Wenn ich mich im Bekanntenkreis umschaue, packt mich immer der blanke Neid: Die geschiedenen bzw. getrennten Väter lieben ihre Kinder, lassen keine Chance aus, die Kinder zu besuchen, jammern noch, weil sie die Kids zu selten sehen, sind verantwortungsvoll, kommen auch mal zum Babysitten vorbei, dass die Mutter auch mal wieder weggehen kann, zahlen regelmässig ihren Unterhalt, fahren mit den Kindern in die Ferien und unternehmen aufregende Sachen mit ihnen usw…
Anders bei uns:
Der Vater meiner beiden Kinder zahlt inzwischen Unterhalt, aber nur, weil er wegen fortgesetzter Unterhaltspflichtverletzung nach zahlreichen Bewährungsstrafen das letzte halbe Jahr im Knast verbringen musste, Besuchstermine kommen nur zustande, wenn man ihm wochenlang hinterher telefoniert hat (keine Zeit, zuviel Arbeit, etc.) die vereinbarten Termine werden zu 80% nicht eingehalten, und wenn, dann werden nicht Dinge unternommen, die den Kindern gefallen, sondern solche, die den Papa interessieren…(Beispiel Drachensteigen, Papa lässt den ganzen Nachmittag den Drachen steigen, Tochter muss zuschauen)
Das geht nun seit Jahren so, in Gesprächen zeigt er sich verständnisvoll und einsichtig, gelobt Besserung, beteuert, seine Kinder zu lieben - und alles bleibt beim alten. Wenn er sich meldet, dann ca. alle 6 Monate, und wenn er für den gleichen Tag einen Besuchstermin wünscht, haben wir zu springen -wenn man versucht, den Termin auf einen anderen Tag zu verlegen, sagt er zwar zu, hält den Termin dann jedoch nicht ein, ruft auch nicht an, um abzusagen…
Das alles macht mich ziemlich mürbe, vor allem weil es seit Jahren so geht und weil alle Gespräche nichts bringen. Es tut mir einfach leid für meine Kinder…manchmal denke ich, es wäre klüger, ihm den Umgang ganz zu untersagen, aber ich will ja eigentlich, dass die Kinder einen Beziehung zum Vater haben, ich denke, sie brauchen ihn…Besser ein schlechter Vater als gar kein Vater?
Was meint ihr?
Gruss, Rahja