Lehrstelle suchen

Liebe Eltern.
Irgendwie weiß ich nicht so richtig, wohin mit meiner Frage.
Problem ist, dass wir eine Lehrstelle suchen müssen für unseren Sohn für das nächste Jahr.
Er wird nach der 9 die Schule mit einem Hauptschulabschluss verlassen und hat natürlich keinen Plan, was man dann machen könnte. Ich habe die Berufsberatung angerufen, um einen Termin gebeten. Der ginge mir schriftlich zu, wurde mir gesagt. Das war von 5 Wochen. Inzwischen haben wir eine Bewerbung nach VW geschickt, allerdings bei 6000 Bewerbern mit wenig Aussichten. Wie entdecke ich, was meinen Sohn interessiert? Diesbezüglich Fragen bescheidet er mit „Ich weiß nich“, wirkliche Hobbies außer PC-Spielen hat er nicht. Er sitzt meist in seinem Zimmer mit oder ohne Freunde und wartet, dass es Abend wird. Lesen findet er blöd.
Nun kommt ein Praktikum und ich hoffe, dass vielleicht da die Einsicht kommt und er doch noch die Kurve zur Mittleren Reife kriegt ( bezweifel ich aber eigentlich ).
Wie machen das andere Leute? Oder habt ihr alle Kinder, die wissen was sie wollen ?
Ratlose Grüße
R.

Hallo Rabchen,

ist ja auch blöd, in dem Alter wissen zu müssen, was man eigentlich tun will … ich weiß auch noch, wie schwer ich mich getan habe.
Vom Arbeitsamt gab es „damals“ (in meiner Jugend *g*) ganz nette Hefte, STEP hießen die damals, wo man so Fragen beantworten musste und dann kamen Vorschläge raus. Bei mir war das Ergebnis zwar, dass ich Dachdecker werden könnte … ich kann mir jedoch vorstellen, dass es vom Arbeitsamt derartige Heftchen nach wie vor gibt. Und auch wenn das Ergebnis nicht so ist, dass es einen treffenden Vorschlag gibt, so helfen doch die Fragen oft als „roter Faden“, um sich etwas mehr Klarheit zu verschaffen, in welche Richtung es gehen soll.

Ansonsten fällt mir ein:

  1. Buchtipp

Es gibt von Martin Massow eine ganze Reihe von „Job Atlas“-Büchern. In diesen werden jeweils Berufe näher beschrieben und erklärt. Das ist sehr gut, um sich etwas mehr drunter vorzustellen bzw. erst einmal eine Idee zu bekommen, was es überhaupt alles so gibt.

Außerdem gibt es von ihm die Bücher
So finde ich den Beruf, der zu mir passt
ISBN:3612214241 Buch anschauen

und

So finde ich die richtige Lehrstelle
ISBN:3612213148 Buch anschauen

Schau’s Dir halt mal im Buchladen an. Ich finde diese Buchreihe sehr hilfreich.

  1. Arbeitsamt

Früher gab es die „Berufskundlichen Kurzbeschreibungen“, das waren so Heftchen, die man kostenfrei über das Arbeitsamt bestellen konnte - zu allen möglichen Berufen. Die fand ich super hilfreich damals. Es gab eine allgemeine Liste, wo man sich die Dinge raussuchen konnte, die einen interessieren - und sich dann sehr ausführlich über die Ausbildung und das Berufsbild informieren konnte (und die Voraussetzungen).
Ob es die Printversion noch gibt, weiß ich nicht (Arbeitsamt fragen).
Im Netz gibt es sowas unter
http://berufenet.arbeitsamt.de/

Möglicherweise ist es auch eine Idee, beim Arbeitsamt nicht nur direkt die Berufsberatung aufzusuchen, sondern sich selbst umzusehen. Das BIZ im Arbeitsamt gibt auch Informationen über Berufsbilder.

  1. Noch ein Tipp zum Klarwerden

Es ist tatsächlich schwierig, finde ich, zu wissen, was man will. Ich meine, da tun sich ja die Erwachsenen oft schon schwer genug, das zu beantworten - und die haben zumindest meist schon Vergleiche durch andere Arbeitsstellen.

Ich würde also mein Kind nicht fragen: „Was interessiert Dich“, „Was willst Du machen“, sondern vielleicht klarer und auch Auswahlmöglichkeiten bieten.

Also so Sachen wie drinnen/draußen, Schreibtischtäter oder Handwerk, nur unter der Woche oder auch Wochenende (Bsp: Gastronomie etc.), Arbeitszeiten … früher aufstehen und früher Schluss oder lieber später (bestimmte Berufe fangen einfach viel früher an als andere), viel mit Leuten/Kunden oder lieber mit „Sachen“/Vorgängen … Du weißt schon, worauf ich hinaus will … einfach rantasten und gemeinsam ausloten (schriftlich!), was sein soll, was nicht.
Natürlich spielen auch so Sachen wie „Kohle“ eine Rolle. Es gibt Berufe, wo man als Lehrling einfach schon viel besser verdient je nachdem, in welche Richtung. Das heißt nicht, dass das Geld alleiniges Entscheidungskriterium sein sollte, es lohnt sich jedoch, auch das schon zu berücksichtigen.

Macht Euch einen Spaß draus: Zum Beispiel kannst Du im Kaufhaus so große (A 1)-Tonkartons besorgen, verschiedenfarbig, und dicke Marker. Und dann schreibt Ihr jeweils drauf: Was ich gern mag/was mich interessiert, Was mir wichtig ist, Was ich gar nicht mag.
Oder auch eine Bahn Packpapier mit so Malerkrepp an die Wand kleben und entsprechend unterteilen und das dann entsprechend beschriften. Immer wenn was einfällt. Ihr werdet sehen, dass das dann viel besser Formen annimmt - und mit dem Überblick aus allem lässt sich schon klarer eingrenzen, in welche Richtung es geht.

Ganz persönlich finde ich, dass man bei einer Ausbildung am besten etwas wählen sollte, mit dem man sich nicht ausschließlich festlegt. Ausnahme wäre natürlich, wenn jemand schon hundertprozentig weiß, was er unbedingt werden will.

Ach, und noch was:
Klar sind Praktika und so gut, weil man viel eher einen Vergleich bekommt. Das würde ich auch ausnutzen, wenn genug Zeit ist, eventuell auch Eigeninitiative Ferienjob und so. Ansonsten hilft es auch, mit Bekannten und Freunden zu reden - und sich mal deren Beruf erklären zu lassen. Sicherlich hat Dein Kind auch Jobs, die er grundsätzlich spannend(er) findet als andere. Frag ihn halt einfach mal, was er bei anderen gut findet oder vielleicht auch aus dem Fernsehen kennt und gerne näher anschauen würde.
Wenn es sich um einen Beruf handelt, den niemand in Eurem Bekanntenkreis ausübt, dann würde ich echt einfach wo anrufen und nachfragen. Wenn man nett fragt, sind sicherlich auch fremde Leute auskunftsbereit.

Mehr fällt mir gerade nicht ein … viel Erfolg Euch beiden beim Zusammensammeln von Infos.

Liebchen
da gibts erst mal nur die berufsberatung ,die Dir die freien Lehrstellen auch gleich nachweisen .Und dann wird in einem Gespräch geklärt ,was er gut findet. Im Übrigen werden die Dir auch noch vorschlagen ,dass er ein Berufsgrundschuljahr machen kann ,was ich bei ihm auch für gut halten würde. Das ESTA Bildungswerk bietet auch ein Praktikumsjahr an ,für Kids ,die keine Lehrstelle haben ,sie können ein Jahr lang verschiedene Praktika machen in selbst ausgesuchten Betrieben und bekommen auch noch Geld dafür. Bevor du nicht mit dem Arbeitsamt gesprochen hast ,brauchst du nicht zu verzweifeln.
Vor dem Problem stehen doch alle Eltern ,wenn die Kids mit der Schule fertig sind.

Bye
Schwester

Gruss
Gina

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Hallo Rabchen!

Ich bin zwar keine Mutter, habe aber erst vor gut einem Jahr den Beruf gefunden, der der richtige ist, und das mit knapp 21 und einem angefangenen Studium.
Mir hat zunächst bei der Richtungsfindung geholfen, dass ich vom Gymnasium auf die FOS Sozialwesen gewechselt habe, ein Faible dafür war allerdings schon vorhanden. Davor wollte ich lange Jahre Tierarzthelferin werden, wovon mir aber jeder, einschliesslich unserer Tierärztin, die mich für super geeignet hielt, wegen der schlechten Berufssituation abgeraten hat.
Vor Ende der FOS-Zeit habe ich an über 60 Tierärzte Kurzbewerbungen abgeschickt, sozusagen als kleinen Hoffnungsschimmer. Das waren zwei Zettel, einmal eine kleine Vorstellung, wer bin ich, was mache ich, was will ich mit dem brief erreichen, und auf dem Zweiten konnten die Docs ankreuzen, ob sie Interesse an einem Rückruf, einer Bewerbungsmappe haben, ob sie, wenn nicht in diesem, dann im nächsten ausbilden, oder ob sie überhaupt nicht ausbilden. Kam sehr gut an, ich habe dadurch zwar nur einen Praktikumsplatz bekommen und durfte zwei, drei Mappen abschicken, aber fast jeder hat die Antwort zurückgeschickt und es wurde oft dazugeschrieben, wie toll sie diese Art von Bewerbung finden. Vielleicht hilft euch das später auch weiter.
Die ganze Suche hat leider keinen Erfolg gebracht, als bin ich ab ins BIZ, das Berufsbildungszentrum beim Arbeitsamt. Die haben Öffnungszeiten, zu denen jeder hingehen und sich hinsetzen und lesen kann. Dort steht für jeden Ausboödungsberuf eine Mappe mit den verschiedensten Infos, wo man das lernen kann, was man für Voraussetzungen braucht etc.
Das Ganze ist geordnet nach Ausbildungs- und Studienberufen.
Gefunden hab ich dort einiges interessantes, aber wirklich überzeugt war ich nach wie vor nur von der Tierarzthelferin.
Mangels Ausbildungsstele hab ich dann ein Studium begonnen und wollte Sozialpädagogin werden. Nach dem ersten Semester war ich wieder auf der Suche nach einer Tierarztpraxis, gleichzeitig habe ich beim Arbeitsamt mehrere Termine bekommen.
Durch glücklichen Zufall wurde in der Praxis, in der ich das Praktikum gemacht habe, eine Stelle frei, und mittlerweile bin ich im zweiten Ausbildungsjahr und super glücklich.
Was ich auch sehr interessant finde, sind Ausbildungsmessen, die werden in vielen Städten abgehalten, da müsste das Arbeitsamt Infos geben. Dort kann man direkt mit den Arbeitgebern und Mitarbeitern reden und auch schonmal erste Kontakte knüpfen, evt. lässt sich auch was in Richtung Praktikum machen.

Liebe Grüsse
Bine

Hallo Rabchen,

muß es denn gleich eine Lehrstelle sein? Bin selbst 23 Jahre und habe vor 3 Wochen noch mal eine Schulkarreire gestartet, FOS Sozialwesen. :smile:
Hatte nach der 11. Klasse auch keine Lust mehr zur Schule zu gehen und wußte nicht, was ich machen sollte und habe deswegen ein FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) in einem Altenheim gemacht; dieses Jahr hat mir gezeigt, was ich beruflich machen will (und kommt auch bei Bewerbungen immmer gut an: Viel Arbeit für wenig Geld. *fg*)
Wenn sich Dein Sohn nicht festlegen kann oder will, dann laß ihn doch einfach 1-2 Jahre div. Praktika machen, etwas rumjobben, eben einfach Erfahrungen sammeln. Vielleicht hat er ja dann sogar Lust, wieder auf die Schule zu gehen.
Viele meiner Freunde sind über „Umwege“ zu ihren Berufen gekommen in denen sie nun sehr glücklich sind.
Dieser gerade von der Verwandtschaft ausgehende Zwang, nach der Schule sofort „was ordentliches lernen“ zu müssen, brachte mich mit 16 fast zum Verzweifeln.
Informiere Dich doch mit Deinem Sohn zusammen mal über die Alternativen zu einer Lehrstelle, das ist auch bei der Berufsberatung möglich. Da würde ich übrigens einfach mal so hingehen ohne Termin, die haben normalerweise auch Sprechzeiten, zu denen man ohne einen solchen kommen kann.

Gruß,

Tanja

Hallo,

Hatte nach der 11. Klasse auch keine Lust mehr zur Schule zu
gehen und wußte nicht, was ich machen sollte und habe deswegen
ein FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) gemacht;

Es gibt auch das Freiwillige Ökologische Jahr. Je nach Träger hat es mehr mit Natur (Beobachtung/Auszählen), Arbeit (Anlegen von Wegen) oder Technik zu tun.

Tschuess Marco.

Danke …
…an alle.
Gruß
R.

Hallo Rabchen,

so mal aus nicht-Eltern-Sicht frage ich mich, warum Du/Ihr für Euren Sohn nach einer Lehrstelle sucht/suchen müsst? Das ist doch primär erst einmal seine Aufgabe (Hilfestellung natürlich nötig und dann im Bedarfsfall auch sicherlich gewünscht) und es geht um seine Zukunft und seinen beruflichen Werdegang. Ich würde mich da nie in eine Lage bringen lassen wollen, in der ich dann die Verantwortung für die u.U. verkorkste Karriere des Nachwuchses tragen müsste. Diskussionen so nach dem Motto: „Du hast mir damals …, Wenn Du mir nicht diesen … Job besorgt hättest …, Was hätte ich doch alles werden können, aber Du hast ja …“ Ne, also im Ernst, den Stress würde ich mir sparen. Mal abgesehen davon, dass es schließlich auch zum Erwachsenwerden in dem Alter dazu gehört, dass man solche Entscheidungen im letzter Konsequenz selber treffen muss, und dabai auch Fehler machen darf, aus denen man dann lernen kann.

Und wenn Dich eigentlich weniger die Sorge des „Was“, als vielmehr die Sorge des „Ob überhaupt“ umtreibt, was ich ja durchaus verstehen kann, dann kannst Du dem recht einfach begegnen, indem Du Deinem Filius klar machst, dass er nach Schulende genau X-Wochen Zeit hat, bis er weiß, was er seinen lieben langen Tag über machen will, und Du ihm ansonsten deutliche Konsequenzen aufzeigst. Sicher, auch aus meinem Brüderchen ist nach insgesamt vier Jahren Bummelei noch etwas geworden, und auch meine Schwester hat inzwischen ein tolles Diplom gemacht, nachdem sie erst fast drei Jahre die hauptberufliche Kranke gewesen ist, aber mit ein wenig Druck hätte man da sicher auch früher etwas erreichen können. Bestes Beispiel ist der Sohn einer Freundin, der auch so in dem Alter Deines Sohnes keinen Bock mehr auf Schule hatte. Nach sechs Wochen drohte wurde er morgens pünktlich um sechs aus dem Bett geworfen und musste nach dem Frühstück das Haus verlassen um sich Arbeit zu suchen / sich über seine Zukunft klar zu werden, bekam kein Taschengeld mehr (hatte ja jetzt Zeit sich selbst etwas zu verdienen).

Nach wenigen Tagen hatte er ein Praktikum für Schulabbrecher in der Hand, machte dann ein Training-on-the-Job im Medienbereich (also keine echte Ausbildung, dafür gab es von Anfang an gleich ganz gutes Geld), ist dann ausgezogen und hat dann zwar erst einmal ein paar Negativerfahrungen gesammelt, ist inzwischen aber ausgezeichneter selbständiger Unternehmer und hat seinen Platz im Leben recht schnell gefunden.

Gruß vom Wiz, der trotz ganz gut sittuiertem Elternhaus auch nie mehr Taschengeld als für die nötigsten Kleinigkeiten bekam und so recht schnell ans Arbeiten gekommen ist und eigentlich nicht einen einzigen Tag bislang so richtig rumgehangen hat und sich dabei sehr wohl fühlt.

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Hallo!
Erstmal - laß ihn nicht merken, daß Du zweifelst.
Dann übe ruhig ein wenig Druck aus in Bezug auf Ausbildung und lernen.
Wenn kein Bock da ist, habe Du auch keinen Bock .
z.B. Taschengeld kann man auch kürzen - es gibt im Leben nichts umsonst.
oder uneingeschränkte Freiheit gibts nicht - also häusliche Pflichten übernehmen
Dann verschiedene Praktika machen lassen.

  1. Handwerklich
  2. im Sozialbereich Krankenhaus, Altenheim, Kindergarten etc
  3. Dienstleistung, Post, Polizei, Stadtverwaltung
    Sanfte Tritte in den Ar… können nicht Schaden.
    Außerdem muß er auch mal selbst tätigwerden und Praktikumsplätze suchen
    Viel Glück
    PiRo

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Die selbe Frage stellte sich mir auch. Wo bewirbt sich denn Dein Sohn? Was unternimmt er?
Ich kenne aus Deinem Posting nicht die kongrete Situation, aber kann es sein, daß Ihr einige Jahre etwas versäumt habt?
Ich will mal aus dem Nähkästchen plaudern.
Unsere Große ist jetzt 16 und aufm Gymn.
Vor zwei Jahren hatte sie auch einen gewaltigen Hänger und kam auch mit der Ausrede, wenn ich es nicht schaffe gehe ich eben runter und mache nur meinen 10. Klasse Abschluß.
Dann habe ich gelegentlich von der Arbeit geplaudert, nach welchen Kriterien bei uns Bewerber ausgesucht werden.
Naja der Erfolg war nicht so riesig.
Dann haben wir Ihr angeraten doch mal sich umzusehen, wo sie Ihre berufliche Zukunft sieht. Ähnlich wie bei Dir auch mit sehr geringem Erfolg.
Na gut, Mitte letztes Schuljahr habe ich Ihr gesagt, daß Sie sich um einen Ferienjob kümmern soll für die Sommerferien (sie wollte nicht mehr mit in Urlaub). Und ich habe ihr auch gesagt, daß ich Ihr einen besorgen kann, wenn sie nichts findet.
Sie hat sich wirklich bemüht, aber eben dort, wo sie dachte, das macht Spaß - alles andere war uninteressant, naja außer die Entfernung.
Na gut, jedenfalls habe ich Ihr einen Ferienjob dann besucht (ca. 15 Min. Mit dem Farrad) in einer Hundefutterbude. Die stellen dort am Fließband verschiedene Hunde- und Katzefutter her. Dazu kam, daß 6:00 Uhr Arbeitsbeginn war - also spätesten 5:30 Uhr zu hause los.
Als Erläuterung habe ich Ihr dann in einem langen Gespräch auch noch erklärt, daß sie dort jederzeit anfangen kann (die bilden auch aus), allerdings, wenn sie etwas anderes werden möchte muß Sie schon etwas bessere Leistungen bringen.
So wie seid der Erfahrung habe ich das Mädchen noch nie lernen sehern und die Ergebnisse sind echt überzeugend.

Für das hier genannte Problem würde ich empfehlen, mit dem Jungen einfach mal verschiedene Betriebe zu besuchen (Maurer, Schlosser, Stadtwirtschaft, etc.) - viele Betriebe machen soetwas möglich, leider gibts den Girls-Day ja nicht für Jungen.
Da ist soetwas wesentlich einfacher und organisierter.

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Hallo Wiz.
Danke auch für deine Antwort.
So einfach ist das nicht, konntet ihr aber nicht wissen ohne nähere Beschreibung meinerseits. Das hätte ich vielleicht gleich dazu schreiben sollen.
Kurzfassung: Sohn hat nach epileptischen Krampfanfällen im Säuglingsalter eine Halblähmung des re. Armes. Dazu schon immer motorische Störungen, allerdings nicht auffällig für den ders nicht weiß. Daher resultiert ein ganz schwaches Selbstbewusstsein und schwache Schulleistungen. Wir haben es über die Jahre mit viel Therapie,Förderung und Nachhilfe bis in die 9 der Gesamtschule gebracht, wo er jetzt ist. Es bestehen sogar Aussichten, eventuell die zweijährige Berufsfachschule zu besuchen, was er eigentlich will.
Die Anfälle haben sich verwachsen ( ganz), geblieben ist eine relativ ausgeprägte Antriebsarmut und Kontaktschwäche. Damit verbunden ist der Glaube, viele Dinge nicht zu wissen oder nicht zu können. Was er meint, nicht zu können, versucht er gar nicht erst. Er weiß z.B. eine ganze Menge in der Schule und kassiert trotzdem schlechte Noten, weil er nicht weiß, wie er es anbringen soll. Dann sagt er lieber gar nichts.
Schon daher weiß ich nicht, wie man ihm raten soll. Ich habe aus den verschiedenen Antworten herausgelesen, dass es Möglichkeiten gibt, ihm bestimmte Berufsbilder vorzustellen und ihn so an etwas heranzuführen, was ihm gefällt und wo er auch ganz gut von leben kann.Das wird mir sicher auch helfen.
Ich wollte mit meiner Frage hier wissen, wie ich in der Vielzahl der Berufe, die ich ja selber nicht kenne, eine Auswahl treffen kann. Vielleicht habe ich mich auch missverständlich ausgedrückt. Die Lehrstellensuche ist dann auch nur für den Fall, dass er den Übergang in die BFS nicht schafft, damit er nicht ohne was da steht.
Die Arbeitshaltung hat sich insgesamt seit dem neuen Schuljahr etwas gebessert.
Danke euch allen
R.

Läuterung durch Fließbandarbeit
Hallo Rabchen,

einer Bekannten von mir ergeht es wie Dir: Auch ein solcher Sohn ohne Hobbies und Interessen. PC-Spiele im Halbdunkel, Fernsehen, Video gucken, das wars. Nach vielem Hin und her hat er sich dann erstmal entschieden, ein wenig Geld zu verdienen, und zwar in einer Fabrik am Fließband. Keine zwei Wochen, und er kam geläutert nach Hause. Nie im Leben wolle er Schichtdienst am Fließband machen, verkündete er den verblüfften Eltern. Jetzt ist er wieder auf der Schule, und lernt wie verrückt.

Grüsse
Anna

Hallo !!!

Mein sohn ist zwar erst 9 Monate und diese Problematik besteht für uns zurzeit noch nicht.
Jedoch denke ich das ich mich trotzdem zu diesem Thema äussern kann da ich als Ausbilder für Prozessleitelektroniker in einer großen Deutschen Firma tätig bin.

Ihr müßt eurem Sohn klarmachen das er mitseiner Ausbildung einen Beruf erlernt mit dem er Später sein und vielleich das Leben seiner Familie unterhalten muß.

Euer Sohn sollte sich klarwerden welcher Bereich ihn interresiert zumindest einmal grob,es ist natürlich nicht leicht sich in einem jungen alter von ca. 18 für etwas zu entscheiben was man machen will.Jedoch eine grobe Richtung sollte man kennen.

Dann solltet ihr nicht nur auf das Arbeitsamt warten (die letzten beissen die Hunde)Zeitung lesen nicht umbedingt Bild und nach Lehrstellen aussicht halten.Oder einfach mal eine Bewerbung an Firmen schreiben zumindest einmal Telefonisch.Tag der offenen Tür besuchen oder Ausbildungsbörsen.Das BIZ besuchen,usw.

Für Einstellungstests trainiren dafür gibt es sehr viel Literatur.
Unterhaltet euch über dieses Thema intensiv diese Zeit ist sehr entscheident für die Zukunft vom Sohnemann.

Kopf hoch DENNIS.

Hallo R(abchen)!

Ich bin zwar kein Vater, aber vielleicht kann ich Dir etwas weiterhelfen?!
Ich habe heute zufällig im Hamburger Abendblatt vom vorletzten Wochenenden geblättert und da war eine 30 Seiten starke Extra-Ausgabe zum Thema „Berufsausbildung 2003“ drin. Da werden verschiedenste Berufe kurz vorgestellt und es sind echt viele Stellenanzeigen drin, wo Ausbildungsstellen (halt für den Hamburger Raum) angeboten werden. Es werden auch Abiturienten angesprochen, hauptsächlich richtet sich dieses Extra aber an Leute mit Haupt- oder Realschulabschluß.
Außerdem sind viele nützliche Tipps drin, wie man zum Beispiel zum „richtigen“ Beruf findet oder wie man eine Übergangszeit überbrücken kann.
Ich weiß zwar nicht, woher Du kommst (wegen der Ausbildungsplatzstellen), aber um einen Überblick über das Thema Ausbildung und alles was damit zusammenhängt zu bekommen, kann ich Dir dieses Extra nur empfehlen. Ich kann Dir anbieten, falls Du interessiert bist, dass ich Dir dieses Extra zuschicke.
Melde Dich am besten per eMail.

Alles Gute,
Mario

Hallo Rabchen,

OK, Dein Sohn befindet sich in einer besonderen Situation. Aber gerade deshalb muss er jetzt ganz schnell lernen, auf eigene Füße zu kommen. Dabei ist es in dem Alter gar nicht so wichtig, gleich die „perfekte“ Entscheidung zu treffen, es ist nur wichtig, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und überhaupt Entscheidungen zu treffen. Hatte damals auch genug Streß in der Schule und überall meinten andere, mir etwas Gutes tun zu müssen, und Entscheidungen für mich treffen zu müssen. War einerseits sehr bequem, andererseits aber uach nicht gerade motivierend. Insbesonder weil klare Prio. immer wieder war, mit der Schule weiterzumachen, in der ich zu dem Zeitpunkt gar keine Perspektive sah. Erst als ich mich mit meinem Abgangswunsch soweit durchgesetzt hatte, dass auch meine Eltern akzeptiert haben, dass es auch alternative Wege gibt, war ich frei für eigene Entscheidungen. Das Interesse an verschiedenen Berufen war da, und meine Eltern haben mich dann bei Bewerbungen und einem Praktikum unterstützt. Als man mir dort dann meine Traumlehrstelle (Koch im einem Sternerestaurant) angeboten hat, konnte ich zum ersten Mal wirklich selbst und frei entscheiden. Dann doch Schule, Abitur, Selbständigkeit, Studium und zwei Staatsexamina zu machen hat dann immer vor dem Hintergrund gestanden, dass ich es selbst wollte, und dass mir jederzeit auch ein anderer Weg offengestanden hätte (irgendwann schmeiße ich den ganzen Mist doch noch mal hin und mache mein kleines Bistro auf :wink:

Was ich damit deutlcih machen will, ist, dass es einfach notwendig ist Wege für eine eigene Entscheidung frei zu machne, und diese andererseits aber auch zu erwarten und konsequent einzufordern. Kommst Du erst einmal in die Situation, dass Sohnemann nur noch am PC sitzt, wird es viel schwieriger, davon wieder los zu kommen, als wenn jetzt klare Perspektiven aufgezeigt und die Entscheidungen eigefordert werden. Zeige ihm, dass Du jede Entscheidung, die er für sich sauber fundiert trifft, akzeptieren wirst, und dass Du auch kein Problem damit haben wirst, wenn aus guten Gründen die Erkenntnis reift, dass eine Entscheidung falsch war und revidiert werden muss. Ich habe selbst mal 20 Monate mit Behinderten jungen Erwachsenen gearbeitet und bin damit super gefahren. Hilfestellungen geben ist OK, Entscheidungen abnehmen nicht. Und was speziell die Suche nach einer Ausbildungsstelle angeht: Versetze Dich doch mal in die Lage des Ausbilders, der natürlich motivierte und selbständig arbeitende Leute sucht. Was glaubst Du wird der von Deinem Sohn halten, wenn nicht er selbst anfragt, sondern statt dessen seine Ma vor der Tür steht? Er muss doch aufgrund der Behinderung ohnehin schon erst einmal davon ausgehen, dass hier eine Leistungseinschränkung vorliegen wird. Da braucht es dann erst recht einen starken eigenen Auftritt Deines Sohnes, um dem zu begegnen. Und dann kommt er nicht einmal selbst? Da muss sihc doch gleich ein Negativbild aufbauen, mit dem man sicher nicht zu einem Vertragsabschluss kommt.

Gruß und viel Glück vom Wiz

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