>>> wie ich beweisen soll, dass es eine linkskurve
ist wenn der grapf der ableitung streng monoton
steigt. 0. Entsprechend ist ihre Ableitung f’ genau dann streng monoton steigend, wenn f’’ > 0. Deshalb kannst Du Deine Aufgabe auch so formulieren:
wie ich beweisen soll, dass es eine linkskurve ist
wenn die zweite ableitung der funktion größer Null ist: f’’ > 0.
Mal Dir ein Koordinatensystem auf ein Blatt Papier, und zeichne ein Stück einer schwach linksgekrümmten ansteigenden Kurve ein. Nun setzt Du Dich irgendwo auf diese Kurve drauf; das ist der Punkt P(x | f(x)). Infinitesimal links unten davon liegt dann der Punkt L (x – dx | f(x – dx)); und infinitesimal rechts oben davon der Punkt R (x + dx | f(x + dx)). Zeichne die Punkte P, L und R ein und schreib ihre Koordinaten dazu.
Jetzt zeichnest Du eine Gerade ein, und zwar die, die durch L und P verläuft. Das sei die Gerade g. Überzeuge Dich davon, dass R dann oberhalb von g liegt, und genau dieses „Oberhalb-Liegen“ ist gerade die Definition einer Linkskurve: Eine Links[Rechts]kurve liegt genau dann in einer Umgebung von P vor, wenn R ober[unter]halb von g liegt.
Diese Erkenntnis gilt es jetzt zu formalisieren. Aus Deiner Skizze kannst Du ersehen, dass L genau f(x + dx) – f(x) unterhalb von P liegt, und R genau f(x) – f(x – dx) oberhalb von P. Wenn R nun mehr höher über P liegt als L unter P, dann ist der Graph eine Linkskurve:
Linkskurve f(x + dx) – f(x) \> f(x) – f(x – dx)
f(x + dx) – 2 f(x) + f(x – dx) \> 0
f(x + dx) – 2 f(x) + f(x – dx)
-------------------------------- \> 0
(dx)²
f''(x) \> 0
Der Schritt vom zweiten „“ zum dritten ist zulässig, weil dx stets > 0 ist. Somit braucht man sich über eine etwaige Division durch Null oder über eine Richtungsänderung des „>“ hier keine Gedanken zu machen.
Dass für eine fallende statt steigende Linkskurve alles richtig bleibt, kannst Du Dir selbst überlegen.
Die Argumentation für den _Rechts_kurven-Beweis ist natürlich dieselbe. Wenn Du oben „Linkskurve“ durch „Rechtskurve“ und alle „>“ durch "
f(x + dx/2) – f(x – dx/2)
f’(x) := --------------------------- (das ist die Definition von f’(x))
dx
f’(x + dx/2) – f’(x – dx/2)
==> f’’(x) = -----------------------------
dx
f(x + dx/2 + dx/2) - f(x + dx/2 - dx/2) f(…) - f(…)
dx dx
= -------------------------------------------------------------
dx
f(x + dx) - f(x) - (f(x) - f(x - dx))
= ---------------------------------------
(dx)²
f(x + dx) – 2 f(x) + f(x – dx)
= -------------------------------- --> Fertig!
(dx)²
Mit freundlichem Gruß
Martin