Hallo Frank!
Nun hast du mich „gezwungen“, den ganzen Artikelbaum noch mal zu überfliegen. 
Und Stellung zu nehmen.
Wollte ich eigentlich gar nicht.
Ist auch schwierig genug, weil wir den „Fall“ ja nur von einer Seite aus geschildert bekommen. Andererseits ist es aber auch ein derartiger „Standardfall“, dass man ihn getrost in eine Schublade stecken könnte.
Aber sprechen wir erst mal über Gefühle.
Da ist die Mutter, getrieben von zwei Gefühlen:
Einerseits die natürliche, biologische Abneigung gegen die im eigenen Nest heranwachsende Konkurrenz. Verstärkt, durch den eigenen Misserfolg bei der Partnersuche, was natürlich auch dazu führt, dass kein Vater da ist, der gelegentlich vermittelnd eingreifen könnte.
Frauen geben so etwas meistens nicht zu, glauben es wahrscheinlich auch selbst nicht, als Mann und Vater siehst du es, mehr oder weniger ausgeprägt, bei allen Familien, die heranwachsende Töchter haben. Wobei die Ausprägung, je nach Verhalten der Töchter, durchaus verschieden stark sein kann.
Andererseits die Mutterliebe, die Sorge um den Nachwuchs, die Lebenserfahrung, die ihr sagt, dass es für ein Kind nicht gut ist, sich allzu früh, allzu fest zu binden.
Das Verhalten der Mutter ist also durchaus zu verstehen.
Gut, sie könnte etwas einfühlsamer sein, aber immerhin hat sie ja erreicht, was ihr wichtig war: Zeitgewinn!
Zeit für ihre Tochter, um nachzudenken! Und, wie man unschwer erkennen kann, denkt die Tochter, zum Glück, ja auch schon nach. Da ist der Führerschein, dieses erstrebenswerte Ziel, das relativ sorglose Leben unter den Fittichen der Mutter und, vielleicht noch im Hinterkopf, die Erkenntnis, dass es für junge Leute ja noch was anderes gibt, als nun unbedingt gleich eine feste Partnerschaft einzugehen. Was nützt einem die „Freiheit“ des Führerscheins, wenn man sich eben diese Freiheit gleich wieder nimmt, indem man sich an einen festen Partner bindet?
Vielleicht kennt sie ja auch genügend negative Beispiele, das heißt, die Mutter wird sie ihr schon vorgehalten haben: Verliebt, verlobt, verheiratet, Kind, Erkenntnis, Trennung und schlimmstenfalls, ein verpfuschtes Leben.
Es ist halt ein Elend, dass der Mensch biologisch eher erwachsen wird, als er dem Leben gewachsen ist. Und für junge Menschen ist es oft tragisch, weil die erste Liebe immer gleich so aussieht, als wäre sie für die Ewigkeit. Große Lieben enden fast immer in großen Enttäuschungen.
Wobei beide, Mutter wie Tochter, noch verdammt viel Glück gehabt haben, denn das Verhalten der Mutter hätte sehr leicht zu einer übereilten Trotzreaktion der Tochter führen können.
Aber gut, Mutter wie Tochter, sind erst mal auf der sicheren Seite.
Die Tochter fühlt sich wohl bei dem Gedanken, dass sie einerseits ihre „große“ Liebe nicht aufgeben braucht und sich andererseits aber auch nicht entscheiden muss. Führerschein und Liebe gerettet! *g
Und die Mutter hat einfach Zeit gewonnen, Zeit für ihre Tochter, erst einmal eine vernünftige Ausbildung zu machen, sich auf eigene Füße zu stellen und sich im Leben umzusehen, bevor sie sich fest an jemand bindet.
Dann wäre da noch Thommy, der arme Kerl.
Egoistisch, wie ein Mann nun mal ist, fordert er, dass sich das Mädchen klar für ihn entscheidet. Dadurch, dass sie offenbar weiterlebt, als wäre nichts gewesen und alles in bester Ordnung, hat sie sich nun aber eigentlich schon gegen ihn entschieden.
Einfühlsam, wie er ist, merkt er allmählich, dass sie sich von ihm entfernt und deswegen hat er nun natürlich Liebeskummer.
Was soll man den beiden, aus der eigenen Lebenserfahrung heraus, nun raten? Zumal einem die Lebenserfahrung ja sagt, dass guter Rat eh vergebens ist. 
Also, ich würde sagen, genießt eure Liebe und natürlich auch den Sex, der dazu gehört. Aber fixiert euch nicht zu sehr aufeinander! Genießt den Augenblick, aber plant nicht zu sehr in die Zukunft hinein. Behaltet beide im Hinterkopf, dass die erste große Liebe fast nie die letzte ist. Zieht euch nicht aufeinander zurück, sondern bleibt im Leben, behaltet euren Freundeskreis und unternehmt möglichst viel mit anderen jungen Leuten gemeinsam.
Lasst euch beide die „schöne“ Jugendzeit nicht durch eine unglückliche Liebe vermiesen! Lasst euch Zeit!
Und denkt daran, dass andere Mütter auch schöne Töchter und Söhne haben.
Ja, Thommy, ich weiß, dass besonders dir dieser Spruch momentan nicht passen wird, und ich weiß auch, wie weh Liebeskummer tut.
Aber die Traumfrau ist immer die, in die man g´rade verliebt ist. Und somit gibt es massenhaft Traumfrauen, zum Glück! *g
Der Mutter sollte man unbedingt zu mehr Toleranz raten! Verbote führen bei Jugendlichen meist nur dazu, dass das Verbotene im Verborgenen abläuft und sich somit jeglichem Eingreifen und Steuern entzieht.
Reden und vor allem Zuhören sind hier der Schlüssel zum Erfolg.
Nochmal, hallo Frank!
Ich hoffe, dass dir obige Antwort auch als Antwort auf deine speziell an mich gerichteten Aussagen genügt!
Dennoch will ich kurz nochmal Stellung nehmen.
wir alle kennen den Spruch: Jeder ist so alt, wie er sich
fühlt. Ich habe sehr viel mit Jugendlichen zu tun und es gibt
durchaus 14 Jährige, denen ich zutraue auf eigenen Füßen zu
stehen, Entscheidugen zu treffen und weitgehend selbständig
Verantwortung zu übernehmen. Dann gibt es 30jährige, die nicht
in der Lage sind, für Ihr Leben gerade zu stehen.
Wir kennen aber leider auch den Spruch: Liebe macht blind.
Ich gebe dir aber insofern recht, dass ich mir nicht anmaßen
sollte aus der Ferne zu beurteilen, ob dies hier der Fall ist.
Sorry.
Weißt Du, wenn ich hier so ein Verhalten der Mutter
geschildert bekomme, dann macht mich das auch schon mal ein
wenig ärgerlich.
Erwachsene sollten sich auch mal daran gewöhnen, die Gefühle
ihre Kinder zu respektieren- hier spielt das Alter keine
Rolle.
Das sollten sie sicherlich! Nur eben, Erwachsene sind auch nur Menschen. Das einzige, was sie der Jugend voraus haben, ist ihre Lebenserfahrung, wobei sich die Jugend nun aber, speziell in der Liebe, permanent weigert, einen Rat aus dieser Erfahrung anzunehmen. Vermutlich schon seit mindestens 100 000 Jahren. 
Liebe, Zuneigung, Geborgenheit, mit einem Menschen vertraut
sein, ist NIEMALS FALSCH, Gefühle sind immer ECHT, WIRKLICH.
Das schließt ja nicht aus, dass man den Freund der Tochter
kritisch sehen kann.
In jedem Fall aber sollte man sehr sensibel damit umgehen. Ein
Verbot ist die simpelste Methode die Dinge für sich aus der
Welt zu schaffen.
Das würde ich niemals bestreiten.
mfg Nemo.