Du kennst die Umstände nicht unter denen wir leben. Das mal
vorne weg.
Die Umstände gehen mich auch nichts an.
Ich werde Dich auch nicht darüber aufklären.
Das brauchst du auch nicht. Für eine Einschätzung der Situation reicht völlig aus, dass ich weiß, was Grundsicherung ist und wie viel bzw. wenig das ist. In unserem Land fällt keiner darunter. Grundsicherung ist bitter. Aber im Zweifel muss man die Entscheidung halt treffen, ob man sich sein Gesundheit ernsthaft beschädigt, oder lieber wirtschaftlich eingeschränkter lebt - und dann vor allem lebt.
Ganz besonders schwierig wird es, wenn man diese Entscheidung nicht in Beurteilung in Bezug auf die eigene Gesundheit stellt, sondern damit ein Urteil über Leben und Gesundheit eines anderen!
Wenn Du von Dir ausgehst, ist das für mich nicht
aussagekräftig.
Oh - ich gehe nicht von mir aus, sondern von deinen Angaben. Dazu gehört, dass zwischen Grundsicherung und der jetzigen Wohnung inklusive Auto noch ein Spielraum zu sein scheint.
Dazu gehört auch, dass du völlig entrüstet nur schon den Gedanken von dir weist, dass auch du arbeiten gehen könntest, in jeden Fall jünger, im Zweifel deutlich gesünder als dein Mann! Aber dein Mann soll rackern und notfalls dabei verrecken.
Interessant, dass du zu dem Punkt nichts anders sagst, als „geht nicht anders“. DU machst damit die Aussagen - nicht ich.
Schon mal überlegt, was du machst, wenn der Kardiologe deinem Mann das Arbeiten verbietet? Die Frage wiederholt: was machst DU?
Deiner Meinung nach soll ich wohl am besten aus dem Fenster
springen?
Für mich ist die Diskussion hiermit beendet.
Natürlich, das ist unangenehm, auf den eigenen Nabel geworfen zu werden. Wo habe ich im Ansatz gesagt, dass du aus dem Fenster springen sollst?
Ich habe dir die zwei Richtungen aufgezeigt, die es sehr wahrscheinlich für dich, für euch, vor allem aber für deinen Mann gibt: Entweder, er macht weiter wie bisher mit dem Arbeiten - dann wird das über kurz oder lang zu schweren Problemen führen, die nicht unbedingt Exitus, aber sehr drastische Einschränkungen, Pflegefall, etc. bedeuten können. Nur der Gang zum Kardiologen wird da aller Wahrscheinlichkeit nichts daran ändern. (Dein Mann ist ein Mensch, kein KFZ, was man nach gusto zusammenflicken kann.)
Oder ihr ändert gemeinsam etwas an eurem Leben, damit er was für sich und seine Gesundheit tun kann, damit er leben kann.
Du hast in einem allerdings recht: Das ist so klar, da gibt es gar nichts zu diskutieren. Da gibt es nur Raum, die Augen zu verschließen.