Lieferschein wozu?

Hallo,

als Privatkunde habe ich heute mal wieder ein Paket erhalten, an dem außen in einer roten Plastiktasche ein Lieferschein angebracht war. Gemacht habe ich das Gleiche wie immer: Mich wundern, überfliegen, wegwerfen; zumal im Paket eine Rechnung mit fast identischem Inhalt enthalten war.

Wozu und von wem werden diese Lieferscheine gebraucht?

Danke und viele Grüße,

Andreas

Wozu und von wem werden diese Lieferscheine gebraucht?

Bei Privatpersonen und Kleinstfirmen wir so etwas i.d.R. nicht gebraucht. Im allgemeinen Geschäftsverkehr aber sind der Ort des Warenzugangs (Lieferadresse) und der Ort des Rechnungseingangs (Rechnungadresse) meist verschieden:

Die Rechnung geht an die Finanzbuchhaltung, die Ware wird am Wareneingang abgeliefert. Meist unterschiedliche Ort oder Eingänge.

Meist werden noch weitere Prozesse und Formulare verwendet: Eine Bestellanforderung löst eine Bestellung aus, deren Bestellnummer dann auf dem Lieferschein erscheinen sollte.

Wenn nicht, kann das auch auf einem Wareneingangsschein gemacht werden. Dieser wird im Wareneingang erstellt und ist (im Gegensatz zum Lieferschein) ganz auf die Bedürfnisse des bestellenden Unternehmens angepasst. Die Lieferscheine werden dann im Wareneingang abgelegt und die Ware wandert dann mit dem WE-Schein Richtung Lager oder Fertigung.

Die Prozesse sind immer stark davon abhängig, was in einem Unternehmen passiert. Dort wo weniger stoffliche Lieferung geschieht (z.B. Dienstleistung) oder keine formale Bestellung vorausgeht, gibt es entsprechende Prozesse, in denen dann sachliche und rechnerische Richtigkeit geprüft und Kostenstellen zugeordnet werden.

Ciao, Allesquatsch

Hi Allesquatsch,

danke! Aber warum ist der Lieferschein außen angebracht und liegt nicht in der Lieferung?

Andreas

Hallo,

die Ware ist bereits verpackt.
Der Lieferschein wird erst erstellt, wennn Verkauf stattgefunden hat.

Und da ist aussen anheften bequemer, als gepacktes Paket aufmachen…

Gruss
Hummel

Hallo Andreas!

Aber warum ist der Lieferschein außen angebracht und
liegt nicht in der Lieferung?

Du weißt, was Du bestellt hast. Kommt ein Paket an, ist Dir von vornherein klar, wer es geschickt hat und worum es geht. So ähnlich kann es auch in Kleinbetrieben funktionieren, aber nicht mehr, wenn es ein bisschen größer wird. Ich wähle absichtlich ein Extrembeispiel: Stell’ Dir das VW-Werk vor oder BASF. Das sind jeweils ganze Städte. Täglich kommen Lkw-Karawanen und ganze Güterzüge mit Warenlieferungen an. Dabei kann niemand am Werkseingang das Gramusel der einzelnen Lieferungen durchwühlen und Pakete auspacken, um zu erkennen, worum es geht und wohin die Lieferung gehört. Dort kann man nur nach Papier arbeiten und das muss praktischerweise von außen zugänglich sein.

Außerdem sind Lieferschein und Rechnung verschiedene Dinge. Der Lieferschein führt den Inhalt/den Gegenstand der Lieferung auf. Zum Lieferschein kann eine Rechnung über die gleichen Gegenstände gestellt werden, aber das muss nicht so sein. Es könnte sich um eine Teillieferung handeln, um kostenlosen Ersatz, ein Muster oder was auch immer. Oft werden Ware mit Lieferschein und die Rechnung separat versandt, weil sowohl beim Versender als auch beim Empfänger Waren und Rechnungen von verschiedenen Abteilungen bearbeitet werden. So wird die Ware an Werk 2, Tor 7 geschickt und die Rechnung geht separat per Briefpost an den Empfänger. Und nein, Porto sparen ist dabei kein Thema. Im Vordergrund stehen funktionierende Abläufe.

Gruß
Wolfgang

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Hallo Wolfgang,

danke für die schöne Erklärung! Dann muss wohl mein Teelieferant auch sehr viel größere Kunden haben. :smile:

Gruß,

Andreas

Dann muss wohl mein Teelieferant auch sehr viel größere Kunden haben. :-

Hallo Andreas,

es reicht doch, dass der Teelieferant auch gewerbliche Kunden hat, für die er eine taugliche Abwicklung braucht. Dann wird er keine Extraabläufe im Lager etablieren, weil man ja für irgendwelche Privatkunden die 3 Cent für eine Versandhülle sparen könnte.
Auf im absendenden Unternehmen gibt es viele Gründe für eine Trennung von Lieferschein und Rechnung. Für Großkunden gibt es dann z.B. gar keine Einzelrechnung sondern eine kummulierte Rechnung pro Monat. Andere Sendungen sind Ersatzlieferungen oder kostenfreie Proben, für die es gar keine Rechnung gibt.
Heute ist es auch gar nicht unüblich, dass Materiallogistik und Händler zwei getrennte Firmen sind. Der Händler weist dann das Lager an, für einen Kunden einen bestimmten Auftrag auszuliefern.
Da gibt es kein Interesse, dass bei Logistiker die Ein- und Verkaufspreise bekannt sind. Der bekommt nur Einlager- und Auslager-Anweisungen.

Ciao, Allesquatsch

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Danke; ich denke, jetzt habe ich einen guten Überblick, was Sinn und Zweck eines (außen angebrachten) Lieferscheins auf beiden Seiten des Versands angeht.