Ich besitze alte Tonaufnahmen von Liedern, bei denen der Text wegen schlechter Aufnahmequalität teilweise kaum verstehbar ist.
Allerdings sind Bruchstücke heraushörbar, in erster Linie bestimmte Laute und manchmal Silben. Daraus und aus bekannten Textteilen kann man also den Text erschließen.
Manche Laute kommen ja in häufigen Wörtern sicher öfter vor als andere, manche kommen in einsilbigen Wörtern vor, andere eher in mehrsilbigen in der letzten Silbe (so kann das Wort am Ende eines Verses bestimmt werden).
Bestimmte Lautabfolgen verweisen vielelicht auf bestimmte Wörter oder Wortfolgen.
Welche Vorgehensweise eignet sich dabei? Gibt es ein bestimmtes System?
bin seit längerer Zeit am Aufbau eines Liedtext-Archivs.
Wenn ich den Text eines Liedes suche, dessen Titel ich nicht kenne, hat es oft geholfen, einfach eine herausgehörte Phrase in Anführungsstrichen bei Google einzugeben, dazu noch das Wort „lyrics“. Meist wurden prompt Seiten angezeigt, die diesen Liedtext enthielten.
Vielleicht hilft dir dieses Verfahren auch weiter!
bin seit längerer Zeit am Aufbau eines Liedtext-Archivs.
Wenn ich den Text eines Liedes suche, dessen Titel ich nicht
kenne, hat es oft geholfen, einfach eine herausgehörte Phrase
in Anführungsstrichen bei Google einzugeben, dazu noch das
Wort „lyrics“.
Das versuche ich zunächst auch immer. Einige Texte sind aber leider nicht auffindbar oder auch nur bruchstückhaft, da der Anbieter sie auch nur aus einer Aufnahme herausgehört hat.
Deshalb habe ich diese Frage nach dem Erschließen anhand von sprachlichen Merkmalen gestellt. Ein anderer Weg (außer möglicherweise technische Beareitung der Aufnahme) wird wahrschenlich kaum möglich sein.
Ich hoffe ich werde jetzt fuer den volgenden Vorschlag nicht gesteinigt
Aber vielleicht gibst du die Tonaufnahmen mal jemandem zum hoeren der gerade einen Joint o.ae. geraucht hat?
Ich kann mich erinnern mal von einer Studie gelesen zu haben bei der Textzeilen soweit horizontal abgedeckt wurden dass die „nuechterne“ Probandengruppe den Text nicht mehr entschluesseln konnte waehrend die „berauschte“ Gruppe das locker konnte.
Waere ja mal interessant.
Mit freundlichen Gruessen und viel Glueck,
Salma
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Natuerlich hast du recht.
Ich hatte auch noch einen Nachtrag geschrieben weil mein Text unvollstaendig war, aber das hat wohl nicht geklappt.
Wie auch immer, war nur ein Beispiel. In welchen Format hast du die Aufnahmen denn?
Ciao,
Salma
Es geht ja in dem Fall um Hören und nicht um Sehen. Vielleicht
ist das ja übertragbar. Sofern der Text so erkannt werden
kann, wäre es eine Lösung.
Natuerlich hast du recht.
Ich hatte auch noch einen Nachtrag geschrieben weil mein Text
unvollstaendig war, aber das hat wohl nicht geklappt.
Wie auch immer, war nur ein Beispiel. In welchen Format hast
du die Aufnahmen denn?
Ciao,
Salma
Es sind mp3-Dateien, die der Anbieter mit Sicherheit aus Aufnahmen von Schallplatten (also Wave-Dateien??) erzeugt hat.
Die Frage nach der Technik habe ich allerdings noch einmal eigens im Brett „Audio und Hifi“ gestellt
Hier im Brett Deutsche Sprache geht es mir ausschießlich um die sprachliche Erschließung - sonst wäre die Frage ja auch falsch aufgehoben.
Hier die Besprechung:
„Kinder können nicht zuhören. Und wenn sie es tun, dann schlägt ihnen die Phantasie oft ein Schnippchen, das sie – oft bis zum Tod – mit falschen Liedtexten leben lässt. Denn vor allem Kinder sind grausame Verhörer – so wie Frau J. aus Stephanskirchen, die als junges Mädchen felsenfest davon überzeugt war, dass der eigentlich klischeehafte Satz eines mittelmäßigen Seemannslieds („Stürmisch die Nacht und die See geht hoch“) tatsächlich „Stürmisch die Nacht und die Säge tobt“ laute. Für den Münchner Autor und Kolumnisten Axel Hacke sind diese Verhörer von teils schrecklicher Schönheit die eigentliche Quelle unerschöpflicher Poesie: „Der Verhörende schafft sich gewissermaßen aus der Unverständlichkeit der Welt heraus einen eigenen Kosmos, ein Beweis für die kindlich-dichterische Kraft, die vielen von uns innewohnt, ohne dass wir eigentlich etwas von ihr ahnen“, heißt es in dem von Michael Sowa wieder einmal kongenial illustrierten Buch Der weiße Neger Wumbaba. Hackes Meinung nach haben Liedtexter gar die Aufgabe, zum Fehlhören zu animieren.
In seiner Kolumne Das beste aus meinem Leben für die Süddeutsche Zeitung erwähnte Hacke einmal einige schöne Exempel für die Freudschen Fehler des Gehörs – mit der Folge, dass ihn immer neue Zuschriften seiner Leser ereilten, darunter die wirklich überzeugende Umdichtung des Evergreens Der Mond ist aufgegangen von Matthias Claudius, dessen vertonte Gedichtzeilen „und aus den Wiesen steiget / der weiße Nebel wunderbar“ das Gehirn eines Musikenthusiasten folgendermaßen verwandelte: „und aus den Wiesen steiget / der weiße Neger Wumbaba“. Dieses ungleich größere Zitat ziert nun als Titel ein Buch, die Hackes Originalkolumne sowie seine zahlreichen Nachfolger versammelt. Selbst wenn man sich bei manchen der eingesandten Verhörern etwas ohrenreibend fragt, wie das Hirn derlei phonetisch-semantische Kapriolen zustande bringt, so ist Der weiße Neger Wumbaba doch der beste Beweis für die im Buch aufgestellte These, „dass die besseren Liedtexte in den Köpfen der Hörer entstehen.“ Und das ist auf zauberhafte Weise sicher war.“