Lichtgeschwindigkeit

Warum wird niemals ein Mensch, von „normaler“ Masse sich in Lichtgeschwindigkeit fortbewegen können?

Meine Behauptung: Man kann die dazu benötigte Energie und vorallem die Materialien bzw, Stoffe, die diese Energie „speicher“ nicht herstellen!

Gruß Frank

Hi,

Warum wird niemals ein Mensch, von
„normaler“ Masse sich in
Lichtgeschwindigkeit fortbewegen können?

Meine Behauptung: Man kann die dazu
benötigte Energie und vorallem die
Materialien bzw, Stoffe, die diese
Energie „speicher“ nicht herstellen!

öhm… nicht ganz, zielt aber in die richtige Richtung. Gehen wir es mal langsam an: Wenn Du beschleunigst, nimmst Du Energie auf, welche sich auf Deine Masse auswirkt (gem. e=mc²). Je schneller Du wirst, desto schwerer wirst Du also, und desto mehr Energie brauchst Du, um Deine höhere Masse weiter zu beschleunigen. Wenn Du Dich dann der Lichtgeschwindigkeit nährest, steigt Deine Masse allmählich ins Unendliche, d.h. die Energie des Universums reicht nicht mehr aus, um Dich weiter zu beschleunigen. Würdest Du die Lichtgeschwindigkeit erreichen, hättest Du unendliche Masse - was aber nicht geht, auch die Masse des Universums ist begrenzt (es besteht aus ca. 10^80 Elementarteilchen und ist entsprechend „leicht“).

Das war jetzt ein wenig laienhaft, und an ein oder zwei Punkten kann der Experte mit den Details nicht einverstanden sein :wink: aber ich hoffe, es war verständlich :smile:

Cheatah
http://cheatah.net

Das war jetzt ein wenig laienhaft, und an
ein oder zwei Punkten kann der Experte
mit den Details nicht einverstanden sein
:wink: aber ich hoffe, es war verständlich

JAU !!! Verständlich war es, aber eben nur graue Theorie !!!
Fakt ist, dass es Teilchen gibt die aufgrund ihres Ursprungs und ihrer Lebensdauer theoretisch nicht auf der Erdoberfläche gemessen werden können, sich aber dort befinden !!!

Dieses kann doch nur mit „überhöhter Geschwindigkeit“ jenseits der Lichtgeschwindigkeit erklärt werden, oder ???

Ich werde nochmal den Prof. fragen, da ich den Namen dieser Teilchen vergessen habe !!!

Greetinx Latze

Meist du Myonen, die in der oberen Atmosphäre entstehen und eine so kurze Lebensdauer haben, daß sie mit ihrer Geschwindigkeit nahe c schon zerfallen sein müßten, bevor sie auf der Erdoberfläche ankommen ? Sie schaffen es, weil in schnell bewegten Systemen die Zeit langsamer vergeht (relativistische Zeitdilatation). Eine Sekunde, die wir das Teilchen beobachten, ist eben nur ein Bruchteil einer Sekunde für das Teilchen. Gleichzeitig schrumpfen die zig Kilometer, die wir das Teilchen zurücklegen sehen, für das Teilchen auf wenige Kilometer. D.h., mit den Augen des Myons gesehen ist die zurückgelegte Strecke und die benötigte Zeit kürzer und die Lebensdauer reicht dazu vollkommen aus.

In der Hoffnung, daß das nicht allzu falsch war,
Jochen

Fakt ist, dass es Teilchen gibt die
aufgrund ihres Ursprungs und ihrer
Lebensdauer theoretisch nicht auf der
Erdoberfläche gemessen werden können,
sich aber dort befinden !!!

Stimmt! Z.B. die Myonen.

Dieses kann doch nur mit
„überhöhter Geschwindigkeit“ jenseits der
Lichtgeschwindigkeit erklärt werden, oder
???

Stimmt nicht!
Die Myonen bewegen sich recht schnell. Sie sind massebehaftet, erreichen c also nicht (siehe Cheatahs Argument, das "ubrigens vollst"andig richtig ist, jedenfalls, wenn man die Relativ.thoerie als richtig ansieht), aber sind verdammt nahe dran. Dadurch kommt der Effekt der Zeitdilatation zum tragen. F"ur die Myonen vergeht die Zeit also langsamer als f"ur den Beobachter im Erdsystem. In dieser Zeit, ihrer Eigenzeit, erreichen sie nun tats"achlich den Erdboden, obwohl der Beobachter auf der Erde das aufgrund ihrer Geschwindigkeit und Zerfallszeit nicht erwarten w"urde (wenn er die Relativ.theorie eben nicht mit einberechnet).

Ich werde nochmal den Prof. fragen, da
ich den Namen dieser Teilchen vergessen
habe !!!

Myonen

Greetinx Latze

Ciao,
MTH

In der Hoffnung, daß das nicht allzu
falsch war,
Jochen

Hallo Jochen!

Deine Antwort ist so richtig, wie sie es nur sein kann.

Die Myonen entstehen in einer Höhe von 16 bis 25 km und ihre mittlere Zerfallszeit beträgt etwa 1 us (= 1 Mikrosekunde = 10^-6 s). Außerdem fliegen sie mit nahezu Lichtgeschwindeigkeit. Nun kann man leicht ausrechnen, daß es eigentlich nur sehr wenige Myonen bis auf den Erdboden schaffen dürften. Wenn man nachmißt, stellt man aber fest, daß dort aber tatsächlich „jede Menge“ von ihnen ankommen, viel mehr als erwartet.

Die Relativitätstheorie liefert die Erklärung: Von der Erde aus gesehen rückt die Myonenuhr wegen der Zeitdilatation nicht um 1 us, sondern um ca. 7 us Sekunden vor! Von den Myonen dagegen gesehen, die tatsächlich nur 1 us in ihrer „eigenen Zeit“ leben, ist die Erdatmosphäre etwa auf ein Siebtel lorentz-verkürzt, so daß sie den Weg auf den Boden locker in ihrem 1 us Sekunden langen Leben schaffen.

Das Myonenexperiment bestätigt die relativistischen Effekte „Zeitdilatation“ und „Lorentzkontraktion“ übrigens mit einer recht hohen Genauigkeit, nämlich ca. 1 %.

Gruß
Martin

Da wirft sich dann doch die Frage auf, was mit den Myonen, oder der Zeit passiert, wenn Sie es schaffen sollten schneller als das Licht zu fliegen ???

Wären sie dann für uns unendlich lang meßbar, obwohl Sie nur 1 µs leben ???

Greetinx Latze

Hallo Latze!

Die Antwort auf Deine Frage ist ganz einfach: Kein Körper und kein Teilchen mit einer endlichen Ruhemasse (wozu Myonen gehören), kann sich schneller als Licht bewegen (siehe auch den Beitrag von Cheatah - er hat sehr gut erklärt, warum das so ist). Umgekehrt bewegen sich Photonen, also die „Lichtteilchen“ nur deshalb mit Lichtgeschwindigkeit, weil ihre Ruhemasse Null ist (d. h. es gibt gar keine ruhenden Photonen). Nichtsdestotrotz ist es richtig, daß sich das - von der Erde aus gemessene! - „Leben“ eines zerfallenden Teilchens umso mehr verlängert, je näher dessen Geschwindigkeit an die des Lichts herankommt.

Gruß
Martin

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Zusätzlich zu Martins Antwort:

Bei der Annäherung der Geschw. an die des Lichts © wird die Eigenzeit mehr und mehr gedehnt und c ist die Grenze. Ab v >= c ist diese Grenze überschritten und das Teilchen existiert nicht mehr „in der Zeit“, wegen der Lorenzkontraktion auch nicht mehr „im Raum“. Spinnt man diesen theoretischen Gedanken, verschwindet das Teilchen aus unserer Welt, wenn es c erreicht.

Gruß
Jochen

Hi,

Spinnt man
diesen theoretischen Gedanken,
verschwindet das Teilchen aus unserer
Welt, wenn es c erreicht.

genau. Wenn Einsteins Formeln für diesen Bereich Gültigkeit haben (es spricht eigentlich nichts dagegen, außer daß es total sinnlos ist *g*), hat ein Teilchen in Überlichtgeschwindigkeit „negative imaginäre Masse“. Frag mich aber bitte nicht, was das sein soll, wie gesagt ist das sinnlos :smile:

Mathematisch ausgedrückt würde ein solches Teilchen z.B. -3î kg wiegen. Wir können uns das Minus vielleicht noch vorstellen (Stichwort Antigravitation), aber das î findet meines Wissens keine Erklärung.

90° zur Realität vielleicht?

Cheatah
http://cheatah.net

Hai,

interessanter Aspekt ! Eine orthogonale Realität ! Kann es sie geben ? Darf es nur eine geben ? Können Ruhemasselose Teilchen/WW diese Realitäten verbinden (im Rahmen einer Meta-Realität) ?

Wow. Wenn mal ein Experiment wieder nicht klappt, sag’ ich meinem Chef, daß das durch destruktive Interferenzen orthogonaler Realitäten bedingt ist. Dann hab’ ich sicher wieder ein paar Minuten Ruhe !!

rechtwinklige Grüße
Jochen

Wieso minus i?
verehrter Cheatah
*ihmalsmodgernedenrückenstärk*,
das ist nicht zwangsläufig. Die berühmte relativistische Wurzel läßt beides zu.
Ein Körper der Masse +3i kg
ist auch ziemlich lustig, orthogonal zu unserer Realität und antigravitativ usw.

Für Experten:
Grundsätzlich gilt, daß i und -i austauschbar sind (d.h. Theorien und Theoreme dürfen sich nicht unter dieser Vertauschung ändern).
Wenn eine Theorie intrinsisch zwischen i und -i unterscheiden kann, so bezeichnet der Physiker Richtmyer, von dem ich diese Bemerkung habe, das als Kabbala.

Gruß
Stefan

Es gab mal eine Zeit da habe ich jeden für bekloppt gehalten, der mir klar machen wollte, daß Mathe und Physik verdammt nah an der Philosophie liegt …

Das alles hat sich schlagartig geändert nach obiger Fragestellung und ich ertappe mich schon wieder dabei erneut eine geistreiche (oder auch nicht) Frage zu stellen …

Wäre die „mögliche“ orthogonale Realität also die Brücke zu Parallelwelten ???
Würde ich also praktisch mit zunehmender Lichtgeschwindigkeit nicht nur zeitlich zurück, sondern auch „im rechten Winkel“ einen Seitensprung machen ???

Greetinx Latze … *träumend* (oder nennt man das philosophierend ???) :wink:

sondern auch „im rechten Winkel“
einen Seitensprung machen ???

Seitensprung?

Na, Du bist mir ja einer! :wink: :wink: :wink:

Und dann noch im rechten Winkel…

ROFL

Martin

Hi,

*ihmalsmodgernedenrückenstärk*,

*g* im Moment bin ich aber „nur“ User :wink:

das ist nicht zwangsläufig. Die berühmte
relativistische Wurzel läßt beides zu.
Ein Körper der Masse +3i kg
ist auch ziemlich lustig, orthogonal zu
unserer Realität und antigravitativ usw.

Das stimmt natürlich. Wenn man aber in die Formeln erst mal ein c>v einsetzt, erhält man (zumindest habe ich das immer *g*) -xî als Masse. Daß es auch mit positiven Werten funktioniert tut der Sache keinen Abbruch - wie gesagt kann man das Vorzeichen am ehesten erklären, daß î macht die Probleme…

Cheatah
http://cheatah.net

Hi,

Es gab mal eine Zeit da habe ich jeden
für bekloppt gehalten, der mir klar
machen wollte, daß Mathe und Physik
verdammt nah an der Philosophie liegt …

tja, man lernt nie aus… :smile:

Wäre die „mögliche“ orthogonale Realität
also die Brücke zu Parallelwelten ???

Hm. Definiere bitte „Parallelwelten“. Definiere „Brücke“.

Möglicherweise ist eine imaginäre Masse ein Hinweis auf eine weitere Raumdimension, wobei die Frage „in welche Richtung zeigt die Masse?“ nur bedingt sinnvoll ist (sinnvoll im Hinblick auf Raumkrümmung, Gravitation o.ä.). Wenn wir aber eine zusätzliche Raumdimension annehmen: Welche Parallelwelten finden wir bei den bisherigen, und parallel zu was sind sie? Was immer wir rechts, links, vorne, hinten, oben und unten (sowie vorher und nachher) von unserem Standpunkt finden, sind andere Punkte der selben Welt. Ich sehe nicht, was eine zusätzliche Dimension daran ändern sollte - abgesehen davon, daß wir in Begriffsnot kommen :wink:

Würde ich also praktisch mit zunehmender
Lichtgeschwindigkeit nicht nur zeitlich
zurück, sondern auch „im rechten Winkel“
einen Seitensprung machen ???

„Zunehmende Lichtgeschwindigkeit“ ergibt keinen Sinn, zumal wir von der konstanten Vakuumlichtgeschwindigkeit reden :wink: Selbst wenn wir davon ausgehen, daß etwas schneller als das Licht sein kann, können wir es nicht von Unterlicht auf Überlicht beschleunigen: Dieselbe Formel, die zur Masse -xî führt, führt bei c=v zu einer Teilung durch 0. Das macht schon mathematisch keinen Sinn, und physikalisch sicher auch keinen. Als „Ausweg“ sehe ich hier nur die Heisenberg’sche Unschärferelation bzw. etwas, daß Naturkonstanten „flimmern“ läßt, aber bisher hat die Physik nichts dergleichen gefunden.

Solange man keinen Weg findet, ein bewegtes Objekt „umzupolen“, also von Unterlicht auf Überlicht - nein, nicht zu beschleunigen, sondern zu schalten, bleibt ein unterlichtschnelles Objekt immer unterlichtschnell.

Ich will Deinen Tatendrang aber nicht unterbinden; spannend wird es meiner Meinung nach eben dann, wenn man versucht, die Polstelle c zu überschreiten :wink:

Cheatah
http://cheatah.net