Lichtpunkte

Im letztzn Sommer sass ich unter einem Strohdach an einem Tisch und war am Zeichnen. Die Sonne fiel durch das Dach auf meinen Zeichenblock und ich sah nicht wie ich vermutet haette das Muster des Strohdachgeflaechtes, sondern viele kleine Lichtpunkte auf dem Block. Die Punkte hatten alle den gleichen Durchmesser (c.a. 1cm) und alle die gleiche Helligkeit. Oft ueberschnitten sich die Punkte und die „Schnittmenge“ hatte dann die doppelte Helligkeit.
Was habe ich da gesehen?
Wenn das einfach zu erklaeren ist, bitte ich um eine kurze Antwort, ansonsten koennte ich noch Details hinzufuegen.
Marcus

Was habe ich da gesehen?

Abbilder der Sonne. Die Löcher im Dach haben gewirkt, wie die Blenden einer Lochkamera.

Mir fallen da spontan mal Interferenzmuster ein.
Ob es sich aber auch tatsächlich darum handeln kann, kann ich leider nicht sagen, dafür habich von Optik zu wenig Ahnung.

Was habe ich da gesehen?

Abbilder der Sonne. Die Löcher im Dach haben gewirkt, wie die
Blenden einer Lochkamera.

Wie funktioniert eine Lochkamera? In dem Strohdach waren sehr unregelmaessige Oeffnungen (Schlitze, Loecher, groessere Loecher u.s.w.)
Marcus

Wie funktioniert eine Lochkamera?

Die ist regelrecht primitiv: Man braucht eine Blende mit einem möglichst kleinen Loch, durch das man das Licht fallen läßt. Hinter das Loch stellt man eine Leinwand, auf die die durch das Loch fallenden Lichtstrahlen das Abbild der Szene vor der Kamera projezieren.
Ich hatte mir so ein Ding gebaut, um die Sonnenfinsternis zu beobachten. Dazu habe ich eine Pappröhre genommen und auf einer Seite mit Aluminiumfolie abgedeckt. Dann habe ich ein kleines Loch in die Folie gestochen und die Röhre so gehalten, daß das Sonnenlicht durch das Loch auf ein weißes Blatt Papier fiel. Das Bild der Sonne war zwar nur 1,5cm groß, dafür aber gestochen scharf und man konnte es betrachten ohne seine Netzhaut zu strapazieren.

In dem Strohdach waren sehr unregelmaessige Oeffnungen
(Schlitze, Loecher, groessere Loecher u.s.w.)

Die Form der Löcher ist relativ gleichgültig, solange sie nur klein genug sind.

In dem Strohdach waren sehr unregelmaessige Oeffnungen
(Schlitze, Loecher, groessere Loecher u.s.w.)

Die Form der Löcher ist relativ gleichgültig, solange sie nur
klein genug sind.

Ich will Dich wirklich nicht nerven, aber was ist „klein genug“?
Ich habe die Oeffnungen im Strohdach nicht ausgemessen, aber ich schaetze mal, das es dort z.B. einen Spalt von 3cm Laenge und 3mm Breite gab. Mein Block lag etwa 2m unter dem Strohdach. Auf dem Block sah ich dann (als Bild dieses Spaltes) etwa 100 Lichtpunkte in 2-3 Reihen nebeneinander. Also z.B. zwei Reihen à 50 Punkte, wobei sich die Punkte teilweise ueberschnitten.
Ist das wirklich der Effekt der Lochkamera?
Marcus

Hallo,

darüber gabs dieses Jahr mal einen relativ langen Artikel in „Physik in unserer Zeit“, erklärt die sache einigermaßen, war aber auch relativ mathematisch (soweit ich mich noch erinnere).

Dieses Phänomen läßt sich auch im sommer unter Laubbäumen beobachten. Wenn du interessiert bist, kann ich ja mal sehen, ob ich den Artikel finde.

Gerhard

darüber gabs dieses Jahr mal einen relativ langen Artikel in
„Physik in unserer Zeit“, erklärt die sache einigermaßen, war
aber auch relativ mathematisch (soweit ich mich noch
erinnere).

Wenn du interessiert bist, kann ich ja mal sehen,

ob ich den Artikel finde.

Ja, das waere sehr nett. Wenn Du ihn findest, koenntest Du ihn mir entweder mailen, oder faxen (0033 1 42 62 05 65) oder schicken ( Marcus Freise, 11 Rue des Trois Frères, 75018 Paris)
Ich habe schon so viel ueber diese Sache nachgedacht, dass mich hier ein paar Formeln auch nicht abschrecken koennen.
Marcus

hab mal kurz nachgesehen, du mußt wohl doch bis zum Wochenende warten, da ich die zeitschrift nicht hier habe. bis dahin

Gerhard