Hallo Peter, hallo Elke,
kannst du mir das mal erklaeren:
Sie möchte den modernen
„Sklaven- / Kinderhandel“ nicht unterstützen und sucht eine
legale Möglichkeit, sich diesem Thema zu nähern.
?
Danke,
Elke
Im Internet werden verschiedene „Modelle“ angeboten, meistens aus Russland oder USA.
Dort werden Kinder, Leihmutterschaften angeboten unter der Premisse, dass es nur eine Frage des Geldes ist, welches Kind/Leihmutterschaft man bekommt. Man braucht sich im Prinzip um nichts zu kümmern, alles wird erledigt und angeblich ist auch alles nicht nur legal sondern man bekommt auch alles ganz prima erledigt. *Zynismus ein:„Natürlich machen dies Frauen das aus reiner Menschenfreundlichkeit und selbstverständlich völlig freiwillig“ Zynismus aus*
Das ist für mich Menschenhandel und moderne Sklavenhaltung, welche man auf keinen Fall unterstützen will.
Hallo Elke,
deine Frage ging zwar nicht an mich, aber ich möchte trotzdem
meinen Senf dazugeben: ich habe das so verstanden, dass
„Sklaven-/Kinderhandel“ nicht unterstützt werden soll und
deshalb der gewissensberuhigende Begriff „Leihmutterschaft“
gewählt wird, was meines Erachtens im Regelfall aber auch
nichts anderes wie Frauenhandel ist.
Ich möchte dich hier kurz unterbrechen und Stellung beziehen.
Unter den angegebenen Voraussetzungen hat der Begriff „Leihmutterschaft“ in diesem Fall nichts mit gewissenberuhigenden Umschreibungen zu tun sondern spiegelt das wieder, was es ist. Eine Frau kann selbst aus biologischen Gründen kein Kind mehr austragen, produziert aber Eizellen. Ein Mann kann theoretisch normal Vater werden, aber nicht mit der Frau, mit welcher er eine Familie gründen möchte. Es sei denn, es erfolgt eine Befruchtung im Reagenzglas und eine Dritte trägt die Frucht aus.
Auf die Spekulation am Schluß des Abschnittes möchte ich nicht näher eingehen, das ist persönliche Meinung, die ich jedem zugestehe.
Ich kann mir kaum
vorstellen, dass eine Frau ohne Not für Fremde ein Kind
austrägt und das gibt sie dannn weg und das wird dann
„einfach" mit ins Ausland genommen und alles läuft sauber ab
Es ist in UK gängige Praxis, dass Frauen für andere Frauen mit biologischen Problemen Kinder austragen. Dies sind idR Frauen, die ihre eigene Familienplanung abgeschlossen haben, gern schwanger sind, aber nicht zwingend den Anspruch haben, dass Kind auch aufziehen zu wollen. Die Auswahl von Leihmüttern geschieht unter der Premisse, dass die Frauen keine finanzielle Not leiden, also die Leihmutterschaft nicht aus wirtschaftlichen Gründen vornehmen. Ausserdem haben die Frauen (wie oben bereits erwähnt) eigene Kinder und leben in gesicherten Ehegemeinschaften. Die Frauen werden nicht zur Leihmutterschaft gezwungen. UK ist kein Entwicklungsland oder Ostblockland, in welchem solche oben beschriebenen Mwethoden leider Alltag sind, und deshalb auch nicht in Betracht kommen. Es ist ein modernes Land mit europäischen moralischen Grundsätzen.
Es gibt entsprechende Interviews, welche man im Internet ergooglen kann. Nebenbei erwähnt, die Frauen haben nach eigenen Aussagen idR auch später noch Kontakt zu den Familien
/Kindern und betrachten diese als „geliehene Kinder“ (eigene Aussage), auch die eigenen Kinder der Leihmütter haben einen gesunden Bezug zu den Leihkindern und umgekehrt (ähnlich wie bei adoptierten oder Dauerpflegekindern), und das findet amn auch gut, es bereichert den eigenen Horizont.
und es gibt Urkunden und es fließt eine Menge Kohle an
Vermittler und ähnliche Herrschaften …
Ein wirtschaftlicher Anspruch an Leihmutterschaften ist in UK schlicht verboten. Ebenso, einer Leihmutter Geld dafür zu zahlen, oder dass die Leihmutter Geld verlangt. Es ist ein Kostenaufwand erlaubt, welcher es der Leihmutter ermöglicht, z.B. eine Haushaltshilfe, Umstandskleidung etc., Erleichterungen während der Schwangerschaft zu erhalten, dass die eigene Familie im Ablauf des Alltags nicht beeinträchtigt wird. Die Leihmutter trägt selbst alle entstehenden Kosten (med. Untersuchungen, Entbindung, etc.) über ihre KV, welche im übrigen Verpflichtung ist. Ausserdem muß der Ehemann schriftlich Einverständnis erklären. Maximaler finanzieller Ausgleich beträgt 7.000 eP, im Vergleich kann eine Leihmutterschaft in den anderen angebotenen Ländern bis zu 30.000$ kosten, je nachdem was man kaufen will (mit Absicht so geschrieben!!!)
Es gibt Organisationen. Die müssen belegen , dass sie KEINE finanziellen Absichten verfolgen, werden staatlich überwacht und entsprechend agieren. Dort sind keine „Herrschaften“ tätig, welche sich die Taschen vollschaufeln mit Geld, weil schlicht weniger Gelder fließen wie bei einem Autokauf (endschuldigt den Vergleich, mir fiel gerade nichts anderes ein)
Meinung von Sabine dazu interessieren.
Weil im Ausgangsposting die Frage nach der Rechtslage im
„umliegenden Ausland“ gestellt wurde: in Österreich ist
Leihmutterschaft rechtlich jedenfalls nicht möglich.
Ich weiß, darum meine Frage in Bezug auf UK, F, NL. Hier ist eine Leihmutterschaft unter staatlicher Aufsicht gängige Methode. Aber teilweise ist die Rechtslage schwammig umschrieben und um Klarheit zu erhalten, habe ich nachgefragt.
Grüße, Peter
Viele Grüße zurück, bis bald
Sabine