in einem harmlosen Quiz-Forum wurde obige Frage gestellt, und prompt gabs Verwirrung. Wenn ich meinen Brockhaus richtig lese, gabs nach Goebbels’ Selbstmord gar keinen Reichskanzler mehr. Google spuckt streckenweise Karl Dönitz als Reichskanzler aus, aber Google kann ich sowieso nicht leiden…
Woanders wieder wird Dönitz als Reichspräsident (und insofern Hitler-Nachfolger) geführt. Das hatte ich bisher auch immer so angenommen. Jetzt warf jemand Schwerin von Krosigk in die Debatte. Der aber ist nach meinem Großen Brockhaus so eine Art Ministerpräsident der Geschäftsführenden Reichsregierung Dönitz gewesen. Google wiederum, aber den hasse ich ja sowieso…
Na ja, bestimmt kann mir hier jemand besser helfen als Gugel.
Jetzt warf jemand Schwerin von Krosigk in die
Debatte. Der aber ist nach meinem Großen Brockhaus so eine Art
Ministerpräsident der Geschäftsführenden Reichsregierung
Dönitz gewesen.
Hallo Aia,
der Reichskanzler ist ja nichts anderes als der Reichs-Ministerpräsident (so wie der Bundeskanzler der Bundes-Ministerpräsident). Dann mag Dönitz als Reichspräsident chargieren…
Aber nachdem Hitler diese ganze Amtsdifferenzierung und Kompetenzaufteilung über den Haufen geworfen hatte, ist es eigentlich um die paar Chaos-Tage danach keine Diskussion wert, nicht wahr?
Um 1 Uhr morgens wird im Bunker der Reichskanzlei die Trauung von Hitler mit Eva Braun vollzogen, die Gauamtsleiter Walter Wagner vornimmt. Anschließend diktiert Hitler sein persönliches und sein politisches Testament. Als seinen Nachfolger bestimmt er Großadmiral Dönitz zum »Reichspräsidenten«. Nach der von ihm festgelegten Kabinettsliste sollen werden Goebbels Reichskanzler, Bormann Parteiminister, Seyss-Inquart Außenminister, Gauleiter Giesler Innenminister, Großadmiral Dönitz Kriegsminister, Generalfeldmarschall Schörner OB des Heeres, Dönitz OB der Kriegsmarine, Generalfeldmarschall Ritter von Greim OB der Luftwaffe, Gauleiter Hanke Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei, Funk Wirtschaftsminister, Backe Landwirtschaftsminister, Naumann Propagandaminister, Schwerin von Krosigk Finanzminister, Hupfauer Arbeitsminister, Saur Rüstungsminister und Leiter der Deutschen Arbeitsfront mit Kabinettsrang Ley. Göring und Himmler werden aus der Partei ausgestoßen. Für sich selbst erklärt Hitler, er habe sich entschlossen, »in Berlin zu bleiben und dort aus freien Stücken in dem Augenblick den Tod zu wählen, in dem ich glaube, daß der Sitz des Führers und Kanzlers selbst nicht mehr gehalten werden kann«.
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Kultur
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Aber nachdem Hitler diese ganze Amtsdifferenzierung und
Kompetenzaufteilung über den Haufen geworfen hatte, ist es
eigentlich um die paar Chaos-Tage danach keine Diskussion
wert, nicht wahr?
Warum nicht? Gerade diese letzten Tage des Deutschen Reiches sind interessant und niemand weiß so richtig, was sich da abspielte.
Egal, ob Tage oder Minuten!!
Vor allem die, die damals lebten, interessiert das. So habe ich also schon unter dem Reichspräsidenten Dönitz gelebt und Kanzler Goebbels. Ist das nichts?
Und die „Chaostage“ sieht jeder Einwohner des verbliebenen Reiches anders. Es ging auch sehr ruhig zu.
Gruß Max
Der letzte Reichskanzler des Deutschen Reiches war Adolf Hitler. Nach seinem als Heldentod verbrämten Suizid am 30.04. übernahm Karl Dönitz die Regierungsgewalt als Interims-Reichspräsident. Zum Leiter der geschäftsführenden Reichsregierung bestellte er Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk. Seine Amtszeit währte vom 02. bis 23.05.1945, dem Tag, an dem die geschäftsführende Reichsregierung durch die Alliierten inhaftiert wurde.