Hallo Chris,
in deiner Frage hast du etwas ganz Entscheidendes vergessen!
Also: Wie lange braucht man im Durchschnitt täglich, um eine
neue Sprache (unbekannt) zu lernen (Universitätsniveau)?
Du hast nicht dazugeschrieben, wie viele Wochen/Monate/Jahre du dir dafür Zeit nehmen willst. Aber das ist doch entscheidend.
Englisch habe ich mit 4 Wochenstunden (wenn ich mich richtig erinnere) auf Universitätsniveau gelernt. Es hat aber auch so um die 10 Jahre gedauert.
Andere machen lieber mehrere Monate im Land einen Intensivkurs. Das ist mehr oder weniger Geschmackssache, finde ich. Ich lerne Sprachen lieber so schön langsam nach und nach, und irgendwann nach ein paar Jahren kann ich sie. Es geht sicher auch schneller.
Wie man den gesamten Zeitbedarf für das Erlernen einer Fremdsprache einschätzen muss, wüsste ich gerne selber mal. Ehrlich, ich wüsste auch gerne, wie viele Wörter ich eigentlich gelernt habe bzw. kann, ohne sie bewusst gelernt zu haben. Unmöglich, das zu sagen.
a) z. B. Latein/Griechisch oder Hebräisch oder so was
ähnliches
Das hier hat uns unser Hebräischlehrer letzte Woche vorgerechnet. Er nannte eine Gesamtstundenzahl, und ich habe das wieder auf die Zahl der Stunden pro Tag zurückgerechnet. Das Ergebnis war ernüchternd: Eine Stunde pro Tag! Jeden Tag! Nur einen Tag am Wochenende kannst du dir frei nehmen.
Na gut, momentan klappt’s sogar
Liegt aber mehr daran, dass ich in der Arbeit keinen Spaß mehr daran habe, ins Internet zu gehen. Da fühle ich mich so beobachtet. Ein paar Blätter sind da unauffälliger, denn manchmal hat man eben doch Leerlauf.
b) Französisch/Japanisch/Arabisch oder so …
Ich habe mal einen Japaner gefragt, wie lange es denn dauert, bis man als Kind lesen gelernt hat. Er meinte, irgendwann in der 7. oder 8. Klasse kann man dann langsam Zeitung lesen. Soviel dazu.
Französisch ist einfacher. 
Bei lebenden Sprachen sehe ich das aufgrund eigener Erfahrung
sehr anders. Um sie wirklich zu lernen, mußt du ständig damit
konfrontiert werden, und das vor allem passiv, d.h. während du
andere Dinge tust wie Witze erzählen, Freunde treffen, beim
Frisör sein, Arbeiten, Telefonieren, Einkaufen. D.h. es geht
nur wenn du dort lebst.
Das sehe ich anders. Natürlich sollte man für eine Zeitlang auch in dem entsprechenden Land leben, aber man kann schon sehr viel Vorarbeit leisten. Vokabeln muss man einfach irgendwann lernen. Ob man sie sich merkt, weil man sie mit einem bestimmten Erlebnis verknüpft, oder ob man sie sich einfach in sein Gedächtnis eingetrichtert hat, kommt letzten Endes aufs Gleiche raus. Nachher weiß man das Wort. Nur: Lernen geht schneller als wenn man immer erst auf eine entsprechende Situation wartet, in der man das Wort praktisch anwenden kann.
Ich denke mir halt immer: Mit Englisch hat es ja auch so geklappt. Ich habe einfach die Vokabeln gelernt, immer die Hausaufgaben gemacht, und irgendwann konnte ich die Sprache.
Unterricht in
Kursen und Schulen mit Vokabelpauken und Übersetzen halte ich
für sinnlos und falsch - der Lerneffekt ist nur vorübergehend
(ist meine Meinung).
Das mag von Person zu Person verschieden sein. Man hört das oft, dass man „alles wieder vergisst“. Ich habe diese Erfahrung nicht gemacht. Ich habe zwar das Gefühl, alles vergessen zu haben. So habe ich z.B. für mein Französisch wirklich seit Jahren nichts mehr getan. Hier und da habe ich mal ein paar Minuten TV5 geguckt oder es war mal ein Buch auf Französisch. Aber weiter habe ich nichts gemacht. Trotzdem, als man nun meinte, mir ein französisches Band diktieren zu müssen, habe ich festgestellt, dass ich zu meiner großen Überraschung damit überhaupt keine Schwierigkeiten hatte.
Übrigens: Übersetzt haben wir im Unterricht nie. Ob das richtig oder falsch ist, kann ich daher nicht beurteilen. … Auf alle Fälle halte ich es ab einem gewissen Sprachniveau für gut, nur noch in der Fremdsprache zu sprechen.
Schöne Grüße
Petra