Leitung nach Brandschaden noch sicher?

Hallo,
ich bin neu im Forum und habe folgende Frage:

durch einen technischen Defekt ( Computernetzteil ) entstand in meiner Mietwohnung
Baujahr 1960 ein Brand mit erheblichen Sachschaden: die Fenster und Türen waren alle zerstört und der gesamte Hausrat musste in die Tonne.
Mittlerweile ist die Wohnung wieder saniert und ich möchte nächste Woche wieder einziehen.

Im Brandzimmer selber wurden die Leitungen neu gelegt und um 2 Steckdosen erweitert.
In den anliegenden Räumen wurden im Sanierungszuge auch jeweils zwei neue Steckdosen gelegt.
Alle drei Räume mit insgesamt 15 Steckdosen werden durch eine Sicherung ( Kippschalter )
gesichert.
Die Verteilerdose im Flur war total eingeschwärzt mit Ruß, die Abdeckkappe geschmolzen.
Die Flachleitung zur Küche für Deckenlicht zeichnete sich deutlich unter dem Putz ab.
Der Sachverständige meinte das der Verteiler und das Flachkabel erneuert werden müsste.
Das ist aber nicht passiert.

  1. Muss bei einer Neuverlegung eines Stromkreises mit Erweiterung und Versetzung der Steckdosen um weit mehr als 20 cm nicht ein FI angebracht werden?

  2. Bin ich sicher mit dem angeschmorten Flachkabel in der Decke?

Ich habe den Hausverwalter daraufhin angesprochen, er meinte wenn es zu einem Brand durch die Elektroinstallation kommen würde wäre es ein zweiter Versicherungsfall.

  1. Gibt es für Neuverlegung oder Sanierungsmaßnahmen nach einem Brandschaden gesetzliche Regelungen?

Im Voraus schon vielen Dank für eine Antwort,

Hallo !

Ja,eine Erweiterung der Elektroinstallation auch nur um 1 zusätzliche Steckdose erfordert nun einen FI-Schalter( 30 mA Typ).
Allerdings rechtlich nur für diese neue Dose.
Das ist natürlich Quatsch und auch kaum lösbar,weil die keine eigene Zuleitung hat.
Man(der Elektriker natürlich) baut den FI im Verteiler ein. Hier schützt er nun alles.

Aber nach einem Brand(und nicht nur Qualm und Kaltrauch) muß aus meiner Sicht eine Sicherheitsprüfung gemacht werden. Das ist eine Isolationsmessung nach VDE 0100 aller verlegten Leitungen. Weiter muß alles auf sichtbare Schäden besichtigt werden.

Mit diesen Arbeiten sind eigentlich alle Brandschadenfirmen vertraut und haben dafür eigene(selten) oder Fremdfirmen,mit denen sie zusammenarbeiten.
Ich würde den Vermieter auffordern,diese Sicherheitstest machen zu lassen und die Erweiterung der E-Anlage zu beauftragen.

Sonst wird das wohl ein Rechtstreit darum werden.
Ich würde in so einem Fall eine Elektrofirma selbst beauftragen(nach Ankündigung beim Vermieter) und die Kosten dann geltend machen,bzw. einbehalten.
Hier ist sicher Rechtsrat empfehlenswert.

Die Aussage des Vermieters ist ein starkes Stück !

MfG
duck313

Hallo 0 Pte,

ich bin neu im Forum

DauerNeu seit 2009? :smile:

Mittlerweile ist die Wohnung wieder saniert und ich möchte
nächste Woche wieder einziehen.
Im Brandzimmer selber wurden die Leitungen neu gelegt und um
2 Steckdosen erweitert.

Ich weiß nicht wer für den Schaden aufkommen mußte, du oder der Vermieter bzw. eure Versicherungen. Aber von der Logik her gesehen, wäre es doch für den Vermieter von Interesse gewesen, wenn schon denn schon, gleich alles an Elektrik neu machen zu lassen.

Dann ist die Wohnung elektrisch auf dem neuesten Stand, was wiederum auch den Mieter freut.

Alle drei Räume mit insgesamt 15 Steckdosen werden durch eine
Sicherung ( Kippschalter )
gesichert.

Sehr schlapp. Mal FI weglassend, wenn du da in einem Raum tapezierst und alle Steckdosenabdeckungen abhast und des halb die Sicherung aus, kannste ja nur arbeiten wenn das tageslicht hell genug ist, weil irgendwo in einem anderen Zimmer anzuschließen bringt ja nix weil da auch kein Strom ist.

Die Verteilerdose im Flur war total eingeschwärzt mit Ruß,
die Abdeckkappe geschmolzen.
Die Flachleitung zur Küche für Deckenlicht zeichnete sich
deutlich unter dem Putz ab.

Diskussionslos austauschen. Auch durchdenken, durchmessen ob und welche anderen leitungen betroffen sind wo man evtl. nix von sieht.

Das ist aber nicht passiert.

Nachhaken. Im Rechtsbrett fragen wie vorgegangen werden muß. Also Frist setzen usw. Nach x Versuchen dann selbst Elektriker beauftragen.
Restrisiko bleibt daß man trotz Rechtsstreit auf den Kosten sitzen bleibt.

  1. Muss bei einer Neuverlegung eines Stromkreises mit
    Erweiterung und Versetzung der Steckdosen um weit mehr als 20
    cm nicht ein FI angebracht werden?

Ja.

Du kannst in einem Haus leben mit Elektrik von 1899, da ist der Vermieter nur dafür zuständig daß das funktioniert. FI usw. ist keine Pflicht. Zur Pflicht wird es in dem Moment wo was innerhalb der Verkabelung geändert wird.
Dann gelten. leider nur für diesen Teilbereich *glaub* die aktuell gültigen VDE-Richtlinien.

Ich habe den Hausverwalter daraufhin angesprochen, er meinte
wenn es zu einem Brand durch die Elektroinstallation kommen
würde wäre es ein zweiter Versicherungsfall.

Scheint ein Witzbold zu sein. natürlich hat er Recht. Wenn du da tot rumliegst oder ein Kind was nur zum Besuch bei dir war, dann wird es zu einem zweiten Versicherungsfall und sogar sehr viel mehr.

Ruckzuck steht dann evtl. der Elektriker und der Vermieter vor Gericht und die werden dann genauestens befragt warum da kein FI fachgerecht eingebaut wurde u.v.m.
Danach richtet sich dann ihre Strafe, nur was hast du noch davon?

Gruß
Reinhard

Hallo,

was viele nicht wissen: Es müssen sogar die Hausbesitzer die Elektrik der Mietwohnungen in einigen Bundesländern regelmäßig prüfen lassen.

Bei jeder Änderung an Steckdosen, wo „ortveränderliche Verbraucher (Nicht Kühlschrank, Waschmaschine)“ angeschlossen werden können, sind FI Pflicht.

Im übrigen, hätte der Vermieter die Elektrik rechtzeitig ernuert, hätte das PC-Netzteil nicht die Bude angesteckt. Ein Mieterwechsel kann man dazu gerne mal als Anlaß nehmen.

An Dich sei die Warnung gerichtet, regelmäßig den PC mit Druckluft auszublasen, damit Stäube die Lüftung nicht behindern und flammfördernd wirken !

MfG

  1. Muss bei einer Neuverlegung eines Stromkreises mit
    Erweiterung und Versetzung der Steckdosen um weit mehr als 20
    cm nicht ein FI angebracht werden?

Es muss. Und nicht nur - wie Dennis schrieb - wenn dort ortsveränderlcihe Betriebsmittel eingesteckt werden, sondern IMMER. Die Ausnahmen sind eng begrenzt und in Haushalten nicht relevant.

  1. Bin ich sicher mit dem angeschmorten Flachkabel in der
    Decke?

Die Konstruktion von Stegleitungen ist ne feine Sache: Die Adern liegen nebeneinander und sind so auch bei geschädigter Isolierung der Leitung selbst noch durch den Abstand isoliert.
Aber darauf wetten würde ich nicht. Auf jeden Fall gehört die ganze Anlagte geprüft. Und ein bisschen Putz wegkratzen reicht, um schon optisch den Zustand zu sehen. Messen muss man dann noch den Isolationswiderstand.

Ich habe den Hausverwalter daraufhin angesprochen, er meinte
wenn es zu einem Brand durch die Elektroinstallation kommen
würde wäre es ein zweiter Versicherungsfall.

ÄH??? Sarkasmus pur, oder? Zahlt die Versicherung dann auch DEINE BEERDIGUNG??? Na, dann brauchst du dir ja keine Sorgen zu machen, gell…
----- UNFASSBAR -----

  1. Gibt es für Neuverlegung oder Sanierungsmaßnahmen nach
    einem Brandschaden gesetzliche Regelungen?

Adern, die PVC isoliert sind (die meisten), halten bis zu 80°C aus. Darüber geht man von einer dauerhaften Schädigung aus.
Ein FI muss jetzt rein.
Und übrigens: Es ist nicht ganz ausgeschlossen, dass ein hinreichend empfindlicher FI-Schalter den Defekt im PC-Netzteil schon erkannt hätte, bevor das Feuer ausgebrochen wäre!

Wir hatten mal eine Brandwohnung zu sanieren, da lief alles reibungslos und professionell von einer Fachfirma für Brandschadenssanierungen koordiniert. Eigentlich hätte deren Elektriker das auch machen sollen, der Vermieter bat aber, uns ins Boot zu holen.

Zuerst wurde die Wohnung komplett geräumt (Männer in Schutzanzügen), dann der Putz komplett herunter genommen und entsorgt.
Erstens stinkt der erbärmlich, zweitens enthält der Schadstoffe.

Natürlich kann man das auch billiger machen.
Einfach ein bisschen Sperrgrund aufpinseln, ne Gipskartonplatte draufkleben oder so.

Elektrisch ist auf jeden Fall eine widerkehrende Prüfung der Elektroinstallation, bzw. für die Neuinstallation eine Erstprüfung durchzuführen.

Das, was du hier schreibst, hört sich alles wenig professionell an.
Man könnte glauben, der Vermieter hat sich den Schaden vom Versicherer bezahlen lassen, dann davon die Hälfte in seinen Malediven-Urlaub und die andere in die Sanierung gesteckt.
(Mein Sarkasmus sei hier mal erlaubt, angesichts der ungeheuerlichen Engleisung des Hasuverwalters!)

Hallo,

informiere Dich doch mal beim Versicherer, ober er nicht wert darauf legt, den nächsten Brand verhindert zu wissen …

Häuserbrandversicherung ist meist die Bayerische Versicherungskammer.

MfG