Leishmaniose/ehrlichiose

Hallo,
ich hätte mal gern gewußt ob leishmaniose und ehrlichiose aller arten nun heilbar sind.
Ich habe schon im net gesucht und gesucht aber da steht nichts genaues ob das nun komplett heilbar ist oder nicht.
Ist es vielleicht ähnlich wie eine infektion die man nach behandlung wieder vollkommen los ist, oder wie kann man sich das nun vorstellen?

Wäre nett wenn mir jemand was genaueres sagen kann.

Hallo,

ich hätte mal gern gewußt ob leishmaniose und ehrlichiose
aller arten nun heilbar sind.

wie bei fast allen einzelligen, eukaryonten Karnkheitserregern gibt es da einige Probleme (bezieht sich jetzt nur auf die Leishmaniose, von Ehrlichiose hab ich keinen Plan). Da die Erreger höhere Organismen sind, deren Stoffwechsel dem des Menschen schon recht nahe verwandt ist, schädigt alles was man gegen diese Erreger einsetzt, auch irgendwo den Wirt.
Oft ist deshalb bei Leishmaniose keine komplette Heilung möglich, da man die Medikamente nicht hoch genug dosieren oder lange genug anwenden kann, um allein medikamentös alle Erreger zu eliminieren. Man ist letztlich auf das eigenen Immunsystem angewiesen. Man unterdrückt die Lerishmanien mit Medikamenten und das Immunsystem muss sie dann unter Kontrolle kriegen. Es besteht aber die Gefahr, dass es später zu einem Rezidiv kommt.

Ich habe schon im net gesucht und gesucht aber da steht nichts
genaues ob das nun komplett heilbar ist oder nicht.

Im günstigen Fall ja, im ungünstigen Fall nicht.

Ist es vielleicht ähnlich wie eine infektion die man nach
behandlung wieder vollkommen los ist, oder wie kann man sich
das nun vorstellen?

Viele Infektionen wird man nicht mehr vollständig los, gerade bei diversen Viren, die sich zeitweise ins Wirtsgenom integrieren können. Das Immunsystem hält sie zwar lebenslang unter Kontrolle, aber die Erreger sind noch im Körper. Bei schlechter Immunlage können sie auch wieder „ausbrechen“. Ich denke da mal nur an Herpes z.B.

Wäre nett wenn mir jemand was genaueres sagen kann.

Hast du eigentlich schon mal auf Wikipedia geschaut?

LG Jesse

Hallo,
danke erstmal für die ausführliche erklärung

Hast du eigentlich schon mal auf Wikipedia geschaut?

Ja hab ich auch schon aber wie gesagt ich habe keine eindeutigen antworten gefunden.

LG Silence

Im Humanbereich kenne ich mich nicht aus bei diesen Fragen, aber ich weiß, dass Leishmaniose z.B. bei Hunden derzeit nicht heilbar ist. Man kann die Leishmanien mit geeigneten Medikamenten nur mehr oder weniger gut in Schach halten. Wie es beim Menschen aussieht???

Ehrlichien (Rickettsien, Bakterien) sind mit Antibiotika zu bekämpfen. Ich weiß nicht, ob es eine humane Form der Erkrankung gibt, diese Auskunft gilt ebenfalls nur für Hunde (einen davon genesenen habe ich selber!).

Hallo Nachbarin,
also ist ehrlichiose doch heilbar zumindest bei hunden. aus diesem grund (zumindest hauptsächlich) stellte ich diese Frage. Aber ist Ehrlichiose und leishmaniose von hunde auf menschen übertragbar in irgendeiner form??
Kann es sein das ein genesener hund einen rückfall bekommt oder ist sie wenn sie weg ist für immer weg (es sei denn er wird wieder gestochen)?

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Nachbarin,
also ist ehrlichiose doch heilbar zumindest bei hunden. aus
diesem grund (zumindest hauptsächlich) stellte ich diese
Frage. Aber ist Ehrlichiose und leishmaniose von hunde auf
menschen übertragbar in irgendeiner form??
Kann es sein das ein genesener hund einen rückfall bekommt
oder ist sie wenn sie weg ist für immer weg (es sei denn er
wird wieder gestochen)?

Beide Erkrankungen sind auf den Menschen übertragbar. Es gibt jedoch verschiedene Unterarten davon. Manche können ausheilen, andere Rückfälle verursachen. So lange Du nicht sagst um welche genauen Erregertyp es sich handelt, kann man keine Aussagen treffen.

Gruß Kerstin

Beide Erkrankungen sind auf den Menschen übertragbar.

Aber doch nicht vom Hund, sondern der Mensch kann sich lediglich ebenfalls durch befallene Zecken/Sandmücken anstecken.

Gruß,

Myriam

Hallo Jesse.

Dein Posting bringt mich auf die Frage, was ist die genaue Definition von „Wirt“?
Wäre der Wirt nicht theoretisch immun, da alles andere kontraproduktiv für das Baktrium/ Virus wäre, da ein gesunder Wirt aktiver ist und sich daher eher zur weiteren Übertragung eignet?

Hab das letzlich im Bezug auf das Eppstein-Barr-Virus gelesen, das etwa 98% der Bevölkerung in sich tragen, und das nur bei Immunschwäche, Bsp. AIDS ausbricht.

Gruss Pascal

OT: Parasit Wirt

Dein Posting bringt mich auf die Frage, was ist die genaue
Definition von „Wirt“?

Ich habe diesen Terminus natürlich auf den befallenen Menschen bezogen (entsprechend der Fragestellung).

Wäre der Wirt nicht theoretisch immun, da alles andere
kontraproduktiv für das Baktrium/ Virus wäre, da ein gesunder
Wirt aktiver ist und sich daher eher zur weiteren Übertragung
eignet?

„Wirt“ ist begrifflich AFAIK unspezifisch. Man spricht, wenn ein Organismus in/ auf einem anderen Organismus lebt und von diesem einseitig profitiert, immer von einer Parasiten-Wirts-Beziehung. Das ist völlig unabhängig davon, wie stark der parasitierte Organismus geschädigt wird. Vollständig immun darf der Wirt dabei aber gegen seinen Parasiten nicht werden oder der Parasit muss die Immunantwort des Wirts effizient unterlaufen können, sonst wird er ja von dessen Immunsystem ausradiert. :smile:

Natürlich ist es für das Überleben der Parasiten oft besser, wenn ihr Wirt/ ihre Wirte (beide hier genannten Parasiten benötigen zum Überleben ja offenbar mehrere Wirtsorganismen, aber wer fragt schon nach dem Wohlbefinden einer Sandmücke ^^) durch sie weniger geschädigt wird/ werden. Das hängt aber auch von der Strategie des Parasiten, seiner Wirtsspezifität, der Vermehrungsrate der Wirtsorganismen und anderen Faktoren ab. Wenn es genügend Menschen gibt oder der Mensch nur ein unwichtiger Nebenwirt für einen Parasiten ist und der Parasit sich effizient genug vermehrt und schnell genug übertragen werden kann, ist es für den Fortbestand eines Parasiten potentiell unwichtig, ob und wie schnell er den befallenen Menschen zugrunde richtet. Ein Mensch muss nicht aktiv sein, um den Parasiten zu verteilen, wenn das z.B. durch Mücken übernommen wird - die stechen ihn auch, wenn er halbtot in der Ecke liegt. *g* Es gibt ja viele Strategien für einen Organismus, seinen Fortbestand zu sichern, auch eine invasive Strategie kann unter den richtigen Umständen bzw. unter den geeigneten Umweltbedingungen (schönen Gruß von Herrn Darwin ^^) erfolgreich sein.

Hab das letzlich im Bezug auf das Eppstein-Barr-Virus gelesen,
das etwa 98% der Bevölkerung in sich tragen, und das nur bei
Immunschwäche, Bsp. AIDS ausbricht.

Ja, bei vielen Viren ist die Durchseuchung der Bevölkerung recht hoch. Das sind aber tatsächlich solche Viren, die im Körper wenig oder keinen Schaden machen. Sie bauen ihre DNA einfach in die menschliche Wirtszelle ein und gut. Die Viren-DNA wird dann bei jeder Zellteilung stillschweigend mitvermehrt und kann so lange Zeit existieren. Das Immunsystem verhindert meist, dass die Viren sich wieder aus dem Genom desintegrieren und virulent werden.
Oft verlieren solche temperenten Viren durch Fehler bei der Zellteilung sogar komplett die Fähigkeit, sich wieder in ihre infektiöse Ursprungsform zurückzuverwandeln und werden (im Falle, dass sie mal in einer Keimzelle gestartet sind) von Generation zu Generation als sog. „parasitische DNA“ mit unserer Erbsubstanz weitergegeben. Manche Wissenschaftler behaupten, dass unsere Erbsubstanz bis zu 50% daraus besteht. :smile:

Grüße Jesse

Hallo Jesse und danke für Deine Antwort.

Hätte ich auch selbst nachlesen können, das Roche Lexikon schreibt das hier:
Wirt, Wirtsorganismus; Lebewesen, das einem anderen nur als Wohnort dient (= Raumparasitismus) oder von ihm auch bezüglich der Nahrungsaufnahme beschränkt wird (= Kommensalismus) oder sich mit ihm zu beider Vorteil ergänzt (= Symbiose); i.e.S. ein Organismus, der einem – ihn benachteiligenden oder gar schädigenden – Parasiten als vorübergehender oder dauernder Lebensraum dient; unterschieden z.B. als End-, Zwischen-, Hilfs-, Haupt-, Gelegenheitswirt sowie als akzidenteller W. (in den der Parasit zufällig hineingerät); s.a. Wirtszelle.

Falls es jemand interessiert…

Gruss Pascal