vor geraumiger Zeit hab ich entdeckt, dass EinsFestival alle Folgen, von Anfang an, zu wiederholen scheint. Jeden Tag, 18 Uhr, wird eine Episode ausgestrahlt, und nach 52 Tagen hat man ein ganzes Jahr in der Lindenstraße. Um zu sehen, wie das „damals“ war, zeichne ich die Folgen auf und schau sie später, am Abend, an.
Gestern zum Beispiel wurde Silvester gefeiert und auf das neue Jahr 1995 angestoßen. Die entsetzliche Warze auf Iffis Stirn war noch ganz klein und Onkel Franz hat noch gelebt …
Da hab ich mir denkt, dass Olaf Kling damals, bevor und als er mit der Ziege mit dem gefälschten Ossidialekt verheiratet war, so keinen Anlass zur Tadeligkeit in seinem Verhalten bot.
Wüsste ich auch gern. Das vorletzte Mal, dass ich die Lindenstrasse gesehen habe, hat die Ossitante noch ganz verschämt ihren BH gelüftet und ihm ihre amputierte Brust gezeigt und das letzte Mal musste die Südschwedin (resp. Maximalpigmentierte) ein Dirndl anziehen und ihm einen blasen, was recht haarsträubend für den Guten ausging. Gefühlte 167 Jahre dazwischen ins Land gegangen.
Und die Walze ist auch irgendwie irgendwann dünn geworden und hat ne Vollschacke und ganz viele Pickel gekriegt. Warum das eigentlich?
Vielleicht ein Schauspieler, der seine Rolle bis dahin zu langweilig fand und die Autoren bedrängte? Vielleicht der Wechsel der Head-Autoren Ende der 90er-Jahre, die einige Dinge änderten? Vielleicht die Meinung des verantwortlichen Redakteurs, dass es zu diesem Zeitpunkt der Serie zu wenige Konflikte gab und man endlich wieder mal einen starken Bösewicht braucht?
Es ist das Schicksal der meisten Soap-Figuren, die 10 oder mehr Jahre auf dem Buckel haben, dass sie etliche Wandlungen und/oder schwere Schicksalsschläge über sich ergehen lassen müssen. Sinn macht das selten, aber die Autoren brauchen ja auch nach 1000 Folgen noch Stoff für neue Konflikte, ohne dafür immer wieder neue Figuren einfügen zu können.