Literaturangabe, wenn keine Autor vorhanden?

Hallo!

Ich muss für meine Hausarbeit in Sprachwissenschaft eine Literaturangabe zu einem Buch machen, bei dem kein Autor angegeben ist.
Folgende Angaben stehen im Buch:

Brüder Grimm,
Kinder- und Hausmärchen,
mit vielen Bildern von Janusz Grabianski,
Verlag Carl Ueberreuter,
Wien-Heidelberg,
für die Jugend ausgewählt und bearbeitet von Dr. Hans Hecke,
Gesamtherstellung: Salzer-Ueberreuter, Wien,

Die Brüder Grimm haben das Buch ja nicht geschrieben, sondern nur die Werke gesammelt! Kann mir bitte jemand eine mögliche Literaturangabe nennen?
Wäre echt super nett!
Vielen Dank!

Hallo

ich würde als
Hecke, H. (Jahr, Hrsg.): Titel…etc.
zitieren

Hallo!

Brüder Grimm,
Kinder- und Hausmärchen,
mit vielen Bildern von Janusz Grabianski,
Verlag Carl Ueberreuter,
Wien-Heidelberg,
für die Jugend ausgewählt und bearbeitet von Dr. Hans Hecke,
Gesamtherstellung: Salzer-Ueberreuter, Wien.

Wenn das alles drinsteht, dann ziere es auch ganz.
Das mit den Bildern und der Gesamtherstellung aber ist weglassbar. also:

Brüder Grimm,
Kinder- und Hausmärchen,
Verlag Carl Ueberreuter,
Wien-Heidelberg,
für die Jugend ausgewählt und bearbeitet von Dr. Hans Hecke.

Die Brüder Grimm haben das Buch ja nicht geschrieben, sondern
nur die Werke gesammelt!

Wenn du die gesammelten Märchen im Urtext liest und dann die Grimmschen Fassungen, wirst du sehen, dass die Grimms sehr viel zum Text beigetragen haben.

Gruß Fritz

Märchen-Urtext?
Hallo,

Wenn du die gesammelten Märchen im Urtext liest und dann die
Grimmschen Fassungen, wirst du sehen, dass die Grimms sehr
viel zum Text beigetragen haben.

Gibt es denn da einen „Urtext“ oder beziehst du dich da auf eine andere, vielleicht ältere Sammlung?

Grüße
oranier

da steht aber leider auch kein Jahr dabei!

Hallo, Oranier!

Gibt es denn da einen „Urtext“ oder beziehst du dich da auf
eine andere, vielleicht ältere Sammlung?

Ich beziehe mich auf:

GRIMM: Kinder- und Hausmaerchen. Vollstaendige Ausgabe in der Urfassung. Hrsg.v.F.Panzer. Vollmer,o.J. 564p. Leinen.

Wenn du diese Fassung mit der von den Grimms herausgegebenen vergleichst, wirst du feststellen, dass all das, was uns als typischer „Volksmärchenton“ erscheint, Grimmsche Zutaten sind.

Fast alles!

Gruß Fritz

3 „Gefällt mir“

da steht aber leider auch kein Jahr dabei!

In diesem Fall heißt die übliche Angabe „o.J.“ (= ohne Jahr).

Hallo Fritz,

alternativ wäre noch möglich:

Jacob und Wilhelm Grimm (Hrsg).

Kinder- und Hausmärchen,
Verlag Carl Ueberreuter,
Wien-Heidelberg,
für die Jugend ausgewählt und bearbeitet von Dr. Hans Hecke.

Rest also wie gehabt.

Hier noch der Datensatz der fraglichen Ausgabe aus dem Katalog einer wissenschaftlichen Bibliothek (gefunden über http://kvk.ubka.uni-karlsruhe.de/):

Titel: Kinder- und Hausmärchen / Brüder Grimm. Mit vielen Bildern von Janusz Grabianski. [Für d. Jugend ausgewählt u. bearb. v. Hans Hecke]
Autor: Jakob Grimm ; Wilhelm Grimm
Beteiligt: Janusz Grabianski ; Hans Hecke [Bearb.]
Erschienen: Wien [u.a.] : Ueberreuter, [o.J.]
Umfang: 284 S.

Grüße
Wolfgang

Hallo,

GRIMM: Kinder- und Hausmaerchen. Vollstaendige Ausgabe in
der Urfassung. Hrsg.v.F.Panzer. Vollmer,o.J. 564p. Leinen.

Wenn du diese Fassung mit der von den Grimms herausgegebenen
vergleichst, wirst du feststellen, dass all das, was uns als
typischer „Volksmärchenton“ erscheint, Grimmsche Zutaten sind.

Fast alles!

Gruß Fritz

Grimmsche Zutaten zur Urfassung der Märchen von Grimm?
Oder: Zutaten späterer Bearbeiter und Herausgeber zum ursprünglichen Text der Brüder Grimm?
Grüße
oranier

Danke für eure Hilfe. Wärt ihr damit einverstanden:

Brüder Grimm: Kinder- und Hausmärchen. Für die Jugend ausgewählt und bearbeitet von Dr. Hans Hecke. Wien, Heidelberg: Carl Ueberreuter o.J.

???
Gruß Stupidentin :smile:

Grimmsche Zutaten zur Urfassung der Märchen von Grimm?

Genauer: Grimmsche Formulierungen von erzählten Märchen, die sie sich in die Feder diktieren ließen.
Diese Mitschriften werden als Urfassung bezeichnet.

Die Grimms erzählten in ihren Worten die Märchen neu. Das sind die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm.

Fritz

4 „Gefällt mir“

Nein!
Nein, Kompilatoren werden üblicherweise wie Autoren behandelt, sie haben ja eine eigenständige Leistung durch die Zusammenstellung (und in diesem Falle auch Bearbeitung) der kompilierten Werke geleistet. Das gilt beispielsweise auch für Anthologien oder Sammlungen von Kurzgeschichten (z. B. wäre "Österreichische Kurzkrimis des 20. Jahrhunderts. Zusammengestellt von Paul Pusemuckel unter „Pusemuckel, Paul“ anzusetzen).

Dieser Titel ist also unter den Brüdern Grimm als Verfasser anzusetzen, wobei die Vornamen ermittelt werden müssen. Will man auch noch anzeigen, dass man sie ermittelt und nicht der Vorlage entnommen hat, müssten sie in Klammern (vorzugsweise eckige) gesetzt werden. Das führt aber bei einem bloßen Zitat zu weit, eine bibliographische Beschreibung würde dies jedoch erfordern. Den akademischen Grad des Herrn Hecke kann man auch weglassen, ebenso den zweiten Verlagsort. Auch die Verlagsangabe ist für das Zitat entbehrlich, nur für eine bibliographische Beschreibung (z. B. in einem Bibliothekskatalog) würde man die berücksichtigen, selbst für die aber nicht den Vornamen des Herrn Ueberreuter, dafür dann aber wiederum Umfangsangaben und dergleichen mehr.

Man kann es in diesem Falle also schlicht und einfach so fassen:

Grimm, Jakob; Wilhelm Grimm: Kinder- und Hausmärchen. Für die Jugend ausgewählt und bearbeitet von Hans Hecke. Wien (u. a.) o. J.

„(u. a.)“ ist auch entbehrlich, kann man aber ganz nach Geschmack auch stehen lassen. Hilfreich wäre es jedoch, das Erscheinungsjahr durch eine bibliographische Recherche zu ermitteln (oder noch einmal genau nachzusehen, ob es sich nicht im Kolophon versteckt hat oder aus dem Vorwort zu ermitteln ist; zur Not wäre auch das Druckjahr hilfreich, besser als nichts.) Das ist für die Identifikation der Ausgabe sehr wichtig. Wird das Jahr ermittelt, sollte es in eckigen Klammern angegeben werden. Will man den Leser mit der Nase darauf stoßen, dass man es ermittelt hat, schreibt man z. B.: „Wien o. J. [1863]“.

Wenn ausgerechnet diese Ausgabe zitiert werden soll, sei’s drum. An sich müsste man aber prüfen, welche im Falle von Grimms Märchen eigentlich die „Zitierausgabe“ ist.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo! :smile:
Vielen Dank für die ausführliche Antwort! Werde die Literaturangabe nun so übernehmen!