Letzter Versuch 'Mädels'

Hallo,

eine für mich etwas außergewöhnliche Sache.

Hoffe dieser Artikel kommt jetzt da wo ich ihn haben möchte - unter Sprachwissenschaften…

Für einen Flyer hatte ich für einen Slogan mit dem Begriff „Mädels“ vorgesehen, da Mädchen mir für diese Veranstaltung (es geht um Mädchen und Beruf) zu brav klang. Jetzt kam eine Bemerkung, daß hier Vorsicht geboten sei - „Mädels“ würde der rechtsradikalen Szene zugeordnet, also ich muß schon sagen, Sachen gibts…, habe natürlich um sicher zu gehen „Mädchen“ verwendet.

Wenn jemand aber darüber etwas näheres wissen sollte, ich freue mich über eine Nachricht

Gruß

Daniel Müller

Moin Mädels,

Jetzt kam eine Bemerkung, daß hier Vorsicht geboten sei -
„Mädels“ würde der rechtsradikalen Szene zugeordnet

Ich überlasse den Rechten nicht die Herrschaft über mein Vokabular.

Thorsten

PS. Deutsche! Kauft Deutsche Zitronen!

Hallo Daniel,

der Name kommt wohl von Hitlers Jugendorganisation den Jungmädels.

Gruß Johanna

Hossa,

auf Neudeutsch würde ich ‚Girls‘ schreiben…

Gruss Frank

Jungs, Mädels, Offiziers …
Lieber Daniel,

„Mädels“ ist eine umgangssprachliche, d. h. nicht der grammatischen Regeln entsprechende, aber von vielen Leuten gebrauchte Pluralform von „Mädel“. Der korrekte Plural hieße auch „Mädel“. Das Suffix (Nachsilbe) „-el“ ist die in einigen oberdeutschen Dialekten üblichen Verkleinerungsform. Z. B. „So a fesches Mädel und so a fade Gretel“ (Liedtext) So wie anderswo: -le, -li, -la oder weiter nördlich -sche oder ganz im Norden -ke.

Schon zu Kaisers Zeiten war das forsche Plural-s an falscher Stelle beliebt. Die Jungs, gar die blauen Jungs, waren die Matrosen. Die Offiziers waren schon schneidig. Die Leutnants (ursprünglich korrekt: Leutnante; inszwischen allgemein üblich: Leutnants) erst recht!
Wer erinnert sich noch an Willy Roses Standardspruch: "Jungs, saachte unser Admiral … "?

Zu den blauen Jungs passten natürlich die blonden Mädels, meist Meeedels gesprochen. Und da hatten wir dann blond und blau und bl… beinander.

Als nun nach der Machtergreifung 1933 durch die allgemeine Gleichschaltung die Mädchen, ähnlich wie die Jungen in der HJ, gesammelt wurden, klang wohl schon damals die normale Form „Mädchen“ etwas, na ja, wie du auch sagtest: zu brav. Ein deutsches Mädel steht eben auch ihren Mann, bzw. ihr „Mädel“, und sind es mehrere, so sind es natürlich „Mädels“. Und so hieß der BDM eben Bund Deutscher Mädel. Und die Mädels ware eben im BDM, die meisten jedenfalls.

Die Form „Mädels“ ist also keine Erfindung der Nazis. Sie ist aber, wie vieles durch den ausufernden Gebrauch durch die Nazis, man denke da auch an das marrrtialisch gerrrollte RRRRRR der Führrrrrerrrrs und seinerrrrr Gefolgsleute, in Misskredit geraten.

Wer diese Form gebraucht - und es gibt keinen triftigen Grund, sie nicht zu gebrauchen -, sollte aber zumindest kurz daran denken, dass die Assoziazion zu der Naziideologie möglich ist. Und übelmeinende Menschen gibt es überall.

Es war also vielleicht richtig, dass du diese Form vermieden hast. Wenn du dir sicher bist, nicht missinterpretiert zu werden, kannst du - meiner Meinung nach - unbekümmert Mädels sagen und schreiben.

Gruß Fritz Ruppricht

Hallo Johanna,

diese Organisation hieß „Bund deutscher Mädchen“ oder auch „Bund deutscher Mädel“…

aber auf jeden Fall ohne das „neudeutsche“ s…

Gruß
Uschi

Für einen Flyer hatte ich für einen Slogan mit dem Begriff
„Mädels“ vorgesehen, da Mädchen mir für diese Veranstaltung
(es geht um Mädchen und Beruf) zu brav klang. Jetzt kam eine
Bemerkung, daß hier Vorsicht geboten sei - „Mädels“ würde der
rechtsradikalen Szene zugeordnet, also ich muß schon sagen,
Sachen gibts…, habe natürlich um sicher zu gehen „Mädchen“
verwendet.

Wenn jemand aber darüber etwas näheres wissen sollte, ich
freue mich über eine Nachricht

Hallo Daniel
man sollte es nicht übertreiben, wenn das so weitergeht, wird man demnächst schon für Danke oder Bitte der rechtsradikalen Szene zugerechnet.
Ich finde Mädels ganz normal und absolut gängig, hätte ich gar keine Probleme mit, Mädchen klingt etwas bieder dagegen.
Gruß
Rainer

Lieber Daniel,

jedes Wort das Du äußerst oder schreibst wird auch von Rechtsradikalen benutzt. Sollen wir deshalb alle Englisch reden, um uns von denen zu unterscheiden? Der saloppe Begriff „Mädels“ ist im heutigen Sprachgebrauch eher ironisch gemeint. Vielleicht hat er auch einen leicht sexistischen Hautgout. Aber er erregt mehr Aufmerksamkeit als das korrekte „Mädchen“. Er wird auch gerne zur Verarschung der rechten Szene verwendet. Slogan des (nicht existierenden) Vereins Deutscher Rädelsführer:

Deutscher Junge, deutsches Mädel,
sei klug und führ’ auch Du ein Rädel!

Gruß, Hans-Jürgen

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Hallo Fritz,

Wer diese Form gebraucht - und es gibt keinen triftigen Grund,
sie nicht zu gebrauchen -, sollte aber zumindest kurz daran
denken, dass die Assoziazion zu der Naziideologie möglich ist.
Und übelmeinende Menschen gibt es überall.

Assoziazion? Tippfehler oder neue Schreibung? Hab grad in einem Online-Verzeichnis nachgesehen, diese Form jedoch nicht gefunden.

Bitte um Erhellung!

lemmy

Hi allerseits,

… sagt das nur ein Opa im Puff.

Gruß
Pat

Ich assoziiere zu Assoziierung die
Assoziazion.

Lieber Lenny,
ich habe einigen Spaß (Schbaß)an der fonetischen Schreibung und wenn ich einen Text (Dägst) konzipiere, kann es geschehen, dass ich da rumexperimentiere und blödle.

Mir geht da die neue Rechtschreibung nicht weit genug. Wenn schon Ketschup, dann doch gleich Kätschap! Und wenn Essenz und essenziel, dann doch auch Assoziazion und Nazion und Erekzion.

Und dann passiert es, dass ich vor dem Abschicken solche Späße nicht korrigiere. Manchmal lasse ich sie auch stehen, um auf Reaktionen (Reakzionen) zu warten.

Bei Assoziation weiß ich nicht mehr, wie es war. Ich vermute ein Versehen.

Gruß Fritz

Warum mußt Du überhaupt Mädels schreiben, geht nciht auch junge Frauen und Beruf?? Du würdest so einen Flyer auch nicht Jungs und Beruf titeln, oder?? Wenn Du etwas ernstes vermitteln willst, dann versuch doch mal Junge Frauen auhc dementsprechend anzusprechen.

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