Leuchtende Gurken - Die Lösung!

Hallo Jenny und die anderen Diskussionsbeiträger,

vor einiger Zeit hab ich versprochen, die Lösung des Phänomens der leuchtenden Gurken unter Strom zu erklären, wenn ich ein bestimmtes Buch wieder in Händen hab. Nun, mein lieber Kollege hat es mir gestern wieder zurückgegeben, aber welche Enttäuschung, das Experiment war darin nicht beschrieben. Da ich es aber vom Autor einmal vorgeführt gesehen habe, hab ich fluchs den Herr angerufen und ein richtig schönen erbauliches Gespräch (nicht nur über die Gurken) geführt.

Also nach AUssage von Hernn Prof. Roesky von der Uni Göttingen lagen die, die meinten es wäre Natriumlicht richtig.

Versuchaufbau:
Gewürzgurke, nicht zu klein. Zwei Elektroden in die Gurke stecken, sodaß die Spitzen ca. 5 mm voneinander entfernt sind. Strom an. Es entsteht ein Lichtbogen und das Natrium wird auf bekannte Art und Weise angeregt. Nach ca. 30 sek. ist die Gurke gar, will meinen, sie ist so weich geworden, daß sie von den Elektroden rutscht.

Noch ne kleine Anmerkung. Elektrotechniker garen auf diese Art und Weise manchmal ihre Brühwürstchen. Nach ca. 20 - 30 sek. sind sie heiß. Ist aber nicht zur Nachahmung empfohlen.

Gandalf

ich denk mal, daß man alles, was mineralwasser enthält, zum leuchten bringt, wenn nur die spannung hoch genug ist :smile:

Steckdosensaft??? (owT)

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Bezug zu Weihnachstsvorlesung der HS Niederr. (oT)
gruß
Flo

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Hi Flo,

ne das war eine Vorlesung, die die GDCh (Gesellschaft Deutscher Chemiker) organisiert hatte.

Gandalf

Ja, aber…

Also nach AUssage von Hernn Prof. Roesky von der Uni Göttingen
lagen die, die meinten es wäre Natriumlicht richtig.

…mir als Nichtchemiker stellt sich nun die Frage, wie das genau geht! Was ist denn Natriumlicht. Ich mein ich hab ja gesehen, das die Leuchtfarbe die Spektralfarbe des Natriums war, aber was passiert genau mit der Gurke, dem Salz, Ionen,…?
(Ich kann es mir nicht so richtig vorstellen. Wenn ich die Spannung an Salz anlege, leuchtet es ja auch nicht, oder?

Bis dahin aber erstmal vielen Dank für deine Mühen, Gandalf!

Grüße, Jenny.

(Ich kann es mir nicht so richtig vorstellen. Wenn ich die
Spannung an Salz anlege, leuchtet es ja auch nicht, oder?

Hi Jenny,

das Zauberwort heißt Leitfähigkeit. Es gibt elektrische Leiter 1. und 2. Ordnung

  1. Ordnung sind z.B. Metalle und Graphit
    Bei ihnen beruht die Leitfähigkeit auf bewegliche Elektronen und sie leiten den Strom auch als Feststoffe

  2. Ordnung sind z.B. Salze und das ist besagtes Kochsalz (chemisch Natriumchlorid) auch
    Bei Ihnen beruht die Leitfähigkeit auf bewegliche Ionen und die sind nur in der Schmelze oder in Lösung beweglich. Feste SAlze sind meist gute Isolatoren, weil die Ionen schön fest im Gitter fixiert sind.

Wenn KOchsalz in Wasser gelöst ist, leitet es den Strom, als Feststoff eben nicht.

Noch was zum Natriumlicht. Kennst Du die gelben Laternen, mit denen manchmal Fußgängerüberwege beleuchtet werden? Dieses gelbe Licht ist Natriumlicht. Hier wird Natriumdampf verwendet.

Gandalf

Hallo Gandalf,

Bei Ihnen beruht die Leitfähigkeit auf bewegliche Ionen und
die sind nur in der Schmelze oder in Lösung beweglich.

Feste SAlze sind meist gute Isolatoren, weil die Ionen schön
fest im Gitter fixiert sind.

Ist NaCl nicht eine IONENBINDUNG? Das bedeutet doch dann, dass ein Elektrontransfer zwischen den Atomen stattfindet. Diese Elektron könnte doch dann auch wandern, oder irre ich mich da?
Warum ist es nur in der Lösung leitfähig?

Auch noch mal zum Natriumlicht:
Warum leuchtet dann die Gurke oder warum leuchten die Elektronen?
Was leuchtet da überhaupt und warum?

Sei nicht böse, aber ich kenn mich da halt nicht so aus!

Vielen Dank aber schon mal für deine Mühen!

Grüße, Jenny.

Hi Jenny,

Ist NaCl nicht eine IONENBINDUNG?

Begriffverwirrung: NaCl ist eine IonenVERbindung

Das bedeutet doch dann, dass
ein Elektrontransfer zwischen den Atomen stattfindet. Diese
Elektron könnte doch dann auch wandern, oder irre ich mich da?

Du irrst. Die Elektronen sind ziemlich fest einzelnen Ionen zugeordnet, sie können kaum wandern. Der Ionentransfer findet bei der Bildung des NaCl einmalig statt (platt ausgedrückt!)

Warum ist es nur in der Lösung leitfähig?

Wie ich schon sagte, sind die Ionen im Kristallgitter recht fest fixiert. Wenn ein Salz schmilzt können die Ionen wandern, weil das Gitter aufgebrochen wurde. Genauso in (wässriger) Lösung. Das Gitter wurde aufgebrochen und die Ionen können recht frei in der Lösung wandern. Wenn ein Gleichstrom angelegt wird, wandern die negativ geladenen Anionen zu Anode und die positv geladenen Kationen zur Katode.

Auch noch mal zum Natriumlicht:
Warum leuchtet dann die Gurke oder warum leuchten die
Elektronen?

Natrium hat, wenn es elementar vorliegt ein sog. Valenzelektron. Wenn durch thermische Anregung dieses Elektron auf eine höhere Bahn angehoben wird und ziemlich bald darauf wieder in seine ursprüngliche Bahn zurückkehrt, gibt es die Energie in Form von Licht wieder ab. Im Fall von Natrium ist es eben gelbes Licht.
Dazu muß man allerdings wissen, daß, wenn Salze verdampft werden in der Gasphase keine Ionen sondern Atome vorliegen. Das Natrium hat also sein Elektron vom Chlor „wiedergekriegt“. Ansonsten würde das mit dem Natriumlicht nicht klappen.

Was leuchtet da überhaupt und warum?

Das ist hoffentlich jetzt erklärt?!

Sei nicht böse, aber ich kenn mich da halt nicht so aus!

Grrrrrrr, immer diese Unwissenden :wink:

Vielen Dank aber schon mal für deine Mühen!

Bitte bitte

Gandalf

Vielen, vielen Dank !!! o.T.
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