Lieber doch kein Fisch?

Hallo liebe Community,

im Kampf gegen die Überfischung plant die EU jetzt den Fischfang radikal einzuschränken. Viel schärfere Kontrollen und Sanktionen sollen die Folge sein, um Fischarten vor dem Aussterben zu bewahren. Welche Fischsorten darf man eigentlich ohne schlechtes Gewissen essen? Muss ich bald auf Fisch ganz verzichten und ist Fisch tatsächlich so gesund wie sein Ruf?

Danke für eure Antworten!

Schöne Grüße
Galileo Redaktion

Liebe® Galileo,

Fisch ist genau so wie Fleisch überflüssig für unsere Ernährung. Unser Darm ist viel zu lang, um dies zu verdauen.
Eigentlich sind wir vom Gebiß her Fruchtesser.
Wenn alle Fleisch- bzw. Fischesser ihre Nahrung, bzw. Beute, selbst fangen und töten müssten, gäbe es fast nur noch Vegetarier.
Auch ist Fleisch und Fisch ungesund.
Jesus sagte bereits (er war auch Vegetarier) …wer vom Fleisch erschlagener Tiere isst, isst vom Körper des Todes. Denn in seinem Blut wird jeder Tropfen ihres Blutes sich in Gift verwandeln, in seinem Atem ihr Atem zu Gestank, ihr Fleisch zu Beulen, in seinen Knochen ihre Knochen zu Kalk … usw.
Man isst auch die Angst der Tiere mit, die Todesangst, welche sie erleiden, wenn sie geschlachtet werden.
Es gibt zahlreiche Schriften, auch im Internet, über gesunde vegetarische Ernährung. Ich habe auch eine selbst besprochene Hör-CD gemacht, die ich gerne kostenlos per Mail als Anhang verschicke, wenn dies jemand möchte.
Jeder Mensch, der keine Tiere mehr ißt, dem danke ich im Namen aller Tiere, die am Leben bleiben durften.

In liebevoller Tierliebe, schöne Grüßli
Mamalaika
Angelika

Kenne mich auf diesem Gebiet leider überhaupt nich aus. sorry…

Abgesehen von der irrgeleiteten veganen Theorie, dass der Mensch ein reiner Vegetarier sei, steht fest, dass Fisch und Fleisch unbedingt in der Ernährung eine Rolle spielen müssen. Tatsächlich ist der Mensch von seiner Natur her ein Allesfresser, tierisches Protein ist für seine Entwicklung und seinen Erhalt essenziell.
In Zeiten von Tofu und chemischen Nahrungsergänzungsmitteln scheinen das einige vergessen zu haben, aber diese Nahrungsmittel sind eben synthetisch, selbst wenn sie zu einem erheblichen Teil aus pflanzlichen Stoffen bestehen mögen.

Anbetracht der Tatsache, dass wir auf tierische Nahrungsmittel zurückgreifen müssen, wie es der Mensch und seine Ahnen seit Jahrtausenden taten, muss die Nahrung irgendwie beschaffen werden. Somit gibt es immer mehr Massentierhaltungen, so auch beim Seefisch. Es gibt riesige Anlagen, wo Fisch und Meeresfrüchte in einer Art Käfighaltung nur zu dem einen Zweck herangezüchtet werden.
Der industriell gezüchtete Fisch mag in seiner Qualität dem wilden Tier oft unterlegen sein, man kann ihn dennoch mit einem ruhigen Gewissen verzehren.

Dann gibt es noch den Wildfang. Der Wildfang ist nicht das Problem, so lange nicht mit überdimensionalen Netzen gefischt wird. Denn insbesondere die Jagd mit riesigen Netzen führt zur gnadenlosen Überfischung. Viele der Fische werden bereits tot an Bord der Fangflotten gehievt, es wird auch keine Rücksicht auf Arten und Alter der Tiere genommen. Somit werden riesige Schwärme komplett ausgerottet. Die Jungfische, die nicht einmal die Chance hatten, sich zu vermehren, enden ebenso tragisch, wie die älteren Tiere. Das ist wie ein Genozid!

Es gibt alternative Fangmethoden für den Wildfang. Es müssten weltweit einheitliche Fangvorschriften erstellt werden, zum Beispiel dürfen Fangnetze eine bestimmte Größe nicht überschreiten, und die Fangquote pro Kopf müsste festgelegt werden. Damit würden die schwimmenden Fischfabriken, die riesigen Fangflotten unrentabel, damit würde es wieder mehr kleine Fischer geben, die trotz großer Anzahl keinen so argen Raubbau betreiben können.
Der Fischer mit dem kleinen Netz sortiert im Regelfall zu kleine Tiere aus und setzt sie zurück in die Freiheit. Somit besteht für Schwärme und Jungfische eine große Überlebenschance.

Gut, das Angebot an Meeresfrüchten würde damit schrumpfen und damit die Preise steigen, damit würde dem personenbezogenen übermäßigen Verzehr an Fisch Einhalt geboten.

Was die Umweltgifte und Umweltschäden angeht, so kann die Qualität der Fische nicht pauschalisiert werden. Überwiegend ist die Qualität sehr hoch, doch gibt es überall auf der Welt Fanggründe, wo man lieber nicht hinterfragt, was das Tier für Schadstoffe aufgenommen hat.

Hallo Galileo,
es ist unbestritten, das fast alle Hochseefischarten heutzutage überfischt sind. Die Alternative wären Süßwasserfische wie Forelle oder Karpfen aus biologischer Zucht. Ist genauso gesund und schmackhaft.
LG Reimund

Das Problem sind weniger die gesetzlich zulässigen Fangquoten, sondern mehr die schwarze Fischerei, d.h. es wird mehr gefangen als erlaubt. Außerdem wird teilweise in Schutzbereichen gefischt, was dazu führt, dass bedrohte Bestände sich nicht mehr erholen können. Immerhin werden die Fische keiner aggressiven Aufzucht ausgesetzt, will heißen, sie sind nicht mit Antibiotika oder Wachstumshormonen belastet wie die Schweine und Kühe aus der Nutztierhaltung - ein so nettes Wort für so ein Elend…

Womit wir beim nächsten Punkt wären, nämlich dem Gesundheitsaspekt des Fischessens. Natürlich schwimmen die Fische in der „Suppe“ die wir ihnen hinterlassen, will heißen Rohöl, Chemieabfälle, hormonelle Rückstände der P-Pille, Schwermetalle und kleingeriebener Plastikabfall. Deswegen ist es sinnvoll Fischarten zu essen, die nicht an der Spitze der Fischnahrungskette stehen. Als Beispiel möchte ich Thunfisch nennen, der wie andere große Raubfische, erhebliche Mengen Quecksilber enthält. Trotzdem ist es besser Meeresfisch zu essen als Fisch aus Binnengewässern, da letztere mehr belastet sind.

Hallo Gallileo-Redaktion,

die gesündeste Komponente vom Fisch sind die ungesättigeten Omega-3-Fettsäuren, die es eben hautsächlich im fetten Fisch wie Heilbutt, Thunfisch, Kabeljau und Lachs gibt. Leider sind das gerade die Sorten, deren Überfischung droht.
Manche Fischarten werden recht gut und auhc mehr oder wniger ökölogisch unbedenklich gezüchtet, wie z.B. Forellen. Diese enthalten aber keine nennenswerte Mengen an Omega-3-Fettsäuren; dafür sind sie mager, was ja bei unserer fettreichen Ernährung auch nicht schlecht ist. Ich denke daher, dass man Zuchtforellen aus einheimischer Zucht unbedenklich empfehlen und essen kann.

Als Biologe denke ich nicht, dass aufgrund von Überfischung allein Fischarten aussterben werden; es wird sich halt nur nicht der grosstechnische komerzielle Fischfang lohnen und die diversen Arten werden halt auf zahlenmässig neidrigem Niveau überleben. Kommen dann allerdings noch globale Katastrophen hinzu, wie z.B. Erwärmung, Umweltverschmutzung (mit. z.B. hormonähnlichen Substanzen) kann das natürlich anders ausschauen.

Auch bei den gesunden und beliebten Fischarten gibt es Zuchten. Wegen der grossen Fischdichte in solchen Anlagen werden z.B. Antibiotika in grosser Menge eingesetzt um Krankheiten zu unterbinden. Dieser Antibiotikum-Einsatz ist natürlich auch mit den gleichen Probleme behaftet, wie bei der Tierzucht. Allerdings sind auch Methoden denkbar, die eine bessere, umweltverträglichere Fischzucht ermöglichen (z.B. riesiege Kugelkäfige, die mit der Meeresströmung von Südamerika nach Japan treiben).
Steigt die Nachfrage nach ökologisch gezüchteten Fischen, dann werden sich soche Zuchtmodelle auch rechnen - bei (etwas?) höheren Fischpreisen.

bester Gruss
Yps