Lerngemeinschaften

Wer hat Ideen, Erfahrungen, Anregungen,… wie man mit größter Effizienz eine Lerngemeinschaft für eine Prüfung an der Uni einsetzt?

Wer hat Ideen, Erfahrungen, Anregungen,… wie man mit größter
Effizienz eine Lerngemeinschaft für eine Prüfung an der Uni
einsetzt?

hallo Eva,

mit den Lerngemeinschaften kommt es ein bißchen darauf an, für welches Fach du lernst und ob die Prüfung schriftlich oder mündlich ist.
Ich kann dir aber auf alle Fälle mal von meinen Erfahrungen berichten.
Ich habe Physik studiert und auf alle Prüfungen mit einer Lerngruppe gelernt.
Die erste Phase läuft bei beiden Arten von Prüfungen (schriftlich und mündlich) gleich: zuerst muß natürlich der Stoff gelernt werden. Wir haben uns dazu einen Zeitplan gemacht. Ein- oder zweimal in der Woche haben wir uns dann getroffen und das gelernte durchgesprochen und Probleme diskutiert.
In der zweiten Phase ging’s dann konkret um die Art der Prüfung.
Bei den schriftlichen Prüfungen hatten wir immer die Aufgabenstellungen der Vorjahre zur Hand. Die hat dann jeder zuhause durchgerechnet. Danach haben wir sie in der Gruppe besprochen und eventuelle Probleme geklärt. Wenn eine Aufgabe zu schwer war haben wir sie dann auch in der Gruppe gelöst.
Bei mündlichen Prüfungen hatten wir Prüfungsprotokolle der Prüfungen vom Vorjahr (geschrieben von den Prüflingen, das haben wir danache natürlich auch für die folgenden Jahrgänge gemacht).
Wir haben uns einen leeren Seminarraum gesucht und einer nach dem anderen stand an der Tafel und wurde vom Rest anhand eines Prüfungsprotokolls abgefragt.
Gerade dieses Abfragen ist meiner Ansicht nach sehr wichtig, denn oft erkennt man seine Probleme erst, wenn man merkt, daß man einen Sachverhalt nicht erklären kann. Und erst, wenn man etwas erklären kann, hat man es auch wirklich verstanden.

Viel Glück für deine Prüfungen.
Grüßle,
Sandra

Hallo Sandra,
vielen Dank für deine Anregung, Ihr habt es meiner Meinung nach ja ziemlich gut organisiert - gerade für eine große oder schwierige Prüfung sind diese Tipps toll. Eine Frage noch - wieviele Leute seid Ihr in der Gruppe gewesen? Was, wenn mal jemand nicht so vorbereitet war, oder wie habt ihr euch am besten motivieren können? Hat es auch mal Probleme gegeben?

lg, Eva

PS: Freu mich über jeden Beitrag zu diesem Thema!

Eine Frage noch -
wieviele Leute seid Ihr in der Gruppe gewesen? Was, wenn mal
jemand nicht so vorbereitet war, oder wie habt ihr euch am
besten motivieren können? Hat es auch mal Probleme gegeben?

hallo Eva,

für die schriftlichen Prüfungen (zum Vordiplom) waren wir ziemlich viele, so ca. 6 bis 10, da hat variiert. Es war keine feste Gruppe. Jeder, der wollte, hat sich dazugesetzt. Wenn man nicht so gut vorbereitet war, hat man das ganz schnell gemerkt und dann tut man automatisch was, die Prüfung kommt ja und es führt kein Weg dran vorbei.
Bei den mündlichen Prüfungen (zum Hauptdiplom) waren wir am Anfang zu 5, später dann zu zweit. Das lag allerdings daran, daß wir unterschiedliche Prüfer (und Prüfungszeitpunkte) hatten. Da jeder Prüfer so seine Besonderheit hat, ist es am besten, wenn man die prüferspeziefischen Protokolle durchnimmt. Deshalb haben wir uns dann aufgespaltet.

Was die Motivation betrifft, so haben wir, vor allem bei den Hauptdiplomsprüfungen einen Zeitplan gemacht. Ich hab den Plan dann für mich als verbindlich akzeptiert und mir jeden Gedanken an eine Verzögerung verboten. Ich MUSSTE bestimmte Dinge bis zu diesem Zeitpunkt lernen, da hab ich mir keine Diskussion erlaubt.
Die Prüfungsordung für die Physik ist (meiner meinung nach) etwas ungeschickt. Man kann die beiden großen Prüfungen (theoretische und Experimentalphysik) nur max. 3 Wochen auseinander legen. Da man für jede Prüfung den Stoff von 5 bzw.6 Semestern können muß, gibt das einen ziemlich Lernmarathon - bei mir ein halbes Jahr ununterbrochenes Lernen.
Da schwindet die Motivation schon bald und so war die einzige Möglichkeit für mich, das alles zu schaffen eben dieser Zwang (Lernplan). Gerade am Schluß war es ziemlich hart, ich mußte mich jeden Tag regelrecht zum lernen prügeln, aber da ich mir keine Ausnahme gestattet habe, hab ich es geschafft.
Ich glaube, wenn ich einmal angefangen hätte, zu schlampern hätte ich verloren gehabt.
Bei so einem Marathon muß man sich allerdings auch die Ruhetage einplanen, sonst bricht man zusammen. Z.B. Sonntags ist frei und zwar ohne schlechtes Gewissen.

Das war meine Methode. Ich hab’s damit geschafft. Was aber nicht heißen soll, daß das die einzig seligmachende Art ist.
Ich wünsche dir, daß du nicht so eine harte Lernphase hast.

Grüßle,
Sandra

Hi Eva,

die Größe der Gruppe variierte von 2 bis 4 Leute, mehr haben sich unserer Meinung nach als zu ‚quatschgefährdet‘ dargestellt.

Zum Ablauf:
Vor(!) der intensiven gemeinsamen Lernphase, wurde von jedem Mitglied der Stoff alleine durchgearbeitet, damit ein etwa gleicher Kenntnisstand da war und nicht bei Adam und Eva angefangen werden mußte.

Je nach Prüfung (Stoffumfang) haben wir uns dann von ein bis zweimal die Woche (a ca. 2 - 3 h) bis zu einer fast fünfwöchigen ‚Klausur‘ zusamengefunden.
Im letzteren Fall war der Stoff von 4 Semesten Vorlesung und 3 Semestern Praktikum zu verarbeiten (eine Schlüsselklausur für mein Studium). Wir haben uns in ein Haus auf dem Land zurückgezogen (ohne Fernseher) und haben Vormittags ca. 4 h (mit Pausen) und Nachmittags noch mal 4 h gearbeitet.
Dazu gehört allerdings eine ziemliche Bereitschaft sich nicht auf dem Wecker zu gehen :wink:

So was geht aber nur mit Leutchen, die man mag und die sich alle(!) darüber im klaren sind, daß niemand aus der Reihe tanzen darf.

Bei uns hat es geklappt; wir haben uns zusammen auf etwa 8 Klausuren vorbereitet.

Gandalf