Sonaja…
Allöchen,
Ich hätte eine Bitte für euch. Ich kenne mich einigermaßen in Englisch aus,
Mit dem „einigermaßen“ hast Du scheinbar Recht, da vieles englisch sehr holprig klingt.
Abgesehen davon brichst Du mit dem zweiten Absatz den Lesefluß komplett.
Deine persönliche Beziehung zur Grünen Insel könntest Du in den Nachsatz stellen, aber nicht mitten rein, insbesondere da Shaw, Beckett und Doyle relativ wenig mit Deinen beruflichen Ambitionen zu tun haben.
habe jedoch keine Ahnung, wie man ofizielle Bewerbungsbriefe schreibt.
Prinzipiell dient ein Motivationsschreiben dazu, dass dem Empfänger klar wird, was Du willst, was Du bisher getan hast um das zu bekommen und was Du als Nächstes tun willst um Deinem Ziel näher zu kommen.
Sollte sich dabei heraus stellen, dass eine Überschneidung zwischen Deiner Perspektive und der Perspektive des potentiellen Arbeitgebers besteht, bist Du geeignet.
Eine Bewerbung ist etwas Anderes. Dort machst Du „Werbung“ für Dich selbst. Im klassischen Bewerbungsschreiben ist es relativ egal, was Du willst - es geht darum, was Du für den kommenden Arbeitgeber leisten wirst und was Du dazu mitbringst.
Was meint ihr, lobe ich mich nicht allzu sehr?
Im Gegenteil, Deine ganzen Konjunktive lassen es furchtbar abwertend bis hin ironisch klingen!
Abgesehen davon ist Eigenlob im LoM fehl am Platz: Die eigene Weltsicht interessiert mehr: Wenn Du meinst, daß Du es schaffen willst, zum (weltbesten Nasebohrer) zu werden gehört das rein, sogar dann wenn es utopisch ist.
Klinge ich überhaupt glaubwürdig?
Aufgrund Deiner Wortwahl leider überhaupt nicht.
Dear Sir, dear Madame
Dear Ladies and Gentlemen?
As surgery is my special interest I am going to devote all my attention and effort to this medical discipline in the future.
Theoretisch ok, aber das ist übertrieben. Alle Aufmerksamkeit kann und sollte man einem Thema nicht widmen, ein bißchen Zeit sollte man auch für Schlaf, Hygiene und Essen investieren 
I appreciate that it requires profound medical knowledge as well applied handicraft.
Appreciate heißt hier: Das ist es, was Dich daran begeistert. Willst Du das sagen?
During my elective I am eager to gain a better insight
Das klingt zu schwach. Wie wäre es mit „I desire to …“
into various operation techniques and various kinds of treatment,
Da sollte man ganz spezifisch werden, denn sonst steht man möglicherweise vor einer Enttäuschung, die einem das Spital auch lieber ersparen würde!
but, especially,
Das hier relativiert alles Vorangegangene. Im Endeffekt heißt „but especially“ nichts weiter als „Bitte ignorieren Sie alles, was ich vorhin gesagt habe, denn erst ab jetzt wird es wichtig“
Wie wäre es mit „…and specifically…“
I am interested in the practical side of surgery, mainly advisable character traits of surgeons, their general view of the surgical discipline, while participating as an observer or, if possible, as an assistant at the operations by holding a hook, for example.
Achdumeinegütedensatzversteheichnichtweilerzulangist!
Komm mal zum Punkt. Wenn Du weißt, was Du willst, kannst Du das auch in zehn Worten sagen!
In order to collect some kind of experience in this area I have started to work as the second operation assistant in the gyneacological department whenever I find it possible.
Das klingt so larifariblablubberisch. Auch hier wäre prägnant und spezifisch wertvoll.
I have attended a surgical “crash-course” to be able to make surgical knots and also put stitches in a wound, besides I have done some private studies on the subject.
Heißt das jetzt, daß Du im Hinterhof Katzen aufschneidest und wieder zusammenflickst? O.o
So klingt es zumindest.
The strong wish to improve my intercultural and social skills, as well as to improve my medical English encouraged me to apply for the elective in Ireland.
Aso also geht’s Dir im Endeffekt gar nicht um das Wissen über das irische Spitalwesen, sondern um Dein medical English und Deine interkulturellen Skills.
Damit könntest Du Dich dann auch genauso ohne Probleme in Australien oder Amerika bewerben.
Hättest Du jetzt wenigstens schon ein paar Reisen ins Land des Grünen vorzuweisen und könntest sagen daß Du in der Nähe Bekannte hättest… aber für reine Theoretiker besteht - für mich als Leser - die große Gefahr, daß Du schon am ersten Tag völlig desillusioniert bist und wieder abhaust.
It is of utmost importance for me to experience the ways you treat patients in your country and to see how different experts, nurses and physicians cooperate in this process of healing people.
Wenn Du hier wenigstens ein bisschen Recherche betrieben hättest und sagen könntest „dasunddas habe ich gehört, finde es toll und will es lernen“ hättest Du einen Grund. Aber andere Heilungsprozesse kennen lernen kannst Du auch in Katmandu.
I mean that it is essential …
Falsches Wort. „I consider it essential“ ginge.
to discern true good and to choose the right means for achieving it.
Als Philosoph aus meiner Seite sage ich Dir, das „Wahre Gute“ findest Du nicht im Spital …
It also will help me to get a better insight in the situation of Germany.
Hö? Das ist mir jetzt völlig unklar wo das auf einmal herkommt. Was willst Du damit bezwecken? Willst Du das Gesundheitswesen in Deutschland studieren oder mit Leib und Seele Chirurg werden? Wen um alles in der Welt schert dann die „Situation in DE“?
I would like to add that the head of … department, where I am working on my doctoral thesis, prof. … comes from Ireland and it is him who has in some way influenced my choice of Ireland, instead of Malta, because he has been a model showing high level of medical education in Ireland.
Oweh… das klingt ja so toll ist es aber nicht. Wenn Du nicht mehr als einen „High Level Überblick“ hast, weißt Du eigentlich gar nicht wovon Du redest - da würde ich von einem motivierten Studenten wirklich mehr erwarten!
As to my personal qualities I think…
Du kannst nicht einmal über Dich selbst hinreichend sichere Aussagen treffen? Und sowas will Chirurg werden? Konjunktiv weg!
I have been trying to
Kennst Du den Unterschied zwischen „try“ und „do“?
Mit „try“ implizierst Du an dieser Stelle den Mißerfolg!
develop the ability to subject myself to completely new situations with regard to other people as well as the common good, so as to be self-reliant in coping with difficulties.
blaaablablaaaaaa.
Ich würde schreiben „I consider myself highly flexible and self-reliant.“
Taking into account my parents’ contribution in teaching me to be highly responsible and purposeful, …
Deine Eltern interessieren weniger.
„From early childhood, I was raised responsible and purpose-driven…“
I hope that I am well organized and decisive.
Während Du das noch hoffst, warte ich mal mit Beispielen für Projekt- und Zeitpläne und umgesetzten Entscheidungen auf.
On the whole I am easy to get on with, friendly
On the what?
Andererseits würde ich einfach schreiben „sociable“.
and hard working,
Das sagt sich so einfach, ein Beispiel wie Du sowas schon mal gemacht hast wäre Gold wert.
besides I enjoy team-work
Kannst Du das irgendwie an einem Beispiel festmachen?
new challenges
Nenne mal ein Beispiel, was das Spital Dir da konkret bieten könnte!
Gruß,
Michael