Lob

Hallo nochmals!

Passend zum hier unter stehenden Beitrag steigt mir eine Frage auf.

Woran könnte es liegen, dass ein Gelobter das Lob oder auch ein Kompliment im Grunde nicht annehmen kann, weil er meint, er wird aus Kalkül gelobt, etwa, um etwas zu erreichen, etwa eine Gegenleistung (wie auch immer die aussieht) liefern zu müssen, zum Beispiel.

Das würde mich jetzt mal interessieren.

Viele Grüße!

To.i

Hallo!

Gute Frage:

Woran könnte es liegen, dass ein Gelobter das Lob oder auch
ein Kompliment im Grunde nicht annehmen kann?

Und hier ist die Antwort:

weil er meint, er wird aus Kalkül gelobt, etwa, um etwas zu erreichen, etwa eine Gegenleistung (wie auch immer die aussieht) liefern zu müssen, zum Beispiel.

Grüße

Andreas

Wenn ich mich verarscht fühlen will, sag’ ich es in der Regel im Verlauf meines Beitrags.

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Hallo!

Wieso das? Die Antwort ist m. E. korrekt. Das du sie dir vorher schon selbst gegeben hast, dafür kann ich doch nichts.

Grüße

Andreas

Was du herauszitiert hast, ist der gegenständliche Teil meiner Frage gewesen.

Und jetzt ab in’s Story-Board, wo du hin gehörst.

Ich muss jetzt arbeiten.

To.i

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Hallo Häuptling

Woran könnte es liegen, dass ein Gelobter das Lob oder auch
ein Kompliment im Grunde nicht annehmen kann, weil er meint,
er wird aus Kalkül gelobt, etwa, um etwas zu erreichen, etwa
eine Gegenleistung (wie auch immer die aussieht) liefern zu
müssen, zum Beispiel.

Die Basis für ein solches Denken/Erleben ist vermutlich häufig ein gestörtes Selbstwertgefühl und ein gestörtes Urvertrauen.
Erworben - einmal mehr - meist schon in den ersten 6 Monaten der Säuglingszeit.
Gruß,
Branden

Hallo Tokei-ihto,

Woran könnte es liegen, dass ein Gelobter das Lob oder auch
ein Kompliment im Grunde nicht annehmen kann, weil er meint,
er wird aus Kalkül gelobt, etwa, um etwas zu erreichen, etwa
eine Gegenleistung (wie auch immer die aussieht) liefern zu
müssen, zum Beispiel.

So wie du selber bereits unten angedeutet hast,kann eine allzu durchschaubare Motivationsstrategie den Wert eines Lobes herabsetzen.
Annehmen kann man es trotzdem,wenn es im Rahmen einer Zielsetzung Sinn macht.
Schöner ist immer ein Lob,das als uneigennützig erkannt wird.
Z.B. positives feedback für meine Arbeit beim Kunden.
Ich habe aber auch ein gewisses Gespür dafür,wenn jemand Lob oder Zustimmung aus Harmoniebedürftigkeit oder Konfliktvermeidung gibt,dann werde ich auch kritisch.
Einmal habe ich erlebt,dass jemand übermäßig lobt,um so ein Klimagegenseitiger Bewunderungzu schaffen.Wenn dann die gesuchte Aufmerksamkeit nicht zurückkommt,schlägt das in subtile oder offene Aggression oder Leidenshaltung um.
In so einem Fall ist Distanz zum gelobt werdensicher angemessen.

Viele Grüße
Heidi

Die Anwort auf deine Frage ist im Grunde genommen ganz einfach: Er denk das weil er es genau so gelernt hat. Vermutlich hat er im Laufe seine Entwicklung einige Rückschläge erfahren, so dass ein gewisses Misstrauen in ihm gewachsen ist. Er hat Menschen vertraut, ihnen geholfen und würde dann enttäuscht. Wenn so etwas wiederholt passiert, verliert man den Glaube an so etwas wie „uneigennütziges Verhalten“, zudem auch Lob gehört.
Das bedeutet jedoch nicht, dass man es nicht wieder lernen kann. Dazu braucht man nur die richtigen Menschen, die die es eben wirklich Ernst meinen…

Hi, Mr. Branden!

Die Basis für ein solches Denken/Erleben ist vermutlich häufig
ein gestörtes Selbstwertgefühl und ein gestörtes Urvertrauen.
Erworben - einmal mehr - meist schon in den ersten 6 Monaten
der Säuglingszeit.

Was müssen Eltern in dieser Zeit falsch machen, damit das so wird?

Viele Grüße und Danke!

To.i

Hallo Heidi!

So wie du selber bereits unten angedeutet hast,kann eine allzu
durchschaubare Motivationsstrategie den Wert eines Lobes
herabsetzen.

Natürlich, unbedingt!

Annehmen kann man es trotzdem,wenn es im Rahmen einer
Zielsetzung Sinn macht.

Wessen Ziel? Das eigene?
Das verstehe ich jetzt nicht ganz.

Schöner ist immer ein Lob,das als uneigennützig erkannt wird.
Z.B. positives feedback für meine Arbeit beim Kunden.

Das ist richtig. Hier ist mir allerdings bunt bedrucktes Papier, was in die Hosentasche geschoben wird, und woanders gegen Waren eingetauscht werden kann, das schönste Lob.

Ich habe aber auch ein gewisses Gespür dafür,wenn jemand Lob
oder Zustimmung aus Harmoniebedürftigkeit oder
Konfliktvermeidung gibt,dann werde ich auch kritisch.

Du meinst hiermit eher Zugeständnisse, um des lieben Friedens willen?

Einmal habe ich erlebt,dass jemand übermäßig lobt,um so ein
Klimagegenseitiger Bewunderungzu schaffen.

Ja, da reicht die Schleimspur bis in’s Treppenhaus.

Wenn dann die
gesuchte Aufmerksamkeit nicht zurückkommt,schlägt das in
subtile oder offene Aggression oder Leidenshaltung um.

Ja, davon kann ich gerade dienstlich ein Lied singen.
Ich fand eine hübsche, intelligente und subtile Möglichkeit, einem Obenlächler-Untentreter eine reinzuwürgen. Das ist mir aber auch Innerer Parteitag und höchste Genugtuung zugleich!

In so einem Fall ist Distanz zum gelobt werdensicher
angemessen.

Es ist immer gut, die Aktionen und Reaktionen der Mitmenschen zumindest mal kurz zu überdenken und notfalls zu hinterfragen.

Gruß!

To.i

Die Anwort auf deine Frage ist im Grunde genommen ganz
einfach: Er denk das weil er es genau so gelernt hat.
Vermutlich hat er im Laufe seine Entwicklung einige
Rückschläge erfahren, so dass ein gewisses Misstrauen in ihm
gewachsen ist. Er hat Menschen vertraut, ihnen geholfen und
würde dann enttäuscht. Wenn so etwas wiederholt passiert,
verliert man den Glaube an so etwas wie „uneigennütziges
Verhalten“, zudem auch Lob gehört.

Ja, da ist was dran.

Dazu fällt mir was ein. Ich kenne entfernt jemand. Also gar nicht richtig bekannt. Sozusagen unbekannt.

Diese unbekannte Person jedenfalls musste mal zum Bahnhof. Der Bahnhof war aber 5 km weg und ich bot an, fix da vorbei zu fahren. Ist nur ein kleiner Umweg und nicht der Rede wert.

Der brüske und abschlägige Bescheid lautete: „Nein. Nicht nötig.“

Später hab ich erfahren, dass diese Person zum Bahnhof hin gelaufen ist. Im Winter und bei Dunkelheit. Zunächst hab ich gedacht, dass die Ablehnung des Angebotes irgendwie persönlich, mich betreffend, gemeint war.

Ich berichtete später im Bekanntenkreis davon und erfuhr, dass diese Person niemals Hilfe ersucht oder annimmt, weil sie befürchtet, irgendwann eine unverhältnismäßige Gegenleistung erbringen zu müssen.

Dahinter könnte eine analoge Erfahrung stecken.

Gruß

To.i

Hallo Heidi!

So wie du selber bereits unten angedeutet hast,kann eine allzu
durchschaubare Motivationsstrategie den Wert eines Lobes
herabsetzen.

Natürlich, unbedingt!

Z.B. wenn man verdächtig oft von jemandem für etwas gelobt wird,
weil derjenige zu faul ist,diese Arbeit selber zu machen.
Sehr wirkungsvoll.

Annehmen kann man es trotzdem,wenn es im Rahmen einer
Zielsetzung Sinn macht.

Wessen Ziel? Das eigene?
Das verstehe ich jetzt nicht ganz.

Das meinte ich eher im betrieblichen Kontext.
Man kann seine Sache trotzdem gut machen und sich freuen.

Schöner ist immer ein Lob,das als uneigennützig erkannt wird.
Z.B. positives feedback für meine Arbeit beim Kunden.

Das ist richtig. Hier ist mir allerdings bunt bedrucktes
Papier, was in die Hosentasche geschoben wird, und woanders
gegen Waren eingetauscht werden kann, das schönste Lob.

Vollste Zustimmung.Das freundliche Lächeln gibts dann als Gegenleistung dazu.

Ich habe aber auch ein gewisses Gespür dafür,wenn jemand Lob
oder Zustimmung aus Harmoniebedürftigkeit oder
Konfliktvermeidung gibt,dann werde ich auch kritisch.

Du meinst hiermit eher Zugeständnisse, um des lieben Friedens
willen?

Wenn sich jemand nicht traut,seine ehrliche Meinung zu sagen.

Wenn dann die
gesuchte Aufmerksamkeit nicht zurückkommt,schlägt das in
subtile oder offene Aggression oder Leidenshaltung um.

Ja, davon kann ich gerade dienstlich ein Lied singen.
Ich fand eine hübsche, intelligente und subtile Möglichkeit,
einem Obenlächler-Untentreter eine reinzuwürgen. Das ist mir
aber auch Innerer Parteitag und höchste Genugtuung zugleich!

Glückwunsch!

Gruß
Heidi

Hi Tokei, hi Häuptling!
Nun ja, wenn wir also mal von einer narzisstisch gestörten Persönlichkeit ausgehen… dann kann diese sich bilden, weil die (sonst übliche) Begeisterung der Mutter für ihr Baby fehlte…
Man spricht vom „Glanz im Auge der Mutter“ beim Betrachten des kleinen Kindes, welchen dasselbe wahrnimmt. Wenn da also kein Glanz ist, sondern nur Genervtheit oder Überdruss (weilo sie das Kind vielleicht nicht haben wollte), dann haben wir gute Startbedingungen für eine narzisstisch gestörte Persönlichkeit, die später zum Beispiel dem Lob der Anderen nicht trauen kann.
Es grüßt dich dein
Medizinmann

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Sehr geehrter Herr Medizinmann!

Man spricht vom „Glanz im Auge der Mutter“ beim Betrachten des
kleinen Kindes, welchen dasselbe wahrnimmt. Wenn da also kein
Glanz ist, sondern nur Genervtheit oder Überdruss (weilo sie
das Kind vielleicht nicht haben wollte), dann haben wir gute
Startbedingungen für eine narzisstisch gestörte
Persönlichkeit, die später zum Beispiel dem Lob der Anderen
nicht trauen kann.

Ich danke für deine Erklärung. Sie ist für mich plausibel und nachvollziehbar!

Gruß aus dem Indianerland!