Leid und Mitleid

Hi Nina,

warum sie ihn verlassen soll? weil sie nicht zufrieden mit
diesem Leben ist, sie sagt, diese Heirat war ihr grösster
Fehler und sie hat bisher nur Pech mit ihren Entscheidungen
gehabt … der Mann, von dem sie enttäuscht wurde, dem sie nie
was recht machen konnte und eine Liebe vor 3 Jahren, wo der
andere Mann sie nur benutzt hat.

nun, das sind die gesagten dinge - doch was es an gründen zu
geben scheint, die sie doch an ihn binden - vor allem
verdrängte doer unbewusste,… denn bis jetzt ist sie ja
noch bei ihm - das ist doch wohl der grund warum du hier
geschrieben hast. - wäre es also so eindeutig wie du es
beschreibst, wäre sie nicht mehr mit ihm zusammen.

ja, die Gründe … die würden mich auch interessieren, denn ganz so einfach scheint es wohl nicht zu sein. Wir hatten das Thema erst wieder vor kurzem, und sie bringt nichts anderes an, als dass sie Mitleid hat mit dem Mann, weil er im Falle einer Trennung ganz allein hier in Deutschland wäre.
Zur Erläuterung, ihr Mann ist Russe und sie eine Russlanddeutsche, welche seit seit paar Jahren hier in Deutschland lebt.

nun stellt sich deshalb für mich eher die frage - worum gehts
ihr wirklich - denn man kann viel reden wenn der tag lang ist
und noch div gründe anführen - getrennt ist sie nicht - also
erkennst du an der tat - das es noch andere dinge gibt - deine
entscheidung, ob du diese ergründen willst oder auch den weg
gehst wie deine geliebte/freundin - sich dem eigentlichen
nicht zu stellen…

genau so ist es, sie schwankt zwischen dem sicheren geregeltem Leben, was sie jetzt hat und vielleicht mit der Hoffnung, dass sich ihr Mann positiv verändert(sie weiss aber selber, dass die jetzt gezeigten „positiven Züge“ ihres Mannes eine Reaktion auf ihre Beziehung zu mir ist) und zwischen der unsicheren Zukunft mit mir … ja, was will sie wirklich ?

… aber
ich will sie und deshalb lasse ich sie nicht fallen

tja - ich habe dir nicht geraten sie fallen zu lassen, ich
habe dir geraten dir über deine ziele klarzuwerden und diese
auch in die tat umzusetzen - was du hier beschreibst ist für
mich eher die nummer:

lieber den spatz in der hand als die taube auf dem dach - oder
besser gesagt - bevor du sie verlierst weil du bedingungen für
dein glück stellst, stellst du erst gar keine bedingungen -
wenn man den faden heir weiterspinnt würde ich hier fragen:
wieso scheinst du so sicher, dass deine wünsche nicht ihre
werden können…? denn sonst würdest du dich ja trauen zu
sagen was du erwartest.

du, ich sage schon, was ich mir wünsche von ihr und von uns beiden. Wir haben schon die selben Wünsche, sie würde schon gern mit mir leben wollen … doch da ist eben das Problem mit ihrer Trennungsunfähigkeit

der geliebten frau zu sagen, das man mit ihr zusammen leben
will und dass man sich eine trennung ihrerseits von ihrem
nochmann wünscht und das man z.b ihr dafür 6 monate zeit gibt

  • es aber schiesslich eines tages sonst einen punkt gibt, dan
    dem man sonst die neue liebe auch zerstört - was daran nun so
    schlecht sein soll ist mir unklar.

so schlecht ist das sicherlich nicht, und 6 Monate als Beispiel wäre auch eine Zeitspanne, welche gross genug sein sollte, um mit sich selber klar zu werden, was man wirklich will.

Bedingungen werde ich nicht stellen, da ist die Angst zu
gross, sie zu verlieren … ich hoffe immer noch auf die Zeit
und auf die wachsende Erkenntnis bei ihr.

tja - das heisst im klartext: du willst keien verantwortung
für dein leben übernehmen an der stelle. du überlässt es ihr -
sie ist für dein wohl und wehe zuständig…nun, wenn du pech
hast, wird genau das zu dem führen, vor dem du dich fürchtest

  • das sie eines tages die sache beendet - mit dir, mit dem
    gatten - und sich einen ganz anderen sucht.

ich muss zugeben, ich habe ne Weile so gedacht … sie soll die Trennung praktizieren und dann komme ich zu ihr … das aber aus dem Grund, weil sie schon vor meiner Zeit mit diesem Gedanken gespielt hatte und auch allein leben wollte. Daher schien mir meine Beteiligung an ihrer Trennung nicht so enorm wichtig zu sein, da ich mich nicht als Hauptgrund gesehen habe, sondern höchstens als Anstoss.
Heute sehe ich das auch anders, wenn ich nicht schon mit diesem Verhalten einige Chancen verspielt habe …

deine angst kann ich verstehen - wie du damit umgehst aber
nicht - denn du stellst dich der angst nicht - du umgehst sie
indem du passiv bleibst - erfahrungsgemäss erfüllt sich die
angst auf diese weise am ehesten - siehe absatz zuvor.

wie soll ich aktiv werden, gib mir mal bitte paar Anstösse … ich habe ihr vorgeschlagen, gleichzeitig zusammen die Trennung anzugehen und uns eine gemeinsame Wohnung zu suchen, die Antwort was ein schnelles Nein … allerdings für mich zu schnell. Ich werde das nochmal ansprechen und ihr Zeit für eine Antwort lassen, bewusste Zeit.

ich frage mich auch schon lange … soll ich den ersten
Schritt machen und meine Familie verlassen und in ihre Nähe
ziehen ? Soll ich den sozialen Absturz auf mich nehmen, nur
mit der Hoffnung im Gepäck, dass sie sich trennen kann von
ihrem Mann ? Ja, in mir ist auch dieses Sicherheitsdenken

deine familie verlassen wirst du ohnehin mal müssen - schon
damit deine frau eine neue chance für ihr leben hat. - das
heisst ja nicht, null kontakt.
einen neuen job kann man sich besorgen - hier ist also nicht
automatisch ein sozialer absturz garantiert - es sei denn, du
rennst ohne vorkehrungen los…

ja, das ist logisch …

aber der grund des umzuges sollte schon etwas gekärter sein
und das ist die rkux - du traust dich ja nicht im vorfeld zu
klären - ob und wenn welche reale chance du mit deiner
freundin gemeinsam hättest - bevor du das aber nicht geklärt
hast - kannst du dir einen umzug sparen.

eben, das finde ich ja auch … ich möchte schon von ihr die Bereitschaft wissen, ob sie mit mir leben möchte … und als Voraussetzung steht die Trennung von ihrem Mann.

  • würdest du umzeihen mit allen
    auswirkungen wenn deine freundin ihren mann verlässt und mit
    dir zusammen sein will - oder würdest du es dennoch letztlich
    nicht wollen ?(was dann auch den unwillen der frist in sachen
    bedingungen erklären würde als eine weitere möglichkeit)

ich werde auf jeden Fall umziehen, wenn sie es möchte und es will, das ist keine Frage ! Das ist mein Ziel, mit ihr ein gemeinsames Leben zu haben. Tja mit der Frist … entscheidet sie sich nicht nach der Frist, was wird dann ? Sie möchte mich nicht verlieren, ich auch nicht … soll ich dann inkonsequent sein und weiter so mit ihr Kontakt haben ? … und hoffen dass sie es doch irgendmal schafft ? Oder dann das radikale Ende, was uns beide mehr als weh tun würde und was wir nicht wollen ?

vielleicht versuchst du also doch einen weg zu finden, der dir
den raum gibt, mit der freundin die evtl. gemeinsame zukunft
zu klären - und in einen mittelfristigen zeitraum als
beidseitige frist festzulegen.

ja, so einen Weg suche ich, brauche dafür aber auch Hilfe und bin dir dankbar, dass du mir doch so einiges dazu zu sagen hast.

von nichts kommt nichts… aber evtl gefällts dir ja auch so
noch lange zeit „rumzueiern“, der sicher immer wiederkehrende
adrenalinschub kann süchtig machen:wink: - da treten bei manchen
menschen die ursprünglichen dinge immer mehr in den
hintergrund (kleiner scherz am rande:smile:

ne ne, das „Rumgeeiere“ ist nichts für mich, es zerrt auch an den Nerven und klare Verhältnisse sind mir echt viel lieber. :smile:

Danke dir, Nina

Viele Grüsse

ali