Lese-Rechtschreib-Schwäche?

Hallo,

meine Tochter ist in der 2. Klasse und hat große Probleme mit der Rechtschreibung. Nun heißt das natürlich nicht, dass es eine LRS ist, aber trotzdem die Frage:

Wer stellt eine evt. Lese-Rechtschreib-Schwäche fest? Kann auch eine Ausschlussdiagnose gemacht werden? Ab welchem Alter sollte man sich Gedanken machen?

Gespräche mit der Schule und den Lehrern bringen mir nicht wirklich viel, irgendwie sind die leider wenig motiviert.

Danke für Rat

Susanne

Hallo Susanne.
Die Diagnose der LRS ist heute bei Lehrern immer noch umstritten. Die älteren Semester vor alem kleben an den Symptomen der Buchstabendreher.
Es ist manches Mal schwer, klar zu machen, dass ein Kind mit Lesen und Rechtschreiben Schwierigkeiten hat, obwohl es diese Buchstabendreher nicht hat.
Wir haben unsere Kinder in einer Kinder-und Jugendpsychiatrie testen lassen. Man kann das auch bei niedergelassenen Kinderpsychiatern und spezialisierten Kinderärzten machen lassen. Außerdem gibt es hier ein sogenanntes Legastheniezentrum, das ist ein Kinderpsyhologe, der sich auf die Feststellung und Therapie der Legasthenie spezialisiert hat.
Sowas kann man eventuell in der Schule, über den Schulpsychologischen Dienst oder auch über das Telefonbuch erfahren.
Vorteil der Arztvariante war bei uns, dass das von der Krankenkasse bezahlt wurde, während das andere privat zu tragen war und das war teuer.
Viel Erfolg und Gruß
T

Hallo Susanne,

Tritonus` Tipps sind hervorragend, ich möchte dich aber ermutigen, mit dem GAng zum Kinderpsychologen noch etwas zu warten. Die zweite Klasse (die ja auch eben erst begonnen hat) scheint mir etwas zu früh für Unternehmungen in diese Richtung zu sein. Bis zur dritten Klasse kommt es auf Rechtschreibung wirklich noch nicht an, die Kinder sollen erst einmal das Laut-Buchstabensystem an sich verstehen, sich mit den Buchstaben und all den anderen komplizierten Einzelheiten beim Schreiben vertraut machen. Sie sollen zum Schreiben ermutigt werden. Die Beziehung zum Schreiben soll positiv besetzt werden. Sie soll nicht durch zu hohe Ansprüche von vornherein angstvoll erlebt werden. Vielleicht verhalten sich die Lehrer deshalb so zurückhaltend.

Das Risiko besteht darin, dass dein Kind unter Umständen vielleicht zum Fall gemacht wird, damit bestimmte Institutionen von den Krankenkassen Aufträge erhalten. Zunächst würde ich mir so viele Informationen wie möglich über Dyslexie verschaffen und erst dann zum Arzt gehen, wenn du dir selbst ziemlich sicher bist, was du willst und was du nicht willst.

Viel Glück,
Juliane

Hallo Susanne.

Die Diagnose der LRS ist heute bei Lehrern immer noch
umstritten. Die älteren Semester vor alem kleben an den
Symptomen der Buchstabendreher.
Es ist manches Mal schwer, klar zu machen, dass ein Kind mit
Lesen und Rechtschreiben Schwierigkeiten hat, obwohl es diese
Buchstabendreher nicht hat.
Wir haben unsere Kinder in einer Kinder-und Jugendpsychiatrie
testen lassen. Man kann das auch bei niedergelassenen
Kinderpsychiatern und spezialisierten Kinderärzten machen
lassen. Außerdem gibt es hier ein sogenanntes
Legastheniezentrum, das ist ein Kinderpsyhologe, der sich auf
die Feststellung und Therapie der Legasthenie spezialisiert
hat.
Sowas kann man eventuell in der Schule, über den
Schulpsychologischen Dienst oder auch über das Telefonbuch
erfahren.
Vorteil der Arztvariante war bei uns, dass das von der
Krankenkasse bezahlt wurde, während das andere privat zu
tragen war und das war teuer.
Viel Erfolg und Gruß
T

Hallo Susanne,

Tritonus` Tipps sind hervorragend, ich möchte dich aber
ermutigen, mit dem GAng zum Kinderpsychologen noch etwas zu
warten. Die zweite Klasse (die ja auch eben erst begonnen hat)
scheint mir etwas zu früh für Unternehmungen in diese Richtung
zu sein.

Hallo,

das sehe ich nicht so, weil es ja durch die begleitenden Therapien nicht erst zu einer Manifestation in Richtung ‚ich bin dümmer als die anderen‘ kommen soll. Das Problem einer echten LRS sind ja nicht die Fehler im Diktat sondern die Verständnisschwierigkeiten, die sich auch durch die mangelnde Lesekompetenz ergeben.

Freunde von mir sind mit ihrem Kind auch so zu Beginn der zweiten Klasse losgegangen, als die Lütte anfing damit zu hadern, daß sie noch nicht richtig lesen konnte, seitdem gab es eine entsprechende Therapie (nennt man das so?), die Kleine wußte, daß sie eine beherrschbare Behinderung hat und sonst ebenso klug wie die anderen Kinder ist…egal, das Kind ist heute sehr erfolgreich auf einem Gymnasium.

Gruß Maid

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Hallo Juliane

Tritonus` Tipps sind hervorragend, ich möchte dich aber
ermutigen, mit dem GAng zum Kinderpsychologen noch etwas zu
warten. Die zweite Klasse (die ja auch eben erst begonnen hat)
scheint mir etwas zu früh für Unternehmungen in diese Richtung
zu sein. Bis zur dritten Klasse kommt es auf Rechtschreibung
wirklich noch nicht an, die Kinder sollen erst einmal das
Laut-Buchstabensystem an sich verstehen, sich mit den
Buchstaben und all den anderen komplizierten Einzelheiten beim
Schreiben vertraut machen.

Das seh ich aber anders. Man kann nicht früh genug mit einer Förderung anfangen. Sonst bildet sich ein ordentlicher Frust aus, weil immer die Noten schlecht sind. Und die spielen nun mal auch in der zweiten Klasse eine große Rolle. Wir haben einen Fall in der Klasse unseres Sohnes, wo sich die Mutter beständig geweigert hat. Dieser Junge ist bis heute der Looser ( jetzt 15). Förderung so früh wie möglich, dem Alter entsprechend. Eine erfolgreiche Schullaufbahn kann daran hängen.

Gruße
T

Hallo Juliane,

meine Tochter schreibt sehr gern, nur leider mit massiven Fehlern. Sie schreibt aber auch wirklich alles auf. Schreibt uns und der Oma Briefe, die sie dann selber zustellt. Also kurz, Angst vor dem Schreiben hat sie nicht. Nur die Fehler die wir dabei erkennen…

Mittlerweile (nachdem ich nun täglich etwas mit ihr übe) bin ich fast der Meinung, dass sie sich nicht richtig konzentrieren kann und die Probleme daher kommen. Sie springt z.B. mitten in der Übung auf, oder erzählt von völlig anderen Dingen usw. Vielleicht sollte ich mich mehr auf ein Konzentrationstraining einlassen. Aber wie macht man das?

Als Konsequenz der schlechten Leistungen werde ich meine Arbeitszeit ab Dezember um 5 Stunden verkürzen und versuchen weiterhin mit ihr etwas zu üben (allerdings ohne großen Druck), denn dafür ist oft zu wenig Zeit wenn man voll arbeitet.

Viele Grüße

Susanne

Hallo Susanne

Denke Deine Frage ist unten schon sehr gut beantwortet worden.
Will Dir aber noch etwas anderes interessantes darlegen.
Aufgrund einzelner Erfolge mittels Omega3 Fettsäuren bei Kindern mit LRS hat man gerade eine wissenschaftliche Studie (glaube in England)über dessen Wirksamkeit gestartet. (Zu Beziehen bei der Fa. Cenaverde, glaube die kommt aus den NL) Da die Resultate erst übernächstes Jahr erwartet werden und da entsprechende Nahrungsergänzungen recht günstig sind, empfehle ich Dir die Abgabe entsprechender Kapseln an Deinem Kind zu versuchen, da eine Einnahme von Omega3 Fetten keine Nebenwirkungen hat und auf jeden Fall gesund ist (ungestättigtes Fett)
Omega3 Fettsäure findest Du zB in Sardinenöl. Achte darauf, dass EPA Anteil mindestens doppelt so gross ist wie der GLA Anteil besser dreifach so gross, da der EPA Anteil die Wirkung zu haben scheint. Lass Dich in einer guten Apotheke beraten.

Sollte Dein Kind überdurchschnittlich krank, Allergieen, Haut- oder Verdaaungsauffälligkeiten haben (Verstopfung oder mehrfach täglich heller und weicher Stuhlgang) dann könnte ihm vielleicht noch was anderes helfen. Melde Dich dann wieder und wenn Du Dich zum Omega3 Fettsäurenversuch entschliesst, bitte gib mir Bescheid, ob es was brachte oder nicht.

Liebe grüsse
Beat

Liebe Susanne,

es ist, finde ich, immer eine gute Idee, mehr Zeit für ein Kind zu haben. Ich kann aus eigener leidvoller Erfahrung nur bestätigen, dass es einem Kind sehr nützt, wenn einer öfter einfach nur für das Kind da ist. Es kann gut sein, dass es sich bei den vielen Fehlern tatsächlich um ein konzentrationsbedingtes Problem handelt - das hätte dann auch mit LRS nicht wirklich etwas zu tun.

Ich bekomme als Lehrerin aber schon manchmal mit, dass Eltern im besten Wollen und Bemühen alles nur noch schlimmer machen. So sagte mir eine Mutter neulich, sie habe sich mit dem Problem ihres Kindes doch vielleicht zu früh an einen Arzt gewandt und damit das Gegenteil erreicht. Ich weiss, man will auf keinen Fall etwas versäumt haben, und ich will dir auch keineswegs abraten, zum Arzt zu gehen - du solltest dich nur auch auf mögliche Gefahren vorbereiten. Längst nicht alle Kinderärzte sind wirklich kompetent. Es kann in der Tat sehr helfen, wenn das Kind einfach weiss, ok, ich habe hier eine Art Behinderung, aber ich habe andrerseits auch viele Stärken (LRS ist a u c h eine Begabung). Nur: Du weißt ja noch nicht, ob es wirklich LRS ist!

Auf jeden Fall finde ich es gut, dass du dir über mögliche Ursachen Gedanken machst. Viele Eltern meinen, die Kinder einfach nur auf gute Noten trimmen zu müssen. Sie setzen sich zu Hause hin und „üben“ mit dem Kind „Diktat“ - dabei gibt es lerntechnisch gesehen kaum eine ungünstigere Möglichkeit. Die Chance, dass die Kinder dabei verlernen, was sie schon können, ist viel höher als die, dass sie etwas Neues hinzulernen. Der Übungseffekt besteht fast ausschließlich im „Schreiben an sich“, d. h. die Kinder schreiben mehr, werden feinmotorisch sicherer und tun sich deshalb etwas leichter. Abschreiben brächte in dieser Hinsicht jedoch dasselbe, allerdings mit dem zusätzlichen Vorteil, dass von Vornherein eine Konzentration auf die r i c h t i g e n Buchstaben stattfinden kann. Lerntechnisch viel besser sind jedoch spezielle Rechtschreib-Übungshefte.

Aus der ERfahrung mit meinem eigenen Kind muss ich allerdings sagen, dass es ohne schwere familiäre Verwerfungen nicht möglich war, solche Übungen einzuführen. Konzentration und Durchhaltevermögen würde ich durch Waldspaziergänge, gemeinsames Essenmachen, gute Hörspielkassetten, Musikhören, Lesen, Fernseheinschränkung, Spiele und Ähnliches fördern, ich hätte Bedenken, meinem Kind in seine Arbeit allzu viel hineinzureden.

Da dein Kind so gern schreibt (was du schilderst, hört sich geradezu ideal an), hast du wohl eine ausgezeichnete Ausgangsposition. Merkt dein Kind eigentlich, dass die Briefempfänger das Geschriebene nur schwer lesen können, weil es so „fremd“ geschrieben ist? Vielleicht würde die Rückmeldung: „Ich weiss nicht, was du geschrieben hast“ das Kind ermutigen, mehr auf die komventionelle Schreibweise zu achten.

Viele Grüße,
Juliane

h erlebt, das:meine Tochter schreibt sehr gern, nur leider mit massiven

Fehlern. Sie schreibt aber auch wirklich alles auf. Schreibt
uns und der Oma Briefe, die sie dann selber zustellt. Also
kurz, Angst vor dem Schreiben hat sie nicht. Nur die Fehler
die wir dabei erkennen…

Mittlerweile (nachdem ich nun täglich etwas mit ihr übe) bin
ich fast der Meinung, dass sie sich nicht richtig
konzentrieren kann und die Probleme daher kommen. Sie springt
z.B. mitten in der Übung auf, oder erzählt von völlig anderen
Dingen usw. Vielleicht sollte ich mich mehr auf ein
Konzentrationstraining einlassen. Aber wie macht man das?

Als Konsequenz der schlechten Leistungen werde ich meine
Arbeitszeit ab Dezember um 5 Stunden verkürzen und versuchen
weiterhin mit ihr etwas zu üben (allerdings ohne großen
Druck), denn dafür ist oft zu wenig Zeit wenn man voll
arbeitet.

Viele Grüße

Susanne