Hallo Ihr Leuchten! 
Hallo Mabuse
die Wikipedia behauptet, das Halogenleuchten in der 12 V-Bauform mehr Lumen pro Watt hergeben als Halogenleuchten in der 230 V-Bauform:
http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtque…
Kann mir das jemand in einfachen, Chemiker-kompatiblen Sätzen erklären? …
Es gibt zur Beantwortung Deiner Frage – neben den von Peter angeführten Argumenten – noch einen weiteren, auf mechanischen Grundlagen beruhenden Lösungsansatz.
Ich setze als bekannt voraus, dass beim Glühwendel, wie der Name schon sagt, ein dünner Draht einer Wolframlegierung zu einem Wendel (Spule) zusammengewickelt ist, um ihn überhaupt auf engem Raum im Glasgehäuse unterzubringen. In dieser Spule entstehen beim Fließen des Stromes magnetische Kräfte, welche den Draht gerade strecken wollen.
In einer Lampe 12V/50W fließt ein Strom von 4,16A, Der Wendel hat also (im warmen Zustand) einen elektrischen Widerstand von 2,88Ω.
In einer Lampe 230V/50W fließt ein Strom von 0,217A, Der Wendel hat also (im warmen Zustand) einen elektrischen Widerstand von 1058Ω.
Niedriger Widerstand bedeutet dicker Draht, hoher Widerstand bedeutet dünner Draht. Ich schätze, dass das Dickenverhältnis etwa dem eines Moniereisens zu einer Stricknadel entspricht. Außerdem ist der Draht eines 12V-Wendels wesentlich kürzer als der eines 230V-Wendels gleicher Leistung. Das bedeutet, ein 12V-Wendel setzt jeder Art von mechanischer Belastung einen höheren Widerstand entgegen als der 230V-Wendel.
Welchen mechanischen Belastungen muss der Wendel vor Allem widerstehen? Das ist der Einfluss des im Wendel entstehenden Magnetfeldes beim Einschalten der Lampe. Da der Kaltwiderstand eines Glühfadens nur einen Bruchteil des Warmwiderstandes beträgt, fließt in der ersten Halbwelle nach Einschalten ein jenseitsmäßiger Strom, und das zugehörige Magnetfeld ist bestrebt, den Glühfaden zu strecken und ihn zu zerreißen. (Irgendwann am Ende der Lebensdauer der Lampe gelingt es ihm auch)
Jetzt wird die Lampe bei der Entwicklung so ausgelegt, dass der Glühfaden mit möglichst hoher Temperatur betrieben wird, da die Spektralkurve mit steigender Temperatur immer mehr in den blauen (UV) Bereich wandert und damit immer mehr der ausgesandten Strahlung auf den sichtbaren Bereich entfällt.
Siehe http://www.lichtbiologie.de/gluehlampe.pdf
Hier ist nur das Diagramm auf der Seite 12 interessant, der Rest ist Lobbyistengeschwätz.
Dieses ist das Spektrum einer Standard- Glühlampe mit einer Glühfadentemperatur von 2700°K. Eine Halogen-Glühlampe wird mit höherer Temperatur betrieben, dadurch wandert das Maximum im Diagramm nach links und wird größer. Der auf den sichtbaren Bereich (im Diagramm gelb) entfallende Anteil wird ebenfalls größer.
Da der Glühfaden einer 12V-Halogenlampe durch seine größere Dicke mechanisch wesentlich stabiler ist als der einer 230V-Lampe, kann sie mit noch höherer Temperatur betrieben werden. Die Spektralkurve wird noch höher und wandert noch weiter nach links.
So entsteht die größere Lichtausbeute bei 12V-Halogenlampen.
War das jetzt noch Chemiker-kompatibel?
Heißen Dank schon mal!
mabuse
Bitte
merimies