Hallo,
mein Professor meinte in einer der Vorlesungen, dass ein peer
to peer Betrieb Kostenintensiver ist als ein Client Server
Betrieb.
Hier ist schon mal ein grundsätzlich falscher Ansatz festzustellen, weil hier jemand offensichtlich den Unterschied zwischen P2P und C/S nicht verstanden hat. Bei P2P handelt es sich um eine Architektur gleich ausgestatteter und für sich lauffähiger Systeme. D.h. von fünf PCs hat jeder ein vollständiges Office installiert und jeder PC kann daher auch ohne Netz autark arbeiten. Ggf. gibt es nur gemeinsame Dateiablagen und einzelne Dienste, die auf bestimmten Geräten liegen und nur verwendbar sind, wenn die entsprechende Maschine in Betrieb ist (z.B. ein an einem PC angeschlossener und für alle freigegebener Drucker). Speziell für P2P-Betrieb ausgerichtete Programme wie Filesharing-Systeme können darüber hinaus z.B. dafür sorgen, dass Datenbestände auf den unabhängigen Systemen konsistent gehalten werden.
Bei einer C/S-Architektur ist es jetzt aber nicht so, dass einfach nur die sonst auf jedem PC individuell installierte Software auf einem zentralen Server installiert wird, sondern C/S heißt ja, dass es eine Client- und eine Serverkomponente der Software gibt. Es liegt also keine echte C/S-Architektur dadurch vor, dass ich auf einem Server Office installiere und alle PCs hierauf zugreifen lassen, sondern diese ist erst dann gegeben, wenn es eine Software gibt, die sich auf eine Server- und eine Clientkomponente aufteilt, wobei eben die Serverkomponente zentral nicht nur auf dem Server installiert ist, sondern dort auch läuft und von den Arbeitsplätzen dann mittels eines speziellen Clientprogramms hierauf Zugriff genommen wird. Klassischer Fall sind Datenbanken, bei denen eben nicht nur die verwalteten Daten in Dateiform auf dem Server liegen, sondern dort auch eine Software-Komponente läuft, die Anfragen der Clients an entgegen nimmt, bearbeitet und beantwortet.
D.h. es gibt eben einerseits Programme mit einer C/S-Architektur und andererseits Programme ohne eine solche Architektur.
Als Bsp. erwähnte er,
dass bei 5 Computern im Peer to Peer auf jedem eine
Vollversion installiert werden muss. --> hohe Kosten, da 5
Lizenzen notwendig sind
beim Client Server genügt jedoch die Installation auf einen
Server. Niedrigere Kosten, da eine Lizenz ausreicht.
Das ist vollkommener Blödsinn. Wie oben ausgeführt braucht es bei C/S eine Clientkomponente und die muss ja pro Anwender betrieben werden. Üblicherweise wird daher bei C/S-Architekturen ein Lizenzmodell gewählt, bei dem genau nach diesen Clients abgerechnet wird (und ggf. zusätzlich noch die Serverkomponente lizenziert werden muss). Dabei gibt es für die Clients insbesondere zwei wichtige und miteinander konkurrierende Lizenzsysteme: „Named User“ setzt voraus, dass ich für jeden namentlich bekannten potentiellen Nutzer der Software eine Lizenz kaufen muss, während „Concurrend User“ auf die Zahl der gleichzeitig aktiven Verbindungen zum Server abhebt. D.h. wenn 100 Leute mit einer Software arbeiten können sollen, brauche ich bei NU 100 Lizenzen, und kann bei CU ggf. mit 80 auskommen, weil nie mehr als 80 Leute gleichzeitig mit der Software arbeiten (20 haben gerade anderes zu tun, sind krank, im Urlaub oder auf Dienstreise).
Heute jedoch erzählt mir jemand, dass wenn im Client Server
Betrieb 5 Rechner auf den Server zugreifen und die Anwendung
nutzen, so benötige man für jeden zugreifenden Server eine
Lizenz. Also ebenfalls 5.
Jep, üblicherweise schon
Was von beiden stimmt nun? Ich tendiere ja zur Aussage meines
Profs. Allerdings besteht die Möglichkeit, dass ich die
Argumentation falsch aufgefasst habe.
Also ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Prof solchen Unfug verbreiten würde. Ich denke, es geht hier eher um ein Verständnisproblem. Vermutlich war die Aussage anders gemeint oder bezug sich auf einen speziellen Fall, den wir hier nicht kennen.
Vielleicht könnte jemand Licht ins Dunkle bringen?
Worin bestehen nun die Kostenvorteile des c/s gegenüber p to
Es gibt keine grundsätzlichen Lizenzkostenvorteile bei C/S-Architekturen, weil man eben nicht Äpfel (Programme in C/S-Architektur) und Birnen (Programme ohne C/S-Architektur) miteinander vergleichen kann. Was würde es bringen zu sagen, dass ein Office pro Anwender (unabhängig davon ob es lokal oder zentral installiert ist) € X kostet und eine SAP R3 pro Client € Y?
Gruß vom Wiz