Lest IHR Groschenromane?

Was fasziniert daran so?

Ich lese Heftromane seit etwa 50 Jahren. Allerdings nicht die abgebildeten Groschenromane, sondern Perry Rhodan. Der Unterschied ist die fortlaufende Handlung der mittlerweile ĂĽber 3000 Hefte und die sehr viel umfangreichere Fantasie. Und nicht zuletzt die dahinter stehende Denkweise, die subtil zu Weltoffenheit und gegenseitige Anerkennung erzieht. Also das Gegenteil von Fremdenhass und Nationalismus.

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Ich habe mal einen Schatz gefunden; 2 Kisten, bis obenhinn gefĂĽllt mit Perry-Rhodan- Heftchen. :smiley:
Die waren noch von Vaddern, aus jĂĽngeren Jahren (60er/70er Jahre).

Bei neueren die „Gespenster-Geschichten“, aber das waren ja schon eher Comics.
Sseltsam? Aber so steht es geschrieben …

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Perry Rhodan würde ich nicht als Groschenheftchen bezeichnen, Perry Rhodan ist Kult. Seit Jahren schreiben namhafte Autoren dort mit. Das hat schon eine andere Qualität als die fast industriell runtergeschriebenen Arzt-, Western- oder sonstigen Heftromane.

Schöne Grüße
Ann da Cava

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Stimmt.

Wied ist es mit Lassiter GF Unger Western?
Und Jetty Cotton?

An den oben genannten fasziniert mich nichts. Aber es gibt Menschen, die möchten gern in Welten eintauchen, in denen immer das Gute siegt, immer die Fleißigen belohnt werden, immer die Krankenschwester den Chefarzt bekommt. Wie gesagt: Nicht meins.

Für Autoren ist es jedoch oft reizvoll an solchen Heften mitzuschreiben, weil es äußerste Disziplin erfordert sich an ein Serienkonzept und andere Beschränkungen des Heftromans zu halten. Zumindest früher war es auch ein sicheres Einkommen. Wie das heute ist, weiß ich nicht. Aber noch immer gilt der Heftroman als Schule des Schreibens.

Schöne Grüße
Ann da Cava

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Jeremias Baumwolle hatte zwar auch seine Fans, erlangte aber nie die (Auflagen)Höhen von PR.

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Ist das nicht der Westernheld der sich in jedem Heftchen mindestens einmal den obligatorischen Cowboyhut vors Gemäch hät wenn er wieder mal von dem rattigen Cowgirl hüpft weil deren Gatte naht??!?!?

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Moin,

vor vielen hundert Jahren Tom Prox, Rolf Torring, dann Kommissar X, Jerry Cotton, Perry Rhodan verschlungen. Bei Gespensterromanen mal heineingeguckt, wg. Dämlichkeit (Geister, die mit Fäusten kämpfen) als unbrauchbar verworfen.

Vor ein paar Jahren mal wieder Jerry Cotton in die Finger gekriegt - heute vom Stil her eine Zumutung (das gilt aber auch für Karl May; damals mit 13 Jahren alle 33 Bände!). Perry Rhodan ist immer noch lesenswert.

GruĂź
Ralf

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ha, genau - der hat alle um-&flachgelegt.
da mein elternhaus sehr unbelesen war, freute ich mich im zarten grundschulalter sehr ĂĽber die lektĂĽre, die beim opa zu finden war.
jedensfalls besser, als nur den quellekatalog durchzulesen.

e.c.

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Während meiner Seefahrtszeit fuhr ich mit einen Kollegen aus der Maschine zusammen. Als er anmusterte grinsten ein paar meiner Kollegen und zogen vielsagend die Augenbrauen hoch und meinten „oje, Nagi!“. Neben dem Seesack hatte er einen alten Pappkoffer der erstaunlich schwer war. Ungeachtet des Übergepäckzuschlags hatte er da ca. 15 kg Heftchenromane, allesamt Arzt- und Heimatromane, mitgebracht. Davon hat er sich, auf See, jeden Abend mindestens einen „gegönnt“. Er saß in der Mannschaftmesse (klimatisiert) und nagte sich (daher sein Spitzname Nagi) beim Lesen die Fingernägel bis zur Hälfte des Nagelbetts weg. Er wurde recht ungehalten wenn man ihn versehendlich störte. Das war m. E. eine Sucht. Die kaufte er im Urlaub gebraucht für 10 Pf. / St. ob er sich die im Urlaub auch zu Gemüte führte, ist mir nicht bekannt.

… und dazu dann

Neue Revue und Quick ?

Und BRAVO :slight_smile:

das kam später & wäre ein eigenes kapitel. auch lustig.

aber tatsächlich, wenn ich so drüber nachdenke, fing meine frühe leseerfahrung mit heftromanen an - jerry cotton, rhen dark (ein kinderfreund hatte eine kiste voll mit dem zeug).
karl may hatte ich da schon durch, perry rhodan war mir zu kompliziert & comics waren noch fast teufelswerk.
nunja, das war mitte 60er & spätestens beim herumpubertieren entdeckte ich die weltliteratur - zb. bukowski…:wink:

e.c.

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Charles Bukowski! JAAAAAA

Der ist mir erstmals Ende der 70ger „begegnet“.
Playboy - Interview!!

jaaaa… …

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Als Kind/Jugendliche hab ich Derartiges gelesen. Es handelt sich ja im Grunde um Märchen.
Meine Oma hat die immer gekauft.
Denn öltere Menschen, eher Frauen, lesen sie schon deswegen, weil die Schrift meistens recht groß ist.

Welcher Jahrgang ist/war dein Opa?

Bei den meisten Opas findet man nur Landser-Hefte.

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Hallo,
Perry Rhodan von Band 1 an, dann irgendwann aufgehört, später dann die Silberbände.
Ansonsten Jerry Cotton, Lassitter, Kommissar X, Dr. Morton und natürlich massenhaft Mr. Dynamit, letztere waren allerdings schon Taschenbücher. Allerdings nannte man das in den 60er Jahren nicht nur „Groschenromane“, weil sie unter 1,00 DM zu haben waren, sondern „respektvoll“ auch „Schundliteratur“. Uns war das egal, gerade „Lassitter“ war bei uns Teenager ein begehrtes Tauschobjekt :smile: :sunglasses:
Heutzutage sind solche Sachen natürlich out (Ausnahmen bestätigen die Regel). Ich versuche gerade einige Perry Rhodan Taschenbücher über Ebay loszuwerden - klappt irgendwie nicht.
Gruss
Czauderna

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ca. 1910

als strammer kommunist wurde sich mit der sa geprĂĽgelt, was ihm eine ziemlich krumme nase bescherte.
die wehrmacht hat ihn trotzdem gekriegt, er ist aber halbwegs heil aus der kriegsgefangenschaft heimgekehrt - mit landserheftchen hätte er sich wohl höchstens den arsch gewischt.

e.c.

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