Literatur zu kindlichen Beziehungsstoerungen

Hallo,

ich brauche einen Buchtipp von Euch.
Es geht um den Sohn meines Partners, der meiner Meinung nach ziemlich kontaktgestoert (vielleicht hat er eine Art soziale Phobie) ist. Es ginge jetzt zu weit, alle Symptome zu schildern, nur soviel, nach vier Jahren (er ist gerade sieben geworden, kennt mich also laenger als sein halbes Leben) ist er immer wieder nicht in der Lage, mich zu gruessen oder Blickkontakt aufzunehmen. Wenn es eine Kommunikation gibt, dann hoechstens indirekt, also er sagt irgendetwas, wenn ich mit meinem Partner rede, oder etwas „in den Raum hinein“ sage, antwortet aber nicht, wenn ich ihn direkt frage usw. Das alles schwankt immer so, mal wird es besser, dann wieder schlechter, aber es gibt keine Entwicklung. Wenn ich etwas koche, mag er es nicht essen (auch, wenn es sein Lieblingsessen ist), er isst es dann auf, wenn ich nicht hingucke usw. Auch sonst verhaelt er sich auffaellig, ist zum Beispiel am liebsten allein auf dem Spielplatz und geht nicht hin, wenn andere Kinder da sind usw. Zu seinen Grosseltern verhaelt er sich auch distanziert, obwohl er sie sehr liebt. Seine Kindergaertnerinnen konnte er wohl auch oft nicht gruessen. Kurzum, ich finde das besorgniserregend. Der Mutter scheint es zu reichen, dass er zu ihr lieb ist und sein Vater geht laessig darueber hinweg.
Langer Rese kurzer Sinn - wo kann ich etwas ueber entprechende Faelle nachlesen ? Mir geht es vor allem darum, wie ich mich verhalten soll - denn mich verletzt dieses Verhalten ganz sehr, und es macht mich auch wuetend auf ihn, und das ist natuerlich ueberhaupt nicht gut. Soll ich weiter versuchen, mit ihm zu reden (dann bin ich total frustriert) oder auf Distanz gehen (ist vielleicht nicht gut fuer ihn). Soll ich ihm zu verstehen geben, dass sein Verhalten verletzend ist (um ihm Rueckmeldung darueber zu geben, dass auch ich mit Gefuehlen ausgestattet bin) oder soll ich so tun, als wuerde mir das gar nichts ausmachen (vielleicht ist das dann zu gleichgueltig) usw.
Bitte keine Empfehlung, das Kind mal einem Psychologen vorzustellen, denn ich bin nicht die Mutter und habe in der ganzen Erziehung nichts zu sagen.
Ich wuerde gern ein Buch mit Fallbeispielen lesen, wo ich den Jungen eventuell „wiedererkennen“ koennte.

Vielen Dank fuer Eure Antworten !

Stichwort Autismus owT

Nein, um einen Autisten handelt es sich ganz bestimmt nicht.

Hallo Dendrite,

warum schließt Du das so kategorisch aus? Es gibt eine „milde“ Form von Autismus, das Asperger-Syndrom, dessen Ausprägung bei Kindern hier ganz anschaulich beschrieben wird: http://www.zeit.de/2004/36/Asperger-Syndrom. Weitere Informationen findest Du hier: http://www.asperger-kinder.de

Viele Grüße
Diana

Hallo Diana, hallo Dendrite,

warum schließt Du das so kategorisch aus? Es gibt eine „milde“
Form von Autismus, das Asperger-Syndrom, dessen Ausprägung bei
Kindern hier ganz anschaulich beschrieben wird:
http://www.zeit.de/2004/36/Asperger-Syndrom. Weitere
Informationen findest Du hier: http://www.asperger-kinder.de

beim Lesen der Schilderung hatte ich auch an Asperger-Autismus gedacht - natürlich kann und soll das hier keine Ferndiagnose sein, aber vieles aus der Schilderung tritt bei Menschen mit Asperger-Autismus sehr oft auf.

Viele Grüße,
Nina

Hallo Nina,

danke für den Beitrag - auf Deine Einschätzung als Expertin hatte ich gehofft.

Viele Grüße
Diana

Tut mir wirklich leid, Euch enttäuschen zu müssen, aber es handelt sich ganz bestimmt auch um kein Asperger-Kind. Es gibt Gründe, warum ich das kategorisch ausschließe, aber die alle zu schildern, würde wirklich zu weit führen und zu lange dauern, o.k. ?
Trotzdem danke für die Antworten. Auch, wenn ich leider nicht den gewünschten Buchtipp bekommen habe …

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Hallo,

einen Buchtipp habe ich leider nicht. Ich finde es aber gut, dass Du Dir Gedanken über ihn machst.

Mir tut der Kleine leid. So wie Du sein Verhalten beschreibst, scheint er sich in einer großen inneren Not zu befinden. In diesem Alter kann man sich vermutlich nur durch ‚Verweigerung von allem‘ äußern.

Wenn den Vater der Seelenzustand seines Sohnes kalt lässt, gibt es Deiner Meinung nach die Möglichkeit, über die Großeltern, zur Not auch über den Kinderarzt, Einfluß auf den Vater zu nehmen? Dahingehend, dass der Junge psychologische Hilfe bekommt??

Als letzte Möglichkeit für Dich käme noch infrage, die leibliche Mutter einzubeziehen. Ihr müsste doch am ehesten am Herzen liegen, dass ihr Bub ein lebensfrohes Kind ist.

Grüße
Maralena