OT: Parasit Wirt
Dein Posting bringt mich auf die Frage, was ist die genaue
Definition von „Wirt“?
Ich habe diesen Terminus natürlich auf den befallenen Menschen bezogen (entsprechend der Fragestellung).
Wäre der Wirt nicht theoretisch immun, da alles andere
kontraproduktiv für das Baktrium/ Virus wäre, da ein gesunder
Wirt aktiver ist und sich daher eher zur weiteren Übertragung
eignet?
„Wirt“ ist begrifflich AFAIK unspezifisch. Man spricht, wenn ein Organismus in/ auf einem anderen Organismus lebt und von diesem einseitig profitiert, immer von einer Parasiten-Wirts-Beziehung. Das ist völlig unabhängig davon, wie stark der parasitierte Organismus geschädigt wird. Vollständig immun darf der Wirt dabei aber gegen seinen Parasiten nicht werden oder der Parasit muss die Immunantwort des Wirts effizient unterlaufen können, sonst wird er ja von dessen Immunsystem ausradiert. 
Natürlich ist es für das Überleben der Parasiten oft besser, wenn ihr Wirt/ ihre Wirte (beide hier genannten Parasiten benötigen zum Überleben ja offenbar mehrere Wirtsorganismen, aber wer fragt schon nach dem Wohlbefinden einer Sandmücke ^^) durch sie weniger geschädigt wird/ werden. Das hängt aber auch von der Strategie des Parasiten, seiner Wirtsspezifität, der Vermehrungsrate der Wirtsorganismen und anderen Faktoren ab. Wenn es genügend Menschen gibt oder der Mensch nur ein unwichtiger Nebenwirt für einen Parasiten ist und der Parasit sich effizient genug vermehrt und schnell genug übertragen werden kann, ist es für den Fortbestand eines Parasiten potentiell unwichtig, ob und wie schnell er den befallenen Menschen zugrunde richtet. Ein Mensch muss nicht aktiv sein, um den Parasiten zu verteilen, wenn das z.B. durch Mücken übernommen wird - die stechen ihn auch, wenn er halbtot in der Ecke liegt. *g* Es gibt ja viele Strategien für einen Organismus, seinen Fortbestand zu sichern, auch eine invasive Strategie kann unter den richtigen Umständen bzw. unter den geeigneten Umweltbedingungen (schönen Gruß von Herrn Darwin ^^) erfolgreich sein.
Hab das letzlich im Bezug auf das Eppstein-Barr-Virus gelesen,
das etwa 98% der Bevölkerung in sich tragen, und das nur bei
Immunschwäche, Bsp. AIDS ausbricht.
Ja, bei vielen Viren ist die Durchseuchung der Bevölkerung recht hoch. Das sind aber tatsächlich solche Viren, die im Körper wenig oder keinen Schaden machen. Sie bauen ihre DNA einfach in die menschliche Wirtszelle ein und gut. Die Viren-DNA wird dann bei jeder Zellteilung stillschweigend mitvermehrt und kann so lange Zeit existieren. Das Immunsystem verhindert meist, dass die Viren sich wieder aus dem Genom desintegrieren und virulent werden.
Oft verlieren solche temperenten Viren durch Fehler bei der Zellteilung sogar komplett die Fähigkeit, sich wieder in ihre infektiöse Ursprungsform zurückzuverwandeln und werden (im Falle, dass sie mal in einer Keimzelle gestartet sind) von Generation zu Generation als sog. „parasitische DNA“ mit unserer Erbsubstanz weitergegeben. Manche Wissenschaftler behaupten, dass unsere Erbsubstanz bis zu 50% daraus besteht. 
Grüße Jesse