Letzte Chance? I-Cafe oder nicht oder was sonst

Moin Experten,

bin jetzt fast 51 Jahre jung und arbeitslos:frowning:

Hier in der Region gibts kaum noch Möglichkeiten ( gerade auch in dem Alter ) einen Job zu bekommen, auch Originalausage vom Arbeitsberater :smile:( traurig genug, dass die so etwas sagen ). Und wegziehen tue ich hier nicht mehr! Meine Frau hat hier auch feste Arbeit.

Habe mal Radio-und Fs-Techniker gelernt, war 15 Jahre in einem Lebensmittelkonzern angestellt, davon die letzten 6 Jahre erfolgreich als Filialleiter tätig und habe danach noch eine erfolgreiche Umschulung zum Fachinformatiker hinter mir.

Jetzt meine Frage:
Ich würde mich ja gerne selbständig machen, aber mir fehlt etwas die Entschlusskraft.

Was haltet Ihr von einem Internet-Cafe mit PC- und Homepage-Schulungen hauptsächlich für Senioren und Landwirte?
(Halt, nicht gleich negativ sehen, erst lesen!)

Wohne hier in einer sehr! ländlichen Gegend mit vielen älteren Mitbürgern und auch Bauern.

Gerade auch Bauern möchten gerne das Internet nutzen und wissen eigentlich aber gar nicht wie es geht (Bestandsmeldungen, Homepage für Vermietungen vom Stall:smile: usw., weiß ich aus eigenen Erfahrungen.

Senioren werden gerade hier in der Landgegend immer mehr, und die haben mittlerweile auch Interesse am Internet und an Computern. Siehe diverse Seniorenforen usw…

Wenn ich dann in kleinem Rahmen erstmal ein I-Cafe( mit Druckservice, Fotobearbeitung und -Druck ) ( mit Kaffee und Getränke Ausschank, ev. auch Kuchen und eine Paketannahmestelle oder auch mehr?) anbiete und auch mit Schulungen, speziell für Senioren werben würde, könnte das ev. was werden?

Ein Laden wäre in ausreichender Größe vorhanden, Miete ist sehr günstig!!

Hätte das eine Chance?
Jetzt könnt Ihr mich ja erstmal fertigmachen, von wegen will sich selbständig machen und weiß selbst nicht, ob’s gehen würde, aber ich will ja auch nur mal Meinungen hören, mehr nicht!

Gruß Dieter

Hi

Ich sag´s mal so. Warum nicht?

Du hast dir doch im groben ein vernünftiges Konzept zurechtgelegt.
Mein Eindruck ist aber, das du noch reichlich unschlüssig bist, etwas Neues anzufangen.

Leider kenne ich deine Umgebung , bzw. Einzugsgebiet nicht. Genauso auch nicht deine Bauern, sowie die reiferen Jungen und Mädels. Wenn die aber alle so wissensdurstig sind, wie du schreibst, dann solltest du es machen.

Mehr habe ich nicht zu meckern.

Beachten solltest du aber die gegebenen Bestimmungen für die verschiedenen Bereiche. Essen und Trinken, I-Cafe, usw.

Gruß Nino

Hi Dieter,

du hast da eine wirklich gute Grundidee für einen „ländlichen“ Raum.

Du kannst und musst sie aber noch weiter ausbauen.
Komme selbst aus kleinem Dorf und sehe wenn ich hin und wieder zu Besuch bin, wie die Region überaltert und entvölkert wird.

OK. Als ich deine Frage las, entwickelte sich folgendes Bild:

Ortschaft mit mind. 2000 EW (kleiner bringt dich schnell ins aus)…
Großzügiges Lokal, Einrichtung dem Zielpublikum entsprechend.

Hauptumsatzbereich:
Kaffee & Kuchen, Schnäpschen&Likörchen für die lieben alten Damen
Ausstattung wie ein gemütliches Wohnzimmer.
Die Leute sollen möglichst lange bleiben. Dein Café muss zum allgemeinen Treffpunkt werden, damit du leben kannst.

PC-Bereich:
Nüchterne Einrichtung. Bewirtung sorgt für längeres Verweilen.
Umsatz wirst du gerade am Anfang nicht machen… alles zu neu.

Aktionen, di dein Geschäft ins Gespräch bringen:

  • Altennachmittag einmal im Monat (Zusammenarbeit mit Frauenvereinen u.a. suchen.

  • Tanznachmittag einmal im Monat (vielleicht im Zusammenhang mit Altennachmittag = Seniorentag mit Kaffee, Kuchen & Tanz)
    … als Musiker wirst du immer Alleinunterrhalter finden, die gerne mal für andere spielen möchten… keine CD-Aufleger… notfalls örtlicher Musikverein.

  • Kostenloser Computerkurs für den Einstieg ins Internet
    … große Gruppe… geht nur drum wie man das Ding anmacht und ins nternet geht… du musst dir deine Kunden erst noch heranziehen.

  • E-Bay Aktionen: Du stellst wie E-Bay-Power-Seller Waren der Leute ins Netz… Provision nach beliben wenn verkauft.

Wenn nun einige Leute interessiert sind kann dein I-Net-Café-Beereich endlich Gewinne abwerfen.
Sonderangebote wie z.B. 1 Stunde 1 € … 2 Stunden 1,50€ + Tass’ Kaff’

Dann als Nächstes (sobakld genügend Interesse da ist) bietest du die geplanten Kurse an.

Dir wird wahrschweinlich schon einiges mehr vorschweben oder du kannst meine Grundideen vervollkommnen.

Überlebenswichtig ist, dass du immer daran denken musst:
Deine Haupt-Kundschaft wird dir automatisch wegsterben. Ist kein Sarkassmus, sondern einfach Realität.

Du musst also versuchen, in einer späteren Phase auch die jünghere Kundschaft zu gewinnen…

  • LAN-Parties usw…

Hintergrund:
Du benötigst eine Konzenssion , die dir erlaubt, bis zur „Sperrstunde“ zu öffnen. Mach dich in dieser Hinsicht erst kundig, bevor du annmeldest.
Schankerlaubnis und entsprechenden Hintergrund für Ausstattung des „Ladens“…
Zusammenarbeit mit Bierverlag bringt dir Ausstattung, Werbeschilder usw…

Bedenke: Das I-Net-Café wird sich auf Dauer nicht halten können.
Unsere Geneation wird im Rentenalter nicht wegen PC in einen Laden gehen zum Surfen… die Geselligkeit machts und der Service.
Ich selbst habe jahrelang Internet-Cafés besucht, weil es Bedienung gab und Leute zum Klönen.
Ich habe aber z.B. im Raum Paderborn (260.00 EW) gesehen, dass die Cafés immer nur ca. ein Jahr überstanden haben. Nur Spielotheken mit Café haben überlebt.
Der Umsatz kam also nicht über die PCs.

Damit es dir nicht auch so geht und du evtl. im Schuldenberg steckst, sehe zu, dass dein Laden ein „kulturelles Zentrum“ für den Ort/Region wird.
Sorge dafür, dass der Bewirtungsbereich immer „voll“ ist. DER bringt Umsatz. Von den 1€/Stunde für PC kannst du nicht überleben.

Wenn du deine PC-Ausstattung einrichtest… sieh zu, dass die PCs folgende Punkte erfüllen:

  1. Datenspeicherung nicht auf den einzelnen Rechnern. Heruntergeladene Daten können nur auf einem Hauptrechner gespeichert werden. Von dort aus können sich die User die Daten auf Sticks und CD/DVD überspielen. Das hält deine Kisten einigermaßen sauber.
    Für Ausdrucke bekommst du natürlich Geld und für gebrannte CDs auch. Eigene CDs werden nicht akzeptiert.

  2. Die PC müssen so abgesichert sein, dass keiner die Einstellungen verändern kann. Wartung nur über Fernwartung von deinem Hauptrechner.

  3. Uploads von Daten: Kunde kann maximal xx MB hochladen (für E-Mails)
    Die Daten werden kurz auf dem Haupterechner abgelegt und können dann vom Einzelrechner her abgerufen und versendet werden.
    Denk dran, dass du bei rechtlich nicht einwandfereien Internetseiten zur Verantweortung gezogen werden sollst, weil deine IPs dort eingeloggt sind. Verhindere deshalb Uploads größeren Ausmaßes (kweine Garantie aber vielleicht Abschreckung)

Speichern und Uploads:
Richte einen PC als Sever ein. Jeder rechner bekommt einen eigenen Downloadbereich (CD/DVD-Größe) und einen Uploadbereich (5 MB ?)
Der eigene Bereich kann nur von der bestimmten PC-IP angesteuert werden. Der Kunde kann selbst die Daten löschen. Er kann aber im Uploadbereich nichts hinzufügen.
/Alles technisch ohne viel Aufwand machbar… bißchen Nachdeneken und schon findest du einige Bordmittel die es ermöglichen :wink:

AGB für die PC-Nutzung erstellen (Datenschutzerklärung etc…)
Bedienungsanleitung für PC-Nutzung erstellen.

Gibt noch einiges mehr, was man machen kann und sollte…
Rechne immer mit User, die dein System mal testen wollen und evtl. ein bißchen „aufpolieren“. Dieses sollte versucht werden zu verhindern.

Noch Fragen ? Gerne per Mail: mailto:[email protected]

Gruß
BJ

Servus Dieter,

da überleg ich mir grade, welcher Bauer öffentlich zugibt, dass er in irgendeiner Sache, die ihn und seinen Hof betrifft, technisch nicht up to date ist. In dem Moment, wo er sieht, dass die andern auch nicht besser dran sind, ist es in Ordnung - aber wie man dahin kommt, ist wohl noch eine Frage extra wert.

Aber der Ansatz, dass der Laden Funktionen übernimmt, die sonst im Dorf ausgestorben sind (Paketannahme), ist sicher ein möglicher Türöffner. Dinge wie Knöppe, Gummilitzen, Kulis und Claas-Ersatzteile dürften wohl zu viel EK-Einsatz erfordern.

Schöne Grüße

MM

Hallo Dieter,

die Idee finde ich prinzipiell gut. Bedenke aber bitte ein paar Dinge:

Wieviel Umsatz kannst Du mit Kaffee und Klönen machen im Monat?
Bei den IHK’s gibt es Umsatzzahlen pro Kopf etc. für das Gastgewerbe. Es ist ja so, dass du in einem Kaffee (oder ähnliches) 6 Tage die Woche für mindestens 10 Stunden drin stehst. Das ganze dann für durchschnittlich € 60,- Umsatz/Tag ist wohl nicht dein Ziel!

Wieviele Interessenten für PC Kurse gibt es im Umkreis von 20 km? Wie oft brauchen diese Leute denn in den nächsten 5-8 Jahren einen solchen Kurs?

Ich kann mir schwerlich vorstellen, dass ein Landwirt mit seinem Trecker vor ein Internet Cafe fährt um dort zu surfen. Ist es nicht eher so, dass diese Kunden sich dann zuhause einen PC anschaffen?

Ich will mit den ganzen Fragen nur zum Ausdruck bringen, dass nicht nur das erste jahr zählt, sondern das ganze ja länger funktionieren soll…

Gruß
nala

Hallo!

Ich möchte Dich generell z8ur Selbständigkeit ermutigen.
Um aber nicht in Dein Verderben zu rennen, empfehle ich Dir, einen sauberen und möglichst genauen Business-Plan aufzustellen.

Folgender Link führt Dich zu einem Gratis-Tool, mit welchem Du das machen kannst.

Betrüge Dich nicht selbst, trage alles möglichst genau ein, frage die Leute bei Dir, ob sie so etwas interessieren würde.

Erweitere Dein Angebot, falls möglich, um:

  • E-Bay-Drop-Shop
  • Postannahmestelle
  • Biergarten
  • PC-Handel in kleinem Rahmen (schließlich wollen Deine Kursteilnehmer evtl. auch einen eigenen PC kaufen)
  • PC-Service (Installation auch vor Ort, Schulungen,…).

http://www.zanni.de/german/consulting/index.htm

Viel Erfolg!

Grüße,

Mathias

bin jetzt fast 51 Jahre jung und arbeitslos:frowning:

Hier in der Region gibts kaum noch Möglichkeiten ( gerade auch
in dem Alter ) einen Job zu bekommen, auch Originalausage vom
Arbeitsberater :smile:( traurig genug, dass die so etwas sagen ).
Und wegziehen tue ich hier nicht mehr! Meine Frau hat hier
auch feste Arbeit.

Habe mal Radio-und Fs-Techniker gelernt, war 15 Jahre in einem
Lebensmittelkonzern angestellt, davon die letzten 6 Jahre
erfolgreich als Filialleiter tätig und habe danach noch eine
erfolgreiche Umschulung zum Fachinformatiker hinter mir.

Jetzt meine Frage:
Ich würde mich ja gerne selbständig machen, aber mir fehlt
etwas die Entschlusskraft.

Was haltet Ihr von einem Internet-Cafe mit PC- und
Homepage-Schulungen hauptsächlich für Senioren und Landwirte?
(Halt, nicht gleich negativ sehen, erst lesen!)

Wohne hier in einer sehr! ländlichen Gegend mit vielen älteren
Mitbürgern und auch Bauern.

Gerade auch Bauern möchten gerne das Internet nutzen und
wissen eigentlich aber gar nicht wie es geht
(Bestandsmeldungen, Homepage für Vermietungen vom Stall:smile:
usw., weiß ich aus eigenen Erfahrungen.

Senioren werden gerade hier in der Landgegend immer mehr, und
die haben mittlerweile auch Interesse am Internet und an
Computern. Siehe diverse Seniorenforen usw…

Wenn ich dann in kleinem Rahmen erstmal ein I-Cafe( mit
Druckservice, Fotobearbeitung und -Druck ) ( mit Kaffee und
Getränke Ausschank, ev. auch Kuchen und eine
Paketannahmestelle oder auch mehr?) anbiete und auch mit
Schulungen, speziell für Senioren werben würde, könnte das ev.
was werden?

Ein Laden wäre in ausreichender Größe vorhanden, Miete ist
sehr günstig!!

Hätte das eine Chance?
Jetzt könnt Ihr mich ja erstmal fertigmachen, von wegen will
sich selbständig machen und weiß selbst nicht, ob’s gehen
würde, aber ich will ja auch nur mal Meinungen hören, mehr
nicht!

Gruß Dieter

So, erstmal Danke
für Eure sehr hilfreichen und guten Antworten,
werde mir das noch mal durch den Kopf gehen lassen und mich bei Bearf noch mal hier melden!

Oder auch wenn ich’s nun wirklich durchziehe!

Erstmal…
Dieter

Hi

Ich kann mir schwerlich vorstellen, dass ein Landwirt mit
seinem Trecker vor ein Internet Cafe fährt um dort zu surfen.
Ist es nicht eher so, dass diese Kunden sich dann zuhause
einen PC anschaffen?

Er könnte mit seinem Laptop zum Kunden fahren und einen Haustermin machen? Wenn er Zeit und Lust hat und der Kunde das bezahlen möchte? Wer weiss?

Gruß Nino

Servus nochmal,

da ist mir noch eingefallen, dass die Kammern in SH immer sehr aufgeschlossen gegenüber EDV-gestützter Landwirtschaft waren (Elektronische Schlagkartei etc.). Ob man da ein Pilotprojekt von machen könnte? Wenn der Plan fertig ist, wird sich bei der Kammer wohl jemand finden, der wenigstens mal reinschaut…

Schöne Grüße

MM