Hallo Experten,
es gibt doch eine Form des Analphabetismus, wo derjenige zwar lesen (im Sinne von Buchstaben sammeln) kann, aber das Gelesene geistig (oder intelektuell) nicht erfasst.
Z.B.: eine Beschreibung, eine Betriebsanleitung, eine Erklärung…
Meine Fragen dazu: ist dies wirklich unter dem Begriff Analphabetismus einzuordnen?
Wenn nein, wie nennt man diese Schwäche?
Wie häufig ist diese Schwäche anzutreffen?
Und, was mich am meisten interessiert: kennt jemand jemanden, der darunter leidet und wie bewältigt der seinen Alltag?
Und, was mich am allermeisten interessiert: welchen Rat kann man Menschen geben, die’s einfach nicht bringen, aber trotzdem interessiert an allem möglichen sind? Wie kann man ihnen helfen? Wie soll sich derjenige verhalten? Was gibt es für Trainingsmöglichkeiten?
Besten Dank schon einmal für Eure Anregungen.
Irene
Hallo Irene,
Mhm, ich würde es vielleicht eher in die Kategorie der Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen, bzw. Auffassungsstörungen einordnen.
Gruß Andreas
Hallo Irene,
Mhm, ich würde es vielleicht eher in die Kategorie der
Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen, bzw.
Auffassungsstörungen einordnen.
Gruß Andreas
Hallo,
dem schließe ich mich an. Es gibt Menschen, die eine hohe bis sehr hohe rationale Intelligenz haben und dennoch beim Lesen eines Textes unter verzögerter Denkgeschwindigkeit leiden können. Eine Freundin von mir hat eine klinisch getestete Hochbegabung (PR 99) im verbalen Bereich und muss sich dennoch einen längeren Text 10 mal oder öfter durchlesen, um ihn erfassen zu können, wobei sie immer wieder Details übersieht und am Ende nicht mehr weiss, wovon am Anfang die Rede war. So kann man natürlich keine Zusammenhänge nachvollziehen, was einen Hochbegabten nach außen hin als „dumm“ erscheinen läßt. Bei ihr liegt übrigens das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom vor.
Gruß,
GeekGirl
Hi Irene,
im Zusammenhang mit PISA ist immer wieder der Begriff „funktionale Analphabeten“ gebraucht worden für Menschen, die wohl lesen können, den Sinn des Gelesenen aber nicht erfassen. Aus meinem persönlichen Umfeld kenne ich dieses Verhalten nur aus Angstreaktionen: Eine Verwandte liest nicht viel, immerhin aber die Tageszeitung. Sowie ein Brief von einer Behörde (Finanzamt, Versicherung, Schule, …) ins Haus kommt, dreht sie die Blätter in den Händen, als wüsste sie nicht mehr, wo oben und unten ist. Sie behilft sich damit, dass sie ununterbrochen redet und so alles erfährt, was ihr wichtig ist.
Gruß Ralf
Danke allerseits
interessant war für mich vor allem, dass dies nichts mit geringer Intelligenz zu tun haben muss.
Grüße
Irene