Lernen - aber wie?!

Hallo,

ich habe ein riesen großes Problem! Es geht um einen Menschen, der mir sehr, sehr wichtig ist und dem es sehr schlecht geht!
Er hat vor einem Jahr sein Abitur gemacht und studiert nun, ist aber sehr ungluecklich. Im Prinzip hat es nichts mit seinem Studium zu tun, sondern mit dem Lernen. Dieses Problem existierte schon zu seiner Schulzeit! Selbst bei noch so großer Motivation schafft er es nicht zu lernen. Statt dessen sitzt er vor seinen Aufgaben und denkt ueber alles nach, nur er lernt nicht! Spaeter aergert er sich darueber und verbraucht die Energie, die er ins Lernen haette stecken koennen, in seine Wut. Er aergert sich ueber sich selbst! Dadurch war es mit seinem Abitur recht knapp, aber er hat es trotzdem geschafft! Ich meine, er ist ein sehr intelligenter Mensch, nur klappt es mit dem lernen nicht! Das Problem zieht sich immer weiter in die Laenge. Alle seine Plaene und guten Vorsaetzen verwehen im Winde. Dabei moechte er lernen, er moechte sein Diplom machen, aber irgendetwas hindert ihn. Ich weiß nicht, was es ist und ich glaube, er weiß es auch nicht so recht.
Wie kann es ueberhaupt zu sowas kommen und wie kann man so einem Menschen helfen?! Es muss doch eine Moeglichkeit geben, ihn zum lernen zu bringen! Ein Anfang, ein Anstoß muss her!
Wenn jemand mir dabei helfen kann, eine Loesung zu finden, dann waere ich sehr dankbar! Mir ist das sehr wichtig!

Vielen Dank schonmal im Vorraus!

Hi MissMelle
Das erste, was mir spontan dazu in den Kopf kommt, ist: Wieso macht der Junge sich JETZT schon Gedanken um sein Diplom, wo er gerade erst ein Jahr studiert. Hört sich irgendwie n bißchen overprotective (vulgo gluckig) an, wie DU Dir darüber dermassen jetzt schon Sorgen machst. Als Mutter, als große Schwester, als Freudnin, wie auch immer.
Ich selber habe erstmal schön locker eine tour d’horizon durch die Uni gemacht, bevor ich mich dann für eine Richtung entschied. Insgesamt habe ich an der FU Berlin daher auch über zehn Jahre rumgehangen. Hat mir insgesamt aber wenig geschadet, möchte ich sprechen.
Nun gut, heutzutage, wo die grauen Herren (Momo) auch an der Uni regieren, kann man leider nicht mehr so schön durch die Geiteswissenschaften flannieren, aber trotzdem: Bitte nicht übertreben!
Gruss von Branden

Hey,
ja klar, das Diplom ist noch eine Weile hin, aber wie ich schon geschrieben habe: sein Problem ist, dass er nicht lernen kann! Er nimmt sich vor, die Vorlesungen nachzubereiten, sitzt auch vor den Buechern, aber kann nicht lernen. Und das ist für ihn ein großes Problem, was nicht erst durch die Uni entstanden ist! Ich mache mir einfach Sorgen um ihn, weil ihn das sehr belastet und ich wuerde einfach gerne wissen, wie man einem Menschen mit solchen Problemen helfen kann, wie man er es schaffen kann zu lernen!

Er hat vor einem Jahr sein Abitur gemacht und studiert nun,
ist aber sehr ungluecklich. Im Prinzip hat es nichts mit
seinem Studium zu tun, sondern mit dem Lernen. Dieses Problem
existierte schon zu seiner Schulzeit!

Wie hat er dann das Abitur geschafft, ohne zu lernen?
Gruß,
Anja

Hallo MissMelle,

Lernen will gelernt sein, da hast Du schon recht. - Leider lernt man dies in der Schule meistens nicht. - Entweder man kann es einfach, man findet es heraus oder man hat Pech gehabt.
Es gibt eine Menge Literatur und auch Kurse zu dem Thema. Oft werden die für Kinder angeboten, aber Dein Freund könnte sich dort ja mal erkundigen, ob es auch Hilfen für Erwachsene gibt.

  • Arbeitstechniken sind auf jeden Fall erlernbar!!!
    Da ich nicht weiß, wo ihr wohnt, kann ich keine genaueren Tipps geben, aber im Prinzip sollte jede lerntherapeutische Praxis in kurzer Zeit helfen können.
  • Ansonsten einfach mal im Bücherladen stöbern: „Lernen lernen“ ist mittlerweile ein beliebtes Thema.

Viel Erfolg, Grüße,
Matuja

Ich glaube, man kann es ihm nicht so sehr abnehmen, sonst macht man ihn wieder zum Kind.

z.B.
mit Mathe. Physik und einem Fach, welches ihn interessiert hat

Hallo,

Wie hat er dann das Abitur geschafft, ohne zu lernen?

Zumindest in Physik und Mathe, teilweise auch in chemie kommt man mit wenigen grundsätzlichen Infos (Formeln, Methoden) aus, auf deren Basis manalles ableiten kann. So dürfte das Physikabi mittels Kenntnis von Impuls- und Energieerhaltungssatz, dem Grundsatz des Kräftegleichgewichtes und das wissen um Entropie zu schaffen ein. Mathe geht ähnlich. Und in einem Fach, was einem interessiert, lernt man so nebenbei.

Tschuess MArco.

Hallo,

Er hat vor einem Jahr sein Abitur gemacht und studiert nun,
ist aber sehr ungluecklich. Im Prinzip hat es nichts mit
seinem Studium zu tun,

wirklich ?
Was studiert der gutste und warum ?

sondern mit dem Lernen. Dieses Problem
existierte schon zu seiner Schulzeit! Selbst bei noch so
großer Motivation schafft er es nicht zu lernen.

Vielleicht versuchen praktisch zu lernen ?
Z.b. BWL-Begriffe: ein grosses Unternehmen heranziehen und daran die Definitionen wie Absatzmarkt, Käufergruppe, Stakeholder etc. festmachen. So entstehen Bilder, die sich abrufen lassen.

Statt dessen sitzt er vor seinen Aufgaben und denkt ueber
alles nach, nur er lernt nicht!

worüber denkt er nach ? Über den Sinn des Lebens ? Oder ist er Pessimist (depressiver Einschlag?) ?

Wie kann es ueberhaupt zu sowas kommen und wie kann man so
einem Menschen helfen?! Es muss doch eine Moeglichkeit geben,
ihn zum lernen zu bringen! Ein Anfang, ein Anstoß muss her!
Wenn jemand mir dabei helfen kann, eine Loesung zu finden,
dann waere ich sehr dankbar! Mir ist das sehr wichtig!

Leider hab ich die Vermutung, dass dein Freund das falsche Studienfach gewählt hat und aus Angst sich dies selber einzugestehen/Angst vor der Zukunft (mein traumberuf ist nix für mich, was denn dann ?)/Angst vor dem sozialen Druck (wenn ich jetzt wechsle bin ich für meine Clique, Eltern etc. ein Versager).

Tschuess MArco.

Hallo MissMelle!

zunächstmal brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen, denn das Problem, welches auch immer Dein Freund hat, ist ein sicherlich lösbares Problem.
Natürlich ist es aus der Ferne immer schwer eigentlich fast unmöglich Diagnosen zu stellen! Trotzdem gibt es ein paar Möglichkeiten, die man versuchen kann anzuwenden.

Es kann sein, dass Dein Freund eine andere Lernstrategie braucht, als sich bloß vor Bücher zu setzen und zu Pauken( von dem man allgemein eigentlich sowieso nichts mehr hält!)

Frag ihn einfach mal, ob er müde ist, wenn er sich vor seine Bücher setzt, ob er Kopfschmerzen hat.,…usw.

Vielleicht ist es ein Motivationsproblem, aber vielleicht liegt die Ursache auch im Gehirn, das könnte man bei einer Untersuchung rausfinden.
Druck kann auch ein Auslöser dafür sein, dass es mit dem Lernen nicht so klappt, wie es könnte.

Wie gesagt: Check die Lage noche in wenig mehr ab.
Und wenn Du magst, kannst Du mich per email anschreiben. Ich würde Dir weiterhelfen mit Rat&Tat!

Noch eins: Dein Freund muss aber die Hilfe auch wollen. Wenn er es nicht will, dann bringt das ganze nix!

Viele Grüße
Berlind

Hallo,
was studiert er ? Ich bin auch jmd., der alle möglichen Ausreden findet, wenn es ums auswendig lernen geht - im Studium war dies glücklicherweise nicht nötig.

Gruss
Enno

Ach ja, wenn mir einer Literatur zu diesem Thema empfehlen kann, dann moege er mir doch bitte Bescheid sagen! Danke!

Ach ja, wenn mir einer Literatur zu diesem Thema empfehlen
kann, dann moege er mir doch bitte Bescheid sagen! Danke!

Hallo MissMelle,

versuch’s doch mal bei Amazon.de mit den Suchbegriffen „Lernen“, „Lerntechnik“, „Lerntraining“ u.ä.

Trotzdem denke ich, dass eine Frage, die bereits früher in einem Beitrag aufgetaucht ist, in diesem Zusammenhang auch wichtig ist: Interessiert ihn das Studienfach, das er sich ausgesucht hat, wirklich?
Ich weiß von mir selbst, dass mir bestimmte Themen „zufliegen“, während ich mir andere immer hart erarbeiten musste und einfach nichts hängen zu bleiben schien. Unterm Strich kann ich in der Rückschau sagen, dass das auch meistens die Dinge waren, die mich nicht wirklich interessiert haben, sondern dich ich machen „musste“, um halt den Schein zu bekommen.

Und außerdem: Die Uni ist FÜR IHN da, nicht er für die Uni. Ist zwar momentan wahrscheinlich gesellschaftlich nicht gerade eine populäre Haltung, aber eigentlich geht’s ja um sein Leben und nicht in erster Linie darum, dass er irgendwelchen Ansprüchen von wem auch immer gerecht wird, oder?

WARUM studiert er? Und: Warum studiert er ausgerechnet das, was er studiert?

Schönen Gruß,
Christiane

Hey,

er studiert sein Traumfach, dass, was er schon immer studieren wollte und wofuer er sich auch richtig begeistert! Er liebt dieses Fach, es mangelt ihm also auch nicht an Interesse. Davon ist jede Menge vorhanden! Wenn es jedoch darum geht, zu lernen (fuer Klasuren oder Uebungsboegen zu machen), dann kommt er nicht weiter, er hat kein Konzept, wie er an die Sache rangehen kann und vor lauter Frust macht er nichts… Er tut sich also sehr schwer damit!
Ich denke, wenn er weiß, wie er an die Sache rangehen kann, dann wuerde ihm das auch alles etwas leichter fallen!
Danke fuer den Tipp mit Amazon.de!

MissMelle

Hallo Miss Melle,

man lernt am Besten mit allen Sinnen, d.h. nicht nur das Buch anstarren sondern in die Hand nehmen (fühlen), laut (!) vorlesen, schwierige Phasen kann man auch singen, flüstern oder rufen, je nachdem. Nichts daran ist peinlich! Notizen machen in Form einer Zusammenfassung, Stichworte, die wichtigsten Formeln, Diagramme ausdenken, Tabellen (Statistik), je nachdem was sich für dieses Thema am geeignetsten anfühlt.

Wenn man nicht lernen kann braucht man viel Zeit. Also nicht ungeduldig werden.

Und immer wieder für emotionalen Ausgleich sorgen, d.h. Sport, was leckeres Essen, trinken, Süßigkeiten, Vitamine, Lecitin. Ein Spaziergang, die Notizen mitnehmen und auf einer Bank nochmal durchlesen. Eigene Gedanken während eines Waldlaufs erarbeiten, sacken lassen, repitieren, Übungsaufgaben. Vielleicht hilft es ihm wenn er als Hiwi Ausarbeitungen macht, das ist dann freiwillig und er hat keinen Druck.

Ich habe mich eine Zeit lang mit schwächeren zusammengesetzt, denen ich den Stoff erklären mußte. Dafür mußte ich ihn aber erst mal selber begreifen, was ich mit denen zusammen gemacht habe - Stoff erarbeiten, repitieren, manche sind so blöd denen kannst du es hundert mal erklären und sie kapieren es nicht. Prima, denn nach hundert Mal erklären kann man es auswendig. So habe ich einen Top Abschluß geschafft!

In einer anderen Phase saß ich mit besseren zusammen, ich kapierte fast nichts und konnte fragen, fragen, fragen. Hierzu muß man nur den Mut aufbringen, mehr nicht. Auch wenn manche Leute genervt erscheinen, so ist doch jeder stolz etwas erklären zu können. Aber vorischt: Leute mit Fragen zu nerven, die nicht erklären können, frustriert noch mehr. Deshalb immer prüfen, ob derjenige überhaupt erklären kann. Das findet man nicht nach einer Frage heraus sonern erst nach vielen Fragen im Laufe von Wochen, am Besten im Dialog mit 3-5 Leuten.

Insgesamt hat mir der Dialog mit 3-5 Leuten mein Leben lang geholfen, Stoff besser zu verarbeiten. Hierzu muß man aber die Bereitschaft zum Austausch haben.

Durchhalten, es gibt in jedem Studium Sachen, die einen nicht so interessieren oder die man nicht so einfach erschließen kann.

Gedächtnistraining halte ich noch für außerordentlich wichtig. Es gibt tolle Bücher darüber, ist aber auch sehr mühsam, wenn man wirklich erfolgreich sein will. Also Durchhaltevermögen ist angesagt, aber das sollte für ein Studium sowieso klar sein.

Gruß, AndyM