Linux (open suse Leap 42.1) hängt sich minutenlang (oder ganz) auf

Hallo Linux-Spezialisten,
Seit ein paar Wochen häuft sich, dass das Umschalten von einer Anwendung auf eine andere (Anklicken Fenster, Icon, KDE-Menü) nicht mehr funktioniert. Nach mehreren Minuten (manchmal gar nicht) gehts wieder. Kennt jemand das Phänomen?
Das Problem tritt sporadisch auf und kann - ich zumindest - nicht reproduzieren.
Grüße und schöne Feiertage
Michael
PC-Informationen:
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Das richt nach einem Hardware-Problem.

Mein erster Blick wäre einer in die Logdateien ( /var/log/* ) nach suspekten Einträgen.

Wenn sich dort nichts findet, würde ich mal memtest86 für etwa zwei Tage (sic!) laufen lassen.

Sebastian

Danke Sebastian für die schnelle Antwort.
In den Logdateien habe ich „suspektes“ gefunden. Das muss allerdings nichts heißen.
„memtest86“ scheint es auf meinem Rechner nicht zu geben.
Ich glaube aber auch eher an ein Software-Problem.
Grund: In dem aktuellen Fenster z.b. Mozilla Firefox kann ich „normal“ ohne Geschwindigkeitsveränderung weiter arbeiten. Auffällig ist noch, dass man dieses aktuelle Fenster nicht schliessen kann.

es sollte heissen: NICHTS suspektes

Kein Wunder!

Das musst du auch extra herunterladen und dann vom USB-Stick booten:
https://www.memtest86.com/

:wink:

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Hallo michael_sbs,

generell sollte man in einem derartigen Fall erst einmal seine Umgebung prüfen und dabei auf Änderungen bzw. Updates/Upgrades achten.

In sehr vielen Fällen kann das Hinzufügen von neuen Komponenten und/oder Software zu deratigen Problemen führen. Selbstverständlich kann natürlich aber auch ein „neuer“ Hardwarefehler die Ursache für das Problem sein.

Wie von Sebastian beschrieben, wäre die beste Vorgehensweise (als Testzyklus) wie folgt:

  1. Bestandsaufnahme (Berücksichtigung von Fehlerzuständen und/oder Problemen)
  2. Analyse der IST Situation mit entsprechenden Tools (CPU, Memory, Disk-I/O, Netzwerk, Schnittstellen, …)
  3. Analyse des aufgetretenen Fehlers im Hinblick auf die beiden ersten Punkte
  4. Behebung des Fehlers
  5. Erneuter Zyklus

Zu 1. Hier solltest Du erst einmal die Log-Dateien des Systems auf etwaige Fehler (Error, Warning) untersuchen und - wenn möglich - mit Zuständen vergleichen, die vor dem Auftreten des Fehlers gegeben waren. Wenn also der Fahler heute, am 19.12. aufgetreten ist, am besten einmal mit Daten vom Tage davor (18.12.) vergleichen. Hierbei kann ein einfaches Text-Analyse und -Vergleichsprogramm hilfreich sein. Dabei auch - wie von Sebastian bereits beschrieben - die Daten auf Fehler und/oder suspekte Informationen überprüfen. Die Log Dateien liegen bei SUSE istandardmäßig m Verzeichnis /var/log/*. Hierbei handelt es sich selbstverständlich um Detektivarbeit und eventuell kann der Fehler in Bezug auf sein zeitliches Auftreten (sporadisch oder aber zyklisch) bereits eingegrenzt werden. Selbstverständlich kann man zu besseren Erklärung jederzeit auch versuchen, die Meldungen über das Internet besser verständlich und kategorisierbar zu machen. Hiermit lässt sich unter Umständen ein etwaiger Feherl gut erkennen.

Sollte das aber keine weiteren Erkenntnisse gebracht haben, kannst Du mit dem zweiten Schritt das System analysieren, sozusagen am offenen Herzen operieren und versuchen, den Fehlerfalll im laufenden Fall nachzustellen und einzugrenzen. Hierfür gibt es sehr viele gute Tools, die einen unterstützen können. Das aus meinen Augen beste und für den ersten Überblick wichtigste ist „top“.

Zu 2. Mittels des Programs „top“ kann man die aktuellen Tätigkeiten seines Systems im Live-Betrieb überwachen und einsehen. Sollte es zu einem „Aufhängen“ des Systems kommen, kannst Du unter Umständen den „Fehler“ hier gut überwachen und einsehen. Wie der Name schon sagt, zeigt Dir das Kommando die Top 10 der Prozesse an, die das System auslasten und deren Auslastungsgrad in Prozent. Zur weiteren Info am besten mal unter https://www.thomas-krenn.com/de/wiki/Linux-Tool_top schauen (Info: Die Thomas Krenn Seiten sind eine sehr gute Anlaufstelle hierfür, aber nicht massgebend!).
Anmerkung: Eine etwas bessere (grafische) Aussage liefert ein weiteres Tool namens „htop“, daß aber leider nicht automatisch unter SUSE installiert ist und u.U. über den Paketemanager nachinstalliert werden sollte.
Sollte das Memory ein Problem sein kannst Du es mit „vmstat“ analysieren.
Netzwerkprobleme kann man sehr gut mit „tcpdump“ analysieren.
Und die generellen I/O Performance Bottlenecks findet man am besten mit „iostat“.

Hinweis: Zu den jeweiligen Tools findest Du hervorragende und weiterführende Informationen auf den TK Seiten.

(Info: Auch hier gilt: Die TK Seite ist ein guter Überblick aber nicht das Maß aller Dinge!)

Zu 3. Mit all diesen Informationen geht es im dritten Schritt darum, den „Fehler“ einzugrenzen und wenn möglich einer Komponente zuzuordnen.

Zu 4. Hier sollte nun das Problem behoben werden (Reduzierung der CPU Last, mehr RAM, Netzwerkperformance erhöhen, etc.).

Zu 5. Beginn eines neuen Zyklus bei 1.

Die von mir hier beschriebenen Infos fndest Du auch noch einmal in einer besseren Übersicht hier:

Weiterführende Informationen zu den Analyse Schritten und den daraus zu ziehenden Schlüssen findest Du hier:

https://www.thomas-krenn.com/de/wiki/Linux_Performance_Analyse_in_60_Sekunden?xtxsearchselecthit=1

Hope this helps.

Best,

F

memtest86 ist bei vielen Distributionen als Paket installierbar, so auch bei SuSE. Das erscheint dann als zusätzlicher Punkt im Bootmenü und kann dort anstelle des Betriebssystems gestartet werden.

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Wirklich? dmesg auch nicht? Ich würde mal auch scharf nach Fehlermeldungen von den Platten schauen.

Zudem: wenn der Rechner hängt, reagiert er über das Netzwerk? Auf ping?

Was für Grafikhardware nutzt du? Welchen Treiber?

Sebastian

Hallo Sebastian,
danke für eure Mühe.
Das Problem war wohl die Maus. Mit einer anderen Maus tritt dieses „Aufhängen“ nicht mehr auf.
Gruß Michael

Hallo Christa
danke für eure Mühe.
Das Problem war wohl die Maus. Mit einer anderen Maus tritt dieses „Aufhängen“ nicht mehr auf.
Gruß Michael

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Hallo perfide
danke für eure Mühe.
Das Problem war wohl die Maus. Mit einer anderen Maus tritt dieses „Aufhängen“ nicht mehr auf.
Gruß Michael

Darauf muss man erstmal kommen! :flushed:
Danke für deine Rückmeldung!

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Habe es auch vermehrt bei Ubuntu 18 seit diesem Jahr. Kommt bei mir aber eher von swaps auf HDD - Laptop alt 4GB RAM, die HDD (auch alt) leuchtet dann bis zum Abwinken. Deine 8 GBs dürften aber noch nicht wirklich belegt sein. Macht er das jetzt aus Spass?

Hallo oldy22,

bei mir lag das Problem an der Maus - genauer gesagt - linke Maustaste.
Seit einer neuen Maus für 4,99€ habe ich wenigstens dieses Problem nicht mehr.
Schönes Wochenende
Michael