Lepto

Hallo zusammen!
Es dauert ja nicht mehr lange, bis der Euro kommt. Ich hab mich mal ein bißchen näher mit den Münzen beschäftigt und bin da auf etwas gestoßen: Die Griechen nennen die „Eurochen“ nicht wie alle anderen „cent“ sondern „λεπτο“ („lepto“). Warum dieser Alleingang? Ich meine, wir sagen ja auch nicht mehr „Pfennig“ oder die Franzsoen „centime“. Und man könnte „cent“ doch auch transkribieren, z.B. als „σεντ“ („sent“)… Ich hoffe, mir kann jemand diese Frage beantworten.
Bin gespannt auf Erklärungen. :wink:

Gruß,
Stefan

wusst ich gar nicht.

naja, griechen sind ja bekanntlich patriotisch :smile: ausserdem heisst kleingeld auf griechisch lefta. vielleicht deswegen?

weil das das fremdsprachenbrett ist: meiner meinung nach wird europa erst dann vereinigt sein, wenn es eine gemeinsame sprache gibt. neben esperanto boete sich auch neulatein an. die sprache sollte einfach und fuer alle gleichermassen neu/fremd sein. nur so koennen die menschen sich verstaendigen und sich mit etwas gemeinsamem identifizieren, ohne dass die einzelkulturen von einer groesseren verschluckt werden. experten sollten eine neue sprache erfinden.

Europäische Gemeinschaftssprache?! Nein!
Hallo „Tschüß“! (das hab ich mit meinen neu erworbenen Grundkenntnissen in Hebräisch endlich kapiert :wink:)

naja, griechen sind ja bekanntlich patriotisch :smile: ausserdem
heisst kleingeld auf griechisch lefta. vielleicht deswegen?

Klar, das ist mir auch durch den Kopf gegangen. Aber trotzdem ist es ein bißchen unlogisch. Selbst die größten Patrioten und (sie haben übrigens meine Bewunderung dafür) Anglophoben, nämlich die Franzosen, haben „cent“ akzeptiert und wollten es nicht zu „centime“ francisieren (sorry, es gibt dafür keinen guten deutschen Ausdruck)…

weil das das fremdsprachenbrett ist: meiner meinung nach wird
europa erst dann vereinigt sein, wenn es eine gemeinsame
sprache gibt. neben esperanto boete sich auch neulatein an.
die sprache sollte einfach und fuer alle gleichermassen
neu/fremd sein. nur so koennen die menschen sich verstaendigen
und sich mit etwas gemeinsamem identifizieren, ohne dass die
einzelkulturen von einer groesseren verschluckt werden.
experten sollten eine neue sprache erfinden.

Das würde nie und nimmer hinhauen. Um ehrlich zu sein, wäre ich bei aller Einigungsstimmung trotzdem gegen eine gemeinsame Sprache. Dadurch gingen unzählige sprachkulturelle Werte verloren. So ein ähnliches Beispiel gab es doch auch im heutigen Großbritannien: Das Englische (die wohl grausamste Mischsprache; übrigens – laut britischen Forschern – die am schwersten erlernbare in der EU) hat den Großteil der vorherrschenden Sprachen ausgelöscht und durch diese Pidginsprache aus westgermanischen, skandinavischen, keltischen, französischen, lateinischen und griechischen Lehnwörtern ersetzt. Das Ergebnis erkennt man an den gälischen Sprachen Schottlands, Irlands, Cornwalls und der Isle of Man, die alle mehr oder weniger ausgestorben sind (und mit ihnen ihre Kultur).
Und außerdem wäre es problematisch, eine neue Sprache zu schaffen: Soll sie sich nun mehr am Germanischen, Romanischen oder Slawischen festhalten? Wie viele Kasi, Modi und Tempi soll sie nun bekommen? Soll sie zur reinen Kommunikation oder auch zu intellektuellen und literarischen Werken dienen?
All diese Fragen müßten geklärt werden, was sicherlich Jahrzehnte in Anspruch nehmen würde.
Wie gesagt, ich bin skeptisch…

Gruß,
Stefan

P.S.: Um vielleicht noch eine Sache klarzustellen: Ich habe nicht allgemein etwas gegen das Englische; im Gegenteil, ich spreche diese Sprache unheimlich gerne. Ich hasse allerdings nichts mehr als die vielen unnötigen Anglizismen in anderen Sprachen.

Das würde nie und nimmer hinhauen. Um ehrlich zu sein, wäre
ich bei aller Einigungsstimmung trotzdem gegen eine gemeinsame
Sprache.

eine gemeinsame sprache ist notwendig, um menschen zu vereinen. da hilft kein gemeinsames geld, wenn man nicht mal hallo sagen kann, ohne verstanden zu werden.

Dadurch gingen unzählige sprachkulturelle Werte
verloren.

nicht wenn das ziel zweisprachigkeit ist. die neue sprache soll die anderen ja nicht ersetzen, sondern ergaenzen, so wie heute fast ueberall englisch geredet wird: dadurch sterben die einzelnen sprachen ja auch nicht aus. nur das leben wird entscheidend erleichtert, oft sogar erst ermoeglicht.

wuerde man sich aber fuer eine schon bestehende sprache als gemeinsame einigen, zum beispiel englisch, waere die folge eine hegemoniestellung des betreffenden gebietes, und kulturzerstoerung. niemand koennte sich dann damit identifizieren.

Und außerdem wäre es problematisch, eine neue Sprache zu
schaffen: Soll sie sich nun mehr am Germanischen, Romanischen
oder Slawischen festhalten?

stimmt. also wie waers eine schon bestehende einfach zu ueberarbeiten, zum beispiel das lateinische? weg mit der unsinnigen grammatik, und viele fremdworter dazu, bekannte woeerter aus allen sprachen.

Wie viele Kasi, Modi und Tempi
soll sie nun bekommen?

das waere die erste aenderung: alle woerter auf -us werden ab sofort mit -i in den plural gesetzt! *g*

Soll sie zur reinen Kommunikation oder
auch zu intellektuellen und literarischen Werken dienen?

natuerlich. sie muesste strassenschilder, geschaefte, buecher, verwaltung und schulen erfassen, bis europa eine europaeische zweitsprache hat.

All diese Fragen müßten geklärt werden, was sicherlich
Jahrzehnte in Anspruch nehmen würde.

jahrhunderte. aber irgendwann wird man damit anfangen muessen. in traditionellen einwanderungslaendern, in denen menschen unterschiedlichster herkunft vereint werden mussten, etwa die usa, australien oder israel, war eine gemeinsame sprache unumgaenglich.

P.S.: Um vielleicht noch eine Sache klarzustellen: Ich habe
nicht allgemein etwas gegen das Englische; im Gegenteil, ich
spreche diese Sprache unheimlich gerne. Ich hasse allerdings
nichts mehr als die vielen unnötigen Anglizismen in anderen
Sprachen.

ich auch. damit wollen sich viele wichtig machen.