Leningrader Blockade

Hallo Christoph,

mal wieder zur Sache. Wenn man „concludent“ die Kriegsvölkerrecht-Bestimmung zur Luftbombardierung anwendet, kommt es darauf an, ob Leningrad Festung oder offene Stadt war. Danach war formal eine Belagerung erlaubt. Dafür spricht auch, dass es den Sowjets ja unbenommen blieb, die Bevölkerung zu evakuieren, was im Winter möglich war. Die hohe Zahl der militärischen und zivilen Opfer der SU erklärt sich ja gerade aus der unfähig bis verbrecherische Führung (z.B. Soldaten ohne Waffen gegen deutsche Stellungen stürmen lassen etc.)

Andererseits war es klare und geäußerte Absicht Hitlers, die Stadt eben nicht zu erobern, sondern bewusst auszuhungern. 1941 bestand ja die Möglichkeit zur handstreichartigen Eroberung; aber es war nicht gewünscht - eine Art zweites Dünkirchen? Die Art, wie die Belagerung durchgeführt wurde, stützt also wieder mehr die „Verbrechen-These“. Ganz unabhängig davon ist Leningrad einer der leider zu zahlreichen Tragödien des 20. Jahrhunderts. Beide Diktatoren haben ihren Teil dazu beigetragen.

Gruß,
Andreas

Hallo Micha

ich geb mich geschlagen, der Genosse Stalin war der friedliebendste Mensch und sein System natürlich auch. Er wollte immer nur das Beste für sein und alle Völker dieser Welt. Wer das nicht mit in Anspruch nehmen wollte, wurde in den GULAG gesperrt, dem man besser gesinnt war, liess man gnädigerweise gleich erschiessen und auf die man überhaupt nicht gut zu sprechen war, insbesondere die Bauern waren immer so egoistisch, liess man einfach Millionenfach verhungern. Und natürlich wollten alle Imperialisten dem Spuk ein Ende machen, 1918 haben sie diese Chance leider nur sehr halbherzig genutzt und damit vergeigt:frowning:
Nun muss der gute Stalin natürlich auch die Kampfkraft seiner Armee testen, D macht das ja auch, also wird erst mal Blitzkrieg am Chalchin Gol geübt, und siehe da es funktioniert. Danach wird versucht Finnland von den bösen Kapitalisten zu befreien, der böse General Mannerheim hat aber eine ordentliche Verteidigungslinie gebaut, die als uneinnehmbar gilt. Stalin lässt bei -40C und meterhohem Schnee angreifen und siehe da, nach 3 Monaten hat man es geschafft, gab zwar einige 100.000 Tote, macht aber nix, Menschenmaterial ist reichlich vorhanden. Aufgrund dieser Erfahrung schickt der weise Stalin nun seine Generäle Richtung Westen um seine Westgrenze gegen seinen Freund A.H. dicht zu machen. Und jeder weiss, wenn man Befehle des Genossen Stalin nicht ausführt landet man unweigerlich vor einem Erschiessungskommando. Und so taten sie alle, wie ihnen befohlen: Die einen bildeten bis Anfang 1941 120.000 Piloten für das „Iwanow“ Programm aus, nachzulesen in der Zeitschrift: Militärtechnik 1984, Nr.6 Seite 5, der Flieger wurde deshalb nicht gebaut, weil er ein Kurzstreckenbomber a la Stuka war und nur für den Angriff taugte und nur bei völliger Luftüberlegenheit einsetzbar war, die Raketenmunition wurde schon millonenfach hergestellt, wurde dann mit den Katjuschas verballert, die andern bastelten an Dutzenden Panzerdivisionen, Fallschirmspringerdiv. usw… Der Chef des Topografischen Dienstes liess einige 100Mio Karten herstellen, allerdings nur Westeuropas, die Munitionsfabriken produzierten schon mit Hochdruck, so dass als Lager nur Eisenbahnwaggongs und Freiluftlager übrig blieben… und jeder weiss, dass man bei nichtausgeführten Befehlen vor dem Erschiessungskommando landet.
Bei alledem haben Stalins Generäle glattweg vergessen, Brücken sprengfertig zu machen,Schützengeräbensyteme anzulegen Minenfelder und Stacheldraht auszulegen ihre 1000e Flugzeuge nicht in Grenznähe zu stationieren usw.
Und am 22.6. werden sie angeblich vo. A.H. aus dem Nichts heraus und völlig unerwartet angegriffen und nichts funktioniert in der Verteidigung…
Aber es kommt noch viel besser für Stalins Strategen: Augenscheinlich haben sie völlig GEGEN Stalins Befehle gehandelt und SIE werden DESWEGEN NICHT ERSCHOSSEN, was ja sonst allgemein üblich ist

Diese Diskrepanz hätte ich von dir mal erklärt, Micha

Lt einhelliger Meinung des Deutschen Generalstabs war die
Aufstellung der Roten Armee im Frühjahr 1941 nicht offensiv
ausgerichtet.

Woher, bitte hast Du denndiesen Quatsch?
Also: 4,5 Mio russische Soldaten an der Grenze zu D hatten
lediglich defensive Aufgaben? Junge! Du hast keine Ahnung von
Strategie und Taktik!
Pardon- whk

Pardon.

  1. von 4,5 Mio entlang der Grenze kann keine Rede sein, ausser
    man legt für den Grenzbereich ein paar 100 km fest. (welche
    noch dazu die am stärksten besiedelten Bereiche der SU sind.
    Hätte die SU ihre Truppen alle hinter dem Ural stationieren
    sollen? Zahllose dieser 4,5 Mio wurden daneben hastig
    mobilisiert, nachdem der Angriff erfolgt war.

Die Aufstellung war längst beschlossen, bloss noch nicht vollständig durchgeführt. Was denkst du denn wo die Millonen Gefangenen im den 1. Monaten herkamen??

  1. Fassen wir mal die damalige Startegische Ansicht der SU
    zusammen:
    Ein Krieg würde sich in 2 Stufen entwickeln: Kriegserklärung,
    Aufmarsch mit gegenseitigen Störmanövern, Abfangen des
    gegnerischen Angriffes durch die entlang der Grenze
    stationierten Truppen und darauf folgender Gegenschlag.
    (Napoleon soll über so ein Konzept mal gesagt haben „Wen wollt
    ihr damit abwehren? Schmuggler?“)
    Das baute auf den Erfahrungen des 1 Weltkrieges auf, die
    Blitzkriegtaktik der Deutschen wurde nicht beachtet (Man schob
    die Erfolge auf „Glück“) auch die Erfahrungen der Kämpfe gegen
    die Kwantung-Armee wurden ignoriert. (Waren nur Kämpfe auf der
    Basis kleinerer Verbände)

Zu was hatte man 26 Mech. Korps mit über 1000 Panzern aufgestellt?? Um damit nach Moskau zu flüchten??

Das ganze wurde 1938 vom damaligen Generalstabschef Boris
Shaposchnikow ausgedacht. Erst erbittert die Grenze
verteidigen,

Warum hat man dann keine Mannerheimlinie gebaut?? 20 Monate hatte man Zeit und Ressourcen aller Art zu genüge. Darauf bist du mir auch die Antwort schuldig geblieben…

.

Dabei war es dem gesamten Generalstab nicht klar, dass (im
Gegensatz zu den weitgehend per pedes beweglichen Einheiten
des WK1) moderne, mechanisierte Einheiten bereits ohne
grössere Vorbereitung aus dem Stand heraus eine hohe
Offensivkraft entfalten können.

Hat man am Chalchin Gol ja selber getestet, es funktioniert… man wusste es

Der Plan wurde auch noch geändert, so dass er für die SU
beinahe tödlich war:

  • Räumung der Stalin-Linie bei gleichzeitigem Aufbau einer
    neuen Linie entlang der neuen Grenzen. Damit sollten die
    Sicherungstruppen hinter einer nicht vorhandenen
    Stellungslinie kämpfen.
  • Auflösung der Panzerkorps und Verteilung der Panzer auf die
    Infantriedivisionen, um deren Defensivkraft zu stärken. (Eine
    Schlussfolgerung aus dem Spanischen Bürgerkrieg)

Blödsinn, in Mansteins „Verlorene Siege“ kannste von Panzerschlachten mit 400 und mehr Panzern in den 1. Wochen des Krieges lesen, als diese Taktik keinen Erfolg brachte, weil diese Korps wahrscheinlich nur ihre Angriffpläne umzusetzen versuchten, löste man die Korps vorübergehend auf, weil die ebend Angriffsverbände sind. Russische Infanteriedivisonen hatten von Hause aus schon Panzerunterstützung…

Der Winterkrieg zeigte nun die enormen Offensiven Schwächen

Irrtum, er zeigte die Eigenschaften einer guten Verteidigungslinie, die Russen habens trotzdem geschafft. " Zivilisierte " Armeen hätten unter solchen Umständen warscheinlich überhaupt nicht angegriffen…

der Roten Armee, sowohl beim Material, beim Nachschub als auch
bei der Taktik.
Die Umstellungen in der Roten begannen im Frühjahr 1940, als
plötzlich die Sache ziemlich dringend wurde, denn der von
Stalin erwartete lange Krieg im Westen endete bereits nach
wenigen Wochen mit der Niederlage Frankreichs.

Man begann nun, die Rote Armee auf Vordermann zu bringen, aber
es fehlte an allem. Funkerei war marginal, Fliegerei saß auf
nachweislich veralteten Flugzeugen (neue Typen wurden erst
eingeführt)

weil eben für einen anderen Krieg konstuiert, siehe den „Iwanow“, 4000 konnten in der 1. Kriegwoche weitesgehend am Boden zerstört werden

die meisten Panzer waren obsolet,

weil eben auch für anderen Krieg konstruiert, auf den Laufrollen fuhr sichs im russischen Gelände recht schlecht und die guten westeuropäischen Strassen waren auf einmal ausser Reichweite…

Nachschubwesen eine Katastrophe.
Hinzu kam, dass die Kriegsplkäne der SU sich signifikant von
denen der Deutschen unterschieden.

Wieso denn das??? Stalin wollte alle Völker befreien um die Vereinigten Sozialistischen Weltstaaten fertig zu bekommen, A.H. wollte den Boschewismus, als grösste Gefahr für die Welt, vernichten… Nimmt sich beides nicht viel…

Hinzu kam auch, dass die Politische Führung der SU aufgrund
des Deutschen Balkanfeldzuges nicht mehr an einen Angriff
glaubte, da es „zu spät im Jahr“ wäre (womit sie im Nachhinein
ja auch recht hatte)

Blödsinn, sie wussten den Angriffstermin ziemlich genau, sie brauchten aber noch 2 Wochen länger für ihren Aufmarsch, das war ihr Pech

Wenn die Rote Armee eine Großoffensive im Sommer 41
vorbereitet hatte, warum wurden sie dann durch die Deutschen
buchstäblich mit heruntergelassenen Hosen erwischt?

Weil die Deutschen eben 2 Wochen eher zugeschlagen haben…

Warum weigerten sich zahllose Einheiten im Hinterland, auf die
Deutschen Bomber mit Flak zu schiessen?

Weil sie auf ihre Befreiung von den Bolschewisten warteten…

Warum wurden in Panikreaktionen zahllose Einheiten planlos
nach vorne geschickt, um dort verheizt zu werden?

Weil der Stab da war, die Manschaften wieder woanders und die Munition wieder woanders

Warum funktionierte der Nachschub nicht?

Sollte es tatsächlich einen ernsthaften Angriffsplan der SU
auf D gegeben haben, dann wären die Kommandeure die wohl
ungeschicktesten Angreifer aller Zeiten gewesen…

Nein waren sie nicht, sie haben nur Stalins Befehle ausgeführt und wurden deshalb auch nicht erschossen

(Das ist im wesentlichen die derzeit allgemein
militärhistorisch anerkannte Ansicht, welche sich auf die
Analyse zahlloser Dokumente, auch aus den Exsovjetischen
Archiven, stützt.

Die toten polnischen Offiziere von Katyn waren nachweislich auch 50 Jahre lang von den Deutschen umgebracht worden, bis jemand Anweisung gab, die richtigen Dokumente zu suchen, und siehe da, ganz schnell wurden sie auch gefunden…

:Ich verweise hierzu auf diverse

Militärhistoriker, deren Werke man in jeder gut sortierten
Bibliothek einsehen kann)

Gruß
Mike
(extraordinary claims need extraordinary evidence)

schreibt der von dir zitierte B. Schaposchnikow zur Mobilmachung:
Mobilmachung ist Krieg und nicht mehr rückgänging zu machen. Die Russen hatten im August 1939 98 Divisionen, im Juni 1941 schon an die 200 und im November hatten die Deutschen schon 300 gezählt. Nach deiner Lesart hat man das aber alles erst ab dem 22.6. hektisch aus dem Boden gestampft, incl. der dazugehörigen Ausrüstung etc.

Mikesch

Es wird Öde

Hallo Micha

ich geb mich geschlagen, der Genosse Stalin war der
friedliebendste Mensch und sein System natürlich auch.

Blubber Blubber Blubber
Ich war der Ansicht, man könnte mit dir mittels so etwas wie Fakten diskutieren, nachdem Du daran allerdings kein Interesse hast, beende ich das hier. Du unterstellst mir hir Aussagen, die ich in dieser Form niemals gemacht habe. Derartige Argumentationsmuster zeugen meiner Meinung nach von schlichter Hilflosigkeit. Auch das Ausweichen auf nicht zum Thema gehörige Topi ist ein bekanntes Muster für mangelde Argumente.

Ich empfehle dir, mal ein paar Bücher zum Thema „Unternehmen Barnarossa“ zu lesen, die von ernstzunehmenden Historikern verfasst wurden.

Mike

P.S.: EOD

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EOD

schreibt der von dir zitierte B. Schaposchnikow zur
Mobilmachung:
Mobilmachung ist Krieg und nicht mehr rückgänging zu machen.
Die Russen hatten im August 1939 98 Divisionen, im Juni 1941
schon an die 200 und im November hatten die Deutschen schon
300 gezählt. Nach deiner Lesart hat man das aber alles erst ab
dem 22.6. hektisch aus dem Boden gestampft, incl. der
dazugehörigen Ausrüstung etc.

Deine Aussage zeigt, dass Du von der entsprechenden Literatur absolut keine wie auch immer geartete Ahnung hast und offensichtlich auch keinerlei Interesse daran, selbige mal durchzuarbeiten…

Deine Aussagen über meine angebliche Lesart zeugt des weiteren davon, dass die Pisa-Studie offensichtlich überall ist…

-mkl-

Hallo,
ich habe hier mit einigem Erstaunen etwas von IS-Panzern 1941 gelesen. Da muessen die Russen das aber noch gut bis weit nach 1941 geheimgehalten haben.
Was die Grenzbefestigungen am 22.06.1941 in Russland angeht, so kann ich nur empfehlen Mansteins Erinnerungen zu lesen. Wenn ich mich recht entsinne hatte sein Korps schwere Kaempfe zu bestehen um durch die russischen Grenzbefestigungen durchzubrechen.
Was schwere Kaempfe heisst brauche ich wohl nicht zu erlaeutern.
Ich habe noch ein paar deutsche Buecher von 1941/1942 zu Unternehmen Barbarossa. In einem sieht man ein Bild mit etwa 2000(muehsam mit der Lupe nachgezaehlt) auf mehreren Haufen aufgeschichtete Gewehren, auf dem naechsten Bild sieht man etwa 50 Lastwagen und auf dem dritten drei Geschuetze oder Haubitzen. Das wurde als die Riesenmenge an bereitgestelltem Material bezeichnet.
Ardennenoffensive: den Amerikanern war bekannt, dass etwas kommen wuerde, die hoechsten S 2 zogen daraus nur die falschen Schlussfolgerungen, weil man glaubte, dass etc. Hitler glaubte ja auch gerne.
Was unzerstoerte Bruecken angeht, so wurden Brandenburger eingesetzt.
In welchem Masse haben die Russen eigentlich ihre Fallschirmjaeger eingestzt? Bei dem einzigen ernsthaften Einsatz ging so ziemlich alles in die Hose, was nur in die Hose gehen konnte.
Gruss
Rainer