Hallo zusammen,
Hallo Matthias,
Bitte mitlesen und im Hinterkopf behalten! Das Folgende sind Überlegungen von mir (keine „Mach-mal-so“-Vorschläge), sind "Ich denke diesunddas, daher würde ich . . . " auch wenn ich es der Einfachheit halber anders formuliere.
sondern macht lieber in
kleinen Häppchen in die Hose.
Das „beweist“, dass es nicht mehr an der mangelnden Kontrolle liegt. Sondern eher, dass es zu einem Kriegs- Auseinandersetzungsschauplatz geworden ist. Es geht nicht mehr um den sachlichen Vorgang, dass da irgendetwas zu entsorgen ist, für alle Beteiligten so wenig unangenehm wie möglich. Es ist zu einem stillen „Machtkampf“ (bitte nicht ganz wörtlich nehmen) ohne Kampfgetümmel und -geschrei geworden, nach wessen Vorstellungen das geschehen soll.
Und damit halte ich es für klar, wie die Lösung aussehen könnte.
Der Machtkampfeffekt muss da wieder raus. Geht auch ganz einfach. Sag ihm, dass du keine Lust hast X-mal am Tag seine Unterwäsche zu wechseln, und die Extrawäsche zu waschen. An Ersatzhosen zu denken, wenn ihr für längere Zeit das Haus verlasst, was alles nicht nötig wäre, wenn er seine vorhandenen Fähigkeit nutzen würde. Bis du dich auf seine Ansagen verlassen kannst, trägt er wieder Windeln. Nicht als Strafe, nicht weil er „wieder Baby ist/sich wie ein Baby verhält“, sondern weil auch du ein Recht darauf hast, dass Dinge, die einfach und wenig Arbeit verursachend geregelt werden könnten, auch tatsächlich so geregelt werden.
Besprich das mit ihm nicht nachdem wieder ein Portiönchen in der Hose ist, sondern unabhängig davon. In einer ruhigen Situation, wenn du wirklich gelassen sein kannst. Und formuliere es nicht als Frage, sondern als Mitteilung, wie du in Zukunft vorgehen wirst. Diskutiere nicht, es gibt nichts zu diskutieren. Die Tatsache dass er Stuhlgang hat, der entsorgt werden muss kann auf zwei Arten geregelt werden. Du willst, dass sie nach deiner Vorstellung geregelt wird, die dazu notwendige Voraussetzung ist vorhanden, also wird sie auch so geregelt. Natürlich nicht so harsch und „Zack-Zack“–formuliert, wie es sich hier jetzt vielleicht liest. Freundlich und nett, aber bestimmt, keinen Zweifel daran aufkommen lassend, dass es so wie besprochen gemacht wird.
Was du als „verhandelbar“ darstellen könntest, ist die Anzahl von Tagen, die er, trotz Windel, verlässlich und rechtzeitig angesagt haben muss dass er auf’s Klo muss, um windelfrei zu werden. Gib eine hohe Anzahl vor, und lass dich auf drei „runterhandeln“. Ich halte nichts davon einem Kind vorzumachen, dass es irgendwo mitentscheiden kann, wo es in Wirklichkeit kein Mitspracherecht hat. Aber vielleicht brauchst du das Gefühl, diese ganze Anforderung etwas abzufedern.
Ja, ich weiß, dass dadurch auch das Pipi machen schwieriger wird. Macht er da denn den ganzen Ablauf allein? Einschließlich hinterher spülen? Manche Kinder haben davor eine Zeitlang Angst. Vielleicht liegt ja da der Knackpunkt. Frage ihn in diesem Zusammenhang mal ein bisschen aus (Formulierungshilfen/Antwortalternativen anbieten, bei so jungen Kindern ist der (aktive) Sprachschatz für ihre Emotionen und Befindlickeiten häufig noch nicht ausdifferentiert genug). Deine Hilfe wird ja ohnehin noch eine ganze Zeit gefragt sein, auch wenn das umstrittende Objekt in Kloschüssel oder Topf landet. Da kannst du ihm auch gleich noch deine Unterstützung zusichern, was dieses so plötzlich aufbrüllende, und lange Zeit spuckende und gurgelnde Monster angeht.
Ist er denn in irgendeiner Form mit anderen Kindern zusammen, Kiga oder so, das wirkt manchmal Wunder.
Ich wünsch euch viel Ruhe und Gelassenheit.
Gruß von Renate und hier:
Eine kleine Geschichte zur Auflockerung:
Das Mädchen, das ich zwei/dreimal nachmittags betreue ist drei Jahre und drei Monate alt. Sie ist „im Prinzip“ zuverlässig sauber. „Im Prinzip“ bedeutet: Tagsüber, während des Mittagsschlaf, während der Nacht ist sie schon gaaaaanz lange zuverlässig und vollständig „trocken“.
Das „große Geschäft“ funktioniert so:
Tagsüber: „Renate, ich brauche eine Windel“ Ich habe dann Zeit ganz in Ruhe eine zu holen und am Kind zu befestigen. Frage ich zehn bis fünfzehn Minuten später, ob die Windel wieder ab kann, folgt meist ein „Ja“. Selten auch mal ein -in deutlich genervtem Ton und mit gen Himmel verdrehten Augen- „Noch nicht!“
Mittagsschlaf und Nachts:
Sie sagt beim Bett-geh-ritual, ob sie eine Windel braucht. Wir nehmen dann nach einer Stunde mal eine Duftprobe in ihrem Zimmer. Es kommt vor, dass eine geforderte Windel ungennutzt bleibt. Jedoch nie, dass sie eine benötigt hätte, aber keine umhatte.
Kinder sind schon seltsame Wesen.