir nicht zum Lehrberuf raten.
Gruß,
Booze
Danke für eure Beiträge!
-)
Auf deine Gehaltsfrage bezogen würde ich abraten…
In der freien Wirtschaft hast du die Chance, 150.000 euro oder locker mehr per anno zu machen…
Als Lehrer eierst du irgendwo bei 30%davon rum, anfangs sicherlich noch weniger.
Auch ist Lehrer sicherlich ein stressiger Job, bedenke die chaotischen Kids heute!
Ferien hast du sicherlich mehr als andere Urlaub. Aber mein Schwager behauptet immer, er müsse da soviel für die Schule machen!??
Außerdem hast du kein vernünftiges Arbeitszimmer, vielleicht einen alten Holzstuhl in irgendeiner Ecke im Lehrerzimmer. Wir sitzen auf Ledersesseln im eigenen Büro, ca. 35qm groß mit neuester IT, Blackberry, geilstem Handy etc… und dann dürfen wir das auch noch privat nutzen.
Ein Firmenfahrzeug bekommst du als Lehrer auch nicht; ich einen 5er BMW. Den fahre ich auch privat und der kostet mich dann im Monat gerade mal etwas mehr als 120 Euro. Sprit bekomme ich komplett bezahlt. Auch alles sonstige.
Also, überlegs dir gut, ob du mit deiner Qualifikation wirklich Lehrer werden willst. Auch die Reputation beim Großteil der Bevölkerung lässt zu wünschen übrig.
Ich glaube, Feldwebel und Gerichtsvollzieher haben ein noch schlechteres Ansehen.
Jedi
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