Bin eben daran, die Leistung eines Drehstrommotors an einem
Vierleiter-Netz (L1,L2,L3,N) zu errechnen.
Ungewöhnlich. Wozu ein N, wieso kein PE?
Der Motor hat ein
bestimmtes cos(phi) und ich messe von jedem Leiter den Strom
und die Spannung (Effektivwerte).
Du misst also mit einem Amperemeter in L1, L2 und L3.
Dann gilt zuerst: Solltest Du dabei gravierende Unterschiede messen, dann gehört der Motor auf den Schrott.
Die Spannung misst Du bitte wo zwischen?
Ist die Annahme richtig, dass ich für die insgesamt vom Motor
gezogene Leistung die Leistung für jeden Leiter einzeln
berechnen und aufsummieren muss?
Ja. Aber beachte die Verkettung. Mal als Beispiel:
Motor mit 10A in L1, L2, L3.
Spannung UL-N = 230V
Dann gilt für die Scheinleistung des Motors 230V * 10A * 3 = 6900VA
Misst Du aber die Spannung als UL-L mit dann 400V, so ist
400V * (Wurzel 3) * 10A = 6928 VA - Hey, das ist bis auf Rundungsfehler ja das selbe!
Genau, muss es ja auch sein.
Ist ja der selbe Motor.
Also: P = UL1*IL1*cos(phi1) + UL2*IL2*cos(phi2) +
UL3*IL3*cos(phi3).
Du schreibst da ja UL1 - misst Du gegen N / PE oder nen anderen Außenleiter?
Und gilt dann cos(phi) = cos(phi1)=cos(phi2)=cos(phi3)?
Bei einem normalen, intakten Motor und einem symmetrischen Drehstromnetz gilt, dass alle Werte bei jedem Außenleiter identisch sind. Natürlich ist das Netz nie 100% symmetrisch, auch der Motor kann mal „schief gewickelt“ sein. Aber für den Praktiker ist das schnurzegal, die paar Prozent Abweichung.