Leselernmethoden

Hallo,

als Ahnungslose muß ich hier mal wieder fragen. Die Tochter meines Freundes wird im Mai sieben und geht seit letztem Sommer zur Schule. Das erste Halbjahr wurde ihr von der Klassenlehrerin auch super quittiert, am meisten haben sich alle Beteiligten (mein Freund, seine Ex-Frau und ich) darüber gefreut, daß man ihr, im Gegensatz zu anderen Kindern in der Klasse nicht anmerkt, daß sie ein „Scheidungskind“ ist. Soweit so gut.

Probleme gibt es beim Lesen. Erstens hat sie ein supergutes Gedächtnis und wenn sie einen Text mehr as zweimal mitbekommen hat, kann sie ihn auswendig und liest ihn gar nicht mehr. Dazu kommt, daß in der Klasse das Lesen über Silben gelehrt wird, das bereitet ihr auch Probleme und sie kriegt es nur schwer hin, Buchstaben nacheinander zusammen zu bringen. Sie liest also deutlich schlechter als der größte Teil der anderen Kinder. Rechnen kann sie super, daß macht ihr auch Spaß und sie fordert ihren Papa immer wieder auf, ihr neue Zettel mit Rechenaufgaben zu basteln.

Habt ihr Erfahrungen mit der Silbenmethode? Wie ist sie im Vergleich zu anderen Methoden zu berwerten? Ist da bei dem Kind im Hinblick aufs Lesen etwas bedenklich? Wie könnte man sie fördern ohne ihr Druck zu machen?

Vielen Dank schon mal für Erfahrungsberichte und Tipps.

Gruß

Avera

Hi,

Habt ihr Erfahrungen mit der Silbenmethode?

Bin nicht sicher, wegen „Methode“. Meine Kinder haben ja auf Englisch lesen gelernt. Also kann ich dazu nichts sagen.

Wie könnte man
sie fördern ohne ihr Druck zu machen?

Bücher kaufen, leihen, lesen.
Im englischen System gibt es keine „Fibel“. Die Kinder bekommen jeden Tag ein kleines Buch aus einer Lesereihe mit nach Hause, das sie mit den Eltern lesen müssen. Auf diese Art wird dem Auswendiglernen (und der Langeweile) ein Riegel vorgeschoben.
Der Vorteil: es funktioniert sehr individuell. Manche Kinder sind langsamer und brauchen länger bis sie eine Reihe durchhaben.
Für Kinder ,die Bücher „fressen“, gibt es Paralleltexte oder sie bekommen, wenn sie mit einer Reihe fertig sind, eine neue Reihe (vom gleichen Verlag oder auch mal von anderen).
Wenn man so eine Reihe auf Deutsch finden würde - einfach durch"arbeiten" --> lesen. Dabei immer auf den Spass achten und nicht auf totale Genauigkeit.

Gruß
Elke

Lesen und Raten
Moin,

Probleme gibt es beim Lesen. Erstens hat sie ein supergutes
Gedächtnis und wenn sie einen Text mehr as zweimal mitbekommen
hat, kann sie ihn auswendig und liest ihn gar nicht mehr.

Wer liest schon den gleichen Text zweimal :smile:

Dazu
kommt, daß in der Klasse das Lesen über Silben gelehrt wird,
das bereitet ihr auch Probleme und sie kriegt es nur schwer
hin, Buchstaben nacheinander zusammen zu bringen. Sie liest
also deutlich schlechter als der größte Teil der anderen
Kinder.
Habt ihr Erfahrungen mit der Silbenmethode? Wie ist sie im
Vergleich zu anderen Methoden zu berwerten? Ist da bei dem
Kind im Hinblick aufs Lesen etwas bedenklich?

Vermutlich rät das Mädel eher, als das es liest. Sie liest also nicht, was tatsächlich dort steht, sondern erkennt ein paar Buchstabenkombination und versucht den Rest zu raten. Vermutlich hat sie sich vor der Schulzeit bereits bestimmte Buchstabenmuster merken können, womöglich noch anhand von Material mit einem Bild daneben, wie „Auto“ (Bild von Auto), „Haus“ (Bild von Haus) usw. und das Wiedererkennen dieser Buchstabenkombinationen wurde dann mit „lesen“ verwechselt. Wenn ich mich recht erinnere, dann gab es sogar mal eine Zeit, wo diese Art des „Lesen“ lernens propagiert wurde. Bei relativ einfachen und bekannten Wörtern funktioniert das dann auch noch halbwegs. Wenn dann allerdings längere und unbekannte Wörter auftauchen, bricht das System zusammen. Ein Wort wie „Hochgeschwindigkeitszug“ oder „Katasteramt“ kann man sich nur erlesen, wenn man in der Lage ist, dieses Wort in Silben zu zerlegen. Somit halte ich persönlichh die Silbenlernmethode für ziemlich gut.

Wie könnte man
sie fördern ohne ihr Druck zu machen?

Zunächst müsste man klären, ob sie überhaupt in der Lage ist, Wörter in Silben zu zerlegen. Dazu könnte man mit ihr „Silbenklatschen“ spielen, also nach jeder Silbe eines Worts klatschen. Klappt das tadellos, solltet ihr zuerst mit ihr einsilbige Wörter oder einzelne Silben üben, und zwar Lesen und auch als Diktat (wenn man schreibt, ist man genauer, dann kann man nichts verhuschen). Der nächste Schritt wäre dann, Wörter optisch in Silben zu zerlegen, also ihr Texte vorlegen, wo kleine Lücken zwischen den Silben sind, z.B. sowas: An dre as geht ans Te le fon.

Oder Wörter wie „Telefon“ in Silben zerschnipseln und sie die einzelnen Papierschnipsel dann wieder zu einem Wort zusammenpuzzeln lassen.

Wichtig ist, dass sie davon abkommt, Wörter zu „raten“ und über den Text wegzuhuschen.

Gruß
Marion

Hi,

Bin nicht sicher, wegen „Methode“. Meine Kinder haben ja auf
Englisch lesen gelernt. Also kann ich dazu nichts sagen.

Wie könnte man
sie fördern ohne ihr Druck zu machen?

Bücher kaufen, leihen, lesen.

Das versuchen wir gerade. Haben aber bisher die wirklich einfachen Sachen, an die ich mich sogar noch selbst aus meiner Schulzeit (vor der letzten Eiszeit) zu erinnern glaube, nirgends gefunden. Die Sätze sind einfach zu lang. Mein Freund fertigt daher selbst kleine Texte für sie an.

Mich würde vorrangig interessieren, ob noch jemand Erfahrung mit Kindern in ungefähr diesem Alter mitzuteilen hat, die ebenfalls nach dieser Methode das Lesen lernen. In dieser Schule wird das erst seit kurzer Zeit gemacht. Ich kann mir den Nutzen auch noch nicht so recht vorstellen, da ja auch Silben aus Buchstaben bestehen und sich ja nicht in der gleichen Weise und Regelmäßigkeit wiederholen, wie die Buchstaben selbst. Ich meine, wenn man die Buchstaben beherrscht, ist man in der Lage, sich langsam die Worte selbst zusammenzusetzen. Bei der Silbenmethode müssen die Silben doch im Grunde eingepaukt und dann, relativ mühsam, von Wort zu Wort in anderer Kombination wieder zusammengesetzt werden.

Vielen Dank erstmal.

Liebe Grüße

Avera

Moin :smile:

Mich würde vorrangig interessieren, ob noch jemand Erfahrung
mit Kindern in ungefähr diesem Alter mitzuteilen hat, die
ebenfalls nach dieser Methode das Lesen lernen.

*wink*

Ich kann mir
den Nutzen auch noch nicht so recht vorstellen, da ja auch
Silben aus Buchstaben bestehen und sich ja nicht in der
gleichen Weise und Regelmäßigkeit wiederholen, wie die
Buchstaben selbst.

Moment…die einzelnen Buchstaben sollten natürlich vorher bekannt sein.

Ich meine, wenn man die Buchstaben
beherrscht, ist man in der Lage, sich langsam die Worte selbst
zusammenzusetzen.

Jein. Sicher kennst du auch diese typischen „Verleser“ wenn man nicht sauber nach Silben trennt oder falsch betont. Ein einfaches Wort wie „Tomate“ kann schon problematisch werden, wenn das Kind nicht liest „To ma te“, sondern „Tom ate“.

Bei der Silbenmethode müssen die Silben doch
im Grunde eingepaukt und dann, relativ mühsam, von Wort zu
Wort in anderer Kombination wieder zusammengesetzt werden.

Nö. Es geht nur darum, dass das Kind von Anfang an lernt, Buchstaben zu Silben zusammenzufassen und aus diesen Silben dann Worte zu bilden, bzw. umgekehrt Worte in Silbern zu zerlegen. Aber wie gesagt, die einzelnen Buchstaben sollten natürlich schon bekannt sein.

Gruß
Marion

Hallo Avera,
nur ne ganz schnelle Antwort.
Mein Jüngster hatte ein ähnliches Problem.
Das:
http://www.vobs.at/cis/Lernfoerderung/Begleittext-Au…
könnte vielleicht ganz interessant sein.

Wir haben das Problemchen relativ schnell mit Silbenklatschen (kann man mit kurzen bekannten Texten auch prima beim Spazierengang machen) und Quatschwörtern (ist lustig und Kind ist „gezwungen“ genau zu lesen) gelöst.

Falls du dir nicht genau vorstellen kannst was ich mein, mail mich mal an… dann schick ich dir am Montag einige Textbeispiele.

LG
Simone

Hallo

Dazu
kommt, daß in der Klasse das Lesen über Silben gelehrt wird,
das bereitet ihr auch Probleme und sie kriegt es nur schwer
hin, Buchstaben nacheinander zusammen zu bringen.

Meine Schwester hat auch so lesen gelernt, und sie hat bis heute Schwierigkeiten in der Rechtschreibung (höchstwahrscheinlich deswegen). Bei mir war diese Methode zum Glück schon wieder abgeschafft.

Ich würde einfach einzelne Buchstaben mit ihr üben, also erstmal noch mal m = mmmmm, r = rrrrrrrrrr usw. Das kann sie ja bestimmt, aber als wiederholung und zum Mutmachen (eben weil sie es wohl schon kann). Dann würde ich jeweils 2 Buchstaben üben: ma, pa, ra, na / am, ap, ar, an. Das wäre eine Übung für einen Tag. Immer nur wenig und am nächsten Tag wiederholen. Wenn es noch schwer geht, nächster Tag nochmal wiederholen. Wenn nicht, dann: mo, po, ro, no/ om, op, or, on. Am nächsten Tag wiederholen und mi, pi usw.

Wenn das alles klar ist mit sämtlichen (oder fast sämtlichen) 2-Buchstaben-Kombinationen, kämen solche Sachen wie sch, ch usw. Dann auch cha, scha. ach, asch. / chi, schi. ich, isch. usw. Auf die unterschiedlich Aussprache vom ch in ach und ich aufmerksam machen.

Dann kommen noch and, end, ond, und. ant, ent, ont, unt. Da würde ich direkt auch anschließen: ande, ende, onde, unde. ante, ente, onte, unte. Dann ard, erd, ord, urd/ art, ert, ort, urt.// arde, erde, orde, urde./ arte, erte, orte, urte.

Dann muss natürlich noch kommen: bra, bre, bro, bru. pra, pre, pro, pru. dra, dre, dro, dru. tra, tre, tro, tru. gra usw. kra usw. und sta usw. und spa, und vielleicht noch stra usw. und spra.

Dann würde ich die Silben üben, die in der Schule vorkommen. Wenn man das täglich, aber jeweils nicht länger als 10 Minuten (d. h. ca. 5 Minuten) macht, mit Wiederholungen am nächsten Tag und dann noch einmal in der folgenden Woche (alles aufschreiben, Strichliste führen), kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Viele Grüße
Simsy

Hallo Avera,

Sie liest
also deutlich schlechter als der größte Teil der anderen
Kinder.

Lesen lernt man nur durch lesen :smile:.
Aber ernsthaft, das Kind ist in der 1. Klasse. NOCH würde ich mir nicht so einen Kopf machen. Bei manchen dauert es eben ein bisschen länger, andere schnallen es früher.
Vergleiche zu ziehen ist ganz schwierig und vor allem darf man das Kind seine „Schwäche“ nicht spüren lassen. Das entmutigt nur und macht es noch schwerer…
Es hilft wirklich nur üben. Jeden Tag nach den normalen Hausaufgaben noch ein paar Minütchen dranhängen bis es eines Tages „klick“ macht.

Rechnen kann sie super, daß macht ihr auch Spaß und

Natürlich macht es Spaß, wenn man Erfolgserlebnisse hat. Verschafft ihr diese auch beim Lesen - auch beim klitzekleinsten Fortschritt loben.

Habt ihr Erfahrungen mit der Silbenmethode?

Nein, vermutlich nicht. Ich weiß gar nicht, welche „Methode“ bei meinen Kindern benutzt wurde. Es war wohl was kombiniertes - ganzheitliche Wortbilder am Anfang, die Buchstaben nebenher und dann wurden Silben gebildet und „zusammengeschliffen“ - funktionierte eigentlich ganz gut.

Wie ist sie im
Vergleich zu anderen Methoden zu berwerten? Ist da bei dem
Kind im Hinblick aufs Lesen etwas bedenklich?

Was soll Dir diese Information nützen? Offenbar haben viele Kinder in der Klasse damit Erfolg, die Schule wird von diesem Konzept sicher nicht abweichen weil ein paar Kinder Probleme haben.

Wie könnte man
sie fördern ohne ihr Druck zu machen?

Oft gibt es zu den in der Schule ausgegebenen Materialen auch Begleitmaterial wie Arbeitshefte usw. Danach könntest Du Dich umsehen und ein paar Übungen für sie herausschreiben oder kopieren.

Den Lehrer ansprechen und nach Zusatzmaterial, Fördermöglichkeiten fragen.

Und schließlich - bei meiner Grundschülerin 3. Klasse gibt es seit diesem Schuljahr wieder eine Stunde „Leseförderunterricht“ pro Woche. Vielleicht wäre das eine Anregung für den nächsten Elternabend/ -sprechtag.

Aber wie gesagt, sie ist erst in der ersten Klasse. Uns wurde immer gesagt, dass die Kinder bis Ende zweiter Klasse Zeit haben richtig lesen zu lernen. Ab Klasse zwei wurden dann pro Tag 15 Minuten lesen üben angesetzt.

Ich habe von keinem Elternteil gehört, dessen Kind es nicht gelernt hätte. Die einen eher, die anderen später.
Macht euch nicht verrückt :smile:.

Gruß
Lilith

Hallo,

Das versuchen wir gerade. Haben aber bisher die wirklich
einfachen Sachen, an die ich mich sogar noch selbst aus meiner
Schulzeit (vor der letzten Eiszeit) zu erinnern glaube,
nirgends gefunden. Die Sätze sind einfach zu lang. Mein Freund
fertigt daher selbst kleine Texte für sie an.

Nur zum Theam Lesestoff finden:

Bei uns in der Gegend nehmen viele Schulen am Antolin Programm teil:

http://www.antolin.de

Da findet man Bücher für die unterschiedlichen Lesenlern-Stadien in der Grundschule, und die Kinder werden fürs lesen belohnt. Zwar keine Antwort auf die eigentliche Frage, aber vielleicht ja doch nützlich

Tranquilla

moin,

mach mit deinem kind einfache kreuzwortraetsel!

die loesungen werden gemeinsam erarbeitet, das kind darf die ergebnisse dann in die kaestchen schreiben.

da kommt dann gemeinsam freude auf, wenn zum schluss alles stimmt, es schult auch die handschrift, und irgendwann gibt es auch einen wiedererkennungswert der geschriebenen worte.

gruss
khs

Wie könnte man
sie fördern ohne ihr Druck zu machen?

Hallo Avera,

am besten lässt ihr sie selbst aussuchen womit sie das Lesen lernen möchte.

Bei meinem Sohn waren das die Comics. Und das hat hervorragend geklappt.

Lieben Gruß,
Maja

moin,

mach mit deinem kind einfache kreuzwortraetsel!

die loesungen werden gemeinsam erarbeitet, das kind darf die
ergebnisse dann in die kaestchen schreiben.

da kommt dann gemeinsam freude auf, wenn zum schluss alles
stimmt, es schult auch die handschrift, und irgendwann gibt es
auch einen wiedererkennungswert der geschriebenen worte.

Hi khs,

das ist eine interessante Idee. Dabei wird sich auch auf das Wesentliche, nämlich die Buchstaben und die Verbindung der Buchstaben zu Worten konzentriert. Die ganze Silbensache halte ich zum jetzigen Zeitpunkt eher für störend und irritierend.

Vielen Dank!

Avera

Auch Moin,

Wer liest schon den gleichen Text zweimal :smile:

Stimmt.

Vermutlich rät das Mädel eher, als das es liest. Sie liest
also nicht, was tatsächlich dort steht, sondern erkennt ein
paar Buchstabenkombination und versucht den Rest zu raten.
Vermutlich hat sie sich vor der Schulzeit bereits bestimmte
Buchstabenmuster merken können, womöglich noch anhand von
Material mit einem Bild daneben, wie „Auto“ (Bild von Auto),
„Haus“ (Bild von Haus) usw. und das Wiedererkennen dieser
Buchstabenkombinationen wurde dann mit „lesen“ verwechselt.
Wenn ich mich recht erinnere, dann gab es sogar mal eine Zeit,
wo diese Art des „Lesen“ lernens propagiert wurde. Bei relativ
einfachen und bekannten Wörtern funktioniert das dann auch
noch halbwegs. Wenn dann allerdings längere und unbekannte
Wörter auftauchen, bricht das System zusammen. Ein Wort wie
„Hochgeschwindigkeitszug“ oder „Katasteramt“ kann man sich nur
erlesen, wenn man in der Lage ist, dieses Wort in Silben zu
zerlegen. Somit halte ich persönlichh die Silbenlernmethode
für ziemlich gut.

Meiner Beobachtung nach, wird hier das Silbenthema an der falschen Stelle angebracht, in dem es in das Lesenlernen eingebaut wird. Das kann dann zu gewissen Irritationen führen. Ich sehe das so, daß, wenn das Lesen über die Aneinanderreihung von Buchstaben noch nicht richtig sitzt, das Lernen von Silben nicht möglich ist. Denn die Silben werden dann womöglich im Wort nicht erkannt. Wenn man dazu Hilfen verwendet, wie z.B. unterschiedliche Färbung der Silben, wird das Lesen von normalen Texten, die diese Hilfen nicht haben, fast unmöglich. Das Lernen von Silbentrennung kann doch erst dann was bringen, wenn das Lesen schon beherrscht wird.

Zunächst müsste man klären, ob sie überhaupt in der Lage ist,
Wörter in Silben zu zerlegen. Dazu könnte man mit ihr
„Silbenklatschen“ spielen, also nach jeder Silbe eines Worts
klatschen.

Das ist doch aber etwas, das rein mit dem Hören zu tun hat. Das Problem liegt aber im Lesen.

Klappt das tadellos, solltet ihr zuerst mit ihr
einsilbige Wörter oder einzelne Silben üben, und zwar Lesen
und auch als Diktat (wenn man schreibt, ist man genauer, dann
kann man nichts verhuschen). Der nächste Schritt wäre dann,

Wörter optisch in Silben zu zerlegen, also ihr Texte vorlegen,
wo kleine Lücken zwischen den Silben sind, z.B. sowas: An dre
as geht ans Te le fon.

Das passiert ja schon und ist genau der Grund für das Übel und sollte m.E. im nächsten Schritt folgen, wenn das Lesen „sitzt“.

Oder Wörter wie „Telefon“ in Silben zerschnipseln und sie die
einzelnen Papierschnipsel dann wieder zu einem Wort
zusammenpuzzeln lassen.

Finde ich eine gute Idee für das Silben lernen (werden wir ins Repertoir aufnehmen).

Wichtig ist, dass sie davon abkommt, Wörter zu „raten“ und
über den Text wegzuhuschen.

Unbedingt!

Vielen Dank für die ausführliche Antwort!!

Liebe Grüße (und schlechtes Gewissen, Du weißt schon warum…)

Avera

Marion