Hallo!
Vielleicht bin ich vernagelt, aber beim Googeln finde ich nichts über einen „Palast der Tugend“ im Limbus bei Dante: „Dante’s Palace of Virtue in Limbo“. Werweissmehr?

Eva
Berg der Tugend
Hi Eva,
in Inferno, Canto IV, also dort, wo Vergil dem Dichter den Limbus zeigt, ist von einem
„Palast der Tugend“
nicht die Rede. Und ich wüßte auch nicht, wo sonst in der gesamten Divina Commedia. Ansonsten, Paläste, ja, gibt es verschiedene dort.
Allerdings wird oft der „glückselige Berg“ (il dilettoso monte, I.77), den Dante ganz zu Anfang in dem finsteren Wald (selva oscura, I.2) entdeckt, in dem er sich verirrt hatte, als " Berg der Tugend" bezeichnet. Diesen Berg, vor dem ihm dann auch der von seiner Geliebten Beatrice gesandte Vergil begegnet, sieht er von den Strahlen del pianeta (die Sonne) beleuchtet, „der uns auf jedem Wege richtig leitet“.
Das geschieht aber, bevor es in das Inferno geht, dessen erster Kreis der Limbus ist.
Gruß
Metapher
Sieben Mauern, sieben Tore …
Hallo, Metapher!
Der Autor schreibt von einem prächtigen Palast mit sieben Mauern, in diesen Mauern sieben Tore, das ganze von einem Fluss umschlungen. Darin wohnen Horaz, Ovid, Lukan etc. Hmmm … Hat er sich den Palast vielleicht nur ausgedacht, weil er es für seinen Roman brauchte …
Danke Dir und Gruß,
Eva
Hi Eva,
Der Autor schreibt von einem prächtigen Palast …
Welcher Autor? Und wo?
… Hat er sich den Palast vielleicht nur ausgedacht, weil er es für seinen Roman brauchte …
Ich verstehe die Frage nicht. Wer hat sich was „nur ausgedacht“? Was soll es denn sonst sein, was du dort beschreibst? Die Realität? 
Hallo Eva,
Der Autor schreibt von einem prächtigen Palast mit sieben Mauern, in diesen Mauern sieben Tore, das ganze von einem Fluss umschlungen. Darin wohnen Horaz, Ovid, Lukan etc. Hmmm … Hat er sich den Palast vielleicht nur ausgedacht, weil er es für seinen Roman brauchte …
welchen Autor meinst Du denn? Und welchen Roman? Die Vorlage hat er jedenfalls bei Dante gefunden, und zwar im schon von Metapher genannten 4. Gesang des Inferno:
_[…] Du siehst Homer, den Dichterkönig, nah’n;
Ihm folgt Horaz, berühmt durch Spott dort oben,
Ovid der Dritt’, als letzter kommt Lukan. […]
Bald kamen wir an eines Schlosses Fuß,
Von siebenfacher hoher Mau’r umfangen,
Und rings beschützt von einem schönen Fluß.
Als wir mit trocknem Fuße durchgegangen,
Ging’s weiter dann durch sieben Tore fort,
Und eine Wiese sah ich grünend prangen.[…]_
Quelle: http://www.operone.de/dante/inf04.html
Viele Grüße
Diana
P.S.: Anbei noch ein Werk von Brecht, der auch durch Dantes Göttliche Komödie zu dem Gedicht „Besuch bei den verbannten Dichtern“ inspiriert wurde: http://www.kirke.hu-berlin.de/ovid/brecht.html
die Burg der Helden und Weisen
Hallo Jägerin,
Die Vorlage hat er jedenfalls bei Dante gefunden, und zwar im schon von Metapher genannten 4. Gesang des Inferno:
Das ist wohl wahr. Aber die vier Dichter, die sich dann mit Vergil und ihm, Dante, zu einer 6er-Gruppe zusammentun, treffen sich vorher. Und das Ganze spielt sich natürlich im Limbus ab, welcher der erste „Kreis“ von neunen des Inferno ist.
Bald kamen wir an eines Schlosses Fuß,
Von siebenfacher hoher Mau’r umfangen,
Und rings beschützt von einem schönen Fluß.
Das ist (Canto IV. V.106ff) „un nobile castello“. Das ist eine Burg, oder ein Schloß, mit sieben Mauern. Das Ganze ist von einem „fiumicello“, einem Bächlein umflossen.
Und darin begegnet er vielen Helden und Weisen der Antike … Elektra, Hektor, Aeneas, Caesar usw. und dann Sokrates, Plato und die ganze griechische Philosophenschar, die den Aristoteles umringen.
Dann sollte der Romanschreiber, den sie uns nicht nennen will, mit „Palast der Tugend“ diese Burg gemeint haben?
…
Tatsächlich lese ich gerade in der von Peter Landmann kommentierten Ausgabe diese Stelle. Er deutet die Mauern tatsächlich als die sieben klassischen Tugenden, und die sieben Tore darin als die sieben artes liberales http://de.wikipedia.org/wiki/Artes_Liberales
Dann wäre das also doch die Lösung des großen Rätsels *lächel*
Gruß
Metapher
welchen Autor meinst Du denn? Und welchen Roman? Die Vorlage
hat er jedenfalls bei Dante gefunden, und zwar im schon von
Metapher genannten 4. Gesang des Inferno:
Hallo, Diana!
Den Autor des Buches, das ich übersetze. Ein Horrorroman mit sehr viel Dämonen und Teufeln und Unterwelt 
Deine Antwort hat mir sehr geholfen - Danke!
Gruß,
Eva
Dann sollte der Romanschreiber, den sie uns nicht nennen will,
mit „Palast der Tugend“ diese Burg gemeint haben?
Hallo, Metapher!
Den „sie“ vertragsbedingt nicht nennen darf…
Gruß,
Eva