Liebhaberei und Gewinnerzielungsabsicht im Osten

1990 noch Investoren durch Hochglanzbroschüren für Investitionen im Osten geworben, so versuchen die Finanzämter im Osten die Steuerausfälle durch Sonderabschreibungen nach dem Fördergebietsgesetz wieder reinzuholen… Dazu pickt man sich einzelne heraus und unterstellt, daß man sein sein sauer verdientes Geld und das von der Bank Geliehene quasi zum Spaß investiert hat. Die Politik, die sich vorher mit Versprechungen nicht zurückhielt, deckelt das Ganze.

Die zu erzielenden Mieten blieben hinter den Erwartungen zurück, die Ausgaben bei Vermietung +Verpachtung übersteigen westdeutsches Niveau ( Strom, Wasser, Abwasser, KommunaleBeiträge…).

Heißt das für den Steuerzahler in den Neuen Bundes Ländern, daß dieser noch zusätzlich für die Sünden der Politiker blechen muss und dafür bezahlen darf, daß es leider keine blühenden Landschaften geworden sind.

Was ist denn mit den unzähligen Wohnungsbaugesellschaften aus Vorwendezeiten und Großinvestoren? Warum müssen diese denn keine Gewinnerzielungsprognose abgeben bzw. können über Jahre chronisch defizitär arbeiten ?

Welche sozialkritisch eingestellten Rechtsanwältinnen und Mitstreiterinnen wehren sich ???

Mit freundlichen Grüßen/ Georg Walter, Im Winkel 7, 39359 Bösdorf

Tel. 039057 2930 Fax: 039057 2930 email: [email protected] Handy: ab 20:00 Uhr 0174 9471133

Hallo Georg!

Die zu erzielenden Mieten blieben hinter den Erwartungen
zurück, die Ausgaben bei Vermietung +Verpachtung :übersteigen westdeutsches :Niveau.

Heißt das für den Steuerzahler in den Neuen Bundesländern, daß dieser noch :zusätzlich für die Sünden der Politiker blechen muss und :dafür bezahlen darf, daß es :leider keine blühenden Landschaften geworden sind.

Das heißt zunächst einmal, daß viele Investitionen konzept- und phantasielos, am Bedarf vorbei, in Goldgräberstimmung und blauäugig getätigt wurden.

Was ist denn mit den unzähligen Wohnungsbaugesellschaften aus
Vorwendezeiten…

Die gehen in die Insolvenz. Weil etliche Gemeinden für die Darlehen der Wo-Bau-Gesellschaften bürgten, steht so manche Gemeinde mit dem Rücken an der Wand.

Inzwischen ist die Situation für Vermieter in weiten Teilen des Ostens mit katastrophal noch zurückhaltend beschrieben. Z. B. in Schwerin stehen die Wohnungen ganzer Straßenzüge zum großen Teil leer. Die innerstädtischen Straßen der schönen Stadt sind zwar voller Touristen, aber zu viele Geschäfte stehen leer und jeder Leerstand läßt Publikum ausbleiben und zieht weitere Leerstände nach sich.
Gewöhnliche Standardwohnungen und Ladenlokale auch in guter Lage sind praktisch unvermietbar. Ohne Problem findet man auch in bester Lage mit Seeblick und Blick aufs Schloß unvermietbare und unverkäufliche Häuser. Die Menschen fehlen. Das Land entvölkert sich und vergreist.

Es gibt durchaus noch Möglichkeiten, überall - auch im Osten - mit Vermietung Geld zu verdienen. Dafür muß man aber die Gegend des Objekts genau kennen und braucht ein Konzept, das der ins Auge gefaßten Zielgruppe auf den Leib geschneidert ist.
Aber erzähle das mal einem Vermieter, der auf seinen leeren Wohnungen sitzt. Jede gewerbliche Tätigkeit braucht ein Konzept. Daß man für Vermietung ein Konzept und Phantasie braucht, wollen viele Leute aus mir unerfindlichen Gründen nicht begreifen. Muß wohl an der Gewöhnung liegen, weil früher jedes noch so vergammelte Wohnklo vermietbar war.

Ein Beispiel für phantasievolle, zielgruppengerechte Vermietung: Eine Gegend mit Leerstand ohne Ende mit heftig steigender Tendenz. Ein einziger Vermieter kennt keine Probleme. In der Region gibt es viel Wald. Die Jagdpächter reisen am WE mit Hund und Gewehr aus dem Westen an. Eine normale Wohnung mit empfindlichen Fußböden taugt nichts für den Jagdhund. Außerdem braucht man Platz für den am Ort abgestellten sündhaft teuren Geländewagen. Also wird alles gebaut: Üppige Zwinger mit Kameraüberwachung für die Hunde, hundegerechte Wohnung, die auch Waldstiefel nicht übel nimmt, ein fest eingebauter diebstahlgeschützter Waffenschrank und eine reichlich bemessene Garage für den edlen Geländewagen. Von der dafür mit Kußhand bezahlten Miete träumt jeder Vermieter.

Diese Zielgruppe ist natürlich nur eine enge Nische, aber mit solcher Phantasie kommt man noch auf seine Kosten. Spezielle Zielgruppen gibt’s genug.

Um es unmißverständlich zu sagen: Der Fiskus hat keine Schuld. Natürlich ist das FA nicht begeistert, wenn der angeblich gewerbliche Vermieter über viele Jahre nur Kosten und Vorsteuer geltend macht. Bei jedem anderen Unternehmer, der z. B. angeblich Maschinen baut, aber über ein Jahrzehnt nur Ust.-Erstattungen sehen will, reagiert das FA in gleicher Weise. Es reicht heute nicht mehr, eine kahle Bude mit einer Billigküche (Sonderangebot für Vermietobjekte) auszustatten, und dann einfach zuzuwarten, weil sich nach dem ersten Inserat lange Schlangen mit Mietinteressenten einfinden.

Nix für ungut, wollte niemandem zu nahe treten, aber ich sehe das nicht markt- und zeitgerechte Verhalten vieler Vermieter. Das gilt auch für Makler, deren gesamte Vermarktungskunst sich im Schalten von Inseraten zu erschöpfen scheint.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,
Du hast Dir schon wieder ein Pünktchen verdient :smile:)

Gruß
TeeBird