Hallo,
ich bin jetzt 21 und habe immer noch das Gefühl beim Lesen ziemlich hinterher zu hängen. Wenn zum Beispiel im Kino ein Film mit Untertitel läuft kann ich das gleich vergessen, weil ich zu langsam bin und höchstens 2/3 der Sätze lesen kann. Zudem mache ich beim Lesen oft Fehler, wodurch der Sinn teilweise total verfälscht wird.
Erst kürzlich ist es mir wieder passiert, dass mir mein Bruder einen Film gezeigt hat, bei dem am Anfang ein Text durchlief. Auch da war ich wieder zu langsam. Ich würde so gerne öfter lesen, aber ich finde es sehr anstrengend und wenn man das meiste doppelt und dreifach lesen muss frustriert das total und irgendwann legt man das Buch einfach weg.
Wenn ich laut vorlese schaffe ich es mittlerweile, dass meine Zuhörer einen einigermaßen flüssigen Text zu Ohren bekommen, obwohl mein Vater meint, ich würde sehr schlecht vorlesen. Außerdem bekomme ich dann überhaupt nichts davon mit, was ich lese, weil ich mich so anstregen muss die Buchstaben zu Worten zusammen zu setzen und dann auch noch auszusprechen.
Kann es sein, dass ich eine Leseschwäche habe?
Wo kann man sowas testen lassen und vor allen Dingen: Was kann man dagegen tun?
Ich hoffe ich habe das richtige Forum erwischt.
Vielen Dank schon einmal im Voraus.
onlinejunk
Kann es sein, dass ich eine Leseschwäche habe?
Wo kann man sowas testen lassen und vor allen Dingen: Was kann
man dagegen tun?
Es kommt natürlich sehr darauf an, was man liest.
Die Untertitel bei Filmen laufen generell zu schnell. Darin sehe ich keinen Makel. Mit Büchern ist es so, daß man nur das lesen sollte, was auch interessiert. Wenn es dummes Zeug ist, macht es die Sache um sehr viel schwieriger. Aber immerhin läßt sich der Geist durch ersteres schärfen, so daß man später auch in der Lage ist, stupide Sachen zu lesen 
Mein Vorschlag wäre, lies nur Bücher, Gedichte usw. von Interesse.
gruß
rolf
Hallo,
Kann es sein, dass ich eine Leseschwäche habe?
Die Möglichkeit besteht. Allerdings spricht Ihre Fähigkeit, sich schriftlich auszudrücken - v.a. im Vergleich zu dem, was man an dieser Stelle so manchmal zu lesen bekommt - gegen eine Legasthenie (Lese-Rechtschreibschwäche).
Wo kann man sowas testen lassen und vor allen Dingen: Was kann
man dagegen tun?
Logopäden konsultieren (Kontakt z.B. über eine Sprachheilschule = Sonderschule für Sprachbehinderte).
Ansonsten: Lesen, lesen, lesen. V.a. gute Literatur lesen, also keine Tageszeitungen, keine „laufenden“ Schriften, keine aus dem Englischen übersetzten Reißer, sondern wirklich „Literatur“. In Frage kommen Leute wie Thomas Mann, Martin Walser, (obwohl die folgenden nicht „in“ sind:smile: Johann Wolfgang von Goethe (Prosa), Theodor Fontane, Jean Paul. Bei Interesse an Geschichte: Bismarck schrieb auch einen guten Stil.
mfg
Klaus Schneider
Hallo onlinejunk,
hast Du schon mal einen schlichten, schnöden Sehtest gemacht ?
Grüße
Heike
Hallo,
ich hab schon immer gern gelesen und habe auch überhaupt keine Probleme damit. Trotzdem ging es mir früher beim Vorlesen so wie dir (heute nur noch sehr selten): ich habe das, was ich zB vor der Klasse vorgelesen habe nicht verstanden, musste es mir dann also nochmal durchlesen. Bei mir lag es daran, dass ich mir selbst zu viel Stress gemacht habe und es schnell hinter mich bringen wollte. Wenn das heute der Fall ist verhaspel ich mich genau wie früher.
Mir half es irgendwann sehr bewusst zu lesen, langsam, deutlich und mit Pausen. Etwas vorzulesen dauert eben so lange wie es dauert und die Zuhörer haben auch mehr davon, wenn man langsam und deutlich liest statt alles nur runterzurasseln. Also nimm dir gerade beim Vorlesen alle Zeit die du brauchst und mach dich nicht verrückt, weil alle darauf warten, dass du zum Ende kommst.
Zusätzlich kann es helfen, den vorzulesenden Text vorher wenigstens ansatzweise zu überfliegen, um einen Eindruck zu bekommen worum es geht und wo Lesepausen angebracht sind.
Dir wurde ja auch bereits der Tipp gegeben dir Literatur zu Gemüte zu führen. Obwohl ich ja wie gesagt gern lese fielen mir einige Klassiker (vor allem Goethe) doch recht schwer.
Deswegen möchte ich dir etwas einfachere Bücher empfehlen, konkrete Vorschläge wären da zuerst etwas von Heinrich Böll („Die verlorene Ehre der Katherina Blum“, „Ansichten eines Clowns“), danach Max Frisch („Stiller“, „Mein Name ist Gantenbein“, „Homo Faber“) und dann auch durchaus Theodor Fontane (bes. „Irrungen, Wirrungen“ und „Effi Briest“).
Außerdem lass dir noch gesagt sein, dass du dich nicht verrückt machen solltest. Selbst wenn du irgendwann der Meinung bist du könntest gut und schnell lesen wirst du dich beim Vorlesen ab und zu verhaspeln und es wird immer jemanden geben, der schneller lesen kann als du. Also miss dich nicht daran, dass andere vielleicht „besser“ lesen können als du sondern arbeite einfach darauf hin, dass du mit deiner Leistung und dir zufrieden bist.
Liebe Grüße,
Sue
Moin,
ich würde dir auch raten, erstmal zum Augenarzt.
Gruß
Marion