Liebe Irene,
wie geht Ihr mit dem Liebeskummer Eurer Kinder um?
Interessanter Weise sind alle drei Mädchen mit ihrem ersten „richtigen“ Freund noch zusammen, so habe ich (zum Glück) noch keine diesbezügliche Erfahrung. Bis jetzt bin ich bloß als Beziehungsratgeber tätig geworden. Was ich Dir schreibe, ist also reine Theorie.
Was ratet Ihr Euren Kindern?
Was kann man denn raten? Ist Liebeskummer nicht eine jener „Krankheiten“, gegen die kein Kräutlein gewachsen ist? Was hat denn uns über den Liebeskummer hinweggetröstet? War es nicht einfach die Zeit, die den brennenden Schmerz ganz allmählich (viel zu langsam) hat abklingen lassen?
Könnt Ihr Abstand nehmen?
Je besser die Beziehung zum Kind und zu dessen Freund, desto schwerer kann man Abstand nehmen, ist doch klar. Ich hoffe, im Fall des Falles den Mittelweg zu finden zwischen Abblocken und von Mitgefühl Verzehrtwerden.
Leidet Ihr Euren vielleicht längst vergangenen Kummer noch mal
durch?
Da ich jetzt in einer glücklichen Beziehung lebe, wohl kaum.
Anders wäre es vielleicht, läge da noch ein ungetrösteter Liebeskummer im Schubladl. Den würde ich ganz sicher herausholen und auf Hochglanz polieren
))
Habt Ihr gelernt aus Euren „Kummern“?
Wie gebt Ihr es weiter an Eure Kinder?
Ich hab gelernt, dass es keine Medizin gegen diesen Schmerz gibt, höchstens etwas Linderung durch Ablenkung.
Oder haltet Ihr euch komplett raus?
Wenn mein Kind sich mir anvertraut und sich nicht verschließt - wie könnte ich mich da raushalten???
Und wenn Euer Kind vor Euch steht und sagt: „Mama, Papa,
hilf…“
Ich denke, das einzige, was Du tun kannst, ist Zuhören. Deinem Kind das Gefühl geben, es hat das Recht auf diesen Kummer, es wird verstanden, und es ist nicht allein. Abstand nehmen ist sicher umso schwerer, je besser man den Freund / die Freundin des Kindes gekannt und je mehr man ihn oder sie gemocht hat. (Stell Dir vor, die Freundschaft Deines Kindes mit einm Punker ginge auseinander - da wärst Du insgeheim vielleicht heilfroh.)
Gönnt Ihr beide Euch ein wenig Zeit füreinander. Geht miteinander auf ein Eis, ins Museum, in den Prater, was weiß ich wohin. Redet, nehmt einander in den Arm, wenn Euch danach ist, und genießt, daß Ihr einander habt. Es tut so gut, eine Mama zu haben, wenn man in so einer Situation ist!
Oder seid Ihr der Meinung, hier hört Eltern-Sein auf?
Du liebe Zeit! Ich würde mich verstoßen fühlen, wenn ich jemandem, dem ich vertraue, mein Herz ausschütte und der wendet sich ab!!! Ich denke, an dem Tag, an dem ich das meinem Kind antue, verliere ich es.
Liebe Irene, ich wünsche Euch beiden für die nächste Zeit viel Kraft und alles, alles Gute!
Hanna