Leider habe ich mit Servern noch keine Erfahrung,
aber Linux-Workstations habe ich schon reichlich
eingerichtet. Ich halte es in der Tat fuer sinnvoll,
die Platte aufzuteilen.
Zunaechst einmal braucht man einen Swap-Bereich.
Was unter Win eine Auslagerungsdatei ist, bewerkstelligt
Linux ueber eine eigene Partition. Die max. Groesse eines
Swap-Bereiches betraegt 128MB. Wenn mehrere Platten im
System vorhanden sind, laesst sich auf jeder Platte ein
Swap-Bereich anlegen (steigert die Performance beim
Auslagern).
Eine weitere Partition sollte fuer das /var Verzeichnis
angelegt werden. Unter SuSE 6.0 (Gesamtplatte 4GB) haben
dafuer 80MB gereicht. Ich weiss, dass z.B. die Distribution
Debian einigen Platz mehr fuer die Paketverwaltung benoetigt.
Das duerfte beim RPM-Paketverwaltungssystem nicht anders
sein, also, je mehr Software man installieren will, umso
mehr /var benoetigt man. Bei 10GB, wurde ich es mit 512MB probieren. Aber wie gesagt, ich habe keine Erfahrung, wie
intensiv /var bei Servern verwendet wird; das haengt sicher
auch von den Diensten ab, die der Rechner bereitstellen soll.
Z.B. ein Druckdienst muss leicht mal sehr grosse Dateien
auf /var/spool zwischenspeichern. Hiere muss man kalkulieren,
was die groesste anzunehmende Druckerdatei sein koennte und
wieviele Nutzer gleichzeitig solche Daten abschicken koennten.
/tmp ist auch so ein Verzeichnis, in dem temporaere Daten
abgelegt werden. Auch das koennte eine eigene Partition sein,
ich bin bisher immer recht gut damit gefahren, /tmp -> /var/tmp
umzuleiten (Befehl ln).
Auch der /home Bereich (private Daten) sollte einer eigenen
Partition zugewiesen sein. Wie gross der ist, haengt ganz stark
davon ab, ob und wie stark die Netzbenutzer dort Daten ablegen
wollen, sollen oder koennen. Manch ein Server stellt den Nutzern
zusaetzlich Plattenplatz zur Verfuegung, dann sollte /home
gross sein (mehrere GB). Anderenfalls wird /home ja nur fuer
die Sammlung von Nutzern verwendet und kann klein gehalten
werden.
Programme installiert SuSE wahlweise nach /usr und /opt. KDE
und netscape z.B. landen in /opt, Standardsoftware in /usr.
Bei Servern, denke ich, ist es guenstig, beide in separate
Partitionen unterzubringen. Vorschlagen wuerde ich eine
Aufteilung 1:2 zugunsten von /usr.
Manchmal ist es sinnvoll, /boot in eine eigene kleine Partition
(10MB) zu bringen. Haengt damit zusammen, dass LILO nur innerhalb
der ersten 1024 Zylinder booten kann, d.h. der Kernel muss unter-
halb dieser Grenze liegen. Je nach Geometrie der Platte ist es
dann sinnvoll, eine solche kleine /boot Partition am Anfang der
Platte anzulegen.
Die / (root Verzeichnis) enthaelt vor allem die Verzeichnisse
/bin /sbin /etc /dev und diverse mount Points. Alle die sollten
auf einer Partition bleiben. I.a. benoetigen die nicht allzu
viel Platz (solange /usr und /opt in anderen Partitionen sind).
Mit 128MB sollte man eigentlich auf der sicheren Seite sein.
Also zusammen (als Vorschlag):
swap - 128MB 1. primaere Partition
/boot - 10MB 2. primaere Partition
/ - 128MB 3. primaere Partition
Rest: erweiterte Partition
Logische Laufwerke dann /usr /opt /var und /home
Ich bin mir sicher, dass die Meinungen ueber das Aufteilen
von Platten und Setzen von Links (/tmp -> /var/tmp) stark
auseinander gehen. Oben habe ich eigene Erfahrungen an
Workstations dargelegt.
MEB