Linke/rechte Gehirnhälfte

Ich hab gerade gelesen, dass Leute bei denen die linke Gehirnhälfte besser ausgeprägt ist normalerweise Stärken in logischem, analytischem, mathematischem und sprachlichem Denken zeigen, da diese Gehirnhälfte diese Aufgaben bewältigt. Wer musisch (und intuitiv? die anderen Bereiche hab ich jetzt vergessen) ein Genie ist hat im Ggsatz dazu normalerweise eine gut ausgeprägte rechte Gehirnhälfte.

Heißt das dann, dass es ein Trugschluss ist, dass man normalerweise gut in „Mathe“ oder in „Sprachen“ ist? Irgendwie braucht man für Sprachen ja auch logisches und analytisches Denken um die Grammatik zu verstehen. Oder ist das kein Widerspruch, aber für Sprachen wird sowohl das logische, analytische Denken als auch das intuitive Denken gebraucht?

Gruß

Hi Fragezeichen

Ich hab gerade gelesen, dass Leute bei denen die linke
Gehirnhälfte besser ausgeprägt ist normalerweise Stärken in
logischem, analytischem, mathematischem und sprachlichem
Denken zeigen

Da sitzt er, der Fehler :wink:
Die eine (linke) Gehirnhälfte ist besser in Logik und Mathe, aber eben NICHT unbedingt in Sprachen. Ausserdem sagt man, dass RECHTSHÄNDER ihr Sprachzentrum eher einseitig aufbauen, während Linkshänder ja meistens eher beidhändig verteilt arbeiten, so dass bei Schlaganfall nicht die Sprache ganz weg ist.
Sprache würde ich nicht in dieselbe Kategorie tun wie digitales Denken und mathematische Logik, sondern vielleicht sogar eher in der Nähe der musischen Anlagen vemuten.
Gruß,
Branden

Asymmetrien
Hallo Fragezeichen,

es existieren tatsächlich physiologische Asymmetrien zwischen den Hirnhälfen. Wir finden z.B. in der linken Gehirnhälfte Hirngebiete, die unter anderem für das Sprachveständnis (Wernicke-Areal) und die Sprachproduktion (Broca-Areal) zuständig sind. Bei Linkshändern finden sich diese Gebiete in der rechten Hirnhälfte.

Durch Experimente mit sogenannten „Split-Brain“-Patienten (Menschen, bei denen die Verbindungen zwischen den beiden Hirnhälften unterbrochen ist) wird geschlossen, dass die linke Hemisphäre eher für die Verarbeitung analytischer und sprachlicher Aufgaben zuständig ist, die rechte eher eine ganzheitliche Verarbeitung von Reizen vornimmt und einen Vorteil bei der Verarbeitung räumlicher Aufgaben mit sich bringt. Allerdings ist zu betonen, dass diese funktionellen Zuordnungen in der Fachwelt nur vorsichtig verwendet werden, denn an fast allen Verhaltensleistungen sind beide Hirnhälften beteiligt - in welchem Maße bei einer Aufgaben jede Hälfte wirkt ist bislang noch völlig ungeklärt. Daher ist in Bezug auf Deine Frage geantwortet werden, dass es sich nicht um einen Widerspruch handelt, wenn man sagt, dass sowohl intuitive, als auch logische Grundlagen für die Sprache verantwortlich sind - und darüber hinaus könnte man auch Mathematik als eine Sprache mit eigener Grammatik auffassen.

Viele Grüße

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Hi!

Da sitzt er, der Fehler :wink:
Die eine (linke) Gehirnhälfte ist besser in Logik und Mathe,
aber eben NICHT unbedingt in Sprachen. Ausserdem sagt man,
dass RECHTSHÄNDER ihr Sprachzentrum eher einseitig aufbauen,
während Linkshänder ja meistens eher beidhändig verteilt
arbeiten, so dass bei Schlaganfall nicht die Sprache ganz weg
ist.

Vorsicht, die Sprachzentren (Wernicke und Broca) sind bei Rechtshändern _nur_ in der linken Gehirnhälfte, bei Linkshändern _nur_ in der Rechten. Sprache ist also nicht auf beiden Gehirnhälften verteilt, auch nicht bei Beidhändern.

Bye
Hansi

Eine interessante Abhandlung über dieses Thema, findest Du hier:

http://www.odinring.de/erz/erz.htm

gruß
rolf

Hi Sam,

Hallo Fragezeichen,

es existieren tatsächlich physiologische Asymmetrien zwischen
den Hirnhälfen. Wir finden z.B. in der linken Gehirnhälfte
Hirngebiete, die unter anderem für das Sprachveständnis
(Wernicke-Areal) und die Sprachproduktion (Broca-Areal)
zuständig sind. Bei Linkshändern finden sich diese Gebiete in
der rechten Hirnhälfte.

Durch Experimente mit sogenannten „Split-Brain“-Patienten
(Menschen, bei denen die Verbindungen zwischen den beiden
Hirnhälften unterbrochen ist) wird geschlossen, dass die linke
Hemisphäre eher für die Verarbeitung analytischer und
sprachlicher Aufgaben zuständig ist, die rechte eher eine
ganzheitliche Verarbeitung von Reizen vornimmt und einen
Vorteil bei der Verarbeitung räumlicher Aufgaben mit sich
bringt. Allerdings ist zu betonen, dass diese funktionellen
Zuordnungen in der Fachwelt nur vorsichtig verwendet werden,
denn an fast allen Verhaltensleistungen sind beide
Hirnhälften beteiligt
- in welchem Maße bei einer Aufgaben
jede Hälfte wirkt ist bislang noch völlig ungeklärt. Daher ist
in Bezug auf Deine Frage geantwortet werden, dass es sich
nicht um einen Widerspruch handelt, wenn man sagt, dass sowohl
intuitive, als auch logische Grundlagen für die Sprache
verantwortlich sind - und darüber hinaus könnte man auch
Mathematik als eine Sprache mit eigener Grammatik auffassen.

Dass bei jeder Aufgabe beide Gehirnhälften wirken, hab ich auch gelesen, aber dass je nach Aufgabe die eine bzw. andere Gehirnhälfte stärker genutzt wird (bzw. genutzt werden sollte, aber in manchen Bereichen haben viele Leute angeblich ja das einsetzen der richtigen Hirnhälfte verlernt. Ich glaub über das Zeichnen hab ich sowas auch schon mal gelesen…da soll man ja angeblich ganz besonders große Fortschritte machen indem man sich beibringt mit der richtigen (ich nehm mal an rechten?) Hirnhälfte zu arbeiten statt mit der falschen).

Was Du über die Mathematik als Sprache mit eigener Grammatik gesagt hast, hab ich mir so ähnlich auch schon mal gedacht: Ich dachte mir, dass z.B. eine Programmiersprache (auch wenn ich mich damit nicht wirklich gut auskenn, hab bloß von früher ein paar hobbyprogrammiertechnische Erfahrungen…), auch wenn’s natürlich schon was ganz anderes ist als eine „richtige“ Sprache gewissermaßen mit einer (Fremd-)Sprache zu vergleichen ist, da es da auch aufs Befolgen von Regeln ankommt wofür man logisch denken muss (okay bei der Mathematik ja eigentlich ganz genauso).

Sind Leute die gut in Sprachen sind dann normalerweise auch gut in Mathematik, Logik und Analytischem/ Rationalen Denken?
(wobei ich jetzt hauptsächlich vom schriftlichen Sprachverständnis rede, also die die Grammatik schnell durchschaun und v.a. im schriftlichen Teil gut sind, wobei’s wahrscheinlich egal ist wie gut sie sich mündlich ausdrücken können; kann es vll. sogar sein, dass Leute die in Mathe etc. und in Sprachen gut sind überwiegend im schriftlichen gut, im mündlichen jedoch eher schlecht sind?)

Falls dem so ist, ist die weitverbreitete Meinung, dass ein Großteil der Leute entweder in Sprachen ODER in Naturwissenschaften gut ist ein Trugschluss? Sprich es wär wahrscheinlicher anzunehmen, dass jemand entweder in Mathematik, (schriftlicher) Sprache, Naturwissenschaften seine Stärken hat ODER in Musik, Kreativität, räumlichem Denken, etc.?

Oder um mal von der Sprache Mathematik - Geschichte wegzukommen:

Ist jemand der gut analytisch denken kann normalerweise auch in logischem Denken, bzw. in Mathe/Naturwissenschaften gut? D.h. kann es sein, dass jemand zwar extrem gut Sachverhalte analysieren kann, aber eine totale Niete in Physik ist und da überhaupt nichts begreift? (Ich hab keine Probleme mit Physik, soll ne hypothetische Frage sein :wink:)

Grüße

Viele Grüße

Ich hab gerade gelesen, dass Leute bei denen die linke
Gehirnhälfte besser ausgeprägt ist normalerweise Stärken in
logischem, analytischem, mathematischem und sprachlichem
Denken zeigen, da diese Gehirnhälfte diese Aufgaben bewältigt.
Wer musisch (und intuitiv? die anderen Bereiche hab ich jetzt
vergessen) ein Genie ist hat im Ggsatz dazu normalerweise eine
gut ausgeprägte rechte Gehirnhälfte.

Heißt das dann, dass es ein Trugschluss ist, dass man
normalerweise gut in „Mathe“ oder in „Sprachen“ ist? Irgendwie
braucht man für Sprachen ja auch logisches und analytisches
Denken um die Grammatik zu verstehen. Oder ist das kein
Widerspruch, aber für Sprachen wird sowohl das logische,
analytische Denken als auch das intuitive Denken gebraucht?

Gruß

Hi Branden,

Hi Fragezeichen

Ich hab gerade gelesen, dass Leute bei denen die linke
Gehirnhälfte besser ausgeprägt ist normalerweise Stärken in
logischem, analytischem, mathematischem und sprachlichem
Denken zeigen

Da sitzt er, der Fehler :wink:
Die eine (linke) Gehirnhälfte ist besser in Logik und Mathe,
aber eben NICHT unbedingt in Sprachen. Ausserdem sagt man,
dass RECHTSHÄNDER ihr Sprachzentrum eher einseitig aufbauen,
während Linkshänder ja meistens eher beidhändig verteilt
arbeiten, so dass bei Schlaganfall nicht die Sprache ganz weg
ist.
Sprache würde ich nicht in dieselbe Kategorie tun wie
digitales Denken und mathematische Logik, sondern vielleicht
sogar eher in der Nähe der musischen Anlagen vemuten.

Also wenn’s um’s reine Verstehen von grammatikalischen Regeln/Zusammenhängen geht, ist das ja eigentlich pure Logik (wahrscheinlich wird deswegen auch gesagt, dass die linke Gehirnhälfte für Logisches, analytisches Denken UND Sprache zuständig ist; hab mirn paar Sachen dazu durchgelesen und da stand das wirklich so drin…also das Sprache zur selben Gehirnhälfte zugeordnet wird). Wie ich grad in dem anderen Posting schon geschrieben hab, wärs wohl logisch (:wink:), wenn jemand der gut in Mathe & Co ist auch gut in schriftlichen Fremdsprachprüfungen in der Schule ist, aber vll. im mündlichen Teil seine Probleme hat…wobei man ne Sprache natürlich nicht durch pure Logik fließend sprechen lernen kann, aber für gute Noten in Schulaufgaben und Stegreifaufgaben kommts ja eigentlich fast nur drauf an, dass man bei der Grammatik den Durchblick hat und genug Vokabeln kann. Naja der große Unterschied wird wohl einfach sein, dass das bei Sprachen einfach nochn Schritt über das purische logische Denken hinausgeht und die Intuition ne große Rolle spielt, aber an sich würde ich dann darauf schließen, dass jemand der in Mathe z.B. wirklich keine absolute Null in Sprachen sein kann (Rückblickend muss ich auch sagen, dass es bei uns viele Leute gab die z.B. Französisch UND Mathe Leistungskurs hatten, in Mathe sehr gut waren und in Sprachen meistens nicht ganz so gut aber trotzdem noch gut. Kann man natürlich auch einfach damit begründen, dass sie insgesamt intelligent waren und keine idiots savants…).

Gruß,
Branden

Gruß

Hallo,

Ist jemand der gut analytisch denken kann normalerweise auch
in logischem Denken, bzw. in Mathe/Naturwissenschaften gut?

wenn man sich die Ergebnisse der zweiten PISA-Studie ansieht, so bestehen sehr hohe Zusammenhänge zwischen den einzelnen Kompetenzen (Basis: individuelle Skalenwerte aus allen teilnehmenden Staaten):

Leseverständnis und Mathematik 0,77
Naturwissenschaften und Mathematik 0,83
Naturwissenschaften und Leseverständnis 0,82
Problemlösen und Mathematik 0,89
Problemlösen und Leseverständnis 0,82
Problemlösen und Naturwissenschaften 0,80.

Die Zusammenhänge dieser Kompetenzen mit kognitiven Grundfähigkeiten (schlußfolgerndes Denken gemessen mit nonverbalem Untertest „Figurale Analogien“ des KFT 4-12+R) liegen für eine deutsche Substichprobe (n=535) zwischen 0,63 (dynamisches Problemlösen) und 0,74 (Mathematik).

(Zusammenhänge = latente Korrelationen, d.h. meßfehlerbereinigt; möglicher Wertebereich: - 1 bis +1, + 1: perfekter positiver linearer Zusammenhang).

Diese Zusammenhänge haben jedoch nicht viel mit der Lateralisierung des Gehirns zu tun. Man sollte deren möglichen Effekt daher nicht überschätzen, sondern an andere Faktoren denken, die zu diesen Zusammenhängen führen.

D.h. kann es sein, dass jemand zwar extrem gut Sachverhalte
analysieren kann, aber eine totale Niete in Physik ist und da
überhaupt nichts begreift?

Solche „Ausnahmen“ gibt es fast immer, weil wir es gerade im Bereich der Psychologie meistens nicht mit deterministischen Zusammenhängen zu tun haben. Dennoch sieht man an den hohen Korrelationen, daß jemand, der gut im Leseverständnis ist, sehr wahrscheinlich auch gut in Naturwissenschaften ist. Dieser Zusammenhang besteht für alle Schülerinnen und Schüler in den an PISA 2003 teilnehmenden Staaten.

Grüße,

Oliver Walter

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Asymmetrien 2. Teil
Hallo Fragezeichen,

Oliver hat Deine Frage zwar schon beantwortet, aber ich möchte noch etwas Ergänzendes hinzufügen zu einigen Dingen, die Du geschrieben hast:

aber in manchen Bereichen haben viele Leute angeblich ja das
einsetzen der richtigen Hirnhälfte verlernt.

Derartige Aussagen sind häufig in „Ratgebern“ zu finden - sie beruhen allerdings oft auf Halbwissen.
Leider.
Generell gehen wir mittlerweile davon aus, dass es zwar Hirnregionen gibt, die bei der Bewältigung höherer kognitiver Aufgaben stärker beansprucht werden als andere, allerdings sind für die Bearbeitung immer mehrere Gebiete notwendig. Das Gehirn arbeitet dabei automatisch, d.h. es ist nicht willkürlich beeinflussbar, welche Hirnregion aktiviert wird und welche nicht. Entsprechend ist dies auch nicht er- oder verlernbar. Was allerdings in die Nähe der populären Aussagen kommt und vermutlich ihre Grundlage darstellt ist die Tatsache, dass es bei der Bearbeitung von Aufgaben immer mehrere Strategien gibt. Je nachdem, welche Strategie verwendet wird, können dabei bei der gleichen Aufgabe unterschiedliche Hirnregionen beansprucht werden. Beispilsweise könnte jemand, der eine Additionsaufgabe bearbeitet, sich die Zahlen vorstellen und räumlich verarbeiten und damit eher zusätzlich Hirnzentren aktivieren, die für Raumwahrnehmung etc. zuständig sind - eine andere Strategie ist die Verwendung logisch-grammatikalischer Strukturen, die wieder andere Hirngebiete etwas mehr beanspruchte. Lernen kann man nun, an eine Aufgabe mit einer bestimmten Strategie heranzugehen. Dies wird genau das sein, was die Autoren der Aussagen „Verlernen, eine Hirnhälfte zu verwenden, Verwendung der falschen Hirnhälfte“ falsch verstanden haben - sie meinen: Man lernte eine falsche Strategie, die nicht die optimale zur Bewältigung einer bestimmten Aufgabe vom Typ xyz ist.

D.h. kann es sein, dass jemand zwar extrem gut Sachverhalte
analysieren kann, aber eine totale Niete in Physik ist und da
überhaupt nichts begreift?

Ja sicherlich, denn man darf nicht vergessen, dass die Schulleistung von vielen Variablen abhängig ist: So kann z.B. jemand schlecht in Physik sein, weil (Auswahl):

  • der Lehrer die Sachverhalte schlecht vermitteln kann, die Lehrbücher schlecht sind,
  • keine Lernstrategie für die Inhalte bekannt ist,
  • die Aufmerksamkeitsleistung (wichtig, um Stoff zu lernen, den Unterricht zu folgen etc.) eingeschränkt ist,
  • Gedächtsnisprobleme einen Abruf von Lerninhalten erschweren,
  • die Aufgaben nicht verstanden werden,
  • etc.

(Ich hab keine Probleme mit Physik, soll ne hypothetische Frage
sein :wink:)

Na, wer anfängt, so etwas aus Deinem Posting herauszulesen, sollte besser ins Esoterikbrett wechseln :wink:

Viele Grüße

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linke Hirnhälfte und Logik
Hi Fragezeichen,

ich habe ein paar Anmerkungen zu Deinem Text:

wobei man ne Sprache natürlich nicht durch pure Logik fließend
sprechen lernen kann,

Das stimmt nur bedingt, denn für Sprache ist die Logik im Sinne der semantischen Verknüpfung von Objekten mit Worten in einem bestimmten grammatikalischen Bild unerlässlich. Ohne Logik ist Sprache nicht möglich und tatsächlich kann durch reine Logik eine Sprache erschaffen werden - so hat es neben vielen anderen beispielsweise JRR Tolkien getan. Zum fließenden Sprechen gehört schließlich noch Übung (siehe meinen nächsten Absatz), insofern bist Du mit Deiner Meinung nahe dran an der tatsächlichen Forschung.

logische Denken hinausgeht und die Intuition ne große Rolle
spielt,

Mittlerweile werden die Sprachzentren des Gehirns auch für intuitives Denken verantwortlich gemacht, das die Reaktionen anderer Personen abschätzen soll. Was Du vermutlich aber im Rahmen der Sprache eher meinest als „diese“ Intuition ist die schnelle Wahl genau derjenigen Worte einer Sprache, die möglichst exakt dasjenige wiedergeben sollen, was Du meinst. Und dafür sind ebenfalls eher linkshirnige Gebiete zuständig.

jemand der in Mathe z.B. wirklich keine absolute Null in
Sprachen sein kann (Rückblickend muss ich auch sagen, dass es
bei uns viele Leute gab die z.B. Französisch UND Mathe
Leistungskurs hatten, in Mathe sehr gut waren und in Sprachen
meistens nicht ganz so gut aber trotzdem noch gut. Kann man
natürlich auch einfach damit begründen, dass sie insgesamt
intelligent waren und keine idiots savants…).

qed

Viele Grüße,
Sam

1 „Gefällt mir“

hi fragezeichen

Falls dem so ist, ist die weitverbreitete Meinung, dass ein
Großteil der Leute entweder in Sprachen ODER in
Naturwissenschaften gut ist ein Trugschluss? Sprich es wär
wahrscheinlicher anzunehmen, dass jemand entweder in
Mathematik, (schriftlicher) Sprache, Naturwissenschaften seine
Stärken hat ODER in Musik, Kreativität, räumlichem Denken,
etc.?

mir ist schon ein aufgefallen, das leute, welche in mathematik und logischem denken gut sind, oftmals auch sehr gut in musik sind. zb die musiktheorie ist eine reine logiksache.

liebe gruessli
coco

Hi,

was Coco über Mathe und Musik sagt, das stimmt.

Sprachtalent gehört NICHT in diese Gruppe.

Ich bin sehr sprachtalentiert, gerade auch in Bezug auf die Aussprache. Die meisten Leute schliessen daraus sofort, fälschlicherweise, dass ich musikalisch sein müsste.

Bin ich aber nicht das kleinste bisschen.

Ich persönlich bin auch ganz gut im logischen Denken, aber in abstrakten Dingen wie zB Mathe war ich nie gut. Und für Musik bräuchte man eben die gleiche Fähigkeit, die mir in Mathe fehlt.

Bei ‚Intelligenztests‘ bin ich extrem gut in der visuellen Wahrnehmung - Sachen, die meiner Meinung nach ja auch einfach in den Bereich Logik fallen: Verschiedene Symbole mit verschiedenen Kriterien - which is the odd one out? or, which fits with the others? Which is the next one in the row?

Da ich das nur im Kontext von Logik sehen kann, fällt es mir hier schwer, zu erkennen, dass andere Menschen damit Probleme haben.

Ich bin übrigens Linkshänderin, was bedeutet, dass bei mir die rechte, kreative, Hirnhälfte stärker ist, und somit obiges recht schlüssig erklärt.

Gruss, Isabel

Hi Sam,
Ich hab damit in erster Linie gemeint, dass eine Sprache zwar auf Logik basiert, aber das Ganze einfach noch weitergeht und man oft intuitiv entscheiden muss was in dem speziellen Zusammenhang wirklich das Richtige ist. Wenn du jemandem nur perfekt alle Grammatikregeln und alle Wörter die’s gibt beibringst, wird derjenige die Sprache trotzdem nicht so „gut“ sprechen wie ein Muttersprachler bzw. irgendjemand anders der die Sprache gut sprechen gelernt hat. Bei den verschiedenen Zeiten im Englischen hängt’s ja auch oft von dem jeweils verwendeten Verb ab welche Zeit benutzt wird (und die richtigen Zeiten wendet man in manchen/vielen Fällen ja eher intuitiv richtig an, bzw. weil man’s vorher in diesem Zusammenhang schon (öfters) so gehört hat ohne dass es dafür eine spezielle Grammatikregel gibt. Allerdings könnte man natürlich für jede solche Situation auch irgendeine Grammatikregel beschreiben, aber das würde wohl den Rahmen sprengen…und ich mein jetzt einfach mal die Lehrbuchgrammatikregeln).

Ein gutes Beispiel dafür ist ja z.B. die maschinelle Übersetzung bzw. die computerlinguistische Forschung mit dem Ziel PCs, dass freie kommunizieren mit einem Menschen beizubringen. Die PCs werden zwar mit allerhand Grammatikregeln und Wörtern versorgt, aber können trotzdem nocht nicht so sprechen, dass es sich tatsächlich wie aus dem Mund eines Menschen anhört (maschinelle Übersetzung weicht da vll. ein bisschen vom Thema ab, aber zumindestens die computerlinguistische/Künstliche Intelligenz-Forschung triffts find ich ziemlich gut).

Gruß

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Logik als Grundlage von Sprache
Hallo Fragezeichen,

man oft intuitiv entscheiden muss was in dem speziellen
Zusammenhang wirklich das Richtige ist.

Wie ich schrieb.

Wenn du jemandem nur
perfekt alle Grammatikregeln und alle Wörter die’s gibt
beibringst, wird derjenige die Sprache trotzdem nicht so „gut“
sprechen wie ein Muttersprachler bzw. irgendjemand anders der
die Sprache gut sprechen gelernt hat.

Doch, denn dann beherrscht er die Sprache ja.

Bei den verschiedenen Zeiten im Englischen (…)
ohne dass es dafür eine spezielle Grammatikregel gibt.

Im Englischen gibt es auch die verschiedenen Zeiten und eine Grammatik dafür. Ich glaube Du meinst, man wählt „intuitiv“ für dasjenige, das man ausdrücken möchte, den richtigen Begriff bzw. die richtige Zeit, nicht wahr? Du verwendest dabei aber dennoch eine logische Grundlage, auch wenn Du nicht lange überlegen oder suchen musst, die richtigen Worte/Grammatik zu verwenden. Was Du Intuition nennst sind die erlernten sprachlichen Muster, die Du in der Kommunikation anwendest. Wenn Du die Logik der Sprachproduktion, also die Regeln, wie wann welche Worte in welchen Formen für die Bezeichnung eines Sachverhaltes verwendet werden, missachtest, dann kann Dich keiner verstehen, weil Du nicht logisch sprichst.

Ein gutes Beispiel dafür ist ja z.B. die maschinelle
Übersetzung bzw. die computerlinguistische Forschung mit dem
Ziel PCs, dass freie kommunizieren mit einem Menschen
beizubringen. Die PCs werden zwar mit allerhand
Grammatikregeln und Wörtern versorgt, aber können trotzdem
nocht nicht so sprechen, dass es sich tatsächlich wie aus dem
Mund eines Menschen anhört (maschinelle Übersetzung weicht da
vll. ein bisschen vom Thema ab, aber zumindestens die
computerlinguistische/Künstliche Intelligenz-Forschung triffts
find ich ziemlich gut).

Bei der Computerübersetzung gibt es mittlerweile recht gute Fortschritte. Die Grundlage von Schwierigkeiten sind allerdings weder die fehlenden Worte, noch eine mangelnde Grammatik, sondern die Verwendung der richtigen Idiome. Bei einem Idiom erschlißt sich der transportierte Inhalt nicht aus den Einzelelementen, den Worten des Satzes, sondern aus dem Gesamtzusammenhang. Wenn Du z.B. ein deutsches Sprichwort ins Englische übersetzt, indem Du jedes Wort direkt in das Englische bringst, dann geht Dir Deine Aussage verloren - eine idiomatische Übersetzung würde völlig andere Worte wählen. Du würdest, um Dich klar auszudrücken, eine „intuitive“ Lösung wählen und andere Worte benutzen als die, die Du in der Muttersprache wähltest - aber auch diese Verwendung anderer Worte für den Ausdruck, den Du im Sinn hast, wird bei Erlernen der Sprache berücksichtigt. Eine maschinelle Übersetzung kann hingegen nicht entscheiden, ob Du nun einen Satz übersetzt haben möchtest, oder ein Sprichwort (Idiom), das wür den Transport eines seantischen Inhalts in der Fremdsprache andere Worte benötigt als die von Dir in der Muttersprache vorgegebenen.

Wenn Du mit dem Begriff der Intuition genau dieses sprachliche Auswählen der richtigen Begriffe in der Fremdsprache meintest, die von den Übersetzungen der Worte aus der Muttersprache abweichten, dann meinst Du den Abruf von Fremdworten abhängig vom (sprachlichen) Kontext. Und diese Verwendung wird erlernt und benötigt in der richtigen Anwendung das logische Grundmuster „in der Situation xyz möchte ich etwas ausdrücken, bei dem die direkte Übersetzung meiner Muttersprachenworte nicht verständlich ist, sondern nur die Wahl anderer Begriffe der Fremdsprache, die genau in dieser Situation das dem Fremden verständlich ausdrücken, was ich meine“. Eine maschinelle Übersetzung kann diese Unterschiede (noch) nicht vollständig bewältigen.

Ich fand, es war eine interessante Diskussion.

Viele Grüße

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Hi, was wurde denn beim Leseverständnis eigentlich überprüft? Wurde da ein Text innerhalb einer begrenzten Zeitspanne gelesen und dann mussten Frage zum Text beantworten werden oder stell ich mir darunter jetzt was ganz falsches vor? Jedenfalls sehr interessant, dass das Leseverständnis fast so eng mit Naturwissenschaften zusammenhängt wie Mathe und Naturwissenschaften.

Gruß

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

was wurde denn beim Leseverständnis eigentlich überprüft?
Wurde da ein Text innerhalb einer begrenzten Zeitspanne
gelesen und dann mussten Frage zum Text beantworten werden
oder stell ich mir darunter jetzt was ganz falsches vor?

dazu empfehle ich den Blick auf die PISA-Seiten des Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften, von dem aus die PISA-Studien 2003 und 2006 in Deutschland koordiniert werden:

http://pisa.ipn.uni-kiel.de/lesen.html

Jedenfalls sehr interessant, dass das Leseverständnis fast so
eng mit Naturwissenschaften zusammenhängt wie Mathe und
Naturwissenschaften.

Ja, das finde ich auch. Ich will dazu sagen, daß die Aufgaben der Kompetenzbereiche insgesamt viel Text enthalten, der verstanden werden muß, um eine richtige Lösung zu geben (also nicht nur die Leseaufgaben sehen so aus, sondern auch viele der Mathematik- und Naturwissenschaftsaufgaben). Insofern ist die große Ähnlichkeit der Zusammenhänge nicht ganz so überraschend. Dennoch halte ich die Tendenz - wer über eine hohe Lesekompetenz verfügt, verfügt auch eher über hohe Kompetenzen in Mathematik und Naturwissenschaften - für kein Methodenartefakt.

Grüße,

Oliver Walter

Hallo Fragezeichen,

zusätzlich zu den Infos, die du ja schon bekommen hast, sei auf das lesenswerte Buch „Das Mathe-Gen“ von Keith Devlin verwiesen, welches auf den Zusammenhang zwischen Sprache und Mathematik ausführlich eingeht:

ISBN: 3423340088 Buch anschauen

Gruß
Roland

Hallo

mir ist schon ein aufgefallen, das leute, welche in mathematik
und logischem denken gut sind, oftmals auch sehr gut in musik
sind. zb die musiktheorie ist eine reine logiksache.

Es besteht meiner Meinung nach ein großer Unterschied in den Fähigkeiten, einerseits Musiktheorie gut begreifen zu können und z. B. den Aufbau eines komplizierten Musikstücks zu durchschauen zu können, was sowas wie räumliches Denken erfordert, und andererseits eine einmal gehörte Melodie direkt richtig nachsingen zu können und direkt zu hören, welcher Akkord zu welchem Ton passt.

Ich finde diese beiden Richtungen sehr unterschiedlich, und es gibt solche und solche Musiker, und manche können beides gut.

Als mathematisch begabter würde ich die ersteren einschätzen. Aber als im eigentlichen Sinne musikalischer die zweiten, oder die, die beides können, wobei das aber keine Wertung sein soll.

Viele Grüße Thea

Wieso Esoterik?
Hallo Sam,

(Ich hab keine Probleme mit Physik, soll ne hypothetische Frage sein :wink:)

Na, wer anfängt, so etwas aus Deinem Posting herauszulesen, sollte besser ins Esoterikbrett wechseln :wink:

wo hat jemand daß aus dem Posting herausgelesen.
Was hat das mit Esoterik zu tun?

Verwirrte Grüße
M.

Ich glaub das war einfach nur ein Spruch und er wollte damit sagen, dass das eine übereilte Schlussfolgerung gewesen wär (anzunehmen, dass ich schlecht in Physik bin wegen das was ich in meinem Posting geschrieben hab) :wink:

Grüße

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]