Ich habe für mein Fernlehrgang in Literaturkunde folgende Aufgabe zur Bearbeitung der Schachnovelle von Stefan Zweig erhalten, und bin etwas überfordert:
_Lesen Sie das nachstehend abgedruckte Zitat, und erläutern Sie, welchen geistigen Gegensatz Stefan Zweig an den beiden Schachspielern aufzeigen wollte. Berücksichtigen Sie dabei bitte auch, dass Zweig Czentovic und Dr. B. nicht um ihrer selbst willen, sondern als Symbolfiguren für zwei Geistesströmungen dargestellt hat.
„Denn der geistige Gegensatz im Habitus der beiden Partner wurde im Verlauf der Partie immer mehr körperlich plastisch. Czentovic, der Routinier, blieb während der ganzen Zeit unbeweglich wie ein Block, die Augen streng und starr auf das Schachbrett gesenkt;Nachdenken schien bei ihm eine geradezu physische Anstrengung, die alle seine Organe zu äußerster Konzentration nötigte. Dr. B. dagegen bewegte sich vollkommen locker und unbefangen. Als der rechte Dilettant im schönsten Sinne des Wortes, dem im Spiel nur das Spiel, das „diletto“ Freude macht, ließ er seinen Körper völlig entspannt, plauderte während der ersten Pausen erklärend mit uns, zündete sich mit leichter Hand eine Zigarette an und blickte immer nur gerade, wenn an ihn die Reihe kam, eine Minute auf das Brett. Jedesmal hatte es den Anschein, als hätte er den Zug des Gegners schon im voraus erwartet.“ (aus Fischer TB 1522, S. 97)_
Ich verstehe den Begriff Geistesströmung nicht, ich würde Czentovic als dummen, einfältigen, starrsinnen Mensch bezeichnen, das ist doch keine Geistesströmung, oder ?
Für Hinweise, die mir helfen, die Aufgabe zu bearbeiten, bin ich dankbar,
Nicolle