Limited Company....Ltd.?

Hallo zusammen,

ich befinde mich gerade in der Existenzgründung zweier Firmen. Die eine handelt im Bereich der Schiffsausrüstung und Handelsvertretungen sowie Import/Export und die andere Firma im Bereich des Versandhandels. Beide Firmen werden in Deutschland ihre Verkaufsgebiete bzw. Endkunden haben.

Nun hatte ich vor beide Firmen als Einzelfirmen auf meinen Namen mittels Gewerbe-Anmeldung anzumelden.

Ich habe jetzt ein Angebot zur Gründung einer englischen Limited Company bekommen.

Wer kennt sich aus oder betreibt in Deutschland eine Ltd.? habe ich Vorteile gegenüber der Einzelfirma/GmbH.

Bitte berichtet mir eure Erfahrungen mit einer Ltd.

Danke für eure Bemühungen.

MfG
Athanasios Barbas

Hallo Athanasios,

bei einer Einzelfirma stehst Du mit Deinem Namen und Deinem Geld (auch dem privaten Geld) voll für Dein Tun und Lassen ein. Bei einer GmbH gibt es eine auf das Stammkapital (min. 50.000 DM) beschränkte Haftung. Als GmbH-Geschäftsführer haftest Du aber für viele Dinge trotzdem persönlich und bekommst ohne persönliche Haftung von keiner Bank auch nur einen Pfennig.

In aller Regel ist für eine Existenzgründung die Einzelfirma das Richtige. Eine andere Rechtsform, z. B. eine GmbH, kannst Du jederzeit später daraus machen. Eine britische, australische oder neuseeländische Ltd. entspricht etwa der deutschen GmbH, ist also eine Kapitalgesellschaft, nur praktisch ohne Kapital. Das verleitet manche Leute zu der irrigen Annahme, sie könnten sich ohne Geld selbständig machen. Das funktioniert nur formal, aber nicht in der Praxis. Ein paar Anwälte und Steuerberater gehen mit der Ltd-Idee auf Dummenfang. Wenn nicht wirklich massiv Kapital dahinter steckt, ist die Ltd. in Deutschland nur eine Lachnummer, die Dir absolut nichts bringt.

Im Interesse möglichst geringen Gründungsaufwandes und geringer Kosten würde ich anfänglich immer eine Einzelfirma gründen. Erst wenn handfeste Gründe dagegen sprechen, würde ich an andere Rechtsformen denken.

Aus Deiner Frage schließe ich, daß Du kein gelernter Kaufmann bist. Deshalb empfehle ich Dir, nimm einen Bruchteil des Geldes, das Du irgendwem zur nutzlosen Gründung einer Ltd in den Rachen geworfen hättest, trage es zur nächsten Volkshochschule und belege einen Buchführungskursus. Das nützt Dir das ganze Berufsleben etwas; Du lernst, die eigenen betrieblichen Zahlen zu lesen; hast eine Vorstellung, wie Inventurbestände zu bewerten sind und welche Folgen das hat und bekommst den Einstieg, selbst über eine geeignete Rechtsform nachzudenken.
Ich warne Dich vor Beratern aller Art, auch vor Steuerberatern, wenn Du keine Ahnung von der Materie hast. Du selbst mußt wissen, was Du tust, denn nur Du selbst verantwortest Dein Tun. Diese Verantwortung ist in letzter Konsequenz nicht auf Berater delegierbar.

Gruß
Wolfgang

volle zustimmung daher sternchen.

Ergänzend ist zu sagen, daß eine Ltd. in Deutschland einen schlechten Ruf hat. Mit einer GmbH fährst du da besser.

mfg Ivo

hallo,

finger weg!!!

das ist das was man dazu sagen kann. lese auch nicht die seiten in den großen zeitungen, wo finanzen und beteiligungen vermittelt werden. kostet geld und bringt nur dem vermittler was.

der ttip dich lieber in wirtschaftlichen dingen zu schulen ist absolut richtig.

ergänzend dazu: es gibt für die existenzgründungsberatung bei den jeweiligen kammern zuschüsse und empfehlungen für berater, die wirklich ahnung auf deinem gebiet haben.

ein deutsche gmbh ist auf jedenfall einer einzelfirma vorzuziehen, da hier das haftungskapital begrenzt ist. mit einer bank(hier wirst du immer persönlich haften und sicherheiten hinterlegen müssen) kann man sich einigen, mit 120 gläubigern, die bei einer geschäftseinstellung durchaus dasein können, nicht.

winkel

ergänzend noch die Info, daß Banken nichts von dieser Gesellschaftsform halten. Kurzum, Exi-Förderung gibt es keine. Dann kannst damit rechnen, daß unser heißgeliebtes Finanzamt ein besonderes Auge auf diese Gesellschaft haben; weil damit schon viel Unfug getrieben wurde.

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Hallo,

Ich warne Dich vor Beratern aller Art, auch vor
Steuerberatern, wenn Du keine Ahnung von der Materie hast. Du
selbst mußt wissen, was Du tust, denn nur Du selbst
verantwortest Dein Tun. Diese Verantwortung ist in letzter
Konsequenz nicht auf Berater delegierbar.

Deshalb erarbeitet ein seriöser Berater das Konzept auch mit dem Kunden zusammen und nicht am Schreibtisch in 08/15-Ausführung. Der Kunde wird auch auf seine Schwächen aufmerksam gemacht und letztlich werden ihm Schulungen empfohlen. Denn Beratung kann nur dann funktionieren, wenn der Kunde nach Abschluß des Projektes sein Geschäft selbständig fortführen kann. Beratung sollte demnach Hilfe zur Selbsthilfe sein und nicht den Selbstzweck vieler Präsentationen erfüllen.

Jörg Haupt

www.jhmc.de

wie wahr –
wie wahr – wie wahr – wie wahr!
besonders bei punkten 2)
und GANZ besonders 3)
und BESONDERS BESONDERS 4) !

danke, wolfgang, dass du das so gut gesagt hast.

gruss - digi

  1. :Im Interesse möglichst geringen Gründungsaufwandes und

geringer Kosten würde ich anfänglich immer eine Einzelfirma
gründen. Erst wenn handfeste Gründe dagegen sprechen, würde
ich an andere Rechtsformen denken.

Aus Deiner Frage schließe ich, daß Du kein gelernter Kaufmann
bist. Deshalb empfehle ich Dir, nimm einen Bruchteil des
Geldes, das Du irgendwem zur nutzlosen Gründung einer Ltd in
den Rachen geworfen hättest, trage es zur nächsten
Volkshochschule

  1. und belege einen Buchführungskursus. Das nützt

Dir das ganze Berufsleben etwas; Du lernst, die eigenen
betrieblichen Zahlen zu lesen; hast eine Vorstellung, wie
Inventurbestände zu bewerten sind und welche Folgen das hat
und bekommst den Einstieg, selbst über eine geeignete
Rechtsform nachzudenken.

  1. :Ich warne Dich vor Beratern aller Art,
  2. auch vor Steuerberatern, wenn Du keine Ahnung von der Materie :hast. Du selbst mußt wissen, was Du tust, denn nur Du selbst

verantwortest Dein Tun. Diese Verantwortung ist in letzter
Konsequenz nicht auf Berater delegierbar.