Liebenzeller, Evolutions-/Schöpfungslehre

  1. Wo gibt’s, wer hat Info über die „Liebenzeller Mission“ (Gründung, Ziele, von der Amtskirche abweichende Auffassungen u.ä.).
  2. Von manchen Gruppierungen werden Evolutionstheorie und Weltentstehung (Urknall) angezweifelt - es gibt da ziemlich abenteuerliche Sachen. Wer hat Lust, dazu was zu sagen?

Hallo Stucki,

zu 1.:

http://www.liebenzell.org/

Gruß Alex

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Evolutions-/Schöpfungslehre

  1. Von manchen Gruppierungen werden
    Evolutionstheorie und Weltentstehung
    (Urknall) angezweifelt - es gibt da
    ziemlich abenteuerliche Sachen. Wer hat
    Lust, dazu was zu sagen?

In Deutschland gibt es meines Wissens keine klare Gruppierungen, die die Evolutionstheorie rundheraus ablehnen. Wenn Gruppen mit dieser Aussage antreten, dann sind sie zumeist Ableger entsprechender fundamentalistischer Gruppen aus Amerika, wo dieses Thema als dogmatischer Krieg einen ganz anderen Stellenwert hat.

Es gibt allerdings einige „populäre“ deutsche Autoren - ich kenne hier besonders Herrn Gitt - die mit entsprechenden Büchern hervortreten. Das populär steht hier in Anführungsstrichen, da diese Autoren im wesentlichen nur in den gläubigen christlichen Gemeinden bekannt sind.

Die Anhängerschaft der Ablehner der Evolutionslehre besteht zu bestimmt 99% aus gläubigen Christen, die aber von Naturwissenschaften keinerlei Ahnung haben und sich daher - um ihres Glaubens willen - gerne erzählen lassen, daß Naturwissenschaftler doch nur gegen Gott rebellieren wollen. Das Gottesbild dieser Menschen wird erschüttert, wenn man sie davon überzeugt, daß die Bibel im Schöpfungsbericht nicht als naturwissenschaftliches Buch zu lesen ist.

Eine Analyse dieser Haltung als ein Versuch, sich blind einem bequemen und heimeligen Weltbild auszuliefern ist in Hans-Jörg Hemminger, Jenseits der Weltbilder, Quell-Verlag zu finden.

Gruß
Thomas

In Deutschland gibt es meines Wissens
keine klare Gruppierungen, die die
Evolutionstheorie rundheraus ablehnen.

Na, na, das stimmt wohl nicht ganz. Gerade der Herr Gitt verkleidet das mit wissenschaftlichen Diskursen. Bemerkenswerterweise sagt er, dass die Evolutionslehre (er sagt nicht „…theorie“! Man lasse sich das mal auf der Zunge zergehen. Dann kann er nämlich auch sagen: „Schöpfungslehre“!) auf willkürlichen Annahmen beruht (Axiomen), stellt dann aber die Bibel als nicht beweisbare Grundvoraussetzung an den Anfang seiner Aussagen.
(siehe sein Buch „Schuf Gott durch Evolution?“).

Wenn Gruppen mit dieser Aussage antreten,
dann sind sie zumeist Ableger
entsprechender fundamentalistischer
Gruppen aus Amerika, wo dieses Thema als
dogmatischer Krieg einen ganz anderen
Stellenwert hat.

Auch hier kleiner Widerspruch: Gerade die Liebenzeller propagieren das! Zumindest Teile von Ihnen.

Es gibt allerdings einige „populäre“
deutsche Autoren - ich kenne hier
besonders Herrn Gitt - die mit
entsprechenden Büchern hervortreten. Das
populär steht hier in Anführungsstrichen,
da diese Autoren im wesentlichen nur in
den gläubigen christlichen Gemeinden
bekannt sind.

Die Anhängerschaft der Ablehner der
Evolutionslehre besteht zu bestimmt 99%
aus gläubigen Christen, die aber von
Naturwissenschaften keinerlei Ahnung
haben und sich daher - um ihres Glaubens
willen - gerne erzählen lassen, daß
Naturwissenschaftler doch nur gegen Gott
rebellieren wollen. Das Gottesbild dieser
Menschen wird erschüttert, wenn man sie
davon überzeugt, daß die Bibel im
Schöpfungsbericht nicht als
naturwissenschaftliches Buch zu lesen
ist.

Nein auch hier: Die Bibel ist grundsätzlich Wahr, sie ist von Gott (und nicht von Menschen!) geschrieben. Dort spätestens ist dann Schluss der Diskussion.

Eine Analyse dieser Haltung als ein
Versuch, sich blind einem bequemen und
heimeligen Weltbild auszuliefern ist in
Hans-Jörg Hemminger, Jenseits der
Weltbilder, Quell-Verlag zu finden.

Werd ich mir mal anschauen.

Gruß
Stucki

Na, na, das stimmt wohl nicht ganz.
Gerade der Herr Gitt verkleidet das mit
wissenschaftlichen Diskursen.

Was ich meinte ist, daß Herr Gitt seine Aussagen nicht als offizieller Vertreter einer christlichen Gruppierung macht, sondern als Privatmann. Du kannst also z.B. nicht sagen „alle Baptisten lehnen die Evolutionslehre ab“, da es durchaus Baptisten gibt, die Glaube und Evolutionstheorie miteinander zu verbinden wissen. Dies gilt auch dann, wenn die Mehrheitsmeinung in einer baptistischen Gemeinde anders aussieht.

Bemerkenswerterweise sagt er, dass die
Evolutionslehre (er sagt nicht
„…theorie“! Man lasse sich das mal auf
der Zunge zergehen. Dann kann er nämlich
auch sagen: „Schöpfungslehre“!) auf
willkürlichen Annahmen beruht (Axiomen),
stellt dann aber die Bibel als nicht
beweisbare Grundvoraussetzung an den
Anfang seiner Aussagen.

Über die Problematik von Wissenschaftlichkeit, Objektivität und Ehrlichkeit in diesem Zusammenhang liesse sich ewig diskutieren. Wenn ich jemals dazu kommen würde, meine geplante Homepage in Angriff zu nehmen…

Das Gottesbild dieser
Menschen wird erschüttert, wenn man sie
davon überzeugt, daß die Bibel im
Schöpfungsbericht nicht als
naturwissenschaftliches Buch zu lesen
ist.

Nein auch hier: Die Bibel ist
grundsätzlich Wahr, sie ist von Gott (und
nicht von Menschen!) geschrieben. Dort
spätestens ist dann Schluss der
Diskussion.

Du hast recht, aber ich bin einen Schritt weiter gegangen und habe gefragt, warum ist das so? Ich denke, daß der Hintergrund eben darin liegt, daß hier ein sehr enges (und meines Erachtens sehr falsches) Gottesbild vorliegt, an dem wiederum der Glaube hängt. In diesem Licht ist es verständlich, daß man eher bereit ist, die Wissenschaftlichkeit zu opfern, zumal wenn man mit dieser eh nicht viel zu tun hat.

Gruß
Thomas

  1. Von manchen Gruppierungen werden
    Evolutionstheorie und Weltentstehung
    (Urknall) angezweifelt - es gibt da
    ziemlich abenteuerliche Sachen. Wer hat
    Lust, dazu was zu sagen?

Hier findest Du einen Schöpfungsbericht aus geistiger Sicht verglichen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen.

http://home.datacomm.ch/virendra

Hallo Thomas,

Was ich meinte ist, daß Herr Gitt seine
Aussagen nicht als offizieller Vertreter
einer christlichen Gruppierung macht,
sondern als Privatmann.

Oije - schon wieder „nur“ ein Privatmann, wie oben bei den Katholiken! Dazu muss ich sagen, dass z.B. die evangelikalen Verlage - ich kenne Hänssler sehr gut - prinzipiell nur anti-evolutions-Bücher veröffentlichen. Also ist wohl anzunehmen, dass die Evangelikalen mehrheitlich diese Schiene fahren.

Du hast recht, aber ich bin einen Schritt
weiter gegangen und habe gefragt, warum
ist das so? Ich denke, daß der
Hintergrund eben darin liegt, daß hier
ein sehr enges (und meines Erachtens sehr
falsches) Gottesbild vorliegt, an dem
wiederum der Glaube hängt.

Das Thema brennt mir zwar nicht auf den Nägeln, aber es würde mich doch interessieren, ob es zu dieser Aussage Material gibt. Vielleicht ein Buch oder eine Homepage? Ich habe manchmal schon den Eindruck, dass es nicht ganz leicht ist, angesichts der modernen Weltdeutung an Gott zu glauben, und dann gehen mir Fragen durch den Kopf wie: Warum hat Gott dieses ungeheure Universum geschaffen, wenn es dann nur um die Erde geht? Und auf der Erde: Warum Milliarden Jahre Entwicklung für ein paar tausend Jahre Menschheitsgeschichte? Wo IST Gott, wenn er nicht „im Himmel“ ist? Was geschah mit all den seit Millionen Jahren lebenden Prä-Menschen? Wann und wie wurde der Affe zum Menschen? Wo IST der Himmel oder die Hölle, die Platz für ungezählte Milliarden leiblich auferstandener Menschen bieten? Verstehst du, mir erscheint das Universum doch ein bisschen zu groß, als dass es seinen Angelpunkt in einem einzigen Mann innerhalb einer winzigen Zeitspanne auf einem fliegenschissgroßen Ländchen auf einem unbedeutenden Planeten haben sollte.
Keine Bange, ich erwarte jetzt natürlich nicht, dass du in einem Kurzmail diese Fragen beantwortest, aber vielleicht hast du etwas Interessantes auf deiner Leseliste?
gruß,
bb

Gruß
Thomas

Hallo Barbara

Gute Fragen, aber ich muss zugeben, daß ich keine Literatur habe, die spezifisch in diese Richtung geht. Das Problem ist wohl, daß alle Antworten nur Spekulation sein können, denn das Wissen um die Größe des Universums und die Möglichkeit extraterrestrischen Lebens sind noch nicht sehr alt. Damit können sich Christen nicht auf ihre traditionellen Quellen verlassen.

Bei mir ist es ähnlich. Ich habe persönlich erdachte Antworten bzw Antwortversuche auf diese Fragen, aber ich würde mich nicht wundern, wenn ich bei einigen Punkten irren würde. So interessant die Fragen und die potentiellen Antworten sind, sie sind letztendlich nicht ausschlaggebend für die Frage, ob man an Jesus glaubt oder nicht.

Gruß
Thomas

Das Thema brennt mir zwar nicht auf den
Nägeln, aber es würde mich doch
interessieren, ob es zu dieser Aussage
Material gibt. Vielleicht ein Buch oder
eine Homepage? Ich habe manchmal schon
den Eindruck, dass es nicht ganz leicht
ist, angesichts der modernen Weltdeutung
an Gott zu glauben, und dann gehen mir
Fragen durch den Kopf wie: Warum hat Gott
dieses ungeheure Universum geschaffen,
wenn es dann nur um die Erde geht? Und
auf der Erde: Warum Milliarden Jahre
Entwicklung für ein paar tausend Jahre
Menschheitsgeschichte? Wo IST Gott, wenn
er nicht „im Himmel“ ist? Was geschah mit
all den seit Millionen Jahren lebenden
Prä-Menschen? Wann und wie wurde der Affe
zum Menschen? Wo IST der Himmel oder die
Hölle, die Platz für ungezählte
Milliarden leiblich auferstandener
Menschen bieten? Verstehst du, mir
erscheint das Universum doch ein bisschen
zu groß, als dass es seinen Angelpunkt in
einem einzigen Mann innerhalb einer
winzigen Zeitspanne auf einem
fliegenschissgroßen Ländchen auf einem
unbedeutenden Planeten haben sollte.
Keine Bange, ich erwarte jetzt natürlich
nicht, dass du in einem Kurzmail diese
Fragen beantwortest, aber vielleicht hast
du etwas Interessantes auf deiner
Leseliste?
gruß,
bb

Gruß
Thomas

Hallo Ihr zwei,
interessant, welche Diskussion meine ursprüngliche Frage nach den L’zellern ausgelöst hat und wie sich das thematisch langsam vom Ursprung entfernt.
Sei’s drum, die Diskussion liesse sich beliebig lange fortführen. Bin halt noch neu im Forum, da forstet man erstmal alles durch. Daher, zumindest von mir, ein (vorläufig) letzter Beitrag zu diesem Thema.
Die Frage der extremen Ansichten bis hin zum Fundamentalismus in christlichen Gruppierungen hat mich aus „gegebenem Anlass“ in letzter Zeit etwas bewegt. Es geht mir natürlich nicht darum, die Ansichten anderer zu verunglimpfen. „Jeder nach seiner Facon!“ - da stehe ich strikt dahinter. Wenn aber das Gefühl aufkommt, dass diese Gruppierungen (oder Teile davon) anderen ihre Meinungen aufdrängen wollen oder gar intolerante Züge zeigen, läuten doch einige Alarmglocken.
Beispiele: „Es ist ein Segen, dass die Europäer Amerika entdeckt haben … und den Menschen dort das Christentum gebracht haben“ - angesichts des Völkermords dort geradezu ungeheuerlich! „Die Schöpfungslehre sollte mindestens als Alternative in Schulbüchern enthalten sein“. „Der Humanismus ist Schuld am heutigen Unglauben, er stellt den Menschen und nicht Gott in den Mittelpunkt. Humanisten hassen die Bibel“. „Die Juden haben Jesus umgebracht“. „Gott liebt die Moslems, aber er hasst den Islam, er ist eine Falle des Teufels“. „Nicht die Israelis haben den Arabern das Land weggenommen, es ist umgekehrt! Die Juden geben ihnen ewiges Leben und Land“. Ich könnte noch einiges anhängen, aber ich denke es reicht.
Einige Aussagen stammen aus einem Buch „Das Land gehört Israel“, Hans K. Neerskow (ein Däne), Christliche Kommunikation und Verlagsgesellschaft, einige wurden während einer von den Liebenzellern organisierten Veranstaltung gemacht und blieben unwidersprochen.
Noch was zu Barbaras Aussagen, bin halt etwas an Astronomie usw. interessiert.
Die Frage ist wohl kaum, wo ist im modernen Weltbild Platz für Himmel und Hölle u.ä. Das sind doch alles nur menschliche Hilfs-Vorstellungen, die zudem noch auf dem Wissen von vor hunderten Jahren basieren - als die Erde noch eine Scheibe war und sich alles um sie drehte. Gott ist etwas transzendentes und daher für Menschen wohl prinzipiell nicht begreifbares (im Sinne von „beweisbar“).
„Warum gerade auf diesem ‚Fliegenschiss‘“: Na ja, irgendwo muss es ja sein - könnte man entgegnen.
„Die Milliarden auferstandener Menschen“: Die Weltbevölkerung wächst etwa nach einer e-Funktion, daraus ergibt sicht, dass die Anzahl aller Menschen, die bisher gelebt haben, nicht oder nicht viel grösser ist als die, die zur Zeit leben (hoffe, das stimmt einigermassen …).
Was Leben auf anderen Planeten angeht: „Zivilisationen im All“, Ulrich Walter, Spektrum akademischer Verlag (kenne das Buch aber nur aus der Zeitung). Die Diskussion um extraterristisches Leben und die Ablehnung, dass es das geben könnte, insbesondere in christlichen Kreisen, beleuchtet wieder mal die Selbstherrlichkeit (dass es ausser uns nichts Intelligentes gibt). Liesse sich fortführen, aber Schluss jetzt.

Nix denken, bloß glauben
So

interessant die Fragen und die
potentiellen Antworten sind, sie sind
letztendlich nicht ausschlaggebend für
die Frage, ob man an Jesus glaubt oder
nicht.

Das heißt wohl: Hör auf blöd zu fragen und glaub, was man immer geglaubt hat, oder? Für mich ist die Frage, wieso in einem ungeheuren Universum gerade dieser eine Mann, der nach Millionen Jahren in dieser Ecke erschien, derjenige welcher gewesen sein soll. Das hieße für mich nämlich, dass Gott seine Wahrheit so geschickt versteckt hat, dass sie nicht gefunden werden kann. aber langsam gewöhne ich mich daran, von Christen immer nur die Antwort zu kriegen: Ist doch egal, da hast du ein traktat, in dem steht alles drin, was du zu glauben ist, und zerbrich dir nicht den Kopf. Keine gute Antwort, Thomas.