Das scheint mir der offensichtlichste Grund zu sein.
Das Ziel der Anschläge, ob nun die beiden gegen die Stromversorgung in Berlin oder wie neulich gegen einen Signalverteiler der Bahn bei Hamburg (sofern ich das richtig in Erinnerung habe, dienen aus meiner Sicht der Destruktion der gesellschaftlichen Basis, der Sabotage, der Destabilisierung des Staates.
Ich kann mir vorstellen, dass es Menschen mit einer politisch linken Einstellung gibt, die solche Ziele verfolgen. Doch bei denen würde ich eher eine Sabotage bei Anlagen vermuten, die weniger Gemeinnutzen haben: z.B. das BMW-Motorradwerk in Berlin, das Axel-Springer-Verlagsgebäude. Daher halte ich es für plausibel, dass der Anschlag auf die Energieleitungen, der Tesla lahm legte, linksmotiviert sein könnte.
Ja, bei Kravallen vergreifen sich linksmotivierte Personen an privatem Eigentum - sattsam bekannt sind brennende Autos. Aber das Auto ist hier nicht das Ziel, es ist Mittel zum Zweck.
Selbst bei rechtsmotivierten Straftätern bin ich mir nicht sicher, ob solche gesellschaftlich relevante Einrichtungen zu Zielen werden. Meine Vorurteile halten Asylheime, Frauenhäuser, Kliniken, in denen Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen werden, Parteibüros vom politischen Gegner, die eigenen Autos
für plausible Ziele.
Wer kann also ein Interesse daran haben, das Vertrauen in den Staat, das Vertrauen in die Sicherheit generell zu untergraben? Wer kann ein Interesse daran haben, gesellschaftliche Infrastruktur ohne Unterscheidung der Betroffenen lahm zu legen? Ich denke da an Maduro, an die Giftmorde in Großbritannien, an Litwinenko, an die Sprengungen von Nord Stream. Ich würde mich also nicht wundern, wenn eine ausländische Macht in aller Öffentlichkeit Anschläge verübt, um das Vertrauen und den Zusammenhalt und das Gefühl von Sicherheit zu erschüttern.
Und nein. Bekennerschreiben sind für mich so lange kein Beweis für eine politische Ausrichtung der Täter, bis die Täter nicht gefasst sind. Egal, ob diese Bekennerschreiben bei Indymedia erscheinen oder den Kopfbogen einer rechtsextremen, antdemokratischen Partei tragen.
Wie könnte man sowas statt dessen nennen? Einfach nur „Terroranschlag“ - „die Täter und ihre Motive sind derzeit unbekannt“.
Warum manche Politiker trotzdem reflexartig das Wort „links“ in den Mund nehmen? Nebelkerzenweitwurf. So kann man hervorragend eine Weile von rechts und der eigenen Unfähigkeit ablenken.
Oder um Marc Uwe Kling zu zitieren:
“Ob Links- oder Rechtsterrorismus – da sehe ich keinen Unterschied”
“Doch, doch”, ruft das Känguru, “die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos sind schlimmer, denn es hätte meines sein können. Ausländer besitze ich keine.”